Der Präsident im Verschwörungstheoretikerclub

Hitler lebt noch, die Mondlandung gab es nie, die Außerirdischen sind unter uns. Und hinter allem steckt die geheime Weltregierung, die uns nicht die Wahrheit sagen will. Ich weiß nicht, wie Donald Trump die gerade genannten Beispiele bewertet, aber er ist mit Sicherheit einer der größten Verschwörungstheoretiker, dem zugehört und auch noch applaudiert wird.

Donald Trump weiß auf alles eine Antwort. Foto: AFP.

Donald Trump weiß auf alles eine Antwort. Foto: AFP.

Trumps Wahlkampf ist von unzähligen unsäglichen Theorien durchzogen. Nach wie vor glaubt er nicht, dass Barack Obama in den USA geboren wurde. Man erinnere sich an die Geburtsurkundenepisode von 2008. Doch das ist nur ein kleiner Nebenschauplatz für Donald Trump. Er hinterfragt alles, auch wenn es noch so absurd ist. Der König der Tweets erklärte: „Die USA müssen sofort alle Flüge aus EBOLA infizierten Ländern stoppen oder die Seuche wird sich innerhalb unserer Grenzen ausbreiten. Sofort!“. Danach dann die Ergänzung: „EBOLA verbreitet sich leichter als CDC und Regierungsvertreter zugeben“. CDC sind die „Centers for Disease Control“, eine Einrichtung für die öffentliche Gesundheit in den USA. Trump will hart durchgreifen, auch wenn das bedeutet hätte, dass keine Hilfsflüge mehr für die Menschen in Guinea, Sierra Leone und Liberia möglich gewesen wären. EBOLA hätte sich ungebremst ausbreiten können.

Das ist nicht der einzige Fall, in dem der Immobilienmogul Trump den Wissenschaftlern und Experten Unvermögen, Unkenntnis und Untätigkeit vorwirft. „Ein gesundes Kind geht zum Arzt, wird vollgepumpt mit mehren Spritzen an Impfstoffen, fühlt sich danach nicht gut und anders – Autismus“, so Trump auf der Wahlkampfbühne. „Die Ärzt lügen.“ „So viele Leute mit autistischen Kindern haben mir gedankt – unglaubliche Resonanz. Sie wissen es besser als gefälschte Berichte“.

Donald Trump weiß es einfach besser, er weiß es immer besser, er hat auf alles und auf jeden eine Antwort. Und sei sie noch so balla-balla. Die mexikanische Regierung schicke „die ganz schlimmen Verbrecher über die Grenze, denn sie wollen nicht selbst dafür zahlen“, meinte er und führt als Quelle seiner Information Grenzbeamte an, „die lieber nicht namentlich genannt werden wollen“.

Sowieso hat der Millardär kein Problem dubiose Quellen für seine Verschwörungstheorien anzugeben. So erklärte er im Wahlkampf, „Tausende von Moslems“ hätten von New Jersey aus, jubelnd den einstürzenden Türmen des World Trade Centers zugesehen. Diese Information habe er von der Webseite Infowars, die von Alex Jones geführt wird, einem der größten Verschwörungstheoretiker in den USA. Jones meint ganz offen, dass die US Regierung selbst hinter den 9/11 Anschlägen steht. Trump ist das nicht zu doof und ergänzte sogar, im Falle seines Wahlsieges werden wir alle „erfahren, wer wirklich das World Trade Center zum Einsturz gebracht hat“.

Trump kommentiert alles und immer mit einem Fragezeichen am Ende. Zum Tod des politisch eher rechts orientierten Verfassungsrichters Antonin Scalia bestach der Donald mit seiner eigenen Sicht der Dinge: „Sie sagen, man habe ein Kissen auf seinem Gesicht gefunden, was ein ziemlich ungewöhnlicher Ort ist, ein Kissen zu finden“. Hinter diesem Satz steckt die Anschuldigung, dass liberale Kräfte im Land, dem verhassten Verfassungsrichter das frühzeitige Ende gebracht haben. Egal, ob die Ermittlungen der Polizei und des FBI zu einem anderen Ergebnis kommen und von einem natürlichen Tod sprechen.

Donald Trump will Amerika wieder „great“ machen. Falls er wirklich den Sprung ins Oval Office schaffen sollte, dann werden die kommenden Jahre mehr als „unterhaltsam“. Als Korrespondent wird es mir dann mit Sicherheit nicht langweilig werden.

Eine Radiolegende kehrt zurück

Seine Stimme kennt man. Bei nächtlichen Autofahrten habe ich immer auf der Mittelwelle nach dieser Stimme gesucht. Und da war sie. Tief, ruhig, ja beruhigend. So spricht Art Bell, hört zu und fragt nach, auch wenn es um ganz ausgefallene Themen geht. Und die waren und sind auf „Coast to Coast AM“ immer ausgefallen. UFOs, Außerirdische, Geister, Verschwörungstheorien, schräge wissenschaftliche Theorien. Wenn man nachts durch das Central Valley fährt, betrachtet man den Sternenhimmel auf einmal ganz anders. Diese Themenmischung aus Unvorstellbarem und Abgefahrenem kam an. Zum Höhepunkt von „Coast to Coast“ war das Programm auf über 500 Stationen in den USA zu hören, mehr als 15 Millionen Zuhörer schalteten zu später Nachtstunde ein, hörten dem Moderator, seinen Gästen und den vielen Höreranrufen zu. Nichts war zu ausgefallen, alles wurde ernsthaft und seriös diskutiert. Und gerade dieser Ton machte die Sendung aus. Auch wenn da jemand anrief und erklärte, er wäre schon mehrmals auf dem Mars gewesen, Art Bell reagierte ruhig und gelassen, stellte Fragen, ging auf den Hörer ein.

Die Radiosendung läuft noch immer nachts mit George Noory als Moderator, doch hat sie etwas an Biss verloren. Art Bell hatte sich seit 2003 zurück gezogen. Hin und wieder moderierte er noch am Wochenende, doch dann war ganz Schluß.

Nun kommt er zurück mit einer neuen und eigenen Sendung, die wieder direkt aus seinem Haus in einer abgelegenen Gegend in Nevada ausgestrahlt wird. Der Satellitenradioanbieter Sirius XM hat Bell zu diesem Schritt überreden können, ein Studio für ihn eingerichtet und eine Nachtsendezeit für „Art Bell’s Dark Matter“ bereit gestellt. Man kann gespannt sein auf diese neue Sendung. Außerirdische, Geister, das Unerklärbare….Art Bell wird es ansprechen. Radiounterhaltung zu später Stunde, besser kann es nicht sein.

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The neverending story: Michael Jackson

michaeljacksonAm 25. Juni 2009 verstarb der King of Pop, Michael Jackson. Danach brach ein wahres „MJ Fieber“ aus. Seine Songs stürmten die Charts, sein Konzertfilm brachte Millionen und seine Erben verbuchten rund eine Milliarde Dollar. Am heutigen ersten Todestag  wird es in aller Welt Gedenkveranstaltungen für Michael Jackson geben. Hier zwei Audiobeiträge:

Ein Jahr nach Michael Jacksons Tod:

Jackson1     

Verschwörungstheorien zum Tod von Michael Jackson:

Jackson2