Der „Flyover“ Präsident

Donald Trump träumt auch weiterhin von seiner Militärparade. Seine „Generäle wollen es“, meinte er am Samstag. „Und ich auch“, ergänzte er. Eigentlich würde er sich damit gerne ins rechte Licht rücken, Stärke zeigen, sie am Nationalfeiertag, dem 4. Juli abhalten, doch seine Generäle würden diese Art Militärschau lieber mit dem 100. Jahrestag zum Ende des I. Weltkrieges verbinden. Ihr geplanter Paradentag wäre der „Veterans Day“, der Tag der Veteranen.

Trump wünscht sich viele Überflüge von Kampfjets. Foto: Reuters.

Bis zu 30 Millionen Dollar soll der Aufmarsch durch Washington kosten, denn Trump will alles auffahren, was die Militärarsenale zu bieten haben. Dazu „viele, viele Flyovers“, also donnernde Kampfflieger am Washington DC Himmel. Trump plant diese Parade auf der Pennsylvania Avenue, direkt vorbei am Weißen Haus und in Richtung Kongress. Demokraten und Republikaner halten nicht viel von so einer teuren Show, die eigentlich mehr mit diktatorischen Regimen in Verbindung gebracht werden, aber der Präsident ist sich sicher, dass das „Militär es will. Und es wäre gut für die Moral der Truppe“.

Donald Trump war sehr von der französischen Bastille Day Parade im vergangenen Jahr angetan, als er neben Emmanuel Macron, einem „sehr guten Kerl“ sass und die französischen Truppen vorbeimarschieren sah. So etwas wolle er auch haben, meinte er schon auf dem Rückflug nach Washington. Aber eben mit viel mehr Überflügen… „Hail to the Chief“.

Kein gutes „Timing“

Gestern war „Veterans Day“ in den USA. An diesem Tag gedenkt die amerikanische Nation ihrer Veteranen, die in den Kriegen rund um den Erdball für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpften. In den letzten Jahren, seit Beginn der Offensiven im Irak und in Afghanistan, ist dieser Feiertag wieder ganz wichtig geworden. Überall weht die amerikanische Flagge, die Soldatenfriedhöfe sind geschmückt, in Veranstaltungen im ganzen Land wird an den Einsatz der Soldaten gedacht. Wie bedeutend dieser Tag ist, zeigt auch der Blitzbesuch von First Lady Michelle Obama auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Ramstein.

Und genau an diesem Tag erschien in unzähligen von amerikanischen Tageszeitungen der jüngste Garfield-Comicstrip von Jim Davis (siehe unten). Und der war leider zeitlich total unpassend, denn etliche Leser und Kritiker sahen dies gleich als Angriff auf die Veteranen, als ein politisches Statement, als ein Belächeln der „wahren Helden“. Als Davis morgens in Muncie, Indiana, die Zeitung aufmachte, mußte ihn wohl der Schlag getroffen haben, denn umgehend ließ er eine Stellungnahme veröffentlichen, in der er sich ausdrücklich für das „Timing“ entschuldigte. Dieser Comicstrip sei schon vor mehr als einem Jahr gezeichnet worden und er habe dabei auf keinem Fall das US Militär im Sinn gehabt. Vielmehr habe sein Bruder in Vietnam gekämpft und sein Sohn sei im Irak und in Afghanistan eingesetzt worden.

Veteranenverbände sehen das ganze gelassen, sowas passiere und eine Entschuldigung sei nicht notwendig. Doch konservative News Organisationen, wie FOX News, blasen das ganze unnötig auf. Muß wohl so sein, denn wir sind ja hier drüben auch in einem „Cultural War“, und wer dabei das Militär unterminiert, dient dem Feind.

GARFIELD-VETERANS-DAY