Er braucht die Einwilligung der Ehefrau

Abtreibung ist ein heißes Thema. Auch im derzeitigen US amerikanischen Wahlkampf. Es geht um die Frage, was wichtiger in der Gesellschaft ist. Das Recht einer schwangeren Frau über ihren Körper zu bestimmen oder das Recht auf Leben eines ungeborenen Kindes und die damit zusammenhängende Debatte, ab wann Leben Leben ist.

In Kentucky hat der republikanische Gouverneur Matt Bevin nun ein neues Gesetz unterzeichnet, das Frauen vorschreibt, dass sie mindestens 24 Stunden vor einer Abtreibung noch einmal von einem Arzt ausgiebigst „informiert“ werden. Im Parlament von Kentucky wurde dieses Gesetz mit 92 Stimmen angenommen, nur drei Abgeordnete stimmten dagegen, eine von ihnen war die Demokratin Mary Lou Marzian.

Nur erhältlich mit der Unterschrift der Frau - Viagra. Foto: Reuters.

Nur erhältlich mit der Unterschrift der Frau – Viagra. Foto: Reuters.

Und die holt nun zum medialen Gegenschlag aus, denn was immer wieder von Frauengruppen bemängelt wird ist, dass Männer einfach über das Recht einer Frau entscheiden. Marzian hat nun einen Gesetzesvorschlag eingebracht, in dem es heißt, dass Männer mit Erektionsproblemen, die sich von einem Arzt bestimmte chemische Hilfsmittel (Viagra, Cialis, Levitra, Avanafil) verschreiben lassen wollen, zuvor zweimal von einem Mediziner aufgeklärt werden müssen. Auch sieht das Gesetz vor, dass die Männer eine schriftliche Erklärung ihrer Frau oder ihres Partners vorlegen und anschließend mit der rechten Hand auf der Bibel schwören müssen, dass sie nur mit ihrem anerkannten Ehepartner Sex haben werden. „Wir sind hier im Parlament von Kentucky sehr für die Familienwerte“, begründet Marzian ihre Initiative. „Jeder hier ist fest in den christlichen Familienwerten verwurzelt, deshalb habe ich das hinzugefügt, dass die Erektionspillen nur in einer ehelichen Beziehung genutzt werden können.“

Die Demokratin, die sich für die freie Entscheidung von schwangeren Frauen einsetzt, will ihren männlichen Kollegen einmal den Spiegel vorhalten. Dass sie damit am Ende durchkommen wird, glaubt sie selber nicht, doch ihr Gesetzesvorschlag sei nur ein Anfang, sagt sie. Als nächstes hat sie schon ein weiteres Papier im Schreibtisch liegen. Darin will sie Waffenkäufern vorschreiben, mindestens 24 Stunden vor dem Kauf einer Knarre eine Beratungsstunde mit Opfern von Waffengewalt zu erhalten.