Die Woche danach

      Amerika im Schock

Dienstag, eine Woche nach dem Wahltag. Vor sieben Tagen war die Welt noch in Ordnung. Zumindest für viele, für die Mehrheit in den USA. Mit diesem Wahlausgang hatte niemand gerechnet. Die Wahlparties der Demokraten im Land waren gut geplant. Es sollte eine große Sause werden. Die erste Frau im Oval Office sollte gebührend gefeiert werden.

Demonstrationen in Oakland gegen den gewählten Präsidenten Donald Trump. Foto: Reuters.

Demonstrationen in Oakland gegen den gewählten Präsidenten Donald Trump. Foto: Reuters.

Doch die Stimmung kippte schnell am Wahlabend. Es trat ein, was wohl nur die wenigsten für möglich gehalten hatten. Donald Trump wurde zum Präsidenten gewählt, wieder einmal machte das seltsame Wahlsystem in den USA einen Kandidaten zum Sieger, der am Ende weniger Stimmen als die Verliererin hatte. Aber egal, auch das ist Amerika, hier zählt man anders als im Rest der Welt. Pippi Langstrumpf hätte ihren Spaß in diesen USA: „2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt ….“

Seit dem Wahlabend protestieren in vielen Großstädten der USA Tausende von Menschen gegen Donald Trump und vor allem gegen das für was er steht. Sein Wahlkampf war aufgebaut auf Lügen, Hass und Anfeindungen. Trump sagt zwar nun, er wolle der Präsident aller Amerikaner sein, doch das nimmt man ihm nicht ab. In Oakland wechseln die Demonstrationen mit friedlichen Zusammenkünften ab. Man umarmt sich, reicht sich die Hände und ruft „Not my president“. Schüler und Studierende sind derzeit lieber auf der Straße als im Klassenzimmer. Ein Weg, um den „Schock“ zu verarbeiten, wie es hier viele betonen. Ich sprach darüber mit Edie und Sage Hirsch, den Audiobeitrag kann man oben hören.