Der Wahlausgang zum Hören

Zum Abschluss des historischen Wahlausgangs in den USA noch ein Audiobericht:

Election Night      

Es steht mehr zur Wahl

ballot.jpgEs geht am heutigen Tag um einiges mehr als „nur“ ums Weisse Haus. Der gesamte Kongress , 35 Senatoren und elf Gouverneure müssen neu gewählt werden. Und die Mehrheiten im Kongress und Senat entscheiden dann auch, wie wirkungsvoll der neue (Obama?) Präsident regieren kann.

Hinzu kommen in allen Bundesstaaten und Gemeinden Volksabstimmungen. Die reichen zum Beispiel hier in Kalifornien von einem Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehen, über eine Verbesserung der Käfighaltung von Schlachttieren bis hin zu einer weiteren staatlichen Anleihe zum Bau eines Hochgeschwindigkeitszuges im Central Valley.

erklaerung.jpgDann gibt es noch lokale „Ballots“, wie hier in Oakland, wo der Bürgermeister noch mehr Geld in die Polizei stecken will, denn die Kriminalitätsrate steigt und steigt…Eigentlich müsste man da ja zustimmen, wenn er das nicht schon mehrmals in der Vergangenheit gemacht hätte. Irgendwie scheint mir, hat er keinen Plan, wie man die hohe Mordrate senken soll. Also, man sollte heute durchaus auch auf die anderen Entscheide in den USA achten….Denn dort wird auch klar, in welche Richtung die Amerikaner in den nächsten Jahren gehen werden.

Wahltag in den USA!

your_vote_counts_button_3.jpgDer Wahltag ist da…endlich! Und die Kandidaten warten, wie wir wohl alle, gespannt wie ein Flitzebogen auf den Ausgang. Eigentlich geht es ja nur noch um drei Bundesstaaten, die alles entscheiden können.

Hier ein Audio-Beitrag zum Wahltag

Wahltag      

Kurz vor Schluss

john_mccain_barack_obama.jpgDer amerikanische Wahlkampf geht dem Ende zu. Am Dienstag ist alles vorbei… zumindest hoffen wir das . Hier ein Audiobeitrag zu aktuellen Situation:

5 Tage vor dem Wahltag      

„Palin ist keine Präsidentin“ (Colin Powell)

Sarah Palin war am Samstagabend zu Gast bei „Saturday Night Live“, der wohl bekanntesten amerikanischen Comedy-Sendung überhaupt. Seit Wochen schon macht man sich dort über die Gouverneurin von Alaska lustig und nun kam sie selber, um zu zeigen, dass sie Humor hat. Und natürlich wollte sie sich der Fernsehnation in einem ganz anderen Rahmen präsentieren.

Auf „You Tube“ findet man das Video leider nicht, denn anscheinend wurden alle Mitschnitte wieder gelöscht. Doch hier kann man es sehen. Einen kleinen Ausschnitt gibt es auch auf dieser „You Tube“ Seite, Palin sieht da etwas verstört beim Rap aus.

Was als Wochenende des McCain/Palin Teams gedacht war, entpuppte sich am Sonntag als Niederlage. Colin Powell, der frühere Aussenminister unter George W. Bush und Vier-Sterne-General, sprach sich für Barack Obama als Präsidenten aus. Er sei zwar mit John McCain befreundet, doch in der jetzigen Zeit brauche Amerika einen Präsidenten des Übergangs. Und das sei Obama. Auch störe ihn der negative Ton in der republikanischen Partei und im McCain Lager. Besonders aufgestossen ist ihm die Wahl von Sarah Palin, der er schlichtweg die Fähigkeit absprach, Präsidentin zu sein, was ja die Rolle des Vize-Präsidenten ist.

Das gesamte Interview gibt es hier:

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Die Auswirkungen von Colin Powells Parteinahme sind noch nicht abzusehen. Doch gerade in den hart umkämpften Bundesstaaten Florida, Virginia und Ohio könnte sie gut ankommen. Powell wird als international erfahrener Staatsmann und General gesehen und respektiert. Gerade in diesen „Battleground“ Staaten leben unzählige Veteranen, die sehr viel von Powell halten. Und seine Unterstützung für Barack Obama könnte gerade McCains Basis bei ehemaligen und aktiven Militärangehörigen schmälern.

Der Wahlkampf scheint gelaufen und entschieden zu sein. Nicht nur seit dem heutigen Sonntag, doch Powells Worte sind eine weitere verlorene Runde für John McCain, dem die Zeit davon läuft.

McCain auf der Zielgeraden

2008_09_04t222742_450x322_us_usa_politics.jpgJohn McCain ist endlich da, wo er schon lange sein wollte. Mit seiner Rede auf dem republikanischen Konvent und seiner Wahl zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei hat er eines seiner Ziele bereits erreicht – die Anerkennung in den eigenen Reihen:

John McCain      

John McCain ist alt, Paris Hilton „hot“

Der amerikanische Wahlkampf heizt sich immer mehr auf. Obama hier, McCain da und die Klopperei hat gerade mal erst so richtig begonnen, da fliegen schon die ersten Tiefschläge.

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Das ist der jüngste Hammer aus dem McCain Lager. Der Republikaner wirft in diesem Werbespot seinem demokratischen Kontrahenten vor, nicht viel mehr als ein weltweiter Star im Sinne von Britney Spears und Paris Hilton zu sein. Hunderttausende wollten ihn in Berlin sehen und bewundern wie einen Popstar. Aber kann, so die Stimme aus dem Off, dieser Mann auch „führen“…hat er das Zeug zum Präsidenten?

Vor wenigen Tagen erzürnte sich Hiltons Mutter über den Spot und warf John McCain vor, das Bild ihrer Tochter für seine politischen Ziele zu nutzen. Bodenlos sei sowas, sie wolle gefälligst die 4600 Dollar zurück, die die Hiltons John McCain für dessen Wahlkampf gespendet hatten

Doch Paris Hilton selbst antwortet nun auf ihre Art, ganz witzig online mit einem eigenen Spot. Darin beschreibt sie John McCain als „faltigen, weisshaarigen Kerl“. Sie sei auch nicht „von gestern und verspreche auch keinen Wandel, wie der andere Typ. Ich bin nur heiss“, meint sie auf einer Liege räkelnd im knappen Badeanzug.

Das Video von Paris Hilton hat nun einiges an Aufsehen erzielt und wird als treffende Antwort auf den Tiefschlag John McCains gegen Barack Obama gewertet. (Nicht zuletzt ist es auch ein PR Erfolg für Hilton selbst, die dabei alles andere als wie das dumme Blondchen erscheint. Paris Hilton mit Witz, Charme und Grips…auch mal was neues.)

In den vergangenen Tagen sind bereits zahlreiche Videos zu dem umstrittenen McCain Werbespot online erschienen. Dabei wird deutlich, dass der Republikaner sich nicht nur mit Obama sondern mit einem Heer junger Internet Techies angelegt hat, die nur darauf warteten, ihre Kenntnisse kreativ umzusetzen…und genau das machen sie jetzt.

Hier eine Auswahl einiger witziger Antwort-Videos:

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Hillarys Abschied

Am Samstag den 7. Juni trat Hillary Clinton im „National Building Museum“ in Washington DC vor ihre Unterstützer und beendete ihren Wahlkampf. Gleichzeitig versprach sie Barack Obama, ihn mit allen Kräften zu unterstützen, damit er am Ende dieses scheinbar endlosen Wahlkampfes der nächste amerikanische Präsident ist.

Hillary Clinton präsentierte sich zum Abschied als eine mitreissende Politikerin, die sicherlich noch einiges im Wahlkampf mitzureden hat.

Hier ist die Rede im Audio und Text Format:

Audio - Hillary Clintons letzte Wahlkampfrede     

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Hillary Clinton, 7. Juni 2008, Washington DC

Thank you so much. Thank you all.

Well, this isn’t exactly the party I’d planned, but I sure like the company. weiter lesen

Wochenende….

…Sonnenschein. Eine Hitzewelle hält die San Francisco Bay Area im Griff. Es ist heiss, sehr heiss. Fönwinde kommen vom Landesinneren und ich schwitze mir hier einen ab. Puuuuh….

Heiss her ging es diese Woche auch in anderen Bereichen des amerikanischen Lebens. Hillary siegte und gewann dann doch nicht viel, ausser dem Anschein, dass sie etwas realitätsfern ist. Hillary, lass Dir das doch mal sagen, das bringt nichts mehr. Pack die Badeklamotten ein und fahr mit Deinem Bill ans Meer und mach mal Urlaub. War ja auch ein langes Jahr mit allerhand Gerede und Gezeter. Jeder dachte ja, dass das ein sicherer Sieg für Dich werden würde, bis eben dieser Jungspund da aus Illinois auftauchte, der erst meinte, nö, er wolle gar nicht kandidieren und dann doch ins Rennen einstieg. Dann salbte der da rum mit seinen prophetischen Sprüchen von Träumen und Wandel, als ob er ein Martin Luther King wäre, und das jugendliche Wahlvolk nahm ihm das auch noch ab. YouTube Preview Image

Na, das war auch nicht fair, Hillary, dass diese Jungwähler dem Barack sein Geschwafel von Wandel abnahmen. Du sagst doch auch immer, dass endlich mal frischer Wind in Washington wehen muss. Klar, die acht Jahre mit Bill im Weissen Haus und Deine acht Jahre als Senatorin haben ja gezeigt, dass Du eigentlich auch so’ne frische Brise in die ehrwürdigen amerikanischen Polithallen bringen kannst. Ist also kein Wunder, dass Dein Bill da fuchsteufelswild wurde. YouTube Preview Image

Aber mal ehrlich, wann meinst Du ist es Zeit die Segel zu streichen?

Zur ersten Hitzewelle in Nordkalifornien wurde dann auch noch das politische Thermometer nach oben gefahren. Das kalifornische Verfassungsgericht entschied in einem 4:3 Urteil, dass das Verbot von gleichgeschlechtlichen Ehen in Kalifornien verfassungswidrig ist. Und das haute so richtig rein. Man bedenke bei dieser ganzen Diskussion, dass der demokratische Kandidat John Kerry 2004 gerade deswegen die Wahl gegen George W. Bush verlor, weil in vielen Bundesstaaten am Wahltag auch über Homoehe Ja oder Nein abgestimmt wurde. Damals kamen so viele demokratische Wähler zu den Urnen wie noch nie zuvor…bloss es kamen noch mehr republikanische Wähler.
Bislag fehlte John McCain und den Republikanern DAS Thema, um die Basis, vor allem die religiöse Basis im Land zu mobilisieren. Und nun ist es da, hurra rufen die GOPler. Kalifornien gilt als Vorreiterstaat in den USA. Die Angst geht nun um, dass bald überall im Land Männer Männer und Frauen Frauen heiraten können. Der konservative Radiomoderator Michael Savage geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärte, bald wird es auch legal sein, dass man sein Pferd heiraten kann. Na ja, Savage spinnt, auch wenn er mit seinen Sendungen ein Millionenpublikum errreicht, aber das zeigt deutlich, wie aufgeheizt die politische Landschaft ist. Da kommt in den nächsten Wochen noch einiges auf uns zu. Wer von einem lahmen und langweiligen Wahlkampf gesprochen hat, der wird nun eines besseren belehrt. Die religiöse Basis, wie hier „American Family Radio“

AFR     
macht bereits mobil.

Und dann noch ein paar nackte Tatsachen aus Texas…die Deutschen mal wieder. Haben sie nicht schon genug Schwierigkeiten die Deutschklassen in High Schools und in Colleges am Leben zu erhalten, schiessen sie sich nun selbst mit ’ner Schrotflinte in die Beine. Während einer Unterrichtsstunde im texanischen Allen fingen ein paar Deutschschüler an zu grinsen. Die Lehrerin wollte wissen was los sei und die Knaben zeigten schliesslich auf ein Bild im Schulbuch „Deutsch aktuell“. Dort lag im Hintergrund ein Printmagazin und auf dem Cover eine nackte Frau. Ein Skandal, über den sogar der Fernsehsender in Dallas berichtete. Das Schulbuch ist seit 2005 eingesetzt und wird nun wohl, so die Schulleitung, ausgemustert oder aber die besagte Stelle mit einem Aufkleber verhüllt. Wäre ja auch noch schöner, wenn die deutschlernenden Jungs von so einer nackten Brust abgelenkt würden.

Bye, bye Hillary

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Das war es dann wohl für Hillary. Noch am Montag zeigte sie sich siegessicher, Indiana deutlich zu gewinnen und ihrem Kontrahenten in North Carolina einen harten Kampf zu liefern. Doch daraus wurde nichts. NC war ein Desaster für die frühere First Lady und Indiana mehr Niederlage als Sieg.

Hillary Clinton baute in den Tagen und Wochen vor dem Wahltag auf ihr dusseliges Argument, die Wähler mit einem „Benzinsteuerfeiertag“ ködern zu können. „Die Menschen in Indiana verdienen eine Verschnaufpause“, begründete sie ihre Initiative über die Sommermonate die Benzinsteuer von 18 Cent pro Gallone auszusetzen. Damit, so Hillary, könnten die Menschen richtig gut was einsparen und ihren Familien ein warmes Essen auf den Abendtisch stellen.

Das ganze sah so nach einem billigen Wahlversprechen aus, dass sogar der letzte Sojabohnenfarmer in Indiana ihr das nicht abnahm. Der Vorschlag war als solcher schon aus wirtschaftlichen Gründen kurzsichtig, ganz zu schweigen davon, dass die Wahlen im November und der Amtsantritt im Januar sind. Eine Steuerbefreiung in den Sommermonaten 2008 steht also gar nicht für eine mögliche Präsidentin Clinton auf der Tagesordnung.

Doch die Gedankenspiele, ob die US-Senatorin zurück ins Weisse Haus ziehen wird, sind am Dienstag wohl endgültig ad acta gelegt worden. Nachdem die Wahlergebnisse über die Bildschirme tickerten, sagte das Wahlkampfteam Hillary ’08 erst einmal alle Fernsehauftritte für den Mittwochmorgen ab. Klar, nun muss man sehen, wie und ob es überhaupt noch weiter geht. Der Druck aus der eigenen Partei wird nun heftiger. Die Stimmen sind schon lange da, die von Hillary verlangen, sich aus dem Rennen zu verabschieden. Bislang konnte sie noch erklären, dass sie ja eigentlich die bessere Wahl ist, weil sie blablabla… Aber damit wird nun Schluss sein. Die verbliebenen Super-Delegierten, um die eigentlich noch gekämpft wurde, werden nun ihre Entscheidung treffen, und das wohl zugunsten von Barack Obama.

Am Morgen danach dreht sich die Diskussion darum, wie Hillary ohne Ansehen zu verlieren aus dem Wahlkampf ausscheiden kann. Könnte sie als Vize-Präsidentschaftskandidatin antreten? Ausgeschlossen ist das nicht, aber eher sehr unwahrscheinlich. Zuviel böses Blut ist im Zweikampf Clinton-Obama geflossen.

Hillary Clinton hat am Dienstagabend nicht gerade eine überschwengliche Siegesrede in Indiana gehalten. Man konnte es auch als den Beginn eines geordneten Rückzuges sehen. Immerhin erklärte sie, sie werde den demokratischen Kandidaten im November unterstützen…und das klingt nach einem Eingeständnis einer Niederlage.

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