Zwei Milliarden Dollar später

Alle gingen von einer langen Nacht aus, dann war es gerade mal 20:30 Uhr in Kalifornien. Die Wahllokale hier hatten erst 30 Minuten vorher geschlossen. Und alles war vorbei. Erst CBS, dann CNN, dann sogar FOXNews und MSNBC. Sie alle erklärten Barack Obama zum Sieger. Schon vorher ging auf dem konservativen Sender FOXNews das Einschlagen auf den Kandidaten Mitt Romney los. Da wurde klar, die Wahl ist entschieden, denn das Ohr der republikanischen Partei war ganz nah am Wähler und an den Wahllokalen. Romney konnte zwar die Hochburgen der Republikaner klar gewinnen, doch in den Swing Staaten versagte er mit seiner Message.

Als die Nachricht vom Obama Sieg durchdrang, wurde auf der Wahlparty im kalifornischen Berkeley, auf der ich war, geklatscht, aber eher so, als ob man mehr froh darüber ist, dass Mitt Romney nicht gewonnen hat. Das Freudenfest, wie noch vor vier Jahren, blieb aus. Obama hat noch einmal die Kurve gekratzt. Vor allem deshalb, weil die Wähler nicht Romneys Argumentation folgten, dass Obama alleine für die Wirtschaftsmisere verantwortlich zu machen ist. Sie sahen genauso Obamas Vorgänger George W. Bush und die Republikaner im Kongress in der Verantwortung.

Nun also muß Obama nachlegen. Er wird auf einen US Kongress treffen, der noch aggressiver gegen ihn vorgehen wird. Doch Präsident Obama könnte es in seiner zweiten Amtszeit einfacher haben und viele seiner ursprünglichen Ziele umsetzen. Er muß sich nicht mehr um eine Wiederwahl sorgen, kann ganz ungehindert regieren. Doch mit dem Wahltag beginnt auch schon der Grabenkrieg für 2016, denn dann werden die Karten ganz neu gemischt. Und die Vorlage durch Obama und Romney ist eindeutig. Eine Milliarde Dollar hat den Amtsinhaber seine Wiederwahl gekostet. An dieser Zahl wird sich jeder messen lassen müssen, der ernsthaft in Zukunft als Präsidentschaftskandidate gehandelt werden will.