„Not my Wall“ – ein Audiobeitrag

Nicht jeder in den USA schaut einfach nur zu, wie an der amerikanischen Südgrenze eine menschenverachtende Mauer errichtet werden soll. Es gibt Widerstand gegen dieses Bauprojekt. Nicht nur, dass damit immense Steuergelder vernichtet werden, die für dringende Infrastrukturmaßnahmen im ganzen Land benötigt werden, dass dieser Grenzwall durch indianisches Land geführt und die Natur massiv beeinflussen wird. Das Vorhaben an sich, die USA weiter abzuschotten, die Grenzen für Flüchtlinge dicht zu machen, bringt mehr und mehr Amerikaner gegen die eigene Regierung auf. Und auch einige Kommunen organisieren sich und suchen nach Wegen, die Baupläne an der Grenze, wenn nicht zu verhindern, so doch zumindest zu behindern. Dazu ein Audiobericht aus dem kalifornischen Berkeley:

      Widerstand gegen die Mauer

 

Willkommen im neuen Amerika

Zwei Videos, die zeigen, wie sehr Donald Trump Amerika schon verändert hat. Da ist einmal diese Werbung für eine bescheuerte Autofahne. Patriotisch waren Teile der USA schon immer, doch dieser andauernde „America First“ Ruf des 45. Präsidenten hat seine Spuren hinterlassen. So deutlich und so allgegenwärtig gab es diesen Ruf schon sehr lange nicht mehr Trump beschwört ein Land, dass es so nie gegeben hat und nur in der Fantasie einiger Verteter des weißen Amerikas herbeigesehnt wird.

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Viel schlimmer allerdings als dieser Werbeclip ist das Interview von FOXNews Moderator Tucker Carlson mit einem Unternehmer, der sich am Bau der Grenzmauer zu Mexiko beteiligen will. Man muss genau hinhören, wie Carlson den Vorschlag dieser Mauer umschreibt. Er sagt, es sei eine „Work of Art“, auch wenn er kurz zuvor noch erklärt, das Mauerdesign sei so angelegt, dass sich jemand, der über dieses amerikanische Bollwerk klettern möchte, sich die Hände zerschneidet. Der Unternehmer, der Immigranten verletzen will, wird hier nicht kritisiert, sondern als Opfer dargestellt. Das ist menschenverachtend, das ist billigste Meinungsmache, das sind die Vereinigten Staaten von Amerika unter Donald Trump.

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Wir bauen eine Mauer…

…und klar, Mexiko zahlt dafür. Die „Great Wall“ ist das zentrale Thema in Donald Trumps Wahlkampf. Damit punktet er, damit zieht er die Massen an, damit triumphiert er. Er ruft auf seinen Veranstaltungen, seinen „One-Man-Shows“: „We’re going to build a wall. A great wall. And who’s gonna pay for it?“. Und Tausende rufen zurück „Mexico“. Das ist das Niveau dieses republikanischen Wahlkampfes.

Präsident Trump will seinen Bürgern eine Mauer schenken. Foto: Reuters.

Präsident Trump will seinen Bürgern eine Mauer schenken. Foto: Reuters.

Bislang hatte sich Trump nicht dazu geäußert, wie er den südlichen Nachbarn dazu bringen will, „ganz freiwillig“, wie Trump stets betonte, für das gewaltige Bauwerk an der Grenze zu zahlen. Nun hat er der Washington Post auf eine Anfrage eine schriftliche Antwort geliefert. Trump will quasi Mexiko erpressen. Entweder sie überweisen den von ihm, also Präsident Trump, eingeforderten Betrag in einer Höhe von 5-10 Milliarden Dollar, oder Trump will die regelmäßigen Überweisungen der in den USA lebenen Mexikaner in ihr Heimatland blockieren und umleiten. Etwa 25 Milliarden Dollar werden jährlich von Mexikanern im Ausland nach Hause geschickt, der Großteil aus den USA. Trump meint, die meisten Zahlungen gingen sowieso von illegalen Einwanderern aus, von daher würde das schon passen, wenn die „Illegals“ für die „Great Wall“ zahlten.

Eine rechtliche Grundlage für solche Maßnahmen gibt es nicht, auch wenn der Donald meint, er könne mit einer Erweiterung des „Patriotic Act“, dem quasi Heimatschutzgesetz, die rechtliche Basis dafür schaffen. Juristen bezweifeln das. Und auch Außenpolitiker und Diplomaten schlagen nur noch die Hände über dem Kopf zusammen, wenn sie solche Vorschläge hören. Eine Zwangsumleitung von Geldmitteln der mexikanischen Expats würde nicht nur die mexikanische Wirtschaft hart treffen, sie würde auch zu einem diplomatischen Alptraum mit internationalem Ausmaß führen. Doch das scheint einen Donald Trump nicht zu interessieren, zumindest nicht, so lange ihm ein begeistertes Publikum auf seine Frage nach den Geldgebern für die Mauer noch immer lautstark „Mexico“ zubrüllt