Amerika steht vor einem Erdrutsch

Am Dienstag wird in den USA gewählt. Eigentlich für alles, was es da so gibt. Kongressabgeordnete, Senatoren, Gouverneure, Bürgermeister, Richter, Sheriffs, irgendwelche Board Members, dann Volksentscheide, ich kriege jetzt schon Krämpfe in der Hand, wenn ich an all die Kreuze denke, die ich da am Dienstag machen muß. Es ist wahrlich ein Kreuz mit der Wahl.

Wollen wir mal wählen gehen.

Wollen wir mal wählen gehen.

Und doch, die Republikaner feiern schon jetzt. Sie sind siegessicher, nichts kann schiefgehen, Präsident Obama kriege einen auf die Mütze. Ja, Obama werde für einfach alles abgestraft. Für den neuerlichen Krieg im Irak, für Ebola, für die lausige Wirtschaft, für seine Weicheihaltung gegenüber Putin und natürlich auch für Obamacare, was eh keiner will. Der Triumph ist uns sicher, so die konservativen Meinungsmacher von FOXNews, Washington Times, Rush Limbaugh und seine Gilde der Talk Show Quassler. Eigentlich bräuchte es keine Wahl, eigentlich könnten die Demokraten nur die Schlüssel übergeben, man hätte sich viel Zeit, Energie und vor allem Geld sparen können. So teuer wie diese „Midterm Election“ war bislang noch keine. Wir reden hier von Milliarden Dollar.

Noch ein paar Tage, dann ist diese Wahl vorbei, dann beginnt die heiße Phase des Präsidentenwahlkampfes. Einige stehen schon in den Startlöchern und warten darauf, dass es los geht. Beide Parteien müssen einen Kandidaten ausloten. Es wird hart, es wird brutal, es wird teuer. Aber warten wir erstmal den Dienstag ab, dann entscheidet sich, ob Obama überhaupt noch mitregieren darf, oder ob er einfach legale Schachzüge anwendet, um ein paar politische Punkte in seinem Programm noch umzusetzen. Bis Januar 2017 hat er Zeit. Und ich kriege am Dienstag einen schönen Aufkleber „I voted“. Na, wenn das keine Belohnung ist.