Carly, die eiserne Lady

Besticht im Wahlkampf durch Härte - Carly Fiorina. Foto: AFP.

Besticht im Wahlkampf durch Härte – Carly Fiorina. Foto: AFP.

In den Umfragen steigt die einstige Hewlett-Packard Chefin, Carly Fiorina, immer weiter nach oben. Vor ihr nur Donald Trump und Ben Carson. Drei Außenseiter, die das etablierte politische Washington zum Wackeln bringen und in ihren Grundfesten erschüttern. Vor ein paar Wochen dachte noch niemand daran, dass die ersten, die aus dem Rennen ausscheiden würden der langjährige texanische Gouverneur Rick Perry und das Darling der Koch-Brothers, Wisconsins Gouverneur Scott Walker sein würden. Alle rechneten mit den politischen Newcomern, die so gar keine Erfahrungen in der Schlangengrube Washington mitbrachten.

Doch weit gefehlt. Donald Trumps lautstarker Posaunenchor kommt genauso an, wie der stille und zurückhaltende Ben Carson oder die eiserne Lady Carly Fiorina. Die bestach schon bei der letzten Fernsehdebatte mit markanten Sprüchen zur amerikanischen Verteidigungs- und Außenpolitik. Wenn sie erst einmal Präsidentin ist, werde das US Militär wieder aufgerüstet, man werde wieder die Nummer Eins weltweit sein. Keiner, weder Russland, China noch irgendjemand, dürfe den Amerikanern militärisch gleichauf sein. Fiorina sieht sich da ganz in der Tradition von Ronald Reagan. Noch immer wird dessen harte Haltung gegen die Sowjetunion, das Wettrüsten, als der eigentliche Grund des Mauerfalls und des Zusammenbruchs des Sowjetreiches gesehen.

Nun legt Carly Fiorina nach und macht deutlich, dass mit ihr nicht gut Kirchenessen ist. Sie verteidigt die geheimen Folterplätze der CIA rund um den Globus und auch die „Befragungsmethoden“ der Geheimdienstler. Auch wenn ein Bericht des Senats, unter damaliger demokratischer Führung, zu einem anderen Ergebnis kommt, der wird von Carly einfach vom Tisch gefegt. Es sei „unredlich“, „eine Schande“, „wenn man so die Moral einer Menge von Leuten untergräbt, die ihr Leben dafür einsetzen, dieses Land zu sichern“. Fiorina hat nichts gegen Schlafentzug, enges Anketten, „Waterboarding“, Unterkühlen, Schläge, Erniedrigungen aller Art und so weiter und so fort.

Interesssant ist deshalb diese Dokumentation von PBS in der Serie „Frontline“, ein investigativer Bericht des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in den USA, der die Methoden der CIA nachverfolgt. Spannend die Vorgehensweise der Schlapphüte, die direkt an Hollywood herangetreten sind, um das Aufspüren von Osama bin Laden aus ihrer Sichtweise zu verkaufen. Herausgekommen ist der Action Streifen „Zero Dark Thirty“. Darin werden die brutalen Befragungsmethoden der CIA als wichtig für die Terrorbekämpfung dargestellt. Die Journalisten von Frontlines „Secrets, Politics and Torture“ kamen zu einem ganz anderen Ergebnis. Fazit: Der Film ist erstunken und erlogen. Doch das will Carly Fiorina nicht hören und nicht sehen. Für sie sind die CIA Agenten nationale Helden, denen man für ihren Einsatz dankbar sein muß.

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Die gesamte PBS-Frontline Dokumentation „Secrets, Politics and Torture“ findet man hier.