Merry Christmas, sagt der Präsident

Heimelig wird’s im Weißen Haus. Da sitzen Barack und Michelle Obama vor dem Weihnachtsbaum, die Lichter brennen, alles schön ordentlich und aufgeräumt, die First Lady im blauem Kleid und mit Perlenkette, der Präsident mit roter Krawatte (Sozialist?) und obligatorischem Fahnenstecker im Revers. Beide wenden sich lächelnd an die Nation. Ein ganz kleines bißchen politisch ist es, Obama der Friedenspräsident zur Weihnachtszeit, aber vor allem geht es ums Teilen mit Nachbarn, Freunden, Familie und Fremden. Und den Soldaten im Einsatz wird gedankt. Sind ja schon viel weniger in Übersee als noch vor ein paar Jahren, meint #44. Irak und Afghanistan werden genannt, aber die anderen Brennpunkte mit amerikanischer Beteiligung auf dem Globus läßt der „Commander in Chief“ lieber mal außen vor. Man sollte sich an Weihnachten ja keinen unnötigen Kopf machen.

Kein Wort fällt zu den politischen Krisen dieses Jahres, das kommt dann wohl in der nächsten Ausgabe der „Weekly Radio Address“ am kommenden Samstag. Da wird der Präsident sicherlich auf die zahllosen Skandale und Skandälchen in und um das Weiße Haus herum eingehen. Ganz sicher. In diesem Sinne….Ho, Ho, Ho von der Pennsylvania Avenue.

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Der Weihnachtsmann ist (nicht) schwarz

Alle Jahre wieder erlebt Amerika seinen Kulturk(r)ampf. Fundamentale Christen wehren sich gegen die Tendenz nur noch „Happy Holidays“, also „Frohe Feiertage“ zu wünschen. Dezemberzeit ist Weihnachtszeit. Punkt. Also sollte man auch „Merry Christmas“, „Frohe Weihnachten“ sagen. Kann man doch machen wie man will, denkt man sich, warum sollte man auch als Jude, Moslem, Hindu, Buddhist oder Nicht-Gläubiger „Frohe Weihnachten“ wünschen. Egal, sagen die christlichen Fundamentalisten im Land, Amerika wurde von Christen gegründet (!)…also, Frohe Weihnachten! Wer da nicht mitmacht, welche Geschäfte und Unternehmen ihren Kunden nur noch „Happy Holidays“ wünschen, die soll man doch bitteschön boykottieren.

Und alle Jahre wieder gibt es auch die Debatte, warum das Jesuskind und der Weihnachtsmann eigentlich weiß sind. Zumindest in den Darstellungen, die wir alle kennen. Das kleine Jesuskind in der Krippe, der rauschebärtige Weihnachsmann mit breitem Lächlen. Ho Ho Ho. Eigentlich müssten beide ja eher dunkelhäutig sein, wenn man bedenkt, woher sie eigentlich stammen. Doch das hielt einige FOXNews Moderatoren kürzlich nicht davon ab, die „geschichtsfälschenden Behauptungen“, Jesus und Santa seien nicht weiß, in ihren Sendungen zu kritisieren. Klar, es ist ja auch bewiesen, dass der Weihnachtsmann am Nordpol wohnt und mit seinen Rentieren die lange Reise an Heiligabend um die Welt antritt.

Jon Stewart griff nun diese Steilvorlage in seiner vielgesehenen und vielbeachteten Comedy Central Sendung „The Daily Show“ auf. Er hatte seinen Spaß mit diesem alljährlichen Klamauk. Ob „Merry Christmas“ oder „Happy Holidays“, ob Jesus und Santas Claus weiß oder dunkelhäutig waren, ist doch eigentlich nebensächlich. Wichtig ist doch die eigentliche Weihnachtsbotschaft, doch die scheint beim Hetzsender FOX irgendwie verloren gegangen zu sein. Fehlt nur noch, dass irgendwie in diese Debatte auch noch Obamacare mit hinein geredet wird. Aber alles ist möglich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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Die Armut steigt

Die San Francisco Bay Area ist eine teure Gegend. Mieten und Immobilienpreise sind überhöht und auch die Lebenshaltungskosten sind extrem hoch. Hier gibt es die Superreichen, Millionäre sind keine Seltenheit. Und doch, in dieser Weihnachtszeit wird sich jeder zehnte Haushalt in der Gegend an eine „Food Bank“ wenden, um Nahrungsspenden zu erhalten. Das sind 40-45 Prozent mehr Anfragen als noch vor drei Jahren.

Erschreckend ist vor allem, dass mittlerweile nicht nur Alte und Behinderte auf die Unterstützung angewiesen sind, immer mehr Leute nutzen das Angebot der gemeinnützigen Organisationen, die noch vor ein, zwei Jahren einen gut bezahlten und festen Job hatten. Die Arbeitslosigkeit und Kürzungen bei der Arbeitnehmerschaft haben in der Bay Area voll zugeschlagen.

Das Problem für die „Speisekammern“ ist auch, dass die öffentlichen Gelder aus Washington vom Kongress drastisch gekürzt wurden und viele Firmen weniger finanzielle Unterstützung leisten können. Mehr Nachfrage und ein kleineres Budget machen das Helfen nicht einfacher. Für die Mitarbeiter der „Food Banks“ ist klar, dass das Problem der Armut längst in der früheren Mitteschicht angekommen ist. „Wenn es einen Notfall gibt, ruft man 911. Wenn man nichts zu essen hat, ruft man uns an“, meint ein Mitarbeiter und fügt hinzu, dass es schon sehr viel Kraft und Überwindung koste, sich in einer Warteschlange für die Lebensmittelausgabe anzustellen. „Es ist einfach nur schockierend das mit ansehen zu müssen.“

There’s something wrong in this country

Oh weh? Adventszeit, stille Nacht – heilige Nacht und die armen amerikanischen Kinderlein dürfen kein Weihnachten in den Schulen feiern. Auch wenn schon vor Jahren die Trennung von Staat und Religion vom obersten US  Gerichtshof bestimmt wurde und dieses Urteil Gültigkeit hat, Rick Perry sieht das in seinem jüngsten Werbespot anders. Der texanische Gouverneur und Anwärter auf das Präsidentenamt hat Obama mal wieder als Radikalen „entlarvt“. Der würde zulassen, dass Homosexuelle in den amerikanischen Streitkräften dienen dürften, aber die Kleinen, ja, denen würde das christliche Fest in der Schule verweigert werden. Die Welt ist verkehrt, da hat Perry recht, aber wohl mehr, weil er mit so einem Weltbild in 30 Sekunden auf Stimmenfang geht.

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„Merry Christmas“ aus Nordkalifornien

Weihnachten am Golden Gate:

Christmas in San Francisco     

Union Square in der Adventszeit

Hier kommt Hannukah

Am heutigen 1. Dezember hat Hannukah, das jüdische Lichterfest begonnen. Es dauert acht Tage, daran erinnern die acht Lichter des Hannukah-Leuchters. Es gibt nur wenige Lieder zum Fest, doch nun wurde passend zum Beginn ein richtig „catchy“ Pop Song von Matisyahu aus New York City veröffentlicht. Toll gemacht, hitverdächtig und voller Infos zu Hannukah….also unbedingt laut anhören…

„Happy Holidays“, wie man hier drüben sagt….also „Happy“ Hannukah, „Happy“ Kwanzaa und „Happy“ Weihnachten.

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Weihnachtsmänner sind verschnupft

Santa ClausNun beginnt die heisse Phase des Weihnachtsmannberufs. Dutzende und Hunderte von Kinder werden jeden Tag in die amerikanischen Einkaufszentren pilgern, um dem langbärtigen Santa ihre Weihnachtswünsche mitzuteilen. Viele davon werden auf dem Schoss des rot Gekleideten sitzen. Doch nun im Zeitalter der Schweinegrippe haben die Weihnachtsmänner richtig Muffensauen. Nix mit Friede, Freude, Eierkuchen. Die Organisation der amerikanischen Santa Claus‘ verlangen jetzt, dass sie ganz nach vorne auf die Liste der zu Impfenden kommen. Und die Forderung scheint Gehör in Washington zu finden. Gleich mehrere Abgeordnete haben versprochen, sich dem Anliegen anzunehmen und es prüfen zu lassen.

Auch fordern sie ihre Mitglieder auf, keine Handschuhe zu tragen, vor und mit den Kindern die Hände zu desinfizieren und auch den roten Anzug mehrmals in den kommenden Wochen zu waschen. Was sicherlich für Tränen sorgen wird ist, dass den Weihnachtsmännern auch empfohlen wird, offensichtlich kranke Kinder abzuweisen und den Eltern klar zu machen, dass mit einer Rotznase der Spass aufhört.

Der schnelle Dollar mit Obama und Palin

291837036v2_350x350_Front.jpgDer Wahlkampf ist zwar vorbei, doch die schillernden Köpfe verschwinden deshalb ja nicht. Konnte man im Wahlkampf noch locker flockig einen „Buck“ mit Obama Shirts und Tassen und Aufklebern machen, ist mit dem Wahlabend das ganze kurzerhand in Anti-Obama Merchandise umgewandelt worden. Und das, obwohl der neue Mann noch gar nicht ins Weisse Haus eingezogen ist. Dieses T-Shirt mit Obama Konterfei und dazu „Auch Hitler gab gute Reden“ muss man allerdings in die „Geschmacklos“ Kategorie einordnen.

Man sollte hier auch beachten, dass zwar sonst nichts mehr in den USA produziert wird, aber dieses T-Shirt „Made in the USA“ ist.

331954640v9_350x350_Front.jpgAuch nicht schlecht ist die Weihnachtsdekoration aus Alaska. Die Gouverneurin und Vize-Kandidatin der Republikaner Sarah Palin muss mal wieder herhalten. Da sie ja ihre aussenpolitischen Erfahrungen damit begründete, dass sie von ihrem Bundesstaat Russland sehen könne, ist dieser Christbaumschmuck sogar ganz witzig: „Ich kann von hier aus Santa  und den gesamten Nordpol sehen“.