Chaos Club „White House“

So eine Geschichte kann man sich gar nicht ausdenken. „House of Cards“ schien lange Zeit etwas „over the top“ zu sein, aber mittlerweile wünscht man sich hier in den USA Frank Underwood zum Präsidenten. Immerhin hat der die Fäden in der Hand. Donald Trump hat hingegen nur noch Spaß am Chaos.

Tony, sag zum Abschied leise Servus. Foto: Reuters.

Noch am Morgen kam von Donald Trump per Twitter: “Kein Chaos im Weißen Haus”. Doch kurz danach wurden selbst die Korrespondenten mit guten Kontakten auf den Fluren des “White House” kalt erwischt. Der neue Kommunikationsdirektor, Anthony Scaramucci, wurde nach nur zehn Tagen aus seinem Job entlassen. Offiziell hieß es, Scaramucci wolle dem neuen Stabschef, General John Kelly, alle Möglichkeiten bieten, deshalb ziehe er sich umgehend zurück.

Tatsache ist wohl eher, dass sogar Donald Trump (!) die rüde, beleidigende und rüpelhafte Art von Scaramucci zu viel war. Der nahm sich noch nicht einmal in Interviews zurück und griff Mitarbeiter des Weißen Hauses offen an. John Kelly habe deshalb Donald Trump noch am Wochenende gebeten, so heißt es, den Kommunikationschef umgehend zu entlassen. Damit will Kelly erreichen, dass er die absolute und alleinige Kontrolle über den Ablauf im West Wing erhält. Nur so scheint es überhaupt möglich zu sein, endlich Ruhe ins Weiße Haus einkehren zu lassen. Ob das allerdings funktioniert, das bezweifeln so einige im politischen Washington. Scaramucci war schon der dritte Kommunikationschef im Trumpschen Weißen Haus. So einen Verschleiß hatte bislang noch kein Präsident.

Donald Trump selbst tweetete überraschenderweise nichts über den geschassten Scaramucci. Kein Wort des Dankes, kein Wort des Abschieds. Aus und raus. Nur am frühen Abend setzte er ein Tweet ab, in dem es schlichtweg hieß: ein großartiger Tag im Weißen Haus. Trump scheint wirklich Spaß am Chaos um ihn herum zu haben, denn somit kann er davon ablenken politisch bislang nichts erreicht zu haben.

Politik ist Showbusiness

Man muß es ihnen lassen. Eine richtige Show können die Amerikaner aufziehen. Und ich rede hier nicht von „The Wire“ oder „Breaking Bad“ und auch nicht von der Halbzeitunterhaltung beim Super Bowl. Hier geht es um das Epicenter der amerikanischen Politik, das Weiße Haus. Dort sitzen ein paar Leute im Presse- und Öffentlichkeitsbereich, die genau wissen, wie sie ihren Boss ins rechte Licht zu rücken haben. Skandale und Probleme, Schieflagen und Ungereimtheiten. Nichts bringt diese Damen und Herren aus der Fassung, sie präsentieren einen Präsidenten, der einfach ein medialer Superstar ist. Das jüngste Beispiel „Best of the West Wing 2013“:

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