Global Warming gegen den Winter

Donald Trump wachte am heutigen Sonntag mal wieder auf und wusste nicht so recht, was er mit seine Zeit anfangen sollte. Also, griff er zu seinem Smartphone und tweetete ein paar Beleidigungen in Richtung der Sprecherin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi: „Nancy Pelosi has behaved so irrationally & has gone so far to the left that she has now officially become a Radical Democrat…And by the way, clean up the streets in San Francisco, they are disgusting!“ Also Pelosi verhalte sich unvernünftig, sei eine radikale Demokratin geworden und sollte sich wohl besser darum kümmern, dass die Straßen in ihrer Heimatstadt San Francisco sauberer werden sollten. Quasi nach dem Motto, Putzen sollte die Alte schon können.

Doch der Topper an diesem Morgen war zweifellos das obige Tweet, in dem der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika (!) die Amerikanerinnen und Amerikaner dazu auffordert, lieber daheim zu bleiben, als in den Winterstürmen vor die Tür zu gehen. Das sei zu gefährlich. Und dann: „Wouldn’t be bad to have a little of that good old fashioned Global Warming right now!“ Trump meint hier ernsthaft, ein bißchen Klimawandel täte uns allen ganz gut, denn dann würde es auch nicht mehr solche harschen Winterstürme geben.

Wie soll man das nun nennen, was Trump da so von sich gibt? Es war sicherlich kein (schlechter) Scherz, denn Donald Trump ist ja bekannt dafür, dass er „Global Warming“ anzweifelt, deshalb das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt hat und lieber auf Kohle und Öl setzt als auf den Energiewandel. Von daher meint er das auch so, wie er es schreibt. So ein paar Grad wärmer täten uns in diesen Tagen voller Schnee und Eis ganz gut. Fehlte eigentlich nur noch, dass er erklärt, die Mauer zu Mexiko würde uns auch noch gegen den Winter bewahren, denn mit der „Wall“ würden dann nicht nur die Vergewaltiger, Mörder und MS-13 Mitglieder vom illegalen Grenzübertritt abgehalten werden, auch die Südwinde könnten so geblockt werden, die immer so ein kühles Lüftchen in die USA wehen lassen…so ganz unamerikanisch.

Trump sagt mal wieder „F.U.“

Man erlebt es trotz allem nicht so oft, dass der amerikanische Präsident so offen einem Großteil der Amerikaner „F… Y..“ zuruft. Aber genau das ist mit seinem jüngsten Tweet passiert. Weite Teile der USA erleben einen extremen Kälteeinbruch, wir hier im Westen haben fast sommerliche Temperaturen nach verheerenden Bränden. Und was macht der Präsident? Ihm sind die Auswirkungen des Klimawandels egal. Vielmehr unterhält er zum Jahresausklang seine Wähler mit einem dusseligen Tweet. Seine Basis wird ihm sicherlich zunicken und unglaublich geistreich bemerken: „genau, wo ist denn „Global Warming“, wenn wir hier so viel Schnee haben“. Lieber Gott, wirf Hirn vom Himmel!

Die Welt spielt verrückt

Der Führer der Zorn-Republik. Foto: Reuters.

Schnee in Texas, ausufernde Brände in Kalifornien, Politiker links und rechts, die ihren Job wegen sexueller Belästigung verlieren, ein republikanischer Senatskandidat wird wohl trotz schlimmster Beschuldigungen und das mit präsidialer Unterstützung gewählt werden und der „greatest groper“ von allen sitzt weiterhin im Weißen Haus. Irgendwie spielt gerade alles verrückt. Am Jahresende geht es noch einmal so richtig rund.

Wer hoffte, Donald Trump würde im Laufe seiner Amtszeit etwas gemäßigter werden, den populistischen Rechtsaußenton ändern, der sieht sich immer mehr getäuscht. Eigentlich müsste man ja sagen, so ist es gut, denn Donald Trump hat sich im Wahlkampf nicht verstellt, hat seine Wahlversprechen gegeben, die er jetzt nach und nach abarbeitet. Niemand kann also behaupten, er hätte nicht geahnt, was da auf uns zukommt. Wer für Trump gestimmt hat, der ist für Trump verantwortlich. Wer nicht zur Wahl gegangen ist, der sollte lieber den Mund halten und sich nicht beschweren. Anstatt zu klagen, wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich zu informieren, zu organisieren, die schnelle Abwahl der Trumpschen Kongresssoldaten im kommenden Jahr und ihres Führers 2020 vorzubereiten.

Vor dem selbstverliebten Donald Trump wurde jahrelang gewarnt, wer das nicht hören wollte muss nun damit leben. Trump versteckte sich nicht, sprach das aus, was er dachte, für was er stand. Rechtspopulistisches Gefasel, das die USA auf eine gefährliche Spur gebracht hat. Nun setzt Trump zu Überholmanövern an, die dieses Land, diese Gesellschaft und die internationale Gemeinschaft mehr als gefährden.

Amerika ist nicht erst seit Donald Trump tief gespalten. Spätestens seit der republikanischen Revolution unter Newt Gingrich Mitte der 90er Jahre war offensichtlich, dass es tiefe Gräben in diesem Land gibt. Man musste nur Talk Radio hören, die schreienden „Radioheads“ Rush Limbaugh, Michael Savage, Sean Hannity und andere oder den offiziellen GOP-Sender Fox News sehen, der die Kandidatur von George W. Bush aktiv unterstützte. Der Graben war schon damals tief und wurde nur noch tiefer. Mit Barack Obama im Amt und Trumps Kandidatur wurden all diese Gräben noch betoniert. Eine Einheit, ein Zusammenkommen ist gar nicht mehr vorstellbar. Die USA werden nicht aus der Mitte heraus regiert. Das politische Pendel schlägt hier immer weiter aus, unter Donald Trump wurde das Zentrum des politischen Diskurses massiv nach rechts verlagert

Leichte Entwarnung in Kalifornien

Seit Wochen schon fegt ein Wintersturm nach dem anderen über Nordkalifornien. Regen, Schnee, Überschwemmungen, Glatteis, alles was dazu gehört und wie es eben auch für diese Jahreszeit sein sollte. Und selbst Südkalifornien bekommt etwas vom feuchten Wetter ab.

Nach Jahren der Dürre steigen die Wasserpegel wieder im „Golden State“. Vor einem Jahr waren 97 Prozent des Bundesstaates im Ausnahmezustand. Die Reservoirs waren leer, die Pegel in den Seen, Flüssen und auch beim Grundwasser sackten weiter ab. In vielen Gemeinden kam kein Wasser mehr aus den eigenen Brunnen. Gouverneur Jerry Brown hatte schon zuvor den Wassernotstand ausgerufen und damit alle Privathaushalte und Businessadressen zum Einsparen verpflichtet.

Ein Jahr später hat sich in weiten Teilen Kaliforniens die Situation etwas verbessert, Grund zum Durchatmen. 42 Prozent des Bundesstaates fallen nicht mehr unter die Dürre Kategorie. Das ist die positive Nachricht in diesen Tagen. Die schlechte ist, dass der Boden das viele Wasser gar nicht aufnehmen kann. Überschwemmungen, Schlammlawinen und auch die Tatsache, dass vor allem Nordkalifornien den Niederschlag abbekommt und es nur wenig in Südkalifornien regnet. Aber dennoch freut man sich hier über den Regen….auch  mein Hund, die es liebt und genießt tagtäglich auf unseren Spaziergängen durch die Pfützen zu rennen, ein Matschfest sondergleichen.

Die Pegel steigen wieder

El Niño ist da. Mit aller Gewalt brettern die Stürme über Kalifornien, bringen viel Regen und Schnee mit sich. Die gute Nachricht zuerst, die Wasserpegel in den Reservoirs, Seen und Flüssen steigen wieder. Der Folsom Lake ist innerhalb eines Monats um 15 Meter gestiegen, der Lake Oroville um 7 Meter. Und auch von anderen Seen und Reservoirs in Nordkalifornien kommen positive Wasserstandsmeldungen. Auch aus der Sierra werden gute Nachrichten vermeldet, die Berge sind mit Schnee bedeckt. So langsam tropft sich Kalifornien aus der Wasserkrise.

Der Pegel am Folsom Lake steigt langsam wieder, doch ist noch lange nicht auf der selben Höhe wie vor der Wasserkrise in Kalifornien. Foto: Nasa.

Der Pegel am Folsom Lake steigt langsam wieder, doch ist er noch lange nicht auf dem selben Stand wie vor der Wasserkrise in Kalifornien. Foto: Nasa.

Ein Grund zur Entwarnung gibt es dennoch nicht. Denn derzeit ist vor allem der Norden Kaliforniens von El Niño betroffen. Im Süden fehlt nach wie vor der Niederschlag. Dort ist in den Stauseen noch immer gähnende Leere.

Und bei mir zu Hause hat El Niño auch kräftig zugeschlagen. Am Sonntag krachte ein gewaltiger Redwood auf die Oberleitung, nur zwei Häuser weiter. Ich sass im Wohnzimmer und plötzlich eine Explosion vor dem Fenster, die Stromkabel waren gerissen. Ich rannte nach draussen, sah, was passiert war, sprang ins Auto und fuhr den Wagen etwas die Straße hoch. Denn ich wußte, gleich kommt die Feuerwehr, die werden alles absperren, gerade auch weil auf den am Boden liegenden Kabeln noch Strom war. Wieder zurück ins Haus, der Band ALP gesagt, sie müssen sich beeilen, denn wir müssen JETZT los zum Konzert im Castro Theatre. Wie Musiker eben so sind, dauerte es etwas, bis sie in die Schlappen kamen. „Oakland Fire Department“ war inzwischen auch angekommen. Die wollten niemanden mehr raus und rein lassen. Also meinte ich zu den Jungs, schön langsam und ruhig die Treppe runter und dann losrennen, unter den Resten der Kabel durch. Wenn wir mal auf der anderen Seite der Straße sind, schicken sie uns nicht mehr zurück. So kam es dann auch, der Feuerwehrhauptwachtmeister war zwar etwas entsetzt, doch ließ uns im Regen ziehen. Das Konzert wurde ein absoluter Erfolg, ALP aus Berlin vertonten live Walther Ruttmanns 1927er Film „Berlin, die Sinfonie der Großstadt“.

30 Stunden später hatten wir auch wieder Strom im Haus. Bis zum nächsten Morgen, da rollte der nächste Angriff von El Niño vom Pazifik kommend heran. Wieder gab es einen „power outage“, denn erneut war ein Baum in der Nachbarschaft umgefallen. Diesmal dauerte es nicht lange, doch danach war die Telefonleitung dahin. Nur das statische Rauschen war noch zu hören. Und das noch immer. El Niño ist ja erst am Anfang, das wird noch heiter werden in den kommenden Wochen und Monaten.

Kalifornien im Regen

Ein fließender Bach hat schon was.

Ein fließender Bach hat schon was.

Die Natur ist grün. Endlich wieder. Nach jahrelanger Trockenheit rollt seit Wochen ein Sturm nach dem anderen über Nordkalifornien und bringt Regen und Schnee mit sich. Der Pegel in den Seen, Flüssen und Reservoirs steigt ganz langsam an. Doch noch lange nicht haben wir hier in Kalifornien die Wasserkrise hinter uns gelassen. Der Grundwasserspiegel in einigen Bereichen Kaliforniens, gerade im Central Valley, wird wohl nie wieder auf das alte Niveau steigen.

Für jemanden wie mich, der tagtäglich mit dem Hund durch die Wälder läuft, scheint es, als ob die Natur auf- und ganz kräftig durchatmet. Alles ist grün und sogar längst vertrocknete Bäche führen wieder Wasser. Ein seltener Klang von fliessendem Nass zwischen all den Redwoods im East-Bay Regional Park. Mein Hund ist begeistert, zwischen all dem Rennen bergauf-bergab gibt es erfrischende Wasserpausen.

Der nächste Sturm zieht bereits vom Pazifik heran. Für heute Nacht ist mehr Regen gemeldet, in der Sierra erwartet man sogar bis zu 20 cm Schnee. Gerade darauf hat man im ausgedörrten Kalifornien so sehnlichst gewartet, denn die Schneedecke bringt den Bundesstaat über den heißen Sommer. Metereologen warnen allerdings schon für die Zeit nach El Niño, der derzeit Kapriolen dreht. Der Sommer soll heiß und trocken werden. Was jetzt an Niederschlag kommt, könnte schon sehr bald  wieder verdampft sein.

„It’s raining again“

Was war das? Gestern Abend fiel ich fast aus allen Wolken, ein Klang, den ich schon lange nicht mehr gehört hatte, zumindest hier in Oakland. Es regnete und das in Strömen. So sehr, dass auf der Straße ein Bach runterlief, die Gullis waren mit Laub und Nadeln verstopft. Yeah, es regnet.

Begeistert bei Regen und Sonne in der San Francisco Bay Area unterwegs.

Begeistert bei Regen und Sonne in der San Francisco Bay Area unterwegs.

Und es regnet noch immer. Heute morgen war ich mit meinem Hund draußen, die mich sehr früh weckte, denn in ihrem kurzen Leben, sie ist nun 21 Monate alt, hatte sie noch nie Regen gesehen oder gefühlt. Auch so etwas gibt es. Käthe wollte raus, ich nicht so sehr, aber selbst die Decke über den Kopf gezogen half nichts, sie heulte begeistert neben dem Bett und hin und wieder bekam ich eine Pfote ab. Endlich draußen ließ sie sich Zeit, sehr viel Zeit, schnupperte an allem, sprang in jede Pfütze und ich wurde klitschnass. Und das vor dem ersten Kaffee. Nein, ich beschwere mich nicht, aber das gibt noch was mit Monster El Niño im Anzug und einer agilen, kraftvollen und energiegeladenen Hündin.

Der Regen heute wird nicht viel gegen die Dürre in Kalifornien ausrichten können. Das ist wohl nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Allerdings wird damit zumindest die Feuergefahr in den Oakland Hills reduziert. Denn wenn man hier lebt, sind gewaltige Brände ein immer wiederkehrendes Horrorszenario. Man lebt damit, doch im Herbst steigt die Gefahr, die ist jetzt allerdings erst einmal gebannt.

 

 

El Niño ist im Anzug

Wenn man den Wissenschaftlern glauben will, dann steht El Niño quasi schon vor der Tür. Mit 95 Prozent Wahrscheinlichkeit wird der kommende Winter in Kalifornien und dem Südwesten der USA nass werden. Endlich will man sagen, doch erstens kommt der Niederschlag etwas zu spät und zweitens wird es massive Überflutungen, Erdrutsche und damit einhergende Probleme geben.

Foto: NOAA Climate.gov

Foto: NOAA Climate.gov

Die Feuersaison in Kalifornien ist schon seit Februar im Gange. Normalerweise sieht man die Brände erst im Spätsommer oder Frühherbst. Doch die Wälder sind ausgetrocknet, im vierten Jahr der historischen Dürre braucht es nicht viel für einen Flächenbrand. Die Feuerwehren im Sonnenstaat sind bereits an ihren Grenzen. Tausende von Häftlingen aus den kalifornischen Gefängnissen kämpfen an vorderster Front gegen die Flammen mit. Sie alle wünschen sich, dass El Niño schon etwas früher kommen würde, doch der Plan geht nicht auf. Frühestens im Dezember rechnen die Wissenschaftler mit dem Öffnen der Himmelsschleusen.

Und dann geht es los. Die Zeichen stehen auf Sturm. Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen weiter an, die Wasseroberfläche ist deutlich höher als gewöhnlich und die Migration von Fischen, Walen, Krebsen und allerhand anderem Meeresgetier ist mehr als ungewöhnlich. So findet man vor der Küste Nordkaliforniens Meeresbewohner, die normalerweise nur in den warmen Gewässern vor Mexiko leben. Die Experten von NOAA, der National Oceanic and Atmospheric Administration, gehen von einem gewaltigen El Niño aus, der da im Anzug ist. Bis ins kommende Frühjahr könnte dieses Wetterphänomen den Westen der USA überfluten. Es wird ein feuchter Winter werden. Und ich sollte mal in den kommenden Wochen aufs Dach steigen, die Regenrinnen reinigen und schauen, ob alles für die feuchte Jahreszeit bereit ist.

Ein Monster ist im Anzug

El Niño kann kommen.

El Niño kann kommen.

Wenn man den Vorhersagen Glauben schenken darf, sollte ich mir schon mal regenfeste Klamotten besorgen. Regenjacke, Regenhose und dicke Gummistiefel, denn meine Käthe will jeden Tag raus und in den Wald. Ob da nun ein Super El Niño kommt, der schon jetzt als „Monster“ beschrieben wird, oder auch nicht. Weder Hitze, Nebel noch Regenschauer halten Sie, und damit mich, auf.

Ja, nach vier Jahren Trockenheit in Kalifornien steht uns nun einiges bevor. Zur Zeit braut sich im Pazifik was zusammen, wenn man den Computeranalysen glauben will, der größte El Niño aller Zeiten steht vor der Tür. Booo! Dem Wetterphänomen geht eine deutliche Erwärmung der Gewässer voran. Derzeit sind die Wassertemperaturen vor Peru um vier Grad wärmer als normal. Vor Vancouver und Seattle um drei Grad. Das sind Anzeichen dafür, dass da ein „Monster“ entsteht, so die Wissenschaftler, die das alles beobachten.

Die gelben Stellen zeigen die erwärmten Flächen an. Foto: Earth.nullschool.net

Die gelben Stellen zeigen die erwärmten Flächen an. Foto: Earth.nullschool.net

Für Kalifornien bedeutet ein Super El Niño im kommenden Winter monatelange Regen- und Schneeschauer, die nach vier Jahren Dürre durchaus willkommen sind. Man hofft, damit wieder den Grundwasserspiegel etwas anheben, die Reservoirs und Seen füllen zu können und auch in den Bergen wichtige Schneevorkommen aufzubauen. Die Lage ist derzeit dramatisch in Kalifornien, sogar die gewaltigen, jahrtausendalten Sequoias leiden unter der Trockenheit und zeigen deutliche Zeichen von Stress.

El Niño, so sind sich die Meterologen einig, wird zu über 90 Prozent Ende des Jahres zuschlagen. Was dann kommt ist noch nicht abzusehen. Man hofft, dass alles gut ausgeht, alles in Maßen. Denn die ausgetrocknete Erde könnte die Wassermassen, die da im Anzug sind, gar nicht aufnehmen. Erdrutsche sind unvermeidbar, ein Verkehrschaos steht uns allen bevor. Und Käthe und ich werden durch den matschigen Wald stapfen. Komme was wolle.

Da kommt was auf uns zu

In Kalifornien herrscht Wasserknappheit. Der Wasserspiegel in Reservoirs, Seen und Flüsse sinkt immer weiter ab. Der Gouverneur hat bereits den Notstand ausgerufen und verpflichtende Wassereinsparungsmaßnahmen angeordnet. In einigen kalifornischen Gemeinden ist es schon so schlimm, dass kein Grundwasser mehr zur Verfügung steht. Und auch hier in der San Francisco Bay Area freut man sich, wenn es mal dröppelt. Ich wohne fast mitten im Wald, der Morgennebel und ein bisschen Nieselregen helfen zumindest etwas gegen die steigende Feuergefahr.

Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen, ein El Niño wird immer wahrscheinlicher. Foto: Mhalpert, NOAA

Die Wassertemperaturen im Pazifik steigen, ein El Niño im kommenden Winter wird immer wahrscheinlicher.     Foto: Mhalpert, NOAA

Dass Kalifornien im Spätsommer und Herbst brennen wird, ist klar. Der Boden ist einfach zu sehr ausgetrocknet, das Unterholz zu dicht und die Santa Ana Winde werden wie in jedem Jahr von der Wüste kommend wie ein Heißluftfön jedes Grasfeuer erbarmungslos antreiben.

Und danach wird es nicht besser werden. Meteorologen sehen im Pazifik schon jetzt ein neues El Niño Wetterphänomen. Eigentlich hätte es schon im letzten Winter kommen sollen, doch nichts geschah. Kalifornien blieb verschont. Doch nun haben die Wissenschaftler die Wahrscheinlichkeit von El Niño auf 90 Prozent herauf gesetzt. Es tut sich was im Pazifik. Mike Halpert von der „National Oceanic and Atmospheric Administration“ meint, so eine Entwicklung habe man schon lange nicht mehr beobachten können. Die Wassertemperaturen am Äquator im Pazifik steigen weiter an und beeinflussen so den Niederschlag weltweit. Starke Regenfälle in Nordamerika bedeuten Trockenheit in Asien und Australien.

Kalifornien hofft auf El Niño, um die Reservoirs wieder füllen zu können, um den Grundwasserspiegel wieder anzuheben. Doch starke Regenfälle, wie im Winter 97/98, haben auch ihre Schattenseiten. Der Boden ist ausgetrocknet, es würde zu katastrophalen Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Aber das wird derzeit gerne in Kauf genommen. Es steht uns in Kalifornien in diesem Jahr noch einiges bevor.