Der lange Tag des Donald Trump

Wenn man sich die Bilder der amerikanischen Präsidenten im Verlauf ihrer Amtszeiten ansieht, dann kann man deutlich erkennen, wie sie altern, graue Haare bekommen, ausgemergelter erscheinen, wie ihnen der Job im Oval Office nahe geht. Das ist verständlich, denn der Tag ist gut durchorganisiert und fängt schon früh an und endet meist spät am Abend. Oftmals werden sie mitten in der Nacht geweckt, da irgendwo auf der Welt eine Krise entsteht, die irgendwie Amerika betrifft. Barack Obama war dazu ein Frühaufsteher, der schon in den Morgenstunden im Gym war, um fit zu bleiben.

Foto: AFP.

Anders ist da der Tag von Donald Trump. Er ist erklärter Gegner von sogenannten „Security Briefings“ seiner Geheim- und Informationsdienste. Er hört nicht so gerne zu, liest auch nicht unbedingt die Berichte und Unterlagen, die ihm vorgelegt werden. Donald Trump verbringt vielmehr seine Zeit damit fern zu sehen, er gilt als Stammzuschauer von „Fox & Friends“ am Morgen, viele der Berichte und Interviews, die dort ausgestrahlt werden, landen kurz danach im Twitter Feed des Präsidenten. Bekannt ist mittlerweile, wer ein Problem hat und damit bei Trump Gehör finden will, der muss Gast in dieser Morning Show werden. Dazu liest Trump noch seltsame Verschwörungstheorien, hört Leuten zu, die man eher in die Kategorie „Laberkopf“ stecken könnte und bildet sich daraus seine Meinung.

Das alles kann man gut daran absehen, was Trump alltäglich auf Twitter postet. Wenn er das wirklich alles sieht und liest, was er da teilt, dann verbringt der Präsident der Vereinigten Staaten einen Großteil seiner Zeit jeden Tag damit, Unsinniges zu konsumieren und es danach via Twitter zu verbreiten. Alleine gestern tweetete der „Tweeter in Chief“ 18mal, darunter Videos, Artikel und Lobpreisungen anderer. Vor allem seine Lieblingsmedien, FoxNews, OAN (One America News), Breitbart und dubiose Rechtsaußenmedien werden von ihm „geliked“ und geteilt. Sowieso ist auffällig, dass Trump in jüngster Zeit wieder mehr die Nähe, ja, den Schulterschluss mit seinem Politarchitekten Steve Bannon sucht. Das läßt nichts Gutes erwarten, denn Trump baut gerade sein Wahlkampfteam 2020 auf und wie es aussieht wird es eine breite Front an Verschwörungstheorien, falschen Fakten und Ungereimtheiten geben. Der deutlich radikalere Rechtsruck ist dabei nicht zu übersehen.

Der Fußball wird politisch

Donald Trump will, dass professionelle Sportler die Nationalhymne mitsingen, dabei die rechte Hand aufs Herz legen, nicht knien und auch sonst nicht Aufmucken. Das verlangt er von den Sportlerinnen und Sportlern in den professionellen Ligen der Nation und erst recht, wenn sie im Nationaltrikot auflaufen. Immerhin repräsentieren sie dann die Vereinigten Staaten von Amerika. Den stillen Protest der amerikanischen Fußballerin Megan Rapinoe kann Trump also gar nicht gut finden.

Megan Rapinoe ist nicht nur auf dem Fussballplatz zu hören. Foto: Reuters.

Megan Rapinoe singt die Hymne vor jedem Spiel bei der WM in Frankreich nicht mit. Das verwunder nicht, immerhin war sie die erste weiße Sportlerin, die vor den Matches ihrer Mannschaft und beim Absingen der Hymne in Solidarität mit dem NFL-Spieler Colin Kaepernick und dessen Protest niederkniete. Rapinoe ist offen gay und „outspoken“ und erklärt immer wieder, sie sei ein „wandelnder Protest gegen die Trump Adminstration“. Denn sie stehe für nichts, was Donald Trump vertrete und trage dennoch das US Emblem auf ihrem Trikot. Im Mai erklärte sie in einem Interview, dass sie bei einem Sieg ihres US Teams nicht ins „Fucking White House“ komme werde. Sowieso würde ihr Team nicht eingeladen werden.

Trump sieht das natürlich anders und tweetete heute: „Megan should never disrespect our Country, the White House, or our Flag, especially since so much has been done for her & the team. Be proud of the Flag that you wear. The USA is doing GREAT!“. Und er sprach dennoch eine Einladung für die Frauen Nationalmannschaft aus: „I am now inviting the TEAM, win or lose.“

Klar ist, Megan Rapinoe hat das Recht dazu, ihre Haltung gegenüber dem Präsidenten auszusprechen, seine Politik zu kritisieren und dagegen zu protestieren. Ihr Kniefall, ihr Eintreten für Gay Rights, ihre offene Kritik an Trump und seiner Adminstration sollten vielbeachtet werden. Ich wünschte mir, mehr Sportlerinnen und Sportler würden das tun. Dennoch finde ich, hätte sie besser nicht vom „fucking White House“ gesprochen. 2015, als das US Team Weltmeister wurde, besuchte die Spielerin mit ihrer Mannschat genau dieses White House. Präsident war da Barack Obama. Mit ihrer unüberlegten Wortwahl hat sie nun einen Shitstorm losgetreten und damit genau das Gegenteil erreicht, denn Trump stellt sich nun als gnädiger und gütiger Landesvater dar, der trotz der harschen Worte von Megan Rapinoe die Spielerinnen zu sich ins Weiße Haus einlädt. Die eigentliche Message von Rapinoe geht dabei nun verloren.

Tweety, the president

Was kann man alles an einem Wochenende machen? Ausschlafen, Faulenzen, Sport treiben, wandern gehen. Wenn man eine Familie hat, einen Familienausflug machen, aber man kann auch mal in Ruhe ein Buch lesen und Abschalten. Donald Trump sieht das anders, er hat zwar eine Familie, aber um die scheint er sich nicht zu kümmern. Allwöchentlich zum Wochenende fühlt der amerikanische Präsident ein Jucken in seinen Fingern. Anders kann man sich nicht erklären, dass Trump am vergangenen Wochenende 50 Tweets abgesetzte und sich auch mit dem Beginn der neuen Woche keine Ruhepause gönnt.

OMG…Donald Trump. Foto: Reuters.

Derzeit knallt Trump der amerikanischen Öffentlichkeit seine Tweets um die Ohren, greift alles und jeden an. Von John McCain, der im vergangenen Jahr gestorben ist, über die Medien, die Demokraten, abtrünnige Republikaner bis hin zum Trump Haussender FoxNews. Dort gibt es tatsächlich noch Moderatoren, die nicht kniend und speichelleckend Lobeshymnen auf „Donald the Great“ abgeben. In diesen frickeligen Zeiten ist keiner vor Trump sicher. Seine Anhängerinnen und Anhänger feiern ihn dafür, seine Kritiker schütteln entweder nur noch ungläubig den Kopf oder werfen die Frage auf, ob Trump noch ganz bei Trost sei?

Irgendwas scheint im Trumpschen Weltbild schief zu hängen. Großspurig erklärt er, dass er sein Präsidentengehalt von 400.000 Dollar im Jahr spendet, u.a. dem Ministerium für Heimatschutz. Dafür wird Trump wohl einen Meter Mauer bauen können, der sogenannte Trump-Meter. Übergehen tut er allerdings, dass seine zahlreichen Ausflüge in seine Golf Resorts und die Business Trips seiner Familie dem amerikanischen Steuerzahler schon jetzt nahezu 100 Millionen Dollar gekostet haben. Man erinnere sich noch an die groben Sprüche Trumps, als er Obama vorhielt, zu viel auf dem Golfplatz zu stehen. Aber das ist lange her und Trump umgeht diesen Vorwurf ja immer damit, dass er im „Winter White House“, seinem Golfplatz in Florida, wichtige Gespräche führe. Auch lässt er unter den Tisch fallen, dass seine Golf Resorts nach seinem Wahlsiegt mal kurzerhand die Mitgliedsgebühr verdrei- und vervierfacht haben. Trump macht Geld als Präsident, da kommt es auf die paar Dollar Gehalt nicht an, aber es passt in sein gönnerhaftes Weltbild und das seiner Unterstützer.

Aber zurück zu dem Twitter-Tornado vom Wochenende. Man kann es schon nicht mehr als Sturm bezeichnen, was Trump da los lässt. Er ist sein bester Wahlkämpfer. Für ihn steht fest, er muss einfach wiedergewählt werden. Alles andere wäre Betrug am „großartigsten und erfolgreichsten Präsidenten aller Zeiten“, so Trump über Trump. Man kann sich also darauf einstellen, dass Amerika nach einer Wahlniederlage noch tiefer und weiter gespalten wird und, dass im Falle eines demokratischen Präsidenten oder Präsidentin im Weißen Haus, die USA auf weitere vier Jahre politisch blockiert werden. Amerika tritt von der Weltbühne ab, denn eine Führungsrolle haben die USA im Trump-Zeitalter schon lange nicht mehr inne.

Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt

Waren sich nie so richtig einig, Donald Trump und James Mattis. Foto: Reuters.

Wenn man in diesen Tagen von außen auf das Weiße Haus Haus und Präsident Donald Trump blickt, dann kann man leicht den Eindruck erhalten, dass da so einiges schief läuft. Es wirkt alles etwas chaotisch, ohne Plan. Führende Mitarbeiter gehen oder werden gegangen, zuletzt Verteidigungsminister Jim Mattis, der in seinem Rücktrittsschreiben auch noch deutlich machte, dass er in etlichen außenpolitischen Entscheidungen nicht mit dem Präsidenten überein stimmt.

Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er die Dinge nicht ganz anders als politische Beobachter, Kommentatoren, Berater und Journalisten sehen würde. Er kündigte ja schon im Wahlkampf an, aus dem Bauch heraus zu entscheiden, unberechenbar zu sein. Das gepaart mit einem Ego, das die Welt schon sehr lange nicht mehr gesehen hat, macht die Sache nicht einfacher. Für Donald Trump ist die Welt, seine Welt, in Ordnung. Er sieht all das, was er macht als Sieg, als weitere zurückgelegte Meile auf seinem „Make America Great Again“ Umzug. Und wenn es auch offensichtlich ist, dass das, was auch er eigentlich sehen muss kein Erfolg sein kann, dann sagt er einfach, dass es einer ist und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Denn seine Anhänger stehen weiterhin zu ihm. 85 Prozent der Wählerinnen und Wähler, die 2016 für ihn stimmten, wollen auch 2020 wieder für ihn stimmen.

Trumps Administration gleicht einem unorganisierten Haufen mit einem Präsidenten, der noch nicht einmal seinen engsten Mitarbeitern und Beratern sagt, was er vor hat und machen wird. Jeder von ihnen wird frühmorgens auf Twitter schauen, um zu sehen, was der Boss da wieder in aller Herrgottsfrühe in alle Welt posaunt hat. So wird der Tagesablauf dann festgelegt, zu reagieren auf das, was Trump da in seinen 280 Zeichen vorgibt. Noch nicht mal zwei Jahre ist Trump im Amt und hat die USA massiv verändert, vieles untergraben, vernichtet, zerstört. Man kann zur Halbzeit nur hoffen, dass das Ende der Trumpschen Regierung in Sicht ist und Amerika sich von diesen katastrophalen Jahren schnell erholt. Es ist ein Wunschtraum, aber wünschen darf man es sich ja.

Seufz…es könnte so anders sein

Zwei Fotos, die viel, sehr viel, alles aussagen, was derzeit in Washington nicht so richtig rund läuft. Die Trumps verstecken sich in ihrem güldenen Palast, dem „Winter White House“ in Mar-a-Lago, im Trump Tower oder hinter den geschützten Mauern des Weißen Hauses. Doch es könnte auch ganz anders sein. Reden wir mal nicht über die Politik, sondern einfach mal um das Auftreten, das Charisma, die Ausstrahlung. Und da lagen die Obamas zu Amtszeiten und auch jetzt noch nach dem Ausscheiden aus dem politischen Leben Welten vor den Trumps. Das machen diese Bilder deutlich, die Barack und Michelle Obama im Kinderkrankenhaus von Washington D.C. zeigen. Eine Überraschung für all die Kinder und ihre Eltern, für die Ärzte und das Pflegepersonal.

Fotos: Office of the Obama Foundation.

 

Die schönen Strände Nordkoreas

Donald Trump schaut sich die Bilder der nordkoreanischen Raketentests an und denkt dabei an „wunderschöne Hotels“, die man an die Strände Nordkoreas bauen könnte. Überrascht wäre wohl niemand, wenn bekannt werden würde, dass Trump in seinem Vieraugengespräch mit Kim Jong Un seine „Dienste“ angeboten hätte. Schöne glitzernd-güldene Trump Hotels an den Beaches von „North Korea“ hochzuziehen. Donald Trump baut schon mal vor für die Zeit nach dem Weißen Haus.

So stellt sich Donald Trump die Strände Nordkoreas vor, natürlich mit einem Trump Hotel.

Und genau so macht es seine Familie, die mit dem Namen Trump und der Nähe zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika viel Geld machen. Die beiden Söhne Eric und Donald Trump Jr. jetten um die Welt, eröffnen neue Hotels und Golfplätze und geben auch schon mal politische Vorträge, sie wissen ja, was der Papa denkt. Und dafür werden sie gut entlohnt. Der Name ist in diesen Tagen Gold wert. Und auch Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner verdienen als unbezahlte Berater des Präsidenten nebenbei ganz gut. Mindestens 82 Millionen Dollar hat das Paar im Jahr 2017 eingenommen. Natürlich ging dabei alles mit rechten Dingen zu, versichert das Weiße Haus. Irgendwelche Interessenskonflikte, ethische Probleme habe es selbstverständlich nicht gegeben, heißt es aus der Trump-Administration.

Kein Problem ist auch, dass die Mode- und Schmuckkollektion von Ivanka Trump auch weiterhin in Fabriken in Bangladesch, Indonesien und China hergestellt wird. Der Vater im Oval Office weiß ja, dass die Tochter sich sehr für Frauenrechte einsetzt, da kann man schon mal ein MAGA-Auge zudrücken. Außerdem verdient Ivanka ja nach wie vor an ihrer Firma, und das „Taschengeld“ für die Präsidentenberaterin will der Papa ja nicht streichen. Ganz zu schweigen davon, dass sie ja im Weißen Haus umsonst arbeitet.

Die Trumps machen richtig Kohle mit der Verbindung von Familienunternehmen und „White House“. Bedenken gibt es da keine. Viel schlimmer war da schon, dass Barack Obama seinerzeit Gäste im „Lincoln Bedroom“ des Weißen Hauses unterbrachte. Das war vor ein paar Jahren noch ein Riesenskandal, die Republikaner riefen Korruption, Ausverkauf, Gefährdung der Demokratie. Heute hört man so was nicht mehr, Donald Trump kann als Präsident und Interessensvertreter des Trump-Imperiums schalten und walten wie er will. Er ist Republikaner und hat darüberhinaus auch die Christliche Rechte hinter sich, also quasi kann er mit dem Segen der Bibel-Fundamentalisten im Land regieren.

Er macht es einem nicht leicht

In diesen Tagen hatte ich zwei Redaktionen vorgeschlagen einen Beitrag über Donald Trumps politische Erfolge zu schreiben und zu produzieren. Ich wollte über die niedrige Arbeitslosenquote, die ersten positiven Anzeichen der Steuerreform auf die amerikanische Wirtschaft, den außenpolitischen Erfolg auf der koreanischen Halbinsel, Trumps eingehaltene Wahlkampfversprechen berichten, doch keine Redaktion nahm das Thema an.

Trump macht es einem als Journalisten auch nicht leicht. Gerade heute zeigt sich das wieder. In seiner morgendlichen Tweetflut schreibt er von der Freilassung der drei inhaftierten Amerikaner in Nordkorea, die bereits auf der Rückreise in die USA seien. Eigentlich ein Grund zum Jubeln. Auch, dass Trump es wohl mit seinen Drohungen, Verbalangriffen und Verbalausfällen geschafft hat, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un an den Verhandlungstisch zu bringen. Ja, dass Trump wohl – zumindest – mitverantwortlich für das koreanische Tauwetter ist. Auch darüber kann man neutral-positiv berichten.

Doch dann haute er einen Tweet raus, den man nur als undemokratisch, pressefeindlich, ja, unamerikanisch bezeichnen kann. Darin wettert er mal wieder gegen die von ihm verhassten „Network News“, ausgenommen natürlich FOXNews. Der Höhepunkt am Schluss, Trump fragt, ob man nicht die Akkreditierungen der White House Korrespondenten entziehen soll, die sich nicht als Hofschreiber betätigen möchten.

Donald Trump macht es einem als Korrespondenten wirklich nicht einfach. Sein unkonventioneller Regierungsstil, seine „Hau-drauf“ Art ohne Rücksicht auf die Folgen, seine konstanten Lügen, Falschaussagen und Halbwahrheiten (seit Amtsantritt über 3000 an der Zahl), seine Provokationen und Irritationen, seine Hofierung von politischen Rechtsaußengruppen und fundamentalistisch-christlichen Kräften, all das und mehr macht Donald Trump nicht gerade zu einem Sympathieträger im Amt. Aber ich muss ihn auch nicht mögen, um fair über ihn berichten zu können. Doch wenn ein amerikanischer Präsident immer wieder aufs Neue die Grundfesten dieser Demokratie in Frage stellt, angreift und offen kritisiert, dann ist es nicht leicht objektiv zu bleiben und zwischen all dem Getöse über die durchaus positiven Erfolge seiner Administration zu berichten.

 

Das weiße Amerika des Donald Trump

Das offizielle Foto des Weißen Hauses mit den neuen Praktikantinnen und Praktikanten. Die Reaktionen kamen umgehend, nachdem die heutigen USA 40 Prozent „nicht weiß“ sind. Einer der Kommentatoren meinte, das Bild ähnele dem Bilderbuch „Wo ist Walter?“, der Betrachter suche verzweifelt nach einer dunkelhäutigen Frau oder Mann. Auf den letzten beiden Praktikantenfotos waren insgesamt 206 Männer und Frauen abgebildet. Darunter 3 afro-amerikanische Männer und keine farbige Frau. Andere meinten, dieses Bild drücke die Unterstützung der nicht-weißen Bevölkerung für den 45. Präsidenten. Auch wenn Donald Trump nicht müde wird zu betonen, dass Latinos und „Blacks“ ihn liebten, in Umfragen unterstützen gerade einmal zwischen 3-5 Prozent der Afro-Amerkaner den Präsidenten. Dieses Bild belegt diese Zahl, denn anscheinend bewerben sich auch weniger Angehörige von Minderheiten für ein offizielles Praktikum im Weißen Haus. Foto: White House.

Das gibt’s doch gar nicht!

Da verstanden sie sich noch gut, Omarosa Manigault Newman an der Seite von Donald Trump. Foto: Reuters.

Seit fast 22 Jahren arbeite ich als USA Korrespondent. In diesen Jahren ist viel passiert, was ich versucht habe zu erklären, für mich und für Leser und Hörer. Aber so langsam weiß ich nicht mehr, was ich noch sagen soll. Ein Präsident der täglich Politik über den Kurznachrichtendienst Twitter macht, der beleidigt, der provoziert, der vor allem tagtäglich und nachweislich lügt. Wie will man das erklären? Wie will man das in Worte fassen, dass seine Wählerinnen und Wähler noch immer zu diesem Mann stehen?

Politik in den USA ist zu einem durchgeknallten Geschäft geworden. Extreme und nicht schmerzfreie Unterhaltung mit Fremdschämen garantiert. Die amerikanischen Nachrichtensender und Tageszeitungen schauen für ihre Berichterstattung in diesen Tagen „Celebrity Big Brother“. Ein paar C und D Promis sind da in einem Haus eingesperrt, beobachtet von 87 Kameras und abgehört von noch mehr Mikrofonen. Das Interesse ist diesmal groß, denn eine der anwesenden Damen ist Omarosa Manigault Newman, die bis Dezember im Kommunikationsteam des Weißen Hauses tätig war. Zuvor war sie enge Vertraute von Donald Trump, auch Kandidatin in seiner „Apprentice“ Reality TV-Show.

Und Omarosa, wie sie in der CBS Sendung nur genannt wird, packt derzeit über ihre Monate im „White House“ aus. „Mich verfolgten die Tweets jeden Tag, was tweetet er nun als nächstes?“, beschrieb sie ihre Situation einem Mit-Big-Brother-Kandidaten. Gespannt wartet die politischen Kommentatoren in DC nun auf weitere Details aus dem Innenleben der Machtzentrale. So weit ist es in der amerikanischen Politik schon gekommen, dass die Couchgespräche aus der Reality TV-Show „Big Brother“ Teil der Berichterstattung aus Washington geworden sind. Armes Amerika!

 

 

Trump und der Kinderchor

Ganz der „Commander in Chief“. Foto: White House.

Finde eigentlich nur ich das seltsam? Donald Trump sitzt auf unzähligen offiziellen Fotos und in Videos hinter seinem Schreibtisch im Oval Office und um ihn herum stehen Besucher oder seine Adminstration. Das wirkt immer so, als ob die Stehenden gleich ein Liedchen für den „Commander in Chief“ anstimmen werden.

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