Es brennt

Es ist Juni, es ist heiss, es ist trocken und es ist viel zu früh für die Feuer Saison in Kalifornien. Normalerweise ist man hier in Nordkalifornien im September/Oktober in höchster Alarmbereitschaft. Denn dann liegt ein langer, heisser Sommer hinter uns, die Wälder sind ausgetrocknet und der kleinste Funken kann Katastrophen verursachen.

Normalerweise werden dann tagelang, wenn auch noch die warmen Passatwinde vom Landesinneren wie ein Fön in die Bay Area blasen, die Wälder weiträumig abgesperrt. Die Feuerwehren patroullieren Tag und Nacht und alles ist auf höchste Alarmbereitschaft eingestellt.

Der Grund liegt auf der Hand. 1991 brannten die Hügel zwischen Berkeley und Oakland, und dort lebe ich heute. Damals wurden tausende von Häusern zerstört und noch heute sieht man die lichten Flecken in der Landschaft.

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Heute war ich mal wieder mit meinem Hund draussen im Wald, unterhalb eines Tennisplatzes sammeln wir die verschossenen Tennisbälle für ihn ein. Doch da stand eine Reporterin einer lokalen Fernsehstation und berichtete von der Feuergefahr in den Oakland Hills. Die „Wildfire Map“, die Feuerkarte des Senders zeigt, dass bereits jetzt höchste Gefahr besteht.

Erst vor wenigen Wochen brannten in den Santa Cruz Mountains weite Flächen und zerstörten etliche Häuser. Hier ein etwas aufgemotzter Videoclip der helfenden Feuerwehren aus Marin County (Firemen sind in den USA Helden!)

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Das Problem ist derzeit, dass Kalifornien in einer Dürreperiode steckt. Erst letzte Woche rief Gouverneur Arnold Schwarzenegger den Notstand aus. Zu wenig Wasser, Hitze und ausgedörrte Wälder und Grasflächen ergeben eine katastrophale Mischung.

Die Feuerwehren fordern wie jedes Jahr dazu auf, dass man um das Haus herum einen Feuerschutz aufbaut, also Unterholz wegschafft, wildwuchernde Gräser schneidet, Ranken vom Haus entfernt, Äste, die über dem Haus hängen zurück schneidet.

Die Angst vor dem nächsten Grossfeuer geht um. Und wir alle haben Pläne, was zu machen ist, wenn wir innerhalb von 15 Minuten die Häuser räumen müssten. Haben Sie schon mal daran gedacht, was Sie sich schnappen würden?