Wir bauen uns aus der Krise

Barack Obama wird zu Bob der Baumeister. 450 Milliarden Dollar plant er ein, um sich aus der Krise zu bauen. Das ist eine ganze Menge Steine, Ziegel, Beton und Farbanstrich. Straßen und Bürgersteige, Fahrradwege und öffentliche Einrichtungen. Wir pflastern die Krise einfach zu. Das ist der Plan von Baumeister Obama, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und die Wirtschaft anzukurbeln.

In seiner Rede vor dem Kongress zeigte er sich optimistisch, dass das den USA wieder so richtig Feuer unterm Popo machen würde. Immerhin sei man „the best place on earth“ und die amerikanischen Arbeiter sowieso die tollsten, stärksten und produktivsten. Also, Ärmel hochgekrempelt, ran an die Schüppe und Hacke und los geht’s. Wir buddeln hier und buddeln dort und dann ist alles wieder gut. Die amerikanische Wirtschaft schnurrt, Obama wird wiedergewählt und der Präsident geht als Baumeister der Nation in die Annalen der Geschichte ein.

Kleines Problem bei der ganzen Sache ist, dass mal wieder der republikanisch dominierte Kongress diesem teuren Spaß zustimmen muß. Die Demokraten jubeln über den Aufbauplan, die Republikaner winken ab und meinen, die Bundesstaaten sollten selbst entscheiden können, wo und wie sie das Geld einsetzen, die Wirtschaft zeigt sich kritisch. Einig ist man sich nur darin, dass die Infrastruktur in den USA eher der eines Dritte Welt Landes ähnelt als der einer führenden Weltnation. Die Highways und Freeways, einst der Stolz der Amerikaner, bröckeln vor sich hin. Kein Wunder, dass hier so viele Jeeps unterwegs sind, denn mit normalen Wagen kommt man durch die vielen Schlaglöcher auf den Straßen nicht weit. In öffentliche Einrichtungen wie Büchereien, Schulen und Ämter regnet es rein. Löchrig sind nicht nur die Kassen, sondern auch die Gebäude, in denen sie verwaltet werden.

Obamas Plan ist sein letzter Versuch vor der Wahl noch einmal das Ruder rumzureißen. Denn im Wahlkampf als Präsident zu kandidieren, der Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und sozialen Abbau zu verantworten hat, kommt nicht gut, selbst nicht bei hartgesottenen Demokraten. Da kann man noch so sehr ein, zwei Augen zudrücken, die Tatsachen sprechen für sich. Auch wenn man weiß, dass die Republikaner alles blockieren, was aus dem Weißen Haus kommt und überhaupt nicht an einer Zusammenarbeit und der Lösung der Probleme interessiert sind, Obama ist nicht der Präsident, den sich die Demokraten im Wahlkampf 2008 erhofft haben. Als vor kurzem die Erde in Washington bebte und 5,8 auf der Richterskala anzeigte, wurde schon gescherzt, Obama hatte 3,5 verlangt, doch sich dann mit den Republikanern auf 5,8 geeinigt. Das spricht Bände und beschreibt die derzeitige Situation und das politische Machtverhältnis in Washington DC.

Palin hilft Obama

Barack Obama Sarah PalinWenn man in diesen Tagen nach Washington DC blickt, dann kriegt man Kopfschmerzen. In der amerikanischen Hauptstadt geht es drunter und drüber. Im November stehen die Kongresswahlen an und schon jetzt gibt es ein munteres Schaulaufen der Kandidaten und politischen Würdenträger. Wird es ein Desaster für Präsident Obama und seine Demokraten oder schafft es Sarah Palin und ihre Tea Party den schon sicher geglaubten Sieg der Republikaner noch zu verhindern? Dazu ein Audiobericht:

Obama vs. Palin     

Ein Jahr Obama (Audio)

White HouseBarack Obama ist ein Jahr im Amt. Ein Jahr, das es in sich hatte: Krieg, Wirtschafskrise, Naturkatastrophen…. Was ist aus dem Hoffnungsträger geworden, der die Vereinigten Staaten und die Welt gehörig umkrempeln wollte? Dazu hier ein Audiobericht:

Ein Jahr Obama     

Legaler Kreditkartenschwindel

KreditkartenIn den USA zahlt man eigentlich immer und überall mit der Plastikkarte. Beim Tanken, im Supermarkt, im Restaurant. Dann bekommt man am Monatsende seine Rechnung und zahlt, zahlt nicht oder eben den Mindestsatz von ein paar Dollar. Letzteres hat allerdings zur Folge, dass man einen ziemlichen Schuldenberg anhäuft und das auf ganz legale und auch gewollte Weise.

Die Kreditkartenunternehmen finden das natürlich in Ordnung, denn mit den Zinsen und Zinseszinsen verdienen sie richtig, richtig gut. Nun allerdings, im Zuge der Wirtschaftskrise und der neuen Regierung in Washington, sollen ein paar Änderungen für Kreditkartennutzer und -anbieter kommen, die die Verbraucher schützen sollen. Die Unternehmen wollen deshalb noch schnell einiges vorab ändern, um auch weiterhin den dicken Reibach machen zu können. Eine Änderung, die bereits von etlichen Banken vorgeschlagen wurde ist, die Leute mit zusätzlichen Gebühren zu belasten, die ihre Rechnungen voll und ganz am Monatsende begleichen (!). Richtig gelesen, wer in den USA keine Schulden macht, soll also in Zukunft noch eine drüber gebraten bekommen. Man bekämpft also die amerikanische Schuldenkrankheit mit einer weiteren Infektion. Auch ein Weg…

Ein altes, aber zeitloses Photo

Dorothea Lange "Migrant Mother"Es heisst „Migrant Mother“ und dieses Bild steht für die schlimmen Jahre der Depression in den 30ern. Aber es steht auch für den Mut und den Willen einer Mutter, für ihre Kinder zu sorgen. Die deutschstämmige Photographin Dorothea Lange hatte es damals im Auftrag einer Bundesbehörde geschossen. Sie dokumentierte die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Farmarbeiter. Damit war sie nicht alleine, etliche deutsche Photographen, wie Hansel Mieth und Otto Hagel, schufen mit ihren Bildern ebenfalls wichtige Dokumente für die Nachwelt.

Doch „Migrant Mother“ wurde ein Sinnbild für diese Zeit. Und dieses Bild wird jetzt wieder hervorgekramt, denn Amerika erlebt eine neue schwierige Zeit. Die Armut wächst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Kalifornien erlebt eine Arbeitslosenquote wie seit der grossen Depression nicht mehr. Viele Menschen verlieren ihren Job, ihr Haus, ihren Besitz, ihre Hoffnung.

Das kleine Mädchen auf der linken Seite des Photos von Dorothea Lange ist die heute 77jährige Katherine McIntosh aus Modesto, die bis zu ihrer Rente in Fleischverarbeitungsbetrieben arbeitete . Heute muss sie noch sechs bis sieben Tage die Woche zum Putzen gehen, um so ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie erinnert sich noch an diesen Tag, als die Photographin sie in Nipomo traf. Die besorgten Blicke der Mutter zogen sie an. Die Kinder fürchteten sich etwas, deshalb kuschelten sie sich an die Mutter. McIntosh bedauert bis heute, ihre Mutter nicht mehr über diese schlimmen und schwierigen Jahre befragt zu haben. 1983 starb die „Migrant Mother“ Florence Thompson an Krebs. Sie ist in Hughson, im kalifornischen Farmland von Stanislaus County beerdigt. Ihr Bild ist unvergänglich, es war die Vorlage für eine Briefmarke der US-Post und wurde auch in die kalifornische „Hall of Fame“, die Ehrenhalle, als wichtiges geschichtliches Zeitdokument Kaliforniens aufgenommen.

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Michael Phelps „hilft“ Bedürftigen

Die Wirtschaftskrise in den USA spüren viele Hilfsdienste ganz konkret. Nicht nur, dass die Spenden von Unternehmen und Privatpersonen weniger werden. Auch die Schlangen vor den Suppenküchen werden sichtlich länger.

Als vor ein paar Wochen der Schwimm Olympiasieger Michael Phelps seinen Sponsorenvertrag mit Kellogg’s verlor, nachdem in der britischen Presse Photos von ihm aufgetaucht waren, die den Supersportler beim Marihuana Rauchen zeigten, stellte das die Betroffenen vor eine Frage: Was macht man nun mit den Cornflakes Boxen, auf denen Phelps abgebildet war. Und das war Glück im Unglück für die San Francisco Food Bank, die kostenlos Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Rund zwei Tonnen Cornflakes mit dem Konterfei von Michael Phelps wurden angeliefert. Und die gingen ganz schnell weg.


Obama, der Überpräsident

Er ist noch nicht mal einen Monat im Amt, doch Barack Obama ist überall. Das könnte schlecht sein, wenn er mal hier, mal da und dann wieder dort wäre, ohne einen grossen Plan zu haben. Aber bei diesem Mann ist irgendwie alles anders. Obama geht ganz neue Wege in Washington, sagt und macht Sachen, die vor ihm keiner so gesagt oder gemacht hat…und die man auch nicht von ihm erwartet hätte.
Trotz der Krisen und Brandherde, mit denen er umzugehen hat und die er schnell löschen muss, strahlt er eine Ruhe und Besonnenheit aus, die wirklich beruhigend ist.

Hier ein aktueller Audiobeitrag:

3 Wochen Obama