Was gibt es noch zu erforschen?

Eigentlich könnte man tagtäglich über die Wissenschaft schreiben. Und damit meine ich nicht ernstzunehmende Versuche, Entdeckungen, Beobachtungen. Ich meine den Wahnsinn sogenannter wissenschaftlicher Arbeiten, die eigentlich niemand braucht. Also, so etwas wie die Untersuchung, ob Ratten rückwärtsgesprochenes Japanisch besser oder schlechter verstehen als rückwärtsgesprochenes Hollländisch.

Ratten verstehen weder Japanisch noch Holländisch rückwärtsgesprochen.

Ratten verstehen weder Japanisch noch Holländisch, wenn es  rückwärtsgesprochen wird, ermittelte eine Studie.

Oder wie Rentiere reagieren, die Menschen in einem Eisbärenkostüm sehen. Oder ob man vorhersagen kann, wann sich eine Kuh hinlegt und wann wieder aufsteht. Oder die Arbeit über die Kräfte in den Haaren, wenn sie zu einem Pferdeschwanz gebunden sind. Oder die Untersuchung, ob die Verletzungen und Schmerzen größer sind, wenn man eine volle oder eine leere Bierflasche über den Kopf geknallt bekommt. Oder, dass Stripperinnen mehr Trinkgeld bekommen, wenn sie ihre Tage haben. Oder….“you get the point“.

Es gibt Studien und „wissenschaftliche“ Papiere zu allem. Die oben genannten Beispiele habe ich nicht erfunden, es gab diese Arbeiten wirklich. Wissenschaftler an Universitäten untersuchten all diese Phänomene, in den USA, den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz, quer rund um den Globus. Finanziert werden solche Projekte meist durch Steuergelder. Eine Art der hochbrisanten Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.

Nun haben Forscher der New Yorker Cornell University in einer neuen und sagenhf wissenschaftlichen Arbeit „herausgefunden“, dass es zu viele wissenschaftliche Arbeiten gibt. Ermittelt wurde anhand einer Datenauswertung, dass die Ergebnisse von Studien kaum noch registriert werden, da es einfach zu viele Veröffentlichungen gibt. Ich glaube, für das Geld dieser wissenschaftlichen Arbeit wäre ich zum gleichen Ergebnis gekommen.

 

Leiden für die Medizin

Die University of California San Francisco, UCSF, ist weltweit für ihre medizinische Forschung bekannt. Nobelpreisträger forschen und lehren hier, wer an Krebs oder AIDS erkrankt ist versucht hier betreut zu werden, denn die Spezialisten der UCSF haben den Ruf ein gutes Händchen in der Behandlung von Patienten zu haben. Das Krankenhaus wird jedes Jahr als eines der besten in den USA eingestuft.

Und doch, wenn es um den Tierschutz geht, da scheinen die Götter in Weiß es nicht so genau zu nehmen. Einem Bericht des US Landwirtschaftsministeriums zufolge, der nun als Grundlage für einen investigativen Artikel des San Francisco Chronicles geführt hat, fallen die Forschungslabors der UCSF immer wieder durch dramatische Verletzungen des Tierschutzes und durch Tierquälerei auf. Hier am Golden Gate versuchen Wissenschaftler im Namen der Forschung und des medizinischen Fortschritts in etlichen Bereichen durch den Tierversuch Erfolge zu erzielen. Dafür wurden allein im vergangenen Jahr rund 800.000 Nagetiere, Fische, Amphibien und Reptilien an der UCSF „genutzt“. Das sind 85 Prozent der „verbrauchten“ Tiere. Hinzu kamen 98 Affen, 162 Vögel und 467 Hasen.

Doch bei all dem Grauen dieser Tierversuche, haben es die UCSF Wissenschaftler noch nicht einmal geschafft, die Versorgung der Tiere zu garantieren. Mäuse verdursteten, ein Affe verhungerte fast, zahlreichen Tieren wurden nach Operationen im Namen der Wissenschaft keinerlei Schmerzmittel verabreicht, die Qualen etlicher Wühlmäuse wurden nach der Behandlung nicht einmal von den Laboranten notiert. Sie starben für nichts. Einem Rhesusaffen wurde ein Implantat zur Erforschung der Parkinson Erkrankung in die Schädeldecke eingepflanzt. Nach sieben Monaten wurde es entfernt, einige Schrauben blieben allerdings, wie es anscheinend üblich ist, im Kopf zurück. Doch der Affe wurde lethargisch, die Wunde wollte nicht heilen, auch weil „Petra“, wie Tierschützer den Rhesusaffen nach Bekanntwerden des Falles nannten, immer wieder an der gleichen Stelle kratzte. Schließlich wurde sie erneut operiert, die Schrauben entfernt, doch die Wunde heilte nicht. Erst nach zwei Jahren stellte man fest, dass ein Stück Acryl vom Implantat im Kopf zurück gelassen worden war, was die Schmerzen und die offene Wunde auf dem Kopf von Petra verursachte. Sie wurde schließlich eingeschläfert, doch die sichtlich gestresste und unter Schmerzen leidende Affendame blieb bis zu ihrem Tod Teil des 2,1 Millionen Dollar teuren Forschungsprojektes, das vom „National Institute of Health“ finanziert worden war.

Bereits 2005 mußte UCSF 92,500 Dollar Strafe für Verstöße gegen die Tierhaltung in den Jahren 2001 – 2003 bezahlen.  Tierschützer bewerten solche Strafen als lächerlich, gerade dann, wenn es um Forschungsaufträge in Millionenhöhe geht. UCSF muß sich derzeit erklären, wie es dazu kommen konnte, dass die für den Tierversuch ausgewählten Tiere in den Käfigen der Labors „nicht artgerecht versorgt werden“ (!).