„This land is your land, this land is my land“

„…from California to the New York Island. From the red wood forest to the Gulf Stream waters. This land was made for you and me.“ Diesen wohl bekanntesten amerikanischen Folk Song schrieb Woody Guthrie 1940. Er war ein politischer Sänger, der die Schönheiten und die Bedeutung Amerikas erkannte. Und klar war für ihn, dass Amerika allen Bürgern gehört.

Yosemite Nationalpark

Yosemite Nationalpark

Wenn Touristen durch die USA reisen, sind sie begeistert von den Nationalparks, die wohl weltweit einzigartig sind. Der Autor und Pulitzer Preis Träger, Wallace Stegner, schrieb einmal über die amerikanischen Nationalparks: „National parks are the best idea we ever had. Absolutely American, absolutely democratic, they reflect us at our best rather than our worst.“ Die Millionen Besucher Jahr für Jahr geben ihm darin wohl recht.

Doch Teile der republikanischen Partei sehen das anders. Im US Kongress wird derzeit eine Initiative geblockt, weiteres Land dem Yosemite Nationalpark zuzuführen. Eine Umweltgruppe hatte vor zehn Jahren Land von einer Familie gekauft, dass an den Park angrenzt und seit 1925 im Privatbesitz war. Für dieses Land gibt es viele Interessenten, denn es ist als Bauland für zehn Häuser ausgewiesen. Allerdings würde die Umweltgruppe gerne das Waldgebiet der Nationalparksbehörde verkaufen, um es zu bewahren. Und da ist nun der Haken. Tea Party Aktivisten, allen voran deren Abgeordneter Tom McClintock, dessen Distrikt genau hier ist, blockieren eine Erweiterung des 1939 verankerten Yosemite Nationalparks. McClintock glaubt nicht, dass es zum Wohl der Amerikaner sei, wenn man noch mehr Land unter die Aufsicht der Nationalparksbehörde stellt. Vielmehr fordert er, dass öffentliches Land für die Viehzucht, die Land- und Holzwirtschaft und den Bergbau geöffnet wird. Davon hätte Amerika mehr, als von Nationalparks, so McClintock.

McClintock muß sich in diesem Jahr einer Wiederwahl stellen. Sogar sein innerparteilicher Konkurrent, der Republikaner Art Moore, fordert den Erwerb des zusätzlichen Landes für den Yosemite Nationalpark. Moore lobt die Initiative der Umweltgruppe, die den Wert dieses Landes erkannt hat und sogar unter Marktwert das Waldgebiet der öffentlichen Hand überschreiben will. Die Tea Party, und das wird immer deutlicher, entwickelt sich mehr und mehr zu einer regierungsfeindlichen Organisation, die alles ausbremst, was auch nur annähernd mit Washington zu tun hat. Man kann nur hoffen, dass im November diese Feierabendpolitiker selbst von den Wählern ausgebremst werden..

Aus 45 mach 200.000.000

Rick Norsigian kaufte vor zehn Jahren bei einem „Garage Sale“, einem privaten Flohmarkt, eine Kiste mit Negativen auf Glasplatten. 45 Dollar zahlte er dafür. Norsigian ist Sammler und hoffte auf einen guten Fund.

Rick NorsigianZehn Jahre später sieht alles nach einem mehr als guten Fund aus. Was er da in der Kiste erwarb, sollen Originalnegative des berühmten kalifornischen Landschaftsphotographen Ansel Adams sein. Der geschätzte Wert: 200 Millionen Dollar.

Zwar erklärte Ansel Adams‘ Enkel, Matthew Adams, dass er nach wie vor Zweifel an diesem Fund habe, denn ihm sei nichts von diesen Bildern bekannt. Doch Rick Norsigian geht davon aus, dass die Negative jene sind, die eigentlich in einem Brand 1937 zerstört worden sein sollen. Der Sammler glaubt, dass die Kiste gerettet aber später nicht mehr registriert und archiviert wurde. Die Bilder wären dann die frühen Arbeiten von Ansel Adams, die er in den 20er Jahren angefertigt hatte.

Bärige Zeiten

1984 wurden in Kalifornien 4080 Schwarzbären gezählt. Zehn Jahre später waren es schon 17,800 und 2008 wuchs die Anzahl der Schwarzbären auf 37,518 an. Früher wanderten die Bären einfach für einen Snack zu Campingplätzen, traten mal kurz gegen einen Abfallbehälter und frassen die Reste auf. Das ist nun vorbei. Wer schon einmal in den kalifornischen National- oder Stateparks war, der wird die „bear proved“ Mülleimer gesehen haben.

schwarzbaerDoch die steigende Bärenbevölkerung hat nach wie vor Appetit. Fast in jedem County von Kalifornien trifft man nun auf Schwarzbären. Und nicht nur das, die bis zu 300 Pfund schweren Tiere sind vom Knacken der Mülleimer auf Hauseinbrüche umgestiegen. Immer mal wieder kommen Bewohner nach Hause und finden Mutterbär mit ihren Kleinen im Garten oder auch im selbst Haus vor. Dort leeren sie Vorratskammern und Kühlschränke und gehen nicht gerade behutsam vor.

Gerade in Wald nahen Gebieten in Nordkalifornien, wie der Lake Tahoe Area, ist das Bärenproblem riesig geworden. Die Beschwerdeanrufe bei lokalen Behörden und Polizeidienststellen stiegen in den letzten Monaten drastisch an. Die Bären haben in diesem Jahr früher als gewohnt ihre Überwinterungsplätze verlassen. Normalerweise sieht man sie erst im Mai/Juni, doch dieses Jahr waren sie schon im März auf den Beinen. Bewohner fordern nun den Schutz vor den Bären.

Das Problem ist aber auch hausgemacht. Früher lebten Grizzlies in Kalifornien, die darauf achteten, dass die Schwarzbären nicht in ihre Gegenden kommen. Doch der letzte Grizzly ist schon vor langer Zeit dem Jäger vor die Flinte gelaufen, die Schwarzbären können sich nun ausbreiten wie sie wollen. Und auch der Trend raus aus den Ballungsgebieten und in die freie Natur zu ziehen, fördert die Konfrontation mit den Felligen. Darüberhinaus wächst die Population der Schwarzbären, immer mehr Jungtiere werden gesichtet. Das alles könnte zu einem noch grösseren Problem werden.

Bärenstark

Bär im YosemiteBären bevorzugen Minivans. Das hat nun eine Studie herausgefunden, die sich mal genauer mit den Zahlen von aufgebrochenen Autos im Yosemite Nationalpark befasste. Die Wahrscheinlichkeit liegt demnach viermal höher, dass sich dort ein Bär das Auto von innen ansieht und nach Fressen sucht, wenn man mit einem Minivan unterwegs ist. Das liegt sicherlich daran, dass diese Art des fahrbaren Untersatzes eher eine Familienkutsche ist, die Kleinen auf dem Rücksitz gerne mal mit Erdnussbutter bestrichende Sandwiches rumschmieren oder andere Leckereien rumsauen. Das zieht dann des nächtens Bären an, die ganz gezielt Minivans raussuchen, denn da gibt es aus Bärensicht immer was zum Schleckern.
Der Schaden ist dann meist erheblich. Von eingeschlagenen Fenstern bis zu aufgebrochenen Autotüren, ganz zu schweigen von den zerrissenen Sitzen im Innenraum. Man fährt also wohl besser mit einem Zweisitzer nach Yosemite und isst nichts unterwegs.