„My first car was a Cadillac“

Raymond Estrada     

Als Journalist trifft man viele Menschen, hört ihre Geschichten, stellt Fragen, meist bekommt man Antworten darauf. Letztes Jahr habe ich einen Mann kennen gelernt, den ich für einen Beitrag über die Gewalt in Oakland interviewte. Raymond Estrada arbeit für „Caught in the Crossfire“, ein Programm, das jugendlichen Gang Mitgliedern beim Ausstieg helfen soll. Wenn es zu einer Schießerei in Oakland kommt, ein Opfer im Highland Hospital eingeliefert wird, geht ein Anruf gleich an Raymond Estrada. Er ist dann im Krankenhaus, stellt sich vor, redet mit Angehörigen, Freunden und dem Opfer, falls es möglich ist. So will er zuerst einmal Racheakte verhindern und dann versuchen, demjenigen zu helfen, der angeschossen wurde. Wie auch immer. Das reicht von Hilfen bei Behördengängen bis zu Umschulungsprogrammen und sogar Umzügen, falls das Opfer in seiner Nachbarschaft nicht mehr sicher ist.

Bei diesem Interview mit Raymond Estrada wurde mir langsam klar, dass er mehr zu erzählen hat, als er hier preisgibt. Nachdem der Rekorder ausgeschaltet war unterhielten wir uns noch. Und dabei ließ er durchblicken, dass er selbst eine Geschichte zu erzählen hat. Wir trafen uns mehrfach und Raymond berichtete von seiner Vergangenheit in San Jose, vom Autoklau („My first car was a Cadillac“), von seiner Schießerei, seinen 15 Jahren hinter Gittern, von brutalen Schlägereien und Messerstechereien. Schließlich seinem Wandel.

Der Audiobeitrag (siehe oben) ist ein kleiner Höreindruck zur Geschichte eines Mannes, der den brutalen Gefängnisalltag überlebt, die Statistiken besiegt und sein Leben ganz umgekrempelt hat.