The music of Haiti

Haiti BoxIch bin gerade von meinem Trip nach Juarez, Mexiko, zurück gekommen. Zuhause lag ein Paket von amazon, darin die bestellte CD Box „Haiti – Recordings for the Library of Congress“. Der Ethnologe und Folklorist Alan Lomax reiste 1936/1937 nach Haiti, um dort die einheimische Musik aufzuzeichnen und für nachfolgende Generationen zu archivieren. Nun ist diese umfangreiche CD Box erschienen. Komischer Zeitpunkt. Man hört in diesen Tagen ganz anders in.

„San Francisco is gone“

„Nichts bleibt als die Erinnerung“, das schrieb Jack London nach dem verheerenden Erdbeben vom 18. April 1906. Von der damals „schönsten Stadt der Welt“, wie es viele Reisende beschrieben, blieb kaum was übrig. Drei Tage lang herrschte das totale Chaos, die Erde bebte, eine unvorstellbare Feuersbrunst frass sich durch das Stadtgebiet. Eine unbekannte Zahl von Menschen starb, 250.000 Bewohner der Stadt verloren ihr Zuhause. Alles lag in Schutt und Asche.

San Francisco war im Jahr 1906 die grösste und wichtigste Stadt an der amerikanischen Westküste, das Finanz- und Handelszentrum des Westens. Hier war alles möglich. Gerade mal 60 Jahre alt, entwickelte sich San Francisco im Zuge der Goldgräberära zu einer Stadt der Möglichkeiten. Mehr als 400.000 Menschen lebten in der boomenden Metropole. Das frisch eingeweihte „Ferry Building“ war eines der geschäftigsten Hafengebäude der Welt.

San Francisco verglich sich damals nicht mit New York, sondern wollte das Paris Amerikas werden, wie es Herbert Ashbury in seinem Buch „The Barbary Coast“ beschrieb. Es war eine internationale Stadt mit etlichen Tageszeitungen und vielen fremdsprachigen Publikationen, darunter auch die deutsche „California Staatszeitung“.

Und alles kam in den frühen Morgenstunden des 18. Aprils zu einem jähen Ende. Noch heute erinnert man sich an „the big one“. Im Gedenken, ja. Aber auch daran, dass San Francisco wieder aufgebaut wurde und zu seiner einstigen Pracht zurück fand. Hier ist man stolz auf diesen Pioniergeist, der nichts unmöglich erscheinen lässt. Selbst ein Erdbeben der Superlative, wie es das am 18. April 1906 war und wie es hier erneut erwartet wird, vertreibt niemanden aus dieser „schönsten Stadt der Welt“.