Man lebt: „Ein Mann der Tat“ von Richard Russo

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt… Manche der Figuren in Richard Russos Roman „Ein Mann der Tat“ machen schon gar keine Pläne mehr für ihr Leben, sie sitzen in den Kneipen, heruntergekommenen Apartmenthäusern oder Wohnwangen ihrer Kleinstadt und hängen ihrer meist auch nicht rosigeren Vergangenheit nach, alten Wunden und Fehden oder verstorbenen Freunden und Verwandten.

Da ist der verwitwete Polizeichef Douglas Raymer, der zuerst bei einer Beerdigung versehentlich ins offene Grab fällt und später auch noch fast am selben Ort von einem Blitz getroffen wird. Oder der alte Schwerenöter Sully, dessen Karma ihm nach einem überraschenden Geldsegen ein tödliches Herzleiden serviert. Oder der Bauunternehmer Carl Roebuck, dem das spektakuläre Scheitern seines neuesten Projekts offenbar weniger zu schaffen macht als seine momentane Impotenz.

In etwas mehr als 48 Stunden scheinen das Schicksal, die Elemente oder auch einfach nur der dumme Zufall mit ihnen und den anderen Einwohnern von North Bath ein böses Spiel zu treiben.

Der amerikanische, 2002 für „Diese gottverdammten Träume“ mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneter Meistererzähler Richard Russo besucht in seinem neuesten Roman alte Bekannte: Die Einwohner von North Bath hat er bereits 1993 in „Ein grundzufriedener Mann“ vorgestellt – dem Buch, mit dem er in den USA den Durchbruch schaffte (verfilmt als „Nobody’s Fool“ mit Paul Newman und Bruce Willis).

Inzwischen sind Doug, Sully und Carl älter, aber nicht wirklich weiser geworden. Sie haben es sich nur auf der (scheinbaren) Verliererseite eingerichtet. Russo, der sich in seinen Romanen als humorvoller Chronist der Enttäuschten und Zukurzgekommenen auf der Kehrseite des amerikanischen Traums erwiesen hat, gönnt ihnen allen hier aber neue Chancen, auch wenn sie oft mit Gefahr für Leib und Leben verbunden sind.

Chief Raymer zum Beispiel sucht mit Hilfe eines Garagenöffners nach dem geheimen Liebhaber seiner verstorbenen Frau. Außerdem sorgen ein Unwetter, eine tödliche Schlange, ein heimtückischer Ex-Sträfling und die geistig verwirrte Frau des Bürgermeisters dafür, dass seine privaten Probleme und psychischen Defekte sich immer weiter ineinanderschrauben.

Das ist ebenso komisch wie spannend geschrieben, aber das Beste an „Ein Mann der Tat“ sind die mit großer Detailfreude, Wahrhaftigkeit und Sensibilität gezeichneten Figuren, die sich beim Lesen nachhaltig einprägen. Insbesondere der gewalttätige Fiesling Roy Purdy, aus dessen verschobener Perspektive einige der Kapitel erzählt werden, bleibt in schlimmster Erinnerung!

Andreas Frane

Richard Russo: Ein Mann der Tat. Roman. Dumont, 688 Seiten, 26 Euro.

Brunetti, der Bienenflüsterer: die neue Donna Leon

Ab auf die Insel: Donna Leon verordnet Guido Brunetti in seinem 26. Fall „Stille Wasser“ eine Auszeit auf einer Gemüseinsel vor der Lagunenstadt – und landet damit umgehend auf Platz eins der Bestsellerliste.

Mamma mia, das musste ja mal so kommen: zu viel Arbeit, Pasta, Grappa und Espresso! Kein Wunder, dass Donna Leon da die Notbremse und unseren Lieblingscommissario aus dem Verkehr ziehen musste: mit einem dramatischen Zusammenbruch.

Doch keine Angst. Der vermeintliche Herzinfarkt ist bloß ein Ablenkungsmanöver. Um einen übereifrigen Kollegen vor einer dienstlichen Dummheit zu retten. Trotzdem lautet die anschließende Diagnose: Burnout. Und Guido Brunetti wird auf die Gemüseinsel Sant’ Erasmo verbannt. Mit Zahnbürste und Minimalausstattung und Plinius (dem Älteren) statt Gattin Paola im Gepäck.

Aber gar nicht schlecht, so eine Auszeit, die der tatsächlich ordentlich gestresste Guido in einer Prachtvilla mit eigenem Bootssteg, Park und Hausverwalter verbringen darf. Wohl dem, der eine begüterte Ehefrau mit ebensolcher Verwandtschaft hat, die einem solche Annehmlichkeiten gratis überlässt.
Ab sofort also bloß noch ein Glas Weißwein pro Tag, cholesterinarmen Fisch und acht Stunden Schönheitsschlaf. Tagsüber Schwimmen in der Lagune und Bootsausflüge mit dem Verwalter. Es gab in der Weltgeschichte schon schlechtere Exile.

Ist natürlich etwas weit hergeholt, dass der dienstbare (Haus-)Geist – Davide Casati – ausgerechnet der beste Ruderfreund des eigenen Vaters war. Auch, dass sich der Commissario mit Davide quasi aus dem Stand stundenlang wie ein Galeerensträfling ins Zeug legt. Immerhin wird er so ratzfatz topfit. Und wir lernen en passant die Gewässer und Eilande vor der Stadt von einer Seite kennen, die mit Sicherheit in keinem Reiseführer verzeichnet ist. Kleiner Imker-Crashkurs inklusive.

Davide hat nämlich ein hübsches Hobby: seine „Mädchen“, wie er die Immen in zahlreichen Bienenstöcken auf den Grasinseln in den Salzmarschen vor La Serenissima, nennt. Dorthin rudert das Duo nun zwei Wochen lang. Eine Katastrophe, dass in den Körben plötzlich nichts mehr brummt und summt. Und dann ist der philosophische Honigmacher auch noch verschwunden. Schluss mit lustig für Guido Brunetti und Aus mit der Auszeit.

„Mehr nicht?“ könnten wir nun die in der Stadt lebende US-Erfolgsautorin Donna Leon fragen, deren Kultkommissar wir seit 25 Fällen und genau so vielen Jahren die Treue halten. Zugegeben: „Stille Wasser“ ist tatsächlich ein ebensolches. Keine verschachtelten Handlungsebenen, wie man das aus früheren Büchern gewohnt ist.

Auch das neue zentrale Thema – die maritime Verklappung von Giftmüll vor Ort – gab’s in „Das Gesetz der Lagune“ schon einmal. Andere brisante Themen-Eisen wie Mafia, Korruption, Sex-Tourismus, Nazis und Flüchtlingen aus Afrika sind auch schon abgegrast. Trotzdem ist Leon mit dem kritischen Zustandsbericht ihrer Wahlheimat und der Welt ein weiterer, sauberer Wurf gelungen. Sprachlich und mit seinen Bildern auf dem Punkt. Nur von Honig aus der Lagunenstadt sollte man künftig wohl besser die Finger lassen.

Kerstin Benz

Donna Leon: Stille Wasser. Diogenes, 343 S., 24 Euro.

„Das geheime Leben des Monsieur Pick“ von David Foenkinos

„Das geheime Leben des Monsieur Pick“, das neue Buch des Bestsellerautors David Foenkinos, führt amüsant in die leicht erregbare französische Literaturszene – und ein bisschen Liebe gibt es am Ende natürlich auch.

Wo landen sie wohl, jene unzähligen, von Verlagen abgelehnten Manuskripte? Im bretonischen Finistère, tief im Westen Frankreichs, gibt es eine Bibliothek dafür – und eine junge Pariser Lektorin entdeckt dort unerwartet ein Meisterwerk. Der Autor ist offenbar Monsieur Henri Pick, der einstige
Pizzabäcker des Ortes; beharrt seine Witwe auch darauf, ihn niemals lesend oder nur mit einem Buch gesehen zu haben.

Hatte dieser Mann, der lediglich Einkaufslisten verfasste, ein geheimes Parallelleben geführt? Ein sich derart um die Entstehungsgeschichte rankendes Mysterium beflügelt jedenfalls den Erfolg des Romans. Stürzt Einzelne, viele, ganz Frankreich in den Romanrausch, ja in das Gefühl neuen Selbstbewusstseins und in die tiefe Sehnsucht, selbst schriftstellerisch tätig zu werden. Ein ganzes Volk dürstet plötzlich nach Publikum!

Gleichermaßen verändert die Karriere des Romans das Leben seiner Leser, auch das seiner Entdeckerin, der jungen Lektorin. Neue Lieben entstehen, unerwartete Erfolge werden wahr, Paare gehen auseinander, was gewiss schien, gerät ins Wanken. Die bretonische Gemeinde wird von Pick-Wallfahrern überschwemmt – immer mehr Schicksale verweben sich um den Roman zu einem Netz aus Empfindungen, Träumen, Hoffnungen.

Für Literatur-Fans ist David Foenkinos „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ ein Buch über Bücher, die Liebe zu ihnen und den Bibliotheken mit ihrem so unbeschreiblichen Flair. Der Bestsellerautor (der auch schon im Nürnberger Literaturhaus zu Gast war) gräbt mit seinem Text tief in der menschlichen Seele, um dort – auf so subtile wie humorvolle Weise – die vielfach schmerzhafte Sehnsucht nach Beachtung zu entlarven. Frei von einer gewissen Langatmigkeit, sogar Umständlichkeit ist Foenkinos verschachtelter Roman dennoch nicht.

Wer lieber lauscht als liest, findet in der Hörbuchfassung mit Schauspielstar Axel Milberg ein absolut wertiges, vermutlich sogar fesselnderes Pendant! Milberg schlüpft einfühlsam und gänzlich uneitel in die so unterschiedlichen Figuren und hüllt sie in einen Erzählduktus aus feiner, nie aufdringlicher Süffisanz und wohldurchdachtem Rhythmus.

Gegen Ende des Romans lässt Milberg verstärkt darstellerisches Temperament zu – es hätte dem Text schon früher gutgetan. Das eher zögerliche Anlaufen der Erzählung befördert Foenkinos auch mit einer üppigen Figurenansammlung nicht. Sie verwirrt den Lesedrang eher, als sie diesen Roman über einen vermeintlichen Betrug im eitlen Literaturbetrieb befeuert. Doch da Foenkinos seine Helden erzählen lässt, wechselt auch der Leser ständig die Sicht: ein nicht zu unterschätzender Kniff, um ein Tempo zu suggerieren, das der Text nicht hat.

Muss er auch nicht. Unterhaltsam ist das Buch über die Macht der Bücher und die Gefühle ihrer Erzeuger allemal. Böse? Ja, auch das! Und bis zum letzten Buchstaben – den Ausgang hatte man irgendwie geahnt – mit genussvoll-eitlem Augenzwinkern garniert.

Anabel Schaffer

David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick. DVA, 336 Seiten, 19,99 Euro.
Als Hörbuch im Hörverlag, 6 CDs. Vollständige Lesung von Axel Milberg.

Im Labyrinth des Carlos Ruiz Zafon

Seit seinem Megabestseller „Der Schatten des Windes“ gehört Carlos Ruiz Zafón hierzulande zu den bekanntesten spanischen Autoren, der schon mehrfach die Bestsellerlisten gestürmt hat. Mit „Das Labyrinth der Lichter“ hat Zafón nun den vierten und letzten Band des Zyklus „Der Friedhof der vergessenen Bücher“ geschrieben, der den Leser wieder in das romantisch-düstere Barcelona der Franco-Zeit entführt und den Zafón-Liebhaber in den Bann schlägt.

Zwingenderweise muss man aber nicht die vorherigen drei Bücher gelesen haben, denn durch Rückblicke und Erläuterungen werden dem Leser die früheren Geschehnisse geschickt nahe gebracht. Allerdings ist die Freude an der Lektüre für den Kenner sicher größer, denn verschiedene Handlungsstränge werden weiter geknüpft.

Wer Zafóns Tetralogie liest, sieht keinen blauen Mittelmeerhimmel, sondern evoziert eine in Sepia getauchte Stadt, in der große Häuser oft wie gestrandete Schiffe oder Kathedralen aussehen, Brunnen ausgetrocknet und Fassaden schwarz verwittert sind. „Das Labyrinth der Lichter“ präsentiert sich als eine Mischung aus Krimi, melancholische Gothic Novel und Drama.

War es im ersten Band die Suche nach dem mysteriösen Kultautor Julián Carax, so geht es dieses Mal um Francos Nationalen Bildungsminister, der verschwunden ist. Eine Suche, die bis in die Folterkeller der Diktatur führt. Diesmal ist es nicht Daniel Sempere, sondern eine neue Hauptfigur namens Alicia Gris, die die Ermittlungen aufnimmt. Allerdings begegnet man in dem Buch auch vielen alten Bekannten, so der Buchhändlerfamilie Sempere oder dem geschwätzigen Fermín.

Alicia Gris, eine an Körper und Seele verletzte Femme Fatale – sie hat den Bürgerkrieg als Waisenmädchen überlebt – forscht nach dem Verschwundenen, wobei auch wieder die Welt der Bücher eine tragende Rolle spielt. Zafón führt den Leser durch sein Handlungslabyrinth, wobei es immer wieder zu überraschenden Wendungen kommt. Allerdings gibt es auch ein paar langatmige Passagen, so dass es angesichts der fast tausend Seiten stellenweise schwer fällt, dem Inhalt zu folgen. Nichtsdestotrotz ist das an Dialogen reiche Buch eine empfehlenswerte Lektüre für lange Sommerabende.

Ralf Nestmeyer

Carlos Ruiz Zafón: Das Labyrinth der Lichter
. Roman. S. Fischer, 944 S., 25 Euro.

Jonas Lüschers böse Satire: „Kraft“

Mit seinem hochgelobten Roman „Kraft“ ist Jonas Lüscher zu Gast bei „Lesen!“ in Fürth: am 27. Juni im Kulturforum.

Bereits mit seiner Novelle „Frühling der Barbaren“ sorgte der Schweizer Autor vor ein paar Jahren für Aufsehen – auch zum Erlanger Poetenfest wurde er damals geladen. Da hatte sich Jonas Lüscher die große weite Welt der Banker vorgenommen und bereits als Debütant bewiesen: Hier kommt keiner ungeschoren davon!

Lüscher, Jahrgang 1976, zeigte als angehendes satirisches Talent schon die allerschärfsten Krallen, stilistisch dazu fein manikürt. Manchmal könnte man bei dem in München lebenden Autor fast an Thomas Mann denken, so gezwirbelt geht es hier zur Sache – oder sagen wir: Max Goldt.

Diese Kraft hat ihn auch bei seinem jetzt vorliegenden ersten Roman nicht verlassen. „Kraft“, so der Titel, bezieht sich aber zunächst auf die Hauptfigur. Richard Kraft eben, Professor der Rhetorik aus Tübingen – genau, ein Nachfolger des berühmten Walter Jens! Der ist, trotz akademischer Ehren, privat jedoch die personifizierte Schwäche. Und nun entsprechend frustriert von längst kriselnder Ehe (Heike) und lästiger Vaterschaft (Zwillinge), zudem finanziell erschöpft. Aus einer früheren Verbindung müssen auch noch zwei Söhne versorgt werden . . .

Rettung in der Not – die er sich freilich vielleicht nur einbildet – verspricht nun die irrwitzige Ausschreibung eines im Silicon Valley reichgewordenen Deutschen, der demjenigen Forscher eine Million Dollar stiften will, der den besten Vortrag hält zum doch sehr amerikanischen Thema: Die Welt ist gut, wie sie ist – wie machen wir sie noch besser? Besser natürlich im Sinn von lukrativer. Die Computerindustrie will auch in Zukunft kräftig verdienen.

Kraft jedenfalls beißt an – zu verführerisch lockt der Köder, durch den er ein paar Wochen der Familienhölle in Kalifornien entkommt. Und der Macht der Wirtschaft war er ja schon immer zugetan – bereits während des Studiums in Berlin, wo sich Kraft mit liberal-radikalen Positionen zum Exoten im linken Uni-Milieu der 80er Jahre machte, vielleicht auch nur aus Berechnung.

Die Wiederbegegnung mit einem ungarischen Freund von damals führt nun in Stanford zu einer umfassenden Revision seines Lebens – politisch, philosophisch und paartechnisch. Gerade was seine Frauengeschichten angeht, hat Kraft genug in petto, das Jonas Lüscher pikaresk schildern und mit Peinlichkeiten aller Art polstern kann.

Dem Autor gelingt es spielend, ihn zum sympathischen Unsympathen zu machen, zum „Schwafler“ und elenden Tölpel, der nicht mal zum Paddelausflug taugt – aber den Leser doch mit seinen Gedanken und grotesken Einlagen bei Laune hält.

Die Katastrophe, ahnt man bald, nimmt unweigerlich ihren Lauf!

Wolf Ebersberger

Jonas Lüscher: Kraft. Roman. C. H. Beck, 237 S., 19,95 Euro.

Milena Moser hinter den blauen Bergen

Sie ist ein Pferdemädchen. Sie ist eine Frau in der Mitte des Lebens. Sie hat Ängste und Zweifel. Und sie hat noch mehr Mut. Sie – das ist Milena Moser. Die Schweizer Autorin macht sich wieder einmal auf, ihr Leben umzukrempeln.

Ein Pferdemädchen also. Wirklich? Und auch noch ein Pferdemädchen mit Trauma! Das kann ja heiter werden, denkt man nach der Lektüre der ersten beiden Buchseiten… Und siehe da – das wird es auch. Auch dieses Mal.

Dafür begibt sich Moser nach Santa Fe. Hier, in den USA sucht sie zum zweiten Mal in ihrem Leben Heimat. Und sich. Vieles lässt sie dafür zurück – Familie, Freunde, Besitz. Ihr Ziel ist ein kleines Häuschen, ihre „Casita“, wie sie es spanisch nennt, das sie auf einem Roadtrip erworben hat. Schreiben will sie hier, bei sich sein nach ihrer Scheidung. Ein neues Leben beginnen.

Dass sie das kann, hat sich Milena Moser immer wieder bewiesen. Und dennoch will sie es ein weiteres Mal wissen. Mit im wenigen Gepäck reist die bange Frage: „Kann ich mich noch einmal verlieben?“

Auf dem Weg zu diesem neuen Leben kommt er ihr dazwischen – der Mann, mit dem sich diese Frage recht schnell beantwortet. Ein mexikanischer Künstler, dem das Leben einiges abverlangt hat und der doch unerschütterlich mitten im selbigen steht. Doch so, wie Victor Teil ihres Lebens wird, wird er auch nur ein Teil ihres Buches „Hinter diesen blauen Bergen“. Dorthin, nach Santa Fe, reist sie schließlich doch noch nach einem ungeplanten Aufenthalt in San Francisco – im Atelier des Künstlers.

Damit beginnt die eigentliche Reise – das Abenteuer, die neue Heimat Stück für Stück zu erobern. Doch ihr Mut beschränkt sich dabei nicht nur darauf, sich auf Neues, unbekanntes Terrain zu wagen, sondern er zeigt sich auch darin, dass sie sich dabei in die Seele schauen lässt. Die damit verbundenen Ängste und Zweifel teilt. Dabei gelingt ihr auch dieses Mal wieder das typische Milena-Moser-Kunststück.

Was bei anderen Autoren schnell zur Nabelschau wird – gern auch noch mit einer Portion Larmoyanz versehen – wird bei ihr zur guten Unterhaltung: leicht, ohne oberflächlich zu sein, informativ, ohne zu belehren, vermittelt sie Geschichte in Geschichten.

Wie nebenbei macht sie die Tücken des amerikanischen Gesundheitssystems erlebbar, die Willkür der US-Behörden, wenn es nur um die Vergabe eines Führerscheins geht, erfährt etwas über die in New Mexico lebenden Indianer und die dortige Künstlerszene. Oder über die Befindlichkeiten der Schweizer, was auch in einem Nebensatz verpackt Wucht entfaltet. Denn auch darum geht es – um nationale Identität.

Und nur, indem sie einem Straßenverkäufer eine Zeitung abkauft, lernt man einen ehemaligen Raketenbauer der NASA kennen, der beruflich nach oben schoss und den das Ende des kalten Krieges kalt erwischte.

Moser hingegen findet – selbst wenn sie zwischen gestern und heute mitunter in schnellen Sequenzen springt, zahlreiche Um- und Nebenwege einschlägt – immer wieder zu ihrem Handlungsstrang zurück. Manchmal, auf solch einem Nebenweg stehend, fragt man sich, wie sie das schaffen will. Und sie schafft es schließlich auch, bei sich und in ihrer neuen Heimat anzukommen.

Damit verrät man nicht allzu viel. Denn bei Milena Moser ist der Weg das Ziel. Und die blauen Berge von Santa Fe sind wahrscheinlich ohnehin nur eine Zwischenstation…

Anja Kummerow

Milena Moser: Hinter diesen blauen Bergen. Nagel & Kimche, 256 Seiten, 21 Euro.

Die Früchte der Erinnerung: „Das Marillenmädchen“

Der Marillenbaum im Garten ihres Wiener Elternhauses ist für Elisabetta Shapiro Halt und Erinnerung an ihre Familie. Nur durch einen Zufall blieb sie damals – 1944 – verschont, als ihre Eltern und ihre beiden Schwestern Rahel und Judith ins KZ deportiert wurden. Bei Kriegsende ist sie elf Jahre alt. Einsam und alleine, nur mit den Stimmen ihrer beiden toten Schwestern im Kopf, fristet sie seitdem ihr Dasein.

Jahr für Jahr sammelt Elisabetta die Früchte des Marillenbaumes auf, den einst ihr Vater pflanzte, und kocht daraus Marmelade. Im Keller stapeln sich die Gläser, fein säuberlich mit der Jahreszahl versehen, wie ein kostbares Vermächtnis, das bewahrt werden muss. Ein Glas aus dem Jahre 1944 ist gekennzeichnet mit „M plus A“, Marille und Arsen. „Es ist nur für den Notfall, Kezele“, sagte die Mutter damals zu Elisabetta. „Falls sie dir was tun wollen und ich dir nicht helfen kann.“

„Das Marillenmädchen“ von Beate Teresa Hanika, die bereits mehrere erfolgreiche Jugendbücher schrieb, ist ihr erster Roman für Erwachsene. Die Ich-Erzählerin Elisabetta ist inzwischen eine alte Frau, sie erzählt die Geschichte von Pola, einer jungen Deutschen, die bei ihr zu Untermiete wohnt – was kein Zufall ist. Die Schicksale der jungen Tänzerin und der alten Dame sind unweigerlich miteinander verknüpft.

Die Zeiten in dem intelligent gebauten Roman sind nicht klar voneinander getrennt und wechseln oftmals von Absatz zu Absatz, so wie eben auch Elisabettas Gedanken immer wieder in die Vergangenheit abschweifen. So werden parallel die Geschichten von Pola aus der Gegenwart und Elisabetta aus der Vergangenheit erzählt, bis die beiden Erzählstränge schließlich ineinander münden und die Geschichte komplementieren.
 
Durch die unterschiedlichen Zeitebenen und Erzählperspektiven, die oft fließend ineinander übergehen, erschließt sich das Buch nicht sofort. Hinzu kommt die Namensgleichheit von Elisabettas Schwester und ihrer Enkelin, was die Zeitlinien zusätzlich verwischt. Vieles bleibt offen und unausgesprochen oder wird nur angedeutet in kleinen Gedanken- und Erinnerungssplittern.

Der lakonische Erzählstil, die melancholisch-nachdenkliche Grundstimmung, die poetisch-sensible Sprache, all das wirkt sehr berührend und zieht den Leser tief in die Geschichte hinein. Das Tragische ist, dass Elisabetta zweimal dasselbe Schicksal erleiden muss. Es ist ein Buch über alten und neuen Antisemitismus und zeigt auf erschreckende Weise, dass manche Menschen nichts aus der Geschichte gelernt haben.

Und trotzdem behält der Roman einen lebensbejahenden Grundton. „Irgendwer muss vergeben. Irgendwer muss seine Hand hinstrecken“ – um nicht selbst zu zerbrechen, um endlich Frieden zu finden. Eine bittersüße Erzählung.

Michaela Höber

Beate Teresa Hanika: Das Marillenmädchen. Roman. btb Verlag, 254 Seiten, 19,99 Euro.

Bob Dylan trifft Tomas Espedal

Es gibt wenige, die den radikalen Weg zwischen biografischem und fiktionalem Erzählen so verfolgen wie der norwegische Autor Tomas Espedal und der amerikanische Musiker Bob Dylan. Fast zeitgleich sind nun Bücher von beiden erschienen.

„Einige Jahre suchte ich fast verzweifelt nach einem Beruf, der mich vom Schreiben befreien könnte.“ Schreibt Tomas Espedal. Als wolle er sich mit dem Schreiben vom Leben befreien. Oder vom Lieben. Ums Schreiben, Leben, Lieben kreisen seine Gedanken.

„Biografie. Tagebuch. Briefe.“ ist ein sehr nüchterner Titel für die jüngste Veröffentlichung des Romanciers auf Deutsch. Doch die Klarheit schließt ja die brennenden Sätze nicht aus, die darin stecken. „Es gehört nichts dazu, zu reisen, neue Orte zu sehen, schwieriger ist es, jeden Tag dieselbe Strecke zu gehen . . . um einen neuen Gedanken zu finden, eine ganz neue Art, derselbe zu sein.“

Sein Kollege Karl Ove Knausgård hat ihm wohl einmal auf einer Party gesagt, er schreibe so „schön“. Was Espedal zu denken gab. Für den 1961 in Bergen Geborenen, der zu den preisgekrönten Autoren seines nordischen Landes zählt, ist „schön schreiben“ wohl eines der letzten Dinge, worum es ihm geht – passionierter Pendler zwischen dem erlebten Alltäglichen und dem Fiktiven, der er ist.

Seine große Ernsthaftigkeit und auch Schonungslosigkeit beim Schreiben macht die atemberaubende Qualität seiner überwiegend kurzen Kapitel aus. Auch in der Poesie geht er keine Kompromisse ein, weder vor sich, noch vor seinen Lesern.

Der Handlung dieses außergewöhnlichen, zuweilen sehr intimen Buches voller Gedankenanstöße liegen einschneidende biografische Brechungen im Leben des Autors zugrunde. Er schreibt vom Tod der Mutter und zeitnah von dem seiner Frau, einer Schauspielerin, mit der er zwei kleine Töchter hat. Die Pole seines Alltag verlaufen zwischen dem Gefordertsein als plötzlich alleinerziehender Vater und der Selbstbespiegelung als Schriftsteller, der zwischen Notwendigkeiten wie dem morgendlichen Anfeuern, Wecken, Frühstückmachen und die Mädchenschulfertigmachen sein Warten und Finden von Worten im kaum 30 Meter vom Wohnhaus entfernten Gartenhaus beschreibt. Dort, wo Romane wie „Wider die Kunst“ und „Wider die Natur“ entstanden.

Er hat Trinkphasen. Er hat eine Liebesbeziehung mit einer viel zu jungen Frau. Er hat Fluchten in die Stadt. Aber letztlich strandet er immer bei sich und der Literatur. Und wie einer seiner auch ins Deutsche übersetzten Romane „Gehen“ hieß, verströmen auch seine kurzen Texten zwar Ruhe, doch nie Stillstand. Espedal ist – durchaus artverwandt mit W. G. Sebald oder dem frühen Peter Handke – ein großer Wanderer, der in einer Lebenskrise offenbar halb Europa zu Fuß durchschritt. Wer Sebald und Handke gerne gefolgt ist, wird auch mit diesem die Worte wägenden Norweger einen Weggefährten finden. Weggefährten können aber kauzig sein.

Wie wenig sich einer wie Bob Dylan um seine Außenwahrnehmung als Kauz schert, geht aus dem nun veröffentlichte Buch „Planetenwellen“ wunderbar hervor. Auf Deutsch und Englisch zweisprachig gedruckt, enthält es Gedichte und Prosatexte aus den Jahren 1963 bis 1978, bei deren Übersetzung Heinrich Detering einen guten Job geleistet hat.

Reden und Essays bis hin zu Dylans – sehr, sehr artig ausgefallener – Nobelpreis-Tischrede von 2016 ergänzen die frühen Schriften, kommen aber eher wie ein verkaufstaktischer Bonus-Track daher. Gerade in Anbetracht von Dylans frühen Gedichten, die ihm als Steinbruch für Alben von „Bringing it all back home“ (1965) bis „Live at Budokan“ (1975) dienten. „Und du springst aus dem bett, dass die träume vor dir fliehen/Und du fragst dich und du weißt es nicht/hast du selbst im traum geschrien/Und du weißt du brauchst jetzt etwas um himmels willen/Und du weißt keine droge kann dir diesen wunsch erfüllen/Und kein schnaps im ganzen land kann deine hirnblutung stillen“ schreibt da der wütende junge Mann in „Letzte Gedanken über Woody Guthrie“. So wie er andernorts zarte Zeilen für Joan Baez fand.

In den siebziger Jahren schmeißt Dylan solche Poesien jedoch zum Hotelfenster hinaus und probiert zerstörerische Stilformen aus. So dass man als Leser entweder einen satanischen Pakt mit dem Assoziationsstrom eines alle Verständlichkeiten torpedierenden Kunstschreibers eingehen muss – oder verwirrt auf der Strecke bleibt.

Bei all dem fehlt es Dylan offenbar nicht an Humor, Heinrich Detering erwähnt aufschlussreiche Stellen. Ein Schlüsselzitat aus Dylans Stellungnahmen, Reden und Essays lautet: „Die Kritiker haben auch gesagt, ich lebte davon, Erwartungen zu enttäuschen. Wirklich? . . . Als ob ich abends lange aufbliebe und mich fragte, wie ich das anfange . . . Erwartungen enttäuschen. Ich weiß nicht einmal, was das bedeutet und wer Zeit dafür hat.“

Dylans „Planetenwellen“ und Espedals „Biografie. Tagebuch. Briefe.“ sind bei aller Unterschiedlichkeit wagemutige Beispiele für den schmalen Grat einer Literatur zwischen Kunst und Ich. Auch im Sinne eines Thomas Mann, den Espedal zitiert, weil dieser Schriftsteller einmal als Menschen bezeichnet hat, denen es schwerer fallen würde, Texte zu schreiben als anderen. Hier mit bestem Ergebnis.

Christian Mückl

Tomas Espedal: Biografie. Tagebuch. Briefe. Matthes & Seitz, 347 Seiten, 25 Euro.
Bob Dylan: Planetenwellen. Hoffmann und Campe, 496 Seiten, 24 Euro.

Tommie Goerz im Bierkeller

Tommie Goerz ist bekannt geworden durch sechs Franken-Krimis, in denen deutlich wird, dass die Hauptfigur Friedo Behütuns sehr gerne mal die lärmigen Großstädte der Metropolregion verlässt und sich auf einem Keller in der Fränkischen Schweiz ein oder zwei Seidla fränkischen Landbieres gönnt. In Goerz’ neuem Bändchen „Auf dem Keller“ geht es mitnichten um Kriminalfälle, sondern um Geschichten rund um Bierkeller und das dort dargereichte Hauptgetränk.

„Hans“ heißt in diesem Bändchen mit 35 Geschichten aus der fränkischen und Oberpfälzer Umgegend die Hauptfigur. Dessen Erlebnisse sind keineswegs kriminalistisch spannend; Tommie Goerz nähert sich dem Thema eher (bier-)philosophisch. Und der Hans hat die Geschichten nicht alle selbst erlebt; manche sind ihm auch zugetragen worden.

Goerz stellt existenzielle Fragen wie, warum es auf Kellern keine Bedienungen gibt oder warum die Wirte der Bier-Tempel nach außen hin oft „mufflerd“ wirken – und er gibt stichhaltige Antworten. Insofern ist das Büchlein auch ein Kompendium der fränkischen Seele.

Viele kleine Erlebnisse machen den Reiz von „Auf dem Keller“ aus. Ein Beispiel: „Die Vielfältigkeiten der Antworten ist doch immer wieder überraschend. Auch hier, als dem Hans ein Wirt auf die Frage ,Wos hobbdern nu zeann Essen?‘ mit einer Gegenfrage geantwortet hatte: ,Kald oder warm?‘ Der Hans entschied sofort: ,Scho lieber warm.‘ Darauf der Wirt, furztrocken und wie selbstverständlich: ,Mir hamm blos nu kald.‘ Man weiß bei fränkischen Wirtsleuten halt nie, was man für eine Antwort bekommt.“

Solche überraschenden Alltagserlebnisse sind der Stoff, aus dem dieses Bändchen gewebt ist. Es geht um die Langsamkeit, die einen auf dem Keller umfängt, um den Seelenfrieden, den man nur hier richtig genießen kann, und um fränkische Schläue. So antwortet ein Wirt dem Hans auf die Frage, ob es bei ausgedehnten nächtlichen Festivitäten denn nicht zu Beschwerden komme: Höchstens die Jäger, die die Reviere rund um sein abgelegenes Lokal gepachtet haben, könnten sich beschweren. „Deshalb hobbi die Jachd edds ah pachd.“

Tommie Goerz hat sich genau umgeschaut und noch genauer hingehört in den fränkischen Bier-Oasen, doch macht er sich auch ums Essen seine Gedanken: Karpfen mit und ohne Ingreisch, Karpfen in Bierteig mit Soße und was der Leckereien mehr sind . . . Und auf die Frage, ob man auch etwas ohne Fleisch zum Essen haben könnte, antwortet die Wirtin des Dorfgasthauses, sie könne Bratwürste machen . . . Denn Fleisch, das ist für den Franken immer am Stück; ist es durchgedreht, ist es kein Fleisch mehr, sondern Gehäck, Wurst oder so etwas.

Eine Liebeserklärung an Franken hat Tommie Goerz hier verfasst, eine Liebeserklärung, die aber auch die kleinen Schwächen dieses Stammes nicht verschweigt und sie humorvoll auf die Schippe nimmt…

Friedrich G. Stern

Tommie Goerz: Auf dem Keller. Biergeschichten. Verlag ars vivendi, 218 Seiten, 14 Euro

Armistead Maupins letzte „Stadtgeschichten“

In sechs Bänden erzählte Armistead Maupin zwischen 1978 und 1989 seine „Stadtgeschichten“ aus San Francisco, zuerst als Fortsetzungsromane für den „San Francisco Chronicle“, dann in Buchform. Ein Zyklus, ein lustvoller Reigen um hetero-, homo- und transsexuelle Stadtbewohner und frisch Zugezogene, die sich zwischen den Nachwehen der sexuellen Revolution und der AIDS-Epidemie der 80er Jahre zu Wahlverwandtschaften zusammenfinden.

Zentrum, Grande Dame und Mutterfigur des Zirkels ist die geheimnisvolle Anna Madrigal, die früher einmal Andy Ramsey hieß. Als 92-Jährige ist sie nun die Titelheldin in der dritten Fortsetzung (nach „Michael Tolliver lebt“ und „Mary Ann im Herbst“), die Maupin seit 2007 nachgeliefert hat. Und diesmal sollen es nun wirklich – das orakelt schon das deutsche Buch-Cover – „die letzten Stadtgeschichten“ sein. Zeit also, den Kreis zu schließen und zu Ende zu erzählen? Die Handlungsfäden zu kappen und die Figuren – durchaus buchstäblich – sterben zu lassen?

Glücklicherweise ist der inzwischen 72 Jahre alte Maupin in „Die Tage der Anna Madrigal“ dazu nicht bereit. Die Sterblichkeit wird den ihren Leserinnen und Lesern ans Herz gewachsenen Charakteren zwar schmerzlich bewusst, gerade im Fall von Anna Madrigal spielt die Konfrontation mit den Schatten der Vergangenheit im Angesicht des Todes sogar eine zentrale Rolle. Aber durch Brians Tochter Shawna und Annas Mitbewohner Jake kommt auch eine neue Generation hier zu ihrem Recht und sucht nach ihren jeweils eigenen Lebensentwürfen.

Zwei Reisen, die am Schluss ineinander münden, geben im 9. Roman der Reihe die Richtung vor: Die „unwürdige Greisin“ Anna macht sich mit Brian und seiner neuen Frau Wren auf den Weg nach Winnemucca, Nevada, um Abbitte für eine alte Schuld aus ihrer Jugend zu leisten. Dabei wird auch endlich das Geheimnis enthüllt, wie und warum sie sich als Mrs. Madrigal neu erfunden hat.

Gleichzeitig lässt sich Michael Tolliver von seinem Partner Ben dazu überreden, am jährlichen Burning Man-Festival in der Wüste von Nevada teilzunehmen. Die eine Reise geht in die Vergangenheit, die andere zeigt Perspektiven für die Zukunft auf: Shawna hegt den heimlichen Plan, sich inmitten des Trubels schwängern zu lassen, Transgender-Boy Jake hofft auf die Aufmerksamkeit seines Freundes Amos. Das Leben will – trotz aller Katastrophen – gefeiert sein.

Noch einmal breitet Amistead Maupin sein entspanntes, souveränes Erzähltalent vor uns aus. Es ist bitte, bitte nicht das letzte Mal. Warum wir allerdings seit der amerikanischen Erstveröffentlichung im Januar 2014 bis jetzt warten mussten, um „Die Tage der Anna Madrigal“ in Deutschland genießen zu können, bleibt ein weiteres Rätsel des Buchmarktes.

Andreas Frane

Armistead Maupin: Die Tage der Anna Madrigal. Roman. Rowohlt, 334 Seiten, 10,99 Euro.