Daniel Kehlmanns großer neuer Roman „Tyll“

Auf den Spuren des Simplicissimus: Hat Daniel Kehlmann mit „Tyll“, soeben erschienen, sein bestes Buch geschrieben? Die ersten Lobeshymnen legen es nahe. Selbst einem bluttriefenden Thema wie dem Dreißigjährigen Krieg gewinnt der deutsche Erfolgsautor jedenfalls auch bewusst unterhaltsame Aspekte ab. Ein historischer Roman als zeitloses Schreckensbild – und große Gaukelei.

Daniel Kehlmann auf der Frankfurter Buchmesse (Foto: Dedert, dpa)

Selbst Shakespeare tritt hier auf: sehr charmant. Gerade hat er am englischen Königshof sein neuestes Stück „Hamlet“ aufführen dürfen, nun bedenkt er die kunstsinnige KönigstochterElizabeth – vom Theater ganz allgemein, von ihm ganz besonders angetan – mit einem untertänigsten Handkuss. Ach, wären alle Künstler doch so angenehm! Tyll, ihr Narr und Unterhalter, wird ihr die Wahrheit ganz anders servieren – knallhart ins Gesicht, auf Augenhöhe, ohne geringsten Respekt. Aber dafür, wie er selbst umgehend einwenden würde, wird er ja bezahlt!

Tyll, das ist der mehr oder weniger verbürgte Till Eulenspiegel oder eben Tyll Ulenspiegel, den sich Daniel Kehlmann als seinen jüngsten Romanhelden auserkoren hat. Wie man es von einem ironisch geprägten Erzähler wie Kehlmann erwarten konnte, aber nicht als blanke Biografie des mittelalterlichen Spaßvogels und Bürgerschrecks oder als süffiger Historienschmöker à la Sabine Weigand, Iny Lorentz oder Ken Follett, sondern als kühnes literarisches Spiel.

Nicht nur, dass dieser „Tyll“ seiner eigentlichen Epoche entrissen wird und, gewissermaßen als zeitlos brauchbarer Mythos, aus dem 14. flugs ins 17. Jahrhundert versetzt wird, er ist – genau genommen – nicht mal die Hauptfigur im hier aufgespannten Panorama. Kehlmann, dieser rebellierende Musterschüler, nutzt ihn als eine Art narrative Staffel, die er von Episode zu Episode reicht, um die Lebens- und Sterbewelt des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) in allen möglichen Facetten zu beleuchten.

Wie raffiniert und spannend er dies macht, zeigt bereits das erste der insgesamt acht Kapitel, aus denen „Tyll“ besteht. Da tritt der Artist auf seinem Hochseil in einem kleinen Bauerndorf auf, das bislang von den Verheerungen des Krieges verschont blieb. Das Chaos freilich, das Tyll Ulenspiegel auslöst, als er alle Zuschauer dazu auffordert, doch ihre rechten Schuhe nach ihm zu werfen (die sie dann natürlich wiederhaben wollen), ist wie ein Vorzeichen jener Vernichtung, der hier am Ende keiner entgehen wird. Das Kapitel wird erzählt als Rückblende – es sprechen die Toten selbst, ein Chor der namenlosen Opfer.

Tyll, dieser Schelm, ist dabei nicht nur ein Spiegel der jeweiligen gesellschaftlichen Situation, er ist auch eine dämonische Figur. Mager, hohlwangig, uniformiert mit Lederkappe und Wams: ein früher Horrorclown, der gnadenlos böse die Mächtigen wie die einfachen Massen reizt und herausfordert. Am Nächsten kommt man ihm wohl als Kind: Sohn eines einfachen Müllers, der dennoch von Wissen und Weisheit träumt und sowohl sich wie anderen mit seinen heilerischen Kenntnissen (und hier und da dem passenden Zauberspruch) weiterhilft.

Das wird ihn leider den Kopf kosten. Zwei Jesuiten bringen den alten Ulenspiegel als „Hexer“ an den Galgen, hemmungslos folternd und selbst den kleinen Tyll zu belastenden Aussagen gegen den Vater zwingend. Der spätere Gelehrte Athanasius Kircher ist einer von ihnen – und wird von Kehlmann als wahrlich teuflische Figur, die auch noch mehrfach auftaucht, gezeichnet.

Mehr noch freilich ist es der Moloch der scheinbar religiös motivierten, letztlich aber als reines Hauen und Stechen, Rauben und Morden endenden Kriegsmanöver, der – egal von welcher Seite – die deutschen Lande blutrünstig verschlingt. Abgeholzte Wälder, verbrannte Erde, ein Heer von Krüppeln und Berge von Leichen: Kehlmann führt den Leser aufs Kriegsfeld und in die Krankenlager. Hunger, Leid und Gestank überall.

Was bedrückend wäre, wenn er – wie in seinem umwerfenden Durchbruchsroman „Die Vermessung der Welt“ (2005) – nicht auch feinere, fröhlichere Saiten anschlagen würde. Eben mit jener Elizabeth, der Enkelin von Maria Stuart, die mit dem pfälzischen Kurfürsten Friedrich verheiratet wird. Als „Winterkönig“, den sich die Böhmen gegen den Kaiser wählen, ging er, glücklos und verspottet, in die Geschichte ein. Nach seinem frühen Tod wird sie, eine herzerwärmende, kluge Frau, mit allen Mitteln um die verlorene monarchische Würde kämpfen. Und Kehlmann scheint ganz bei ihr.

Natürlich ist er als Autor selbst ein Narr und Eulenspiegel: ein luftiger Artist, der elegant und leichthändig mit Geschichten, Zeiten, Menschentypen jongliert. Keck entzieht er sich der Festlegung, spielt mit der Wahrheit, streckt jedem, der es genau wissen will, die Zunge heraus – und ein bisschen Magie ist auch mit dabei. Einen historischen Roman mag man „Tyll“ also kaum nennen. Die Kapitel sind stilistisch wie bunte Bälle, jeder anders, gegen die Chronologie in die Höhe geworfen. Fange sie auf, wer kann.

Wolf Ebersberger

Daniel Kehlmann: Tyll. Roman. Rowohlt, 474 Seiten, 22,95 Euro.

Frankreich von unten: Virginie Despentes

Wie sexy ist der Absturz? Die Französin Virginie Despentes, als Romanautorin eine Art weibliche Ausgabe von Michel Houellebecq, folgt in „Das Leben des Vernon Subutex“ einem gescheiterten Plattenverkäufer beim Couchsurfing durch die französische Gesellschaft.

Virginie Despentes (Foto: Hidalgo,dpa)

Bist du über 40, heißt es im Buch, gleicht die Welt einer bombardierten Stadt. Paris duldet dich nur noch als Eigentümerkind. Wenige Orte, wo du im Warmen sein kannst, ohne zu zahlen.
Vernon Subutex steht vor den Trümmern seiner Existenz. „Er hatte seinen Platz, den des Plattenverkäufers. Weniger angesehen, als der des Gitarristen, aber in der Hierarchie immer noch über der des letzten Deppen. Er brach Mädchenherzen.“ Doch der Niedergang der Musikindustrie riss ihn mit.

Und jetzt? Ist der, der zuletzt seine Miete bezahlte, tot. Sein Gönner hieß Alex Bleach, Typ Gainsbourg für Junge. Bandkumpel von früher, der dann richtig Erfolg einfuhr – bevor er sich in einer lausigen Hotelzimmerbadewanne das Leben nahm.

Vernon Subutex – den Vornamen hat die Autorin beim Schriftsteller Boris Vian, den Nachnamen bei einem Schmerzmittel für Junkies entlehnt – hinterließ Bleach im Drogenrausch immerhin ein Vermächtnis: die Aufzeichnung seiner Lebensbeichte.

Manch einer in Paris, den das brennend interessiert. Aus welchen Motiven auch immer. Während Subutex’ Kraft dafür draufgeht, einen Platz zum Schlafen zu finden – wofür er via Facebook alte Szenegeschöpfe kontaktiert, die alle irgendwie gefallene Engel und Teufel aus der Musik-, Porno-, Drogen- oder Familienhölle sind –, starten Bleachs Erbschleicher bereits die Jagd auf die kostbaren Kassetten in seinem Besitz . . .

Die Schrifstellerin Virginie Despentes, Jahrgang 1969, ist selbst ein gebranntes Kind. Wie ihre Protagonisten geprägt von der Ära Kurt Cobain, Zeugin einer Zeit, in der „Musikhören noch etwas Sinnstiftendes war“, probierte sie es im richtigen Leben erst als Plattenverkäuferin. Brauchte dann Geld und verkaufte ihren Körper. Sie weiß, wovon sie schreibt, wenn im Roman Porneusen wie Pamela oder Votka Satana aufkreuzen.

Despentes entwirft sie mit anrührender Empathie. Überdies wäre es wohl leicht gewesen, auch die anderen Exzentriker, Täter und Opfer aus Subutex’ Kosmos zu karikieren. Den rechtslastigen Drehbuchautor. Die fett gewordene Ex-Gitarristin. Die verlassene Wohlstandsgattin. Oder Marcia, die transsexuelle Brasilianerin, die früher ein Junge war.

Despentes wählt einen respektablen Weg der Worte. Ihre Sprache ist energisch und klar. Der Roman kommt Tauchgängen in Gehirnströme von Menschen gleich, die sich irgendwie irgendwo wiedergefunden haben. Wütend. Sehnsuchtsvoll. Schicksalsergeben. Eine der soghaftesten Sequenzen dieses Buchs schildert die Euphorie einer Partynacht auf Drogen. Subutex hat als DJ einen letzten, ungeahnten Höhenflug.

Dass sie schreiben kann, hat die Autorin schon bewiesen, ihr Debüt „Baise moi – Fick mich“ hat sie selbst erfolgreich verfilmt. In „Apocalypse Baby“ brachte sie 2010 ihre Vergewaltigung als junge Frau zu Papier.

Subutex hat halbherzigen Sex mit Gefährtinnen, die ihm Obdach geben. Eine Frau, die sich Hyäne nennt, hat sich auf das Zerstören von Karrieren im Internet spezialisiert. Auch sie nimmt Witterung auf. Es gibt Berührungspunkte zwischen den Protagonisten. Schmerzhafte. Die Tochter trägt Kopftuch, seit sie die Pornovergangenheit der Mutter erfuhr. Ein H&M-Verkäufer, hasserfüllt bis in die rasierten Haarwurzeln, geht auf Obdachlose los. Solche wie Olga. Die – Körpergröße XXL – Subutex mit Bettlertricks aushilft, als dieser schon „besoffen“ ist vom „Vorbeimarsch der Ärsche“ auf seinem Stück Gehweg. Die Kälte ertragen: ein Vollzeitjob.

Noch eine Frage: Was wäre von Patrice, dem Gewalttätigen, dessen Familie weg ist, noch übrig in der sozialen Schicht „der Fußabtreter, der Pissbecken“ – ohne die Wut? Wenigstens seine Faust hat „die Wucht einer gottverdammten Vollzeitstelle“. Dass Patrice Rocker wie Subutex beneidet, „die es schaffen, direkt bei der Senilität zu landen, ohne über das Feld des Erwachsenseins zu gehen“, gesteht er sich ein.

Aber was weiß er? Was wissen wir? Despentes vermittelt eine packende Ahnung.

Christian Mückl

Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex. Kiepenheuer & Witsch, 400 Seiten, 22 Euro.

Mit 60 Jahren wird Nick Cave zum Comic-Helden

Dass Reinhard Kleist ein Faible für die düsteren Gestalten der Musikwelt pflegt, ließ schon seine liebevolle Comic-Hommage an Country-Ikone Johnny Cash erahnen. Nun hat sich der mehrfach preisgekrönte Zeichner aus Berlin mit Nick Cave einen anderen „Man in Black“ vorgenommen. Der Frontmann der Bad Seeds, der soeben 60 Jahre wurde, gilt als ähnlich schillernde, komplexe und spätestens seit dem tragischen Unfalltod seines Sohnes von inneren Dämonen geplagte Persönlichkeit.

Nick Cave, das Kunstwerk. (FOTO: Reinhard Kleist, Buch-Illustration aus Nick Cave And The Bad Seeds, Carlsen Verlag)

Die 328 Seiten starke Graphic Novel „Mercy On Me“ (Carlsen Verlag, 24,99 Euro) funktioniert denn auch nicht als klassische Biografie mit streng chronologischer Erzählstruktur. Sie ist vielmehr der virtuose, phasenweise surrealistische und mit viel künstlerischer Freiheit angereicherte Versuch der Annäherung an einen Menschen, der schon zu Lebzeiten an der Schwelle zum Mythos steht.

Zwar schildert Kleist in expressiven, kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern den Aufstieg eines grüblerischen Teenagers aus dem australischen Warracknabeal zum weltweit gefeierten Rockstar; die markanten Ereignisse und Wendepunkte in Caves Karriere dienen dabei aber allenfalls als grobe Klammer. Detailverliebt erzählt Kleist von Caves erster Band The Boys Next Door, aus der die legendären The Birthday Party erwuchsen, lässt die drogengetrübten, manischen Punkjahre in Berlin und London Revue passieren und erinnert an illustre Weggefährten wie Mick Harvey, Anita Lane, Lydia Lunch, Blixa Bargeld, PJ Harvey oder Kylie Minogue.

Dazwischen webt der 47-Jährige aber immer wieder furios illustrierte Songtexte ein oder lässt Cave in Visionen auf die gepeinigten (und am Ende meist toten) Figuren seiner eigenen morbiden Lieder und Romane treffen: etwa die adrette Wasserleiche Elisa Day („Where The Wild Roses Grow“), den unschuldigen Delinquenten auf dem elektrischen Stuhl („The Mercy Seat“) oder den sterbenden Ausreißer aus dem „Hammer Song“.

Und spätestens wenn auf dem Weg nach Genf noch Blues-Pionier Robert Johnson in Caves Auto steigt und die Fahrt mit einem großen Knall im Teilchenbeschleuniger endet, sind auch die letzten Grenzen zwischen Fakt und Fiktion pulverisiert. So gerät „Mercy On Me“ zu einem faszinierenden und bisweilen bizarren Panoptikum, das Leser, die mit Caves Schaffen nur wenig vertraut sind, allerdings etwas überfordern könnte.

Als ideale Ergänzung dient das im LP-Format gehaltene, prachtvolle Artbook „Nick Cave & The Bad Seeds“ (Carlsen, 24,99 Euro), in dem Kleist weitere Porträts, Skizzen und Comicstrips aus dem Cave-Kosmos versammelt.

Uli Digmayer

Ganz anders: Jami Attenbergs „Ehemänner“

Manche Sätze wirken wie das Schrillen eines Weckers am frühen Morgen. Dieser zum Beispiel: „Ich warte auf den Tod meines Mannes, sechs Jahre schon.“

Jami Attenberg (Foto: Zack Smith)

So beginnt der neue Roman „Ehemänner“ von Jami Attenberg. Doch keine Sorge, es handelt sich nicht um eine Abhandlung über einen Beziehungskrieg. Ganz im Gegenteil. Es geht vor allem um Liebe, Trauer, Verlust und Neubeginn.

Jarvis Miller ist ein sensibles Wesen. Seit ihr Mann Martin im Koma liegt, hat sie aus Kummer und Verzweiflung aufgehört, am Leben teilzunehmen. Am liebsten würde sie im Bett liegen bleiben und sich die Decke über den Kopf ziehen, bis ihr Mann wieder aufwacht und einfach der alte ist. Aber das wird er niemals wieder sein.

Martin und Jarvis sind in New York zu Hause, er ist ein viel beachteter Künstler, sie die Frau an seiner Seite, die ihn anhimmelt und deren Schutzbedürftigkeit seinem Ego gut tut. Die beiden sind jung, glücklich und auf Partys immer gerne gesehen.

Eines Tages stürzt Martin bei der Arbeit – er ist Künstler – von einer Leiter, verletzt sich schwer am Kopf und taucht ins Nirgendwo ab. Betreut wird er von nun an in einem Heim, seine Frau besucht ihn regelmäßig. Bis sie nicht mehr kann. Jarvis wird mehr und mehr bewusst, dass sie in einem Totenreich lebt, aus dem sie ausbrechen muss. Dabei helfen ihr Begegnungen in einem Waschsalon – mit anderen Ehemännern.

Die US-amerikanische Schriftstellerin Jami Attenberg, Jahrgang 1971, ist eine Spezialistin für Menschen, die unsanft aus ihrem Alltag gerissen werden. In ihrem neuen Roman lässt sie nicht nur Jarvis’ Welt aus den Fugen geraten. Alle, mit denen die junge Frau zu tun hat, werden am Ende der Geschichte nicht mehr die selben sein . . .

Jarvis selbst steht schließlich vor der wohl wichtigsten Entscheidung ihres Lebens – und sie trifft die richtige.

Gabi Eisenack

Jami Attenberg: Ehemänner. Roman. Aus dem Englischen von Barbara Christ. Schöffling & Co, 328 Seiten, 24 Euro.

Krimi ganz innen: „Offshore“ von Petros Markaris

Seine Fans wissen es längst: Wenn Petros Markaris liest (und mehr noch erzählt), geht es jedes Mal lustig zu. Im Nürnberger Literaturhaus stellte der beliebte Grieche seinen neuen Krimi „Offshore“ vor.

Autor Petros Markaris vor der Akropolis in Athen. (FOTO: Regine Mosimann/Diogenes Verlag)

Es könnte alles so schön sein! Die bis ins Existenzielle reichende Krise scheint – nach sechs mageren Jahren – endlich überwunden. Das Land atmet auf, hat wieder Geld, in Athen macht sich der Aufschwung allerorten bemerkbar: Die Griechen gehen wieder italienisch essen!

Sogar die ausgewanderten Reeder kehren einer nach dem andern zurück in die Heimat – eine Geste mit großem symbolischen Wert. Warum also kann sich Kommissar Kostas Charitos nicht so richtig freuen – und das trotz angekündigter Gehaltserhöhung?

Nun ja, selbst der unbedingt an das Gute im Menschen glaubende Held von Petros Markaris muss erkennen, dass irgendetwas faul ist an der neuen, patriotisch geradezu verordneten Harmonie. In seinem neuen Fall „Offshore“ wird er mit Opfern konfrontiert, die keine andere Deutung zulassen. Zuerst wird ein hoher Mitarbeiter der Tourismusbehörde erschossen, der für die lukrative Vergabe von Yachtplätzen zuständig war. Die Täter, zwei Flüchtlinge, sind schnell gefasst. Zu schnell, meint der Kommissar, der das Ganze für eine knallharte Hinrichtung hält.

Und warum drängt der neue Vizepolizeipräsident – ohnehin ein lästiger Amtsschimmel – ständig darauf, keine weiteren Ermittlungen zu führen? Was soll vertuscht werden, welcher Hintermann geschützt? Eine Mauer des Schweigens, gegen die Charitis – immerhin kulinarisch gestärkt von Ehefrau Adriani – gewohnt hartnäckig angeht.

Die nötige Spannung entsteht hier ganz innen: in seinem Gewissen.

Wolf Ebersberger

Petros Markaris: Offshore. Diogenes, 24 Euro.

Schon lustig: Sven Regeners Roman „Wiener Straße“

Kunst konnte schon mal passieren: Sven Regener zieht in seinem Roman „Wiener Straße“ erneut die Kreuzberger Szene der 80er Jahre durch den Kakao.

In der Hauptrolle erst mal: eine Kettensäge. Ihr neuer Besitzer ist Aktionskünstler, nennt sich H. R. Ledigt und wurde von den anderen dummerweise im Baumarkt vergessen. Weshalb er mit dem Waldarbeiterwerkzeug in der einen und einer dazu passend oder unpassend erstandenen Grabgabel in der anderen Hand nicht eben unauffällig durch Kreuzberg stapft.

Schriftsteller Sven Regener (Foto: Frank May, dpa)

Die anderen, die ihn im Baumarkt vergessen haben, das sind die von der „Idiotenwohnung“. Zumindest ihr Vermieter Erwin Kächele nennt sie so. Der auch Wirt vom „Cafe Einfall“ ist. Und Nachbar der „ArschArtgalerie“. Wo Vögel wie P. Immel und Künstlerkollektive wie Dr. Votz ihrer meist spontanen Bestimmung nachgehen. „Kunst ist, wenn einer sagt, dass es Kunst ist. Im Zweifel ich. Und dann muss ich noch mindestens einen finden, der mir das glaubt. Dann ist es Kunst.“

Sven Regeners neuer Roman „Wiener Straße“ knüpft findig dort an, wo seine erfolgreiche „Herr Lehmann“-Trilogie aufgehört hat. Es sind immer noch die 80er Jahre. „Die Zeit des Siegeszugs der zusätzlich hinter der Rückscheibe angebrachten Bremslichter, die die Berliner Nächte seit kurzem zu einer Orgie rot funkelnder Lichtspiele machten“, wie Regener ebenso geschichtsbeflissen wie großstadtidyllisch schreibt.

Vor allem aber sind die 80er Jahre die Zeit, in der viele, die sich im Westen missverstanden, im Elternhaus eingeengt oder sonst irgendwie wie Quallen durch den Tag treibend fühlten, alsbald in Berlin zu finden waren. Regener weiß sehr genau, wovon er schreibt. Bevor er mit seinem Herrn Lehmann Bestsellerautor wurde und Sänger der Band Element of Crime, hat er die Milieus ja mit Haut und Haar selbst durchlebt.

Deutsche Komödie kann er, dieser Autor, und Pointen setzen auch. Für „Wiener Straße“ als wieder filmreif geschriebenes Buch, das als leichte Lektüre rüberkommt, spricht die Nase des Autors für Allzumenschliches und ein ausgeprägtes Sprach- und Humorgefühl.

Was heute als Freakshow oder Satire für Lacher sorgt, war ja damals tatsächlich Wirklichkeit: Da sind Typen, die sich lieber „Gunnar“ nannten oder „Kacki“, um ihre Herkunft aus Österreich und den Vornamen Karl Maria zu übertünchen. Da sind die – wie auch immer – falschen Punks und die richtigen, Hauptsache im passenden Augenblick in Szene gesetzt, wenn die Fernsehkamera filmt. Und da tauchen die doch wieder sehr autoritären oder kleinbürgerlichen Strukturen selbst beim Kuchenverkauf im alternativen Café Einfall oder bei der Sitzung der „ArschArtgalerie“ auf.

Als Kerstin anreist, die Schwester von Einfall-Wirt Erwin aus dem Schwäbischen („Guts Nächtle“), um nach ihrer in der Kreuzberger Szene wahrscheinlich süß und doof dahintreibenden Tochter Chrissie zu sehen, stellt sie so zeitgeistgeprägt wie halbwegs lebenserfahren fest, die Kreuzberger Szene sei wie „Kinderladen“ – „nur einfacher“.

Regener streut Running Gags in die Handlung wie ein Hühnerzüchter Futter in den Stall. Wirt Erwin bekommt im „Heilehaus“ einen Mitfühlbauch umgeschnallt, weil seine Helga schwanger ist. Ein Kontaktbereichsbeamter (KOB) wachtmeistert durch den Roman, weil H. R. Ledigt einen Baum der Stadt Berlin unerlaubt umgesägt und ausgestellt hat. Und dann ist da noch die Sache mit dem „Chateau Strunzinger“, weil man auf Vernissagen doch zwangsläufig Wein serviert. Auch als Biertrinker . . .

Kein Kater jedenfalls nach der Lektüre. Aber leider auch kein irgendwie großartiger Nachgeschmack.

Christian Mückl

Sven Regener: Wiener Straße. Galiani, 304 Seiten, 22 Euro.
Der Autor liest am 24. November im Nürnberger Z-Bau.

Geschichten aus dem Westerwald: Mariana Leky

Ein Okapi im Westerwald? Nun ja, nicht wirklich. Wobei es aber geradezu eine Spezialität von Mariana Leky ist, die unterschiedlichsten Dinge zusammenzubringen.

Mariana Leky (Foto: Franziska Hauser)

In ihrem vergnüglichen neuen Roman „Was man von hier aus sehen kann“ reicht es auch schon, von einem Okapi zu träumen. Dann weiß die alte Selma: Innerhalb eines Tages wird einer im kleinen Dorf sterben müssen. So war es zumindest die letzten drei Male, als ihr im Traum das exotische Tier erschien. Wer da also nicht schon gespannt zu lesen beginnt. . .

Und selbst den eher unangenehmen Figuren wie der „traurigen Marlies“ (die eher trotzig als traurig ist) oder Problemfall Palm (in dem ja doch ein treuer Christ steckt) mag man den Tod nicht wünschen! Leky hat – wie John Irving als Vorbild – ein wunderbares Talent für Menschen mit Tics und Marotten, mit besonderen Gaben und bizarren Ritualen, die doch alle im Alltagsleben gründen. Man muss sie einfach gernhaben.

Allen voran Luise, ihre Hauptfigur und zunächst kindliche Erzählerin – die nur eine Lüge zu sagen braucht, schon fällt in ihrer Umgebung irgendwas herab. Mitte der 80er Jahre, wenn der märchenhafte Familienroman anhebt, ist sie zehn – und die beste Freundin des bereits alle Posen eines Gewichthebers beherrschenden Martin.

Der Vater (Arzt) und die Mutter (Blumenhändlerin) sind so gut wie abwesend, was gar nichts macht. Selma – die übrigens aussieht wie Rudi Carrell – in ihrem schiefen Häuschen und der Dorf-Optiker, der sie heimlich begehrt, haben längst die Erziehung der Kinder übernommen. Herz und Verstand, Empathie und Eigensinn werden gleichermaßen gebildet.

In Gestalt eines Jünglings, der sich in ein japanisches Kloster geflüchtet hat, kommt dann doch die weite Welt in die Provinz. Mit ihr die erste große Liebe für Luise: Hoffen, Bangen – und Warten. Denn sind die beiden wirklich für einander bestimmt?

So schlicht wie raffiniert, ironisch wie innig erzählt Leky vom Großen im Kleinen und vom Fernen im Nahen. Herzerwärmend.

Wolf Ebersberger

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann. Roman. Dumont, 315 Seiten, 20 Euro.

Die Baufrau: Theresia Enzensbergers „Blaupause“

Ein Haus ist nicht nur ein Gefäß für die Menschen, es hat Auswirkungen auf ihr Leben und ihr
Denken“, sagt Luise Schilling. Sie will Häuser schaffen, „die Zukunft bauen und die Vergangenheit abreißen“. Mit solchen hehren Idealen studiert die fiktive Ich-Erzählerin in Theresia Enzensbergers Roman „Blaupause“ am berühmten Bauhaus, wo Kunst und Handwerk zusammengeführt werden sollten. Für die junge Frau aus gutem Berliner Hause ist das Studium auch eine Flucht – weg vom autoritären Vater, weg von der Mutter, die sie ständig mit Langweilern verkuppeln will.

Theresia Enzensberger (Foto: Rosanna Graf)

Doch in Weimar, wo sie 1921 mit dem Studium beginnt, gibt es Widerstände. Ihr Lehrer steckt sie in die Textilwerkstatt – Häuserbauen ist doch nichts für Frauen! Dafür bricht das „Fräulein Schilling“ privat zu neuen Ufern auf. Sie verliebt sich in den schönen Jakob, der zu den kuttentragenden Lieblingsschülern des Naturmystikers Johannes Itten gehört. Luise empfindet die Zugehörigkeit zur Gruppe mit der unnahbaren Sidonie oder dem treuen Zuhörer Samuel anfangs als großes Glück, die Freunde werden zur Ersatzfamilie.

„Aber soziale Gefüge sind chaotisch und sumpfig“, heißt es an einer Stelle. Luise trennt sich schließlich von den Kuttenträgern. Die esoterischen Rituale, merkt sie, dienen vor allem zur elitären Abgrenzung nach außen. Zudem unterbricht der gestrenge Vater das Studium, indem er Luise nach Berlin zurückbeordert – und sorgt damit auch erzähltechnisch für einen Schnitt. Der zweite Teil von „Blaupause“ spielt ab 1926 in Dessau, wohin das Bauhaus umgezogen ist.

Luise, die an den Esoterikern stets deren weltabgewandte Haltung in turbulenten Zeiten kritisierte, ist nun unter anderem mit dem Kommunisten Friedrich befreundet. Der hat vor lauter Politisieren keine Zeit für „so banale Dinge wie Emotionen“. Luise mag ihn trotzdem und fühlt sich heimisch – doch auch in Dessau muss sie Rück- und sogar Faustschläge einstecken.

Enzensbergers Buch punktet mit der stimmigen Zeichnung der sich emanzipierenden Hauptfigur. Historischen Bauhaus-Größen wie Klee oder Kandinsky gönnt die Autorin Nebenrollen, der Schulgründer Walter Gropius hat indes einige nicht unwichtige Auftritte.

Die 1986 geborene Tochter von Hans Magnus Enzensberger verhandelt große Themen wie Liebe, Freundschaft oder die Notwendigkeit einer politischen Haltung leicht und doch nicht klischeehaft. Und ganz am Ende wird auch klar, wie das Buch zu seinem schönen Titel kam.

Marco Puschner

Theresia Enzensberger: Blaupause. Hanser, 256 Seiten, 22 Euro.

Eiskaltes Boston: Dennis Lehane

In den Neunzigern waren sie Ikonen des knallharten Thrillers: Kenzie und Gennaro, die Bostoner Privatdetektive. Jetzt wird die Reihe neu übersetzt.

„Halten Sie sich von seinem Mund fern“, wird der Bostoner Privatdetektiv Patrick Kenzie gewarnt, bevor er den hochintelligenten Psychopathen Alec Hardiman treffen soll. Das FBI braucht Kenzies – und Hardimans – Hilfe, um eine grausame Mordserie aufzuklären, deren Opfer auf makabere Weise in der nordamerikanischen Universitäts-Stadt drapiert sind, zerstückelt, gekreuzigt, bei lebendigem Leibe ausgeweidet. Aber Hardiman spielt sein eigenes Spiel mit den Ermittlern.

Autor Dennis Lehane (Foto: Boesl/dpa)

Das klingt bekannt? „Das Schweigen der Lämmer“, „Sieben“ und ihre Epigonen scheinen Pate gestanden zu haben bei Dennis Lehanes schon 1996 in den USA erschienenem Thriller „Dunkelheit, nimm meine Hand“. Der Diogenes Verlag, mit Lehanes aktuellen (und besseren) Romanen erfolgreich, greift damit zurück auf die „Kenzie & Gennaro“-Serie aus den 90ern, um dem begeisterten Publikum mehr Futter zu liefern. Leider kann man sich aber an diesem Menü aus Hard-Boiled-Krimis à la Raymond Chandler oder Ross Macdonald und unappetitlichem Psycho-Horror auch den Magen verderben.

Kenzie und seine aus Mafiakreisen stammende Kollegin Angie Gennaro verstricken sich immer tiefer in ein zunehmend absurdes Netz aus bedrohlichen Gangstern, grausamen Rächern und Geisteskranken in Biedermann-Maske. Nichts und niemand ist hier sicher, und – wie Kenzie gedroht wird – „es werden Opfer gebracht werden müssen“. Das winterliche Boston liefert dazu die eiskalte Kulisse.

Dass Dennis Lehane, der mit seiner Gangster-Saga „In der Nacht“ (gerade verfilmt von und mit Ben Affleck) und „Am Ende einer Welt“ als reifer Meistererzähler überzeugte, zweifellos weiß, wie man Spannung aufbaut, liegt schon in diesem Frühwerk auf der Hand. Aber in der Wahl seiner Mittel war er zur Zeit von „Dunkelheit, nimm meine Hand“ leider weder zimperlich noch sicher.

Übrig bleibt ein Reißer, der von seinen offensichtlichen Vorbildern in den Schatten gestellt wird und dadurch doch eher „passé“ wirkt.

Andreas Frane

Dennis Lehane: Dunkelheit, nimm meine Hand. Diogenes, 510 Seiten, 16 Euro.

Colson Whitehead und der Rassismus: „Underground Railroad“

Es gibt Romane, die sind so aktuell, dass man glaubt, der Zeitpunkt ihres Erscheinens wurde genau geplant. Bei dem Buch „Underground Railroad“ des amerikanischen Autors Colson Whitehead kann das aber nicht der Fall sein, denn der 1969 in New York geborene, afroamerikanische Autor geht mit dem Stoff Rasse, Freiheit und Sklaverei schon seit dem Jahr 2000 um.

Autor Colson Whitehead (Foto: Madeline Whitehead)

Geschrieben wurde der Roman während der Amtszeit von Präsident Barack Obama. Nachdem in Amerika mit Präsident Donald Trump rechtsextreme Gruppierungen wieder Oberwasser haben und es, wie zuletzt in Charlottesville, zu Auseinandersetzungen mit Anhängern der alten Südstaaten kommt, ist Whiteheads Roman aber hochaktuell.

Er erzählt vom historischen Rassismus der Sklavenhalter und wie schwierig es für Schwarze war, von den Baumwollplantagen zu entkommen. Selbst wenn sie es geschafft haben, gibt es für sie kaum Freiheit. Der amerikanische Traum – das eigene Glück zu suchen und es auch zu finden – gilt kaum für Schwarze. Offenbar ist dieser Konflikt noch immer nicht ausgestanden. Der offene Rassismus der Sklavenhalter wurde durch einen latenten Rassismus der Ausgrenzung ersetzt.

Der Roman spielt um 1850. Die junge Cora muss auf der Baumwollplantage der Randall Brüder in Georgia leben. Ihre Großmutter war aus Afrika entführt worden, ihre Mutter hat die Flucht aus der Sklaverei geschafft. Cora weiß allerdings nur, dass sie nicht mehr da ist. Ob sie tatsächlich überlebt hat, bleibt unklar.

Whiteheads Darstellung der Sklaverei ist eindringlich, weil er die Entmenschlichung der Sklaven durch systematisches Quälen beschreibt. Frauen werden von den weißen Sklavenhaltern beliebig vergewaltigt; wer einen eigenen Willen zeigt, der muss leiden, ihm wird etwa die Zunge abgeschnitten. Tote oder fast tote Körper werden auf den Scheiterhaufen geworfen. Mit der Züchtigung durch die Neunschwänzige Katze werden Menschen für ihr Leben gezeichnet.

Für Sentimentalitäten dem alten Süden gegenüber hat Colson Whitehead nichts übrig. Hier geht es nicht allein um Ausbeutung, sondern um die physische und psychische Zerstörung von Menschen, die nur so viel zum Leben bekommen, dass sie nicht sterben. Cora, die den Traum hat, ihre Mutter zu finden, entschließt sich zur Flucht, die ihr auch knapp gelingt. Immer aber in Angst vor den Sklavenjägern, die sie zu ihren Besitzern zurückbringen wollen.

Mit einem Kunstgriff wird der durchaus realitätsnah geschilderte Romanbeginn metaphorisch aufgeladen: Cora schafft es, in einen Zug einzusteigen, der im Untergrund fährt. Diese „Underground Railroad“, die von Gegnern der Sklaverei betrieben wird und Schwarze in die Freiheit im Norden bringen soll, hat es natürlich historisch nicht gegeben und ist ein Produkt der Phantasie Whiteheads.

Ein Netzwerk mit diesem Namen gab es aber schon. Durch dieses metaphorische Konzept bekommt der Roman Tempo und der Autor kann die unterschiedlichsten Formen von Rassismus durchspielen, ohne dass der Roman didaktisch wirkt.

Auf ihrer Flucht kreuz und quer durch die Südstaaten mit der Untergrundbahn muss Cora immer wieder Stationen bei Gegnern der Sklaverei machen, und Hoffnung keimt bei ihr auf, dass sie es geschafft hat, in Freiheit zu überleben. Doch sie wird enttäuscht und muss erkennen, dass ihre Unterstützer genauso gefährlich leben wie die Sklaven selbst. In South Carolina hat sie zunächst den Eindruck, dass Schwarze frei leben und arbeiten können. Doch Cora wird zusammen mit den Familien, die sie aufgenommen haben, von den Einheimischen, die sich dabei auf die Bibel berufen, vertrieben.

In North Carolina ist die Sklaverei offiziell abgeschafft, gleichwohl will man alle Schwarzen loswerden. Schwarze und ihre Helfer werden gejagt, es gibt Denunziationen. Freitags, im Rahmen eines rassistischen Unterhaltungsspektakels, wird gelyncht. Auch Coras Unterstützer.

Manchmal fragt sich der Leser – in einem ganz altmodischen, pathetischen Sinn –, was die Heldin denn noch alles aushalten muss. Whitehead hat für seinen Roman aber authentische Texte wie Lebenserinnerungen von ehemaligen Sklaven und die Sammlungen von mündlichen Überlieferungen gelesen und ausgewertet.

Sein Buch ist eine Collage der rassistischen Ursünden Amerikas, die mit dem Geisterzug abgefahren werden. „Underground Railroad“ gilt derzeit als der am meisten diskutierte Roman. Er wurde in den USA zum Bestseller. Er hat den Pulitzer Preis und den National Book Award bekommen. Gleich beide Auszeichnungen für ein Buch zu erhalten schaffen nur wenige Autoren.

Absolut lesenswert!

André Fischer

Colson Whitehead: Underground Railroad. Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl. Hanser, 352 Seiten, 24 Euro.