Sollte “Benehmen” ein Schulfach werden?

Kinder-Knigge-Kurs„Die heutige Jugend hat keine Manieren“, meckert ein alter Mann im Bus. „Aber eben hat Ihnen doch ein Junge einen Platz angeboten“, wundert sich sein Nachbar. „Das schon, aber meine Frau steht immer noch!“ Wenn also „Benehmen“ ein Unterrichtsfach werden soll, dann müsste wohl auch dieser meckernde alte Mann noch mal die Schulbank drücken.

Immerhin sprechen sich 75 Prozent der Deutschen für ein Schulfach „Benehmen“ aus. Für 51 Prozent müsste es sogar Pflichtfach sein. Damit liegt den Bürgern ein derartiges obligatorisches Unterrichtsfach mehr am Herzen als „Wirtschaft“ (48 Prozent), „Gesundheitskunde“ (42), „Suchtprävention“ (39) oder „Computerprogrammierung“ (35). Wenig überraschend ist laut der jüngst veröffentlichten Umfrage auch, dass älteren Menschen die Unterweisung in „die gute Kinderstube“ viel wichtiger ist als jungen. Sicher ist nicht viel Lebensweisheit nötig, um zu der Erkenntnis zu kommen: Schlechtes Benehmen ist eben kein „Privileg“ der jungen Generation. Das kann jeder an jedem Tag beobachten oder am eigenen Leib erfahren.

Allerdings erweist sich ein unhöfliches, ungehobeltes Auftreten für die junge Generation gerade dann als besonders verhängnisvoll, wenn es um das berufliche Weiterkommen geht. Der unrasierte, kaugummiekauende Bewerber, der dem Personalchef dann auch noch die Hand als erstes entgegenstreckt, hat, um es höflich auszudrücken, schlechte Karten.
Auftreten, Anstand, Gebaren, hier sind eigentlich zuvörderst die Eltern gefragt. Nur leider sind die schlechten Umgangsformen der jungen Leute nicht selten das Spiegelbild jener im Elternhaus. Und damit sind wir wieder in der Schule. Dort fragen sich die Lehrer (Foto: dpa) zurecht: „Was sollen wir denn noch alles leisten?“ Die Antwort könnte lauten: Weniger Gedichtsanalyse und mehr Vermittlung von Alltagsfähigkeit. Das freilich würde weit mehr als „nur“ die Umgangsformen beinhalten. Mit dem jetzigen Lehrplan ist das sicher nicht zu schaffen. Hier wären auch die Politiker gefragt.

Die einen pochen darauf, dass für bestimmte „Alltagsfähigkeiten“ die Eltern verantwortlich sind. Andere würden sich wünschen, dass dies durchaus auch Bestandteil schulischer Bildung sein könnte.

Dieter Wegener

Sollte "Benehmen" ein Schulfach werden?

Wir helfen dem Minister

soederAls Politiker hat man es in Stylingfragen manchmal schon schwer. Ständig gibt es Termine, immer Fotografen. Wie schön ist es da, dass auch Politiker mal Urlaub haben – und da auch so herumlaufen dürfen, wie sie es am schönsten finden. Auch bei Markus Söder steht jetzt so ein Urlaub an. Wie er ab kommender Woche aber aussehen will, das weiß er noch nicht. Ganz der Social-Media-Profi fragt er jetzt die Facebook-Gemeinde um Hilfe. “Ab nächster Woche Urlaub: Bart oder nicht? Was meint ihr?” schreibt er jetzt bei Facebook und postet dazu ein Foto, das ihn mit (derzeit schwer angesagten) Bart zeigt. Die ersten Kommentare dazu ließen nicht lang auf sich warten. “Bitte um wichtige politische Themen kümmern, zum Beispiel Griechenland, Bahnstreik oder die nimmer endende Flüchtlingsproplematik”, schreibt etwa ein User. “An scheena Mo entstellt nix”, schreibt hingegen eine Nutzerin. Wie sehen Sie das? Mögen Sie Söder lieber mit oder ohne Bart im Urlaub begegnen? Stimmen Sie ab.

 

 

Soll sich Söder rasieren?

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Soll das Pegnitztal Ost Naturschutzgebiet werden?

Pegnitztal OstGrün in der Großstadt ist ein kostbares Gut. Zu den ganz besonderen Naturschätzen Nürnbergs gehört das östliche Pegnitztal (Foto: Günter Distler). Landschaftsschutzgebiet ist es schon, nun soll es nach Willen der Verwaltung den Status Naturschutzgebiet werden. Denn nur dann, so argumentiert Umweltreferent Peter Pluschke, könne die Stadt lärmige Veranstaltungen und diverse kommerzielle Freizeitspäße von der Idylle fernhalten. Immer stärker dränge es nämlich unter anderem Anbieter von Trampolinanlagen danach, sich im Pegnitztal Ost niederzulassen. Wäre es Naturschutzgebiet, hätte die Stadt eine stärkere Handhabe, solche Ansinnen zu verbieten. Das sei schließlich auch im Sinne der Bürger, die dort Erholung suchen.
Doch viele der Menschen, die dort gerne spazieren gehen, radeln, ihre Hunde laufen und ihre Kinder auf Bäume klettern lassen, sehen ihre Bewegungsfreiheit gefährdet, sollte das Pegnitztal einen neuen Status bekommen. Sie fürchten, dass sie dann überhaupt nichts mehr dürfen. Manche von ihnen lehnen das Vorhaben der Stadt deshalb komplett ab, andere hoffen auf einen Kompromiss. Im Umweltausschuss des Stadtrats hatte Peter Pluschke bereits angekündigt, dass es Hundeauslaufwiesen geben werde, dass Spaziergänger und Radfahrer keineswegs aus dem Pegnitztal vergrault werden sollen. Es gehe darum, das Naturidyll auf Dauer zu bewahren.

Gabi Eisenack

Soll das Pegnitztal Ost Naturschutzgebiet werden?

Her mit der Quelle

quelleHausherr über 250000 Quadratmeter? Das wäre doch was. Das denkt sich zumindest eine Gruppe von Künstlern und Kreativen, die das Quellegelände (Foto von Karlheinz Daut) kaufen will. Ihr Plan: Eine Stadt in der Stadt mit Werkstätten, sozialen Angeboten und Einrichtungen, vielen Ateliers und allem, was das Leben sonst noch schöner macht. Was sie dafür brauchen? Viel Geld. 25 Millionen Euro, mindestens. Woher sie das nehmen wollen? Von uns allen. Wir sollen nämlich “crowdfunden” – als im Schwarm finanzieren. Jeder gibt ein paar Euro und schon gehört die Quelle uns.

Eine entsprechende Initiative haben die Quelle-Interessenten nun gestartet. Auf ihrer Homepage rufen sie neuerdings zum Schwarmfinanzieren auf. Das Schöne daran: wer mitzahlt, darf auch mitbestimmen. “Jeder, der Ideen hat, was er oder sie in ‘der Quelle’ verwirklichen könnte, ist eingeladen uns mit Tatkraft zu unterstützen”, steht auf der Internetseite.

Also: Was würden Sie sich für die Quelle wünschen und wie viel Geld wollen Sie dafür ausgeben? Ideen bitte hier im Blog, Geld an die Initiative.

Julia Vogl

Eventpalast: Was kommt da auf die Anwohner zu?

eventpalastDen Fluglärm müssen sie eh schon erdulden, jetzt befürchten die Anwohner in Almoshof und Lohe, dass sie künftig auch noch ständig Partylärm hören müssen. Warum? Weil die Eventagentur werk:b einen ganzjährigen “Eventpalast” plant. Und weil eine andere Tageszeitung einen Artikel geschrieben hat, der den Eventpalast als lärmendes Monstrum erscheinen lässt. Bei einer Informationsveranstaltung bemühten sich die Veranstalter, Verantwortliche der Stadt und des Flughafens nun um einen echten Dialog mit den Bürgern. Keine Halligalli-Vollgas-Feiern, dafür viele Messen, Konferenzen und Ausstellungen – so stellen sich die Veranstalter ihr Projekt zumindest vor. Nur ab und zu soll das geplante Edelzelt (auf dem Foto sieht man schon mal, wie werk:b es sich vorstellt), das fünf Jahre lang am Flughafen bleiben soll, wirklich maximal ausgelastet werden. Maximal, das heißt mit 2500 Menschen. Sollten sich die Anwohner gestört fühlen, dürfen sie sich – wie zu WM-Zeiten auch – jederzeit an eine Beschwerde-Hotline wenden. Damit es gar nicht so weit kommt, will werk:b dafür sorgen, dass auf die Anwohner möglichst wenig Probleme zukommen. Günstige Parkmöglichkeiten sollen etwa verhindern, dass Gäste der Veranstaltungen ihre Autos irgendwo im Acker abstellen.

“In Nürnberg braucht es eine Veranstaltungsfläche in dieser Größe”, sagt Christian Kohlert von werk:b. Gibt es sie nicht, so könne es passieren, dass Veranstalter in andere Städte ausweichen. Welche Folgen das für die Anwohner tatsächlich hat, muss sich erst noch zeigen. Fürs erste zeigten sie sich nach der Informationsveranstaltung erst einmal beruhigt. Wie aber sehen Sie das? Was muss beim Bau des Edelzeltes unbedingt beachtet werden, um die Feierei für alle Seiten möglichst angenehm zu gestalten?

Julia Vogl

 

Ist der Kita-Streik gerechtfertigt?

Kitas droht StreikDas wird viele Familien vor eine schier unlösbare Aufgabe stellen: 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter in den kommunalen Einrichtungen sind zum Streik aufgerufen. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern über eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe sind gescheitert. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sieht sich mit einer Gesamtforderung in Höhe von 1,2 Milliarden Euro konfrontiert. Zu viel, heißt es dort zum wiederholten Mal.
Die Gewerkschaftsantwort: 96,5 Prozent haben sich bei der Urabstimmung beim Beamtenbund für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen. Ab kommenden Montag bleiben auch in Nürnberg die kommunal geführten Kitas geschlossen. Die VKA spricht von „vollkommen unangemessenen und überzogenen Streiks“.
Vollkommen unangemessen ist allerdings nach Meinung vieler Erzieher und Sozialarbeiter die Vergütung für ihre Arbeit. Aus finanzieller Sicht sei dieser Beruf überhaupt nicht mehr anzustreben. Die Tätigkeit sei anspruchsvoll und kräftezehrend und schlicht unterbezahlt. Berufseinsteiger in Vollzeit beginnen nach vier bis fünf Jahren Ausbildung mit einem Verdienst von durchschnittlich 2069 Euro brutto. Netto hatten Erzieherinnen nach Zahlen des Mikrozensus im Schnitt 1365 Euro zur Verfügung. Nicht wenige Erzieher müssen ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken, ein Drittel der Berufsanfänger gibt den Job nach kurzer Zeit wieder auf.
Viele Kinder, reduziertes Personal, erhöhte Anforderungen, schlechte Bezahlung – das ist der Mix, der jeden Enthusiasmus früher oder später erstickt. Umso verwunderlicher ist es zu beobachten, wie viele diese Arbeit trotzdem noch mit viel Herz und Hingabe machen. Es gibt aber auch zahlreiche verzweifelte Mütter (und Väter), die kein Verständnis dafür haben, dass der Gehaltsstreit jetzt auf ihrem Rücken ausgetragen wird.

Dieter Wegener

Ist der Kita-Streik gerechtfertigt?

Yoga gegen leere Kirchenbänke

lixWenn es darum geht, Menschen für die Kirche zu begeistern, gibt es wahrlich keinen Mangel an innovativen Ideen. Die Junge Kirche Lux bietet am Sonntag, 17. Mai, um 18 Uhr einen Simpsons-Gottesdienst an – übrigens fast zeitgleich zur Ausstrahlung der Comic-Serie im Pro7-Vorabendprogramm. Anhand von Filmausschnitten der Zeichentrick-Familie aus Springfield lädt Lux zur Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben ein.

Die Offene Kirche St. Klara hat mit ihrem regelmäßigen „Gottesdienst für Mensch und Tier“ nicht nur Stirnrunzeln hervorgerufen. Tierliebhaber waren begeistert, endlich in Begleitung ihrer Lieblinge die Kirche besuchen zu können. In der Ludwigskirche finden in Kürze Yoga-Kurse statt – begleitet von live gespielten Orgelklängen. Dass die Kurse auf Widerspruch stoßen, glaubt Pfarrer Alexander Gießen aufgrund des meditativen Charakters nicht, zumal mit den „Bewegten Frauen“ immer wieder eine Frauengruppe innerhalb des Gotteshauses tanzt.

Die Fitnesskurse sind Teil des Gemeinschaftsprojekts „St. Ludwig moves Nürnberg“, das Studierende der International Business School Nürnberg in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde St. Ludwig seit März organisieren. Ab dem 11. Juni wollen sie jeweils donnerstags und sonntags in und vor der Kirche kostenlose Sportkurse anbieten – darunter auch Zumba und das in verschiedenen Kampfsportarten verwurzelte Les Mills Bodycombat –, um Gemeindemitglieder wie auch die übrigen Bewohner im Nürnberger Süden für Bewegung zu begeistern.

Die Idee für das innovative Projekt inner- und außerhalb der Ludwigskirche stammt von Pfarrer Gießen selbst. Ihn treibt vor allem die Frage um, ob die neuen Angebote den Geist der Stadtteilbewohner treffen. Einen Vorgeschmack darauf dürfte er bekommen, wenn sich zeigt, wie viele Stadtteilbewohner sich bei der Auftaktveranstaltung am 23. Mai für die Kurse interessieren. Ein reger Zuspruch ist ihm zu wünschen.
Johannes Handl

Kein neues Fußballstadion für den Club!

grethlein“1. FC Nürnberg hat Investor für ein neues Fußballstadtion” ist heute als Aufmacher in den “Nürnberger Nachrichten” zu lesen. Und im Lokalteil heißt es: “1. FC Nürnberg will die Ehe mit der Stadt eingehen”. Dumm ist nur: Bei der Stadt, der das Grundig-Stadion gehört, weiß man nichts davon. “Sehr verwundert” über den Artikel zeigt sich Bürgermeister Christian Vogel: „Mir ist nichts davon bekannt. Ich als zuständiger Werkleiter des Stadions müsste es ja wissen.“

Noch dümmer ist: Der im Bericht zitierte Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Grethlein (auf dem Foto mit Club-Nachwuchs bei der Enthüllung des 1. FCN-Gedenksteins diese Woche) kennt diesen Investor ebenfalls nicht. Es könnte Leute geben, die daran interessiert wären, so eine moderne Arena zu bauen, meint er. “Aber das dürfte noch länger dauern.” Auch wenn der 1. FCN mittlerweile nur noch zweitklassig ist, verfolgt der Verein das Ziel einer Spielstätte ohne Leichtathletik-Anlage weiter. “Wir würden verantwortungslos handeln, wenn wir nicht dran bleiben würden“, sagt Grethlein. Denn bis sich der Traum verwirklicht, könnte der Club ja wieder aufgestiegen sein.

Der Club wünscht sich bekanntlich schon seit einiger Zeit ein reines Fußballstadion, wie es viele andere Vereine schon längst haben. Mit einer solchen modernen Arena ließe sich um einiges mehr verdienen – und darum geht es heute vor allem anderen im Fußball. Ob es in Nürnberg aber überhaupt genügend Betuchte oder V.I.P.´s gäbe, die sich Logen im Stadion eine Menge kosten lassen würden, darf man durchaus bezweifeln. Schaut man sich nämlich die Arena der Ice-Tiger an, dann sind viele der dort vorhandenen exklusiven Sitzplätze die meiste Zeit über verwaist. Nürnberg ist halt nicht München oder Köln.

Der Vertrag der Stadt Nürnberg mit der Betreiber-Gesellschaft des Grundig-Stadions endet am 30. Juni. Vielleicht auch eine Chance, dass das Stadion endlich auch den einzig richtigen Namen bekommen könnte: Max-Morlock-Stadion. So, wie es die Fans schon ewig fordern. Sie melden sich jetzt zurück mit einer neuen Aktion. 

Ute Wolf

Der letzte Notnagel im Kita-Streik

kitastreikDer am Montag beginnende Kita-Streik verleitet betroffene Eltern zu Gedankenspielen: Hilfe! Krippe, Kindergarten, Hort machen dicht – und was ist, wenn ich deswegen einfach daheimbleibe? Die überraschende Antwort: Ja, das geht. Sogar mit Lohnfortzahlung.

Das erklärt der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Dirk Clausen von der Nürnberger Kanzlei Clausen Doll & Partner. Grundlage dafür ist der § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Demnach verliert ein Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Lohn nicht, wenn er ohne sein Verschulden an der Arbeitspflicht gehindert wird. Ein ganz klassischer Grund ist zum Beispiel der, dass man sein krankes Kind daheim pflegen muss. Aber, so Dirk Clausen, ein Verhinderungsgrund kann auch ein Streik in der Kita sein.

Konsequenz: daheim bleiben, Geld kassieren. Oder? Nicht ganz. Erstens sind an den Verhinderungsgrund strenge Maßstäbe zu setzen. Das bedeutet, dass Eltern wirklich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt haben müssen, um eine andere Lösung für ihr Kind zu finden. Zweitens kann man nur für eine „verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ daheim bleiben – wie viele Tage unter diese Definition fallen, ist Auslegungssache. Drittens ist nicht geklärt, was die Altersgrenze ist: Kann ein siebenjähriges Kind schon alleine zuhause bleiben oder ist das erst mit neun möglich? Viertens muss das alles im Einvernehmen mit dem Chef geschehen – sonst kann es sein, dass das Geld in Zukunft eher von der Arbeitsagentur statt vom Arbeitgeber kommt.

Wie gehen Sie mit dem Streik um? Haben Sie eine alternative Betreuungsmöglichkeit für Ihre Kinder gefunden? Oder muss Ihr Arbeitgeber auf sie verzichten?

Ngoc Nguyen

Soll der Stadtstrand den ganzen Sommer bleiben?

PK StadtstrandSeit Freitag herrscht Strandfeeling auf der Insel Schütt. Ende Juli ist es damit aber vorbei. Für das Bardentreffen muss der Strand (wie auch in den vergangenen Jahren) weichen. Tonnenweise Sand aus der Oberpfalz, mehrere Dutzend Palmen aus der Toskana – der Aufwand, der jedes Jahr für den Stadtstrand betrieben wird, ist immens. Die Nürnberger aber freuen sich darüber – das bestätigt nun sogar eine Studie, die von den Stadtstrand-Machern in Auftrag gegeben wurde. Die Befragung war unabhängig, dennoch stellt sie dem Strand ein gutes Zeugnis aus. Mehr sogar: sie empfiehlt, dass der Strand am besten länger auf der Insel Schütt bleiben soll. Schüler, die mit den Füßen im Sand ihre Sommerferien genießen wollen, Familien, die sich keinen Urlaub leisten können oder wollen – sie alle würden von einer längeren Dauer des Angebots profitieren.
Das geht aber nicht – sagt zumindest die Stadt. Die will nämlich unbedingt eine der großen Bühnen des Bardentreffens genau an dem Platz aufbauen, der derzeit von Sand bedeckt ist. In das sandige Spektakel integrieren, so die Stadtverantwortlichen, lasse sich die Veranstaltung nicht.
Immer wieder hat Beachboy Lorenz Kalb das Gespräch mit der Stadt gesucht. Heuer hat er aufgegeben. Er hat sich damit abgefunden, dass Ende Juli Schluss ist mit dem Strand in der Innenstadt. Wie aber sehen Sie das? Ist es das Bardentreffen wirklich wert, dass der Sand Platz machen muss? Oder soll sich die Stadt bewegen und für ihre große Bühne einen Ausweichplatz suchen?

Julia Vogl

Soll der Stadtstrand den ganzen Sommer bleiben?