Öffentlicher Dienst: Sind sechs Prozent angemes­sen?

Selten bekam der öffentliche Dienst so viel Lob wie in den zurückliegen­den Monaten: Schließlich waren es die verschiedenen Dienststellen der Kommunen, die einen Großteil der Flüchtlingshilfe leisteten. Das Kli­schee von der drögen öffentlichen Verwaltung, die mit der flexiblen privaten Wirtschaft nicht mithalten können, widerlegten zum Beispiel die städtischen Mitarbeiter in Nürn­berg eindrucksvoll.

Vor diesem Hintergrund ist es ver­ständlich, dass die Beschäftigten sich ein kräftiges Lohnplus wün­schen. Gewerkschafter verweisen zudem darauf, dass die Bezüge im öffentlichen Dienst hinter dem zurückstehen, was in der privaten Wirtschaft zu verdienen ist. Zudem müssten die öffentlichen Kassen prall gefüllt sein: Das Statistische Bundesamt spricht von einem Haus­haltsüberschuss von fast 30 Milliar­den Euro bei Bund, Ländern, Kom­munen und Sozialversicherung. Insofern könnte es sich die Arbeitge­berseite auch leisten, einen Teil des Kuchens abzugeben, argumentiert etwa die Vereinte Dienstleistungsge­werkschaft (ver.di). Zumal Kommu­nen und Bund sich nur bedingt einen Gefallen tun, wenn sie am Per­sonal sparen: Immerhin will man gute Leute gewinnen.

Doch es gibt auch Gegenargumen­te. So warnen der Deutsche Städte­tag und der Städte- und Gemeinde­bund davor, die Kommunen zu stark zu belasten. Zu hohe Gehälter würden die Schaffung neuer Stellen gefährden. Außerdem herrscht Irri­tation darüber, dass die Gewerk­schaften angesichts der niedrigen Inflation gleich für eine Erhöhung von sechs Prozent plädieren.

Marco Puschner

Öffentlicher Dienst: Sind sechs Prozent angemes­sen?

Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

Der Wochenmarkt am Hauptmarkt (Foto: Eduard Weigert) ist eine ganz wichtige Einrichtung in der Innenstadt, denn er belebt das Kopfsteinpflaster, und Menschen können sich mit frischen Lebensmitteln aus der Region eindecken. Doch, was gut ist, kann man noch besser machen. Das Bild, das der Hauptmarkt derzeit bietet, hat wenig mit Qualität zu tun.
Wer von der Fleischbrücke Richtung Burg blickt, schaut erst einmal auf drei locker aufgestellte Imbissbuden, die sich mit eher beliebig positionierten Tischen und Werbetafeln optisch aufdrängen. Das ist das Bild, das Touristen und Besucher von der Stadt mitnehmen. Es wäre ein leichtes, die Stände zusammenzurücken und sie an einer besser geeigneten Stelle zu positionieren.
Wer in einem Café am Hauptmarkt sitzt, der muss in der Regel auf die Rückseite von Ständen schauen. Besser wäre es, die Verkaufsstände Rücken an Rücken aufzureihen, damit das Ausfransen des Marktes verhindert wird und Dichte entsteht: Wenn etwas im landläufigen Sinn schön ist, dann halten sich Menschen dort gerne auf, reden miteinander und kaufen mehr ein.
Beispiele in Italien, Spanien oder Frankreich gibt es zuhauf. Der Hauptmarkt sollte zu einem Treffpunkt entwickelt werden, davon würden auch die Händler mit höheren Umsätzen profitieren. In Nürnberg wird zu oft die Bedeutung der ästhetischen Qualität des öffentlichen Raums unterschätzt. Wer Touristenmetropole sein will und finanziell davon profitiert, der muss seine gute Stube besser als bisher in Ordnung halten. Es fehlt nicht nur an einem Konzept für die Weiterentwicklung des Wochenmarkts, sondern auch an kleinen Dingen: Sitzen, ohne etwas zu verzehren, kann man sich fast nirgendwo erlauben.
Die Gegner von Veränderungen auf dem Hauptmarkt sagen, gerade diese lockere Struktur macht den Reiz des Marktes aus – eine Form von Freiheit. Außerdem würden die Imbissbuden dort stehen, wo die meisten Touristen sind. Es passt doch alles.

André Fischer

Hauptmarkt: Muss sich etwas ändern?

Zuckersteuer auf Softdrinks?

Es ist in nicht wenigen Supermärk­ten, Lokalen und Imbissbuden so: Ein Mineralwasser kostet dasselbe wie eine Cola. Ja, und?
Angesichts neuer Nachrichten über die Volkskrankheit Diabetes stellt sich die Frage, ob das so blei­benmuss. Schließlich kann ein maß­loser Konsum der allzeit verfügba­ren Zuckergetränke zum Ausbruch der unheilbaren Stoffwechselstö­rung beitragen. Der Weltgesund­heitstag hat alarmierende Zahlen in Umlauf gebracht: Allein in Deutsch­land ist die Zahl der neu Erkrank­ten seit der Jahrtausendwende um 40 Prozent gestiegen. 6,7 Millionen Deutsche sind laut Deutscher Diabe­tes- Hilfe betroffen, darunter zwei Millionen unerkannt. Die fatalen Folgen: vermeidbare Herz-Kreis­lauf- Todesfälle, Fußamputationen, Erblindungen.
Denn Diabetes vom Typ 2, wie ihn die große Mehrheit hat, wird durch ungesunde Ernährung und Übergewicht ausgelöst. Appelle an die Selbstdisziplin scheinen zu ver­hallen. Viele Gesundheitsexperten wünschen sich daher, dass der Staat erzieherisch eingreift. Eine Besteue­rung von künstlich gesüßten Geträn­ken wäre so eine Maßnahme. Frank­reich und Mexiko tun das schon, Großbritannien schließt sich gerade an. Bei „Alkopops“, die Jugendliche zum Komatrinken animieren, brach­te die Steuererhöhung 2004 tatsäch­lich den erwünschten Dämpfer. Andere Gesundheitsökonomen sind
skeptisch. Zur Diabetes-Prävention gehöre viel mehr, vor allem Bil­dungsarbeit. Nicht einzelne Produk­te seien zu ächten, sondern ein zu komfortabler, kalorienreicher Lebensstil allgemein.

Isabel Lauer

Zuckersteuer auf Softdrinks?

Sind Sie für eine längere Lebensarbeitszeit?

Die Rechnung, die Paul Ziemiak aufmacht, scheint auf den ersten Blick einleuchtend: Weil die Lebenserwartung ständig steigt, müsse auch das Renteneintrittsalter (Cartoon: Gerd Bauer) nach hinten verschoben werden. Der Generationenpakt funktioniere nicht mehr, mahnt der Chef der Jungen Union, weil die Jungen auf Dauer die permanent wachsende Zahl der Alten nicht mehr finanzieren könnten. In der Tat hat sich die Rentenbezugsdauer, die 1960 noch bei knapp zehn Jahren lag, inzwischen verdoppelt. Die Rente befinde sich im „Schraubstock der Demografie“, schrieb der SPD-Politiker Peer Steinbrück im Jahr 2012 in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Ihm ging es aber damals darum, die in der Sozialdemokratie hochumstrittene Rente mit 67 zu verteidigen – Ziemiak wiederum denkt, dass der Staat die Bürger auch mit 67 noch nicht aus der Arbeitswelt entlassen kann. Jan Korte von der Linkspartei warf ihm daher vor, die Leute bis zum Tod schuften lassen zu wollen.
Der linke Flügel der SPD, die Linkspartei und Gewerkschaftsvertreter halten die demografischen Rechenspiele ohnehin nicht für seriös und verweisen in der Rentendebatte stets darauf, dass die Wertschöpfung in Deutschland im Vergleich zu früheren Jahrzehnten auch enorm gestiegen sei. Insofern könne es sich diese reiche Wirtschaftsnation auch ein würdiges Rentensystem leisten und müsse die Leute nicht bis 70 arbeiten lassen. Zumal das in körperlich anstrengenden Berufen auch gar nicht gehe. Doch neben solchen eher finanzpolitisch dominierten Debatten spielt es auch eine Rolle, dass viele Ältere sich noch fit fühlen und es als diskriminierend begreifen, mit 65 zum alten Eisen gezählt zu werden. Indes hat dieses Argument ebenfalls eine Kehrseite: Denn sollten die Senioren, die Anspruch auf eine auskömmliche Rente haben, nicht auch ihre Arbeitsplätze räumen, um Platz zu machen für die nachrückenden Generationen?

Marco Puschner

 

Sind Sie für eine längere Lebensarbeitszeit?

Sollen Wildtiere im Zirkus verboten werden?

Der „Moskauer Circus“, der gerade in Nürnberg gastiert, ist ein Wagnis eingegangen: Er hat seine Tier-Dressuren aus dem Programm genommen. Damit  hat man sich dem Druck von Tierschützern und Tierrechtlern gebeugt: Seit geraumer Zeit wird auch in Deutschland der Ruf nach einem Wildtier-Verbot für Zirkusse (Foto: Yuri Kochetkov) laut. Vor kurzem hat der Bundesrat – also die Vertretung der Länder – wieder einmal einen Anlauf unternommen und die Bundesregierung aufgefordert, ein solches Verbot zu beschließen. Es geht dabei vor allem um Elefanten, Bären, Raubkatzen, Nashörner, Flusspferde und Affen.

In 17 Mitgliedsstaaten der EU sind diese Tiere in der Manege schon nicht mehr erlaubt, oder ihr Einsatz ist zumindest eingeschränkt. Begründung: Eine artgerechte Haltung sei den Zirkusbetrieben, die von Stadt zu Stadt reisen, nicht möglich. Entweder fehle ihnen der Sozialkontakt, oder sie seien zu sehr in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Tierhaltung in Zirkussen wird bei uns von Amtstierärzten überwacht. Die kontrollieren, ob die vorgegebenen Zirkus-Leitlinien eingehalten werden. Allerdings kritisiert etwa der Deutsche Tierschutzbund, dass bei festgestellten Mängeln zu selten Konsequenzen folgen würden.

Ob der Antrag des Bundesrates diesmal von Erfolg gekrönt ist? Das gesetzliche Verbot (nach dem Tierschutzgesetz) ist in Deutschland möglich, wenn die Tiere nachweislich an verschiedenen Orten nur unter großen Schmerzen gehalten bzw. transportiert werden können oder wenn sie leiden. Und dann gibt es da noch ein weiteres Hindernis für ein Verbot: Die Berufsfreiheit könnte dadurch  beschnitten werden. Die Tierhaltung hat sich außerdem in vielen Zirkussen – zumindest in den großen Betrieben, die sich das leisten können – im Lauf der Zeit erheblich verbessert. Umgekehrt müssten nicht wenige Zirkusunternehmen schließen, wenn die „Zugnummern“ mit den Tieren wegfielen – die großen Besucherströme würden wohl ausbleiben. Nicht jeder Zirkus könnte mit menschlichen Weltklasse-Akrobaten den Wegfall der Tier-Nummern ausgleichen.

Der Begriff „Wildtiere“ ist in diesem Zusammenhang ebenfalls fraglich: Eine ganze Reihe von Zirkustieren ist nämlich bereits in menschlicher Obhut geboren. Und auch Tierärzte bestätigen, dass Wildtiere nicht unbedingt frei sein müssen, um artgerecht zu leben. Wie Zoos können auch Zirkusse durch gute Pflege, Zuwendung und Beschäftigung viel tun, damit sich ihre Tiere „wohlfühlen“.

Ute Wolf

Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Sollen Wildtiere im Zirkus verboten werden?

  • Nein (65%, 33 Stimmen)
  • Ja (35%, 18 Stimmen)

Wähler insgesamt: 51

Würden Sie den Kassen Ihre Daten geben?

Die Krankenkassen wissen viel über uns: welche Medikamente wir nehmen, wie oft wir operiert wurden, ob wir eine Lesebrille brauchen. Würde man diese Daten auswerten, kämen dabei unter Umständen interessante Erkenntnisse heraus, die die Forschung voranbrächten, glauben die Kassen (siehe dazu auch nebenstehenden Artikel). Man wolle aber die Daten nur dann verwenden, wenn die Versicherten damit auch einverstanden sind.
Kritiker glauben, dass die sogenannten Routinedaten der Krankenkassen viel zu unspezifisch sind, um einen wirklichen Nutzen zu bringen. Und viele Bürgerinnen und Bürger haben Angst, zum „gläsernen Patienten“ zu werden, mit dessen Daten Schindluder getrieben wird. (Foto: Patrick Pleul)
Auf der anderen Seite stellen heute schon Millionen Menschen Unternehmen wie Google, Amazon oder Apple ihre Gesundheitsdaten freiwillig zur Verfügung – über Suchanfragen oder weil sie Fitnessapps verwenden, in denen sie zum Beispiel festhalten, wie viel sie sich bewegen. Es sei nur eine Frage der Zeit, sagen Experten, bis die Unternehmen diese riesigen Datenmengen zu Geld machen. Die Krankenkassen glauben, dass viele Menschen gar nichts dagegen hätten, wenn ihre Routinedaten – natürlich anonymisiert – für die Forschung verwendet würden.

Stephanie Siebert

Wir wollen deshalb in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen:

Würden Sie den Kassen Ihre Daten geben?

  • Nein (67%, 10 Stimmen)
  • Ja (33%, 5 Stimmen)

Wähler insgesamt: 15

Passt der Kunstbrunnen vor das Opernhaus?

Die Aufregung war groß, als das Neue Museum bekanntgab, dass der mobile und begehbare Kunstbrunnen „Hexagonal Water Pavilion“ von Jeppe Hein (Foto: Harald Sippel) in diesem Sommer nicht mehr auf dem Klarissenplatz Groß und Klein erfreuen wird. Die Begründung: Die Kunst müsse sich weiterentwickeln – der „Temple Of No Shopping“, ein neues Kunstwerk aus 400 Metallfässern, wird im Sommer auf dem Klarissenplatz stehen.
Seitdem wird nach einem Alternativstandort für den begehbaren Brunnen gesucht. In einem Gespräch von Oberbürgermeister Ulrich Maly und der Referentenrunde kristallisierten sich drei Vorschläge heraus: der Andreij-Sacharow-Platz, der Aufseßplatz sowie der Richard-Wagner-Platz vor dem Opernhaus. Der Richard-Wagner-Platz hat die besten Chancen, ausgewählt zu werden, denn das Staatstheater beteiligt sich möglicherweise an den 30.000 Euro Aufbaukosten.
Und damit hat der Platz die besten Chancen, auf dem am wenigsten die Menschen vorbeikommen, die in den vergangenen Jahren den Brunnen am meisten nutzten – nämlich Familien mit Kindern, Flaneure und Touristen. Der Klarissenplatz erlebte durch den Brunnen eine enorme Aufwertung, ein Effekt, den der Aufseßplatz und der Andreij-Sacharow-Platz sicher mehr vertragen könnten als der Richard-Wagner-Platz.
Andererseits muss der Aufbau des Kunstbrunnens finanziert werden, und das ist offenbar bisher nur am Richard-Wagner-Platz möglich. Kommt das Geld nicht zusammen, droht der Brunnen im Depot zu verschwinden. Demzufolge ist ein Brunnen auf dem Platz vor dem Musentempel vielleicht besser als gar kein Brunnen.

Claudia Urbasek

Passt der Kunstbrunnen vor das Opernhaus?

Pellerhaus-Fassade: Ist die Rekonstruktion sinnvoll?

Das Pellerhaus am Egidienplatz (Foto: Edgar Pfrogner) gehörte zu den Architekturikonen Nürnbergs. Doch wurde der Renaissancebau 1945 zerstört. An seiner Stelle errichteten Fritz und Walter Mayer 1955 bis 1957 ein Anwesen im Stil der fünfziger Jahre, in das zunächst das Stadtarchiv einzog. Vom Pellerhof wurden nur die Reste gesichert. Inzwischen steht der Mayer-Bau unter Denkmalschutz. Die Altstadtfreunde sind dabei, mit Hilfe von Spendengeldern den Pellerhof zu rekonstruieren, ein finanzieller Kraftakt. 2017 soll der Rohbau fertig sein. Handwerklich, das steht außer Frage, wird diese Rekonstruktion den anderen Meisterstücken des Wiederaufbaus in nichts nachstehen.
Das Problem aber ist, wie es weitergeht, denn das Pellerhaus hat noch keine neue Nutzung auf Dauer gefunden, nachdem das Stadtarchiv ausgezogen ist. Derzeit logiert das Spielearchiv in den Archivräumen. Innerhalb der Stadtverwaltung ist von einer Nutzung als Jugendhaus in Verbindung mit dem Spielearchiv sowie der Graphischen Sammlung der Stadt Nürnberg die Rede. Die Altstadtfreunde lehnen ein Jugendhaus ab. Es ist dabei auch noch nicht klar, wie der wieder aufgebaute Pellerhof in das Ensemble eingebunden wird. Außerdem muss das Pellerhaus saniert werden.
Bevor Millionen in diese Sanierung gesteckt werden, will der Vorsitzende der Altstadtfreunde, Karl-Heinz Enderle, noch einmal in alle Richtungen denken und hat deshalb in der NZ eine Rekonstruktion der Fassade des Pellerhauses ins Spiel gebracht, damit der Egidienplatz wieder an seine alte „Grandezza“ anknüpfen könne. Die architektonische Mitte des Platzes sei das Pellerhaus. „Als Bauwerk von Weltgeltung blieb es immer in den Köpfen der Nürnberger erhalten. Seinen Verlust haben sie nie verschmerzt, mit seinem Platzhalter konnten sie sich nie anfreunden“, formuliert Enderle auf der offiziellen Seite der Altstadtfreunde im Internet. Es sei fatal, den heutigen Zustand für alle Zeit zu konservieren. Im Grunde plädiert Enderle nicht nur für die Rekonstruktion der Fassade, sondern des ganzen Hauses.
Er spricht dem Mayer’schen Bau zwar architektonische Qualität zu, die ihm auch Denkmalcharakter verleihe, „zeittypisch für die 1950er Jahre ist er mit seiner Tonnendecke und seinen eng gestellten Sandsteinpfeilern jedoch nicht“.
Die Gegner von einer Rekonstruktion der Fassade des Pellerhauses sehen einen groben Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz, wenn der Mayer-Bau abgerissen werden würde. Außerdem gebe es wenige andere noch erhaltene, charakteristische Beispiele für eine Architektur aus den fünfziger Jahren in Nürnberg, die an die Qualität des Pellerhauses heranreichen. Die Rekonstruktion der Fassade des alten Pellerhauses gehöre in ein architektonisches Disneyland.

André Fischer

Pellerhaus-Fassade: Ist die Rekonstruktion sinnvoll?

  • Ja (90%, 2.072 Stimmen)
  • Nein (10%, 221 Stimmen)

Wähler insgesamt: 2.293

Verzichten Sie künftig auf Plastiktüten?

Jeder Deutsche benutzt im Schnitt 70 Plastiktüten (Foto: dpa) pro Jahr. Das soll sich der Umwelt zuliebe ändern. Ab dem 1. April schaffen viele große Handelsketten ihre kostenlosen Tüten ab. Die Lebensmittelmärkte verlangen schon seit geraumer Zeit Geld für die unökologischen Transportmittel, auch Drogerie- und Elektronikmärkte tun das. Die meisten Kunden hätten kein Problem mit der Umstellung gehabt, wie die Unternehmen in einer NZ-Umfrage mitteilten.

Viele Menschen haben ohnehin immer einen Einkaufsbeutel bei sich, weil sie helfen wollen, die Plastikflut einzudämmen. Wer trotzdem eine Tüte will, bezahlt künftig zwischen 5 und 20 Cent. Das sind nicht unbedingt abschreckende Beträge, aber sie bringen den einen oder anderen vielleicht doch dazu, künftig darauf zu verzichten.

Gabi Eisenack

Verzichten Sie künftig auf Plastiktüten?

Wären Sie bereit, für das Volksbad zu spenden?

1994 war es mit dem Schwim­men im Volksbad (Visualisierung: Fritz Planung GmbH) vorbei. Viele Jahre nun schon fristet das Jugendstilgebäude an der Rothen­burger Straße ein tristes Dasein. Vorstellungen, was damit anzu­fangen wäre, gab es reichlich. Doch letztlich fehlte immer das Geld.

Nun liegt die Machbarkeits­studie vor, die die Stadt in Auf­trag gegeben hat. Wenn das Volks­bad wiederbelebt werden soll, dann zur „Nassnutzung“. So lau­tet die Prämisse. Die Bürger könn­ten dann auch im Westen der Stadt wieder ins Hallenbad gehen, Schulen und Vereine wären wieder mit Wasserflächen versorgt. Der Stadtteil würde pro­fitieren.

Doch all das kostet Geld, je nach Variante 47 oder 50 Millio­nen Euro. Finanzminister Markus Söder hat der Stadt zehn Millio­nen Euro Zuschuss für das Bad versprochen, der Bund wird über die Städtebauförderung auch noch etwas drauflegen. Trotzdem wird noch ein stolze Summe an der Stadt hängen bleiben. Bürger­meister Christian Vogel hat die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass sich die Nürnberger finan­ziell am Wiederaufbau des Volks­bads beteiligen könnten – etwa in Form eines symbolischen Fliesen­kaufs. Schließlich wünschten sich viele Menschen das Schwimmbad in Plärrer-Nähe zurück.

Gabi Eisenack

 

Wären Sie bereit für das Volksbad zu spenden?