Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Debatten um Rauchverbote verlaufen unversöhnlich und finden bis heute kein Ende. Das macht sie aber nicht überflüssig. In Schleswig-Holstein ist dieser Tage das Rauchen auf öffentlichen Spielplätzen verboten worden. Das ist in Bayern übrigens schon seit 2008 der Fall – was aber weitgehend unbekannt blieb. Jedenfalls haben Lungenmediziner die Gesetzesänderung im Norden wieder zum Anlass genommen, noch viel weiterreichende Rauchverbote zu fordern: auch im Auto und in der Öffentlichkeit generell. Passivrauchen schädige insbesondere die Lungen von Kindern unumkehrbar, also sei es unbedingt einzudämmen.

Streng medizinisch betrachtet kann es hier keinen Einwand geben. Jede nicht gerauchte Zigarette tut dem Körper gut, auch dem des Gegenübers. Und ein Mangel an Gelegenheiten minimiert die Lust so manches Gelegenheitsrauchers. Gesundheitsaufklärung und rücksichtsvolles Miteinander nützen einem Kind von Rauchern sonst nämlich nichts. Auf der anderen Seite lässt sich Menschen kein gesundes Leben per Gesetz verordnen. In Gaststätten, am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln ist der Tabak schon weitgehend zurückgedrängt. Der Rest, so kann man freiheitlich argumentieren, fällt nun mal in den Bereich der allgemeinen Lebensrisiken.

Isabel Lauer

Rauchverbot in der Öffentlichkeit?

Kanzlerkandidatur: Soll Söder doch antreten?

Mit der Ankündigung Annegret Kramp-Karrenbauers, dass sie den Rückzug antritt, hat das Rennen begonnen: Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn wollen sich um die Kanzlerkandidatur bewerben. Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, hat sich nicht ins Gespräch gebracht, aber sein Name tauchte ganz schnell in der Diskussion auf. Obwohl er klarstellte, dass sein Platz im Freistaat sei, liegt er im ARD-Deutschlandtrend gleich hinter Merz. Die CSU gilt derzeit im Gegensatz zur CDU als stabil und handlungsfähig.

Gabi Eisenack

Kanzlerkandidatur: Soll Söder doch antreten?

Coronavirus: Haben Sie Angst?

Kaum ein Thema spaltet die Menschen derzeit so sehr wie das Coronavirus. Während die einen sich Sorgen machen und peinlich genau darauf achten, sich nur nicht mit irgendetwas anzustecken, machen sich die anderen überhaupt keine Gedanken wegen einer möglichen Ansteckung.

Fakt ist: Seit dem Bekanntwerden der ersten Fälle im Dezember vergangenen Jahres haben sich in China (Foto: dpa) mittlerweile mehr als 37.000 Menschen mit dem Virus angesteckt. 813 Menschen sind – stand Sonntag – weltweit am Coronavirus gestorben.

Am Nürnberger Flughafen machen sich Mitarbeiter bereits Sorgen. In einem Brief an die Presse beklagen einige, dass sie sich alleingelassen fühlen. Denn: Obwohl Reisende ihnen tagtäglich ins Gesicht husten, dürfen sie keine Atemschutzmasken tragen. Auch besondere Reinigungsvorgänge oder Desinfektionsmaßnahmen gibt es derzeit nicht, heißt es in dem Schreiben.

Ist die Panik übertrieben? Gesundheitsexperten sehen das so. Das Robert-Koch-Institut etwa sieht „keine hinreichende Evidenz dafür, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für eine gesunde Person, die ihn trägt, signifikant verringert“. Dr. Alice Schaffer, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz am städtischen Gesundheitsamt, verweist ebenfalls auf die Einschätzung der Lage durch das Robert-Koch-Institut: „Im Moment wird die Möglichkeit einer Gefährdung in Deutschland als gering eingeschätzt.“ Weil das Informationsbedürfnis zum Coronavirus so hoch ist, hat das Gesundheitsamt bereits eine Hotline eingerichtet (0911/23110666). Auf der Internetseite des Amts wird empfohlen, ganz besonders in Regionen mit Erkrankungsfällen eine gute Händehygiene, die Husten- und Nies-Etikette sowie ein Abstand zu Erkrankten einzuhalten. „Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten“, so die Experten.

Julia Vogl

Coronavirus: Haben Sie Angst?

Soll Kleingeld abgeschafft werden?

Tonnenschwer fühlt sich bisweilen die Geldbörse an, dabei befinden sich keineswegs Reichtümer darin. Es sind die Ein- und Zwei-Cent-Münzen, die sich zuhauf darin breit machen und für Gewicht sorgen (Foto: fabersam/pixabay). Aber: Wer will sie wirklich haben? Kein Parkautomat nimmt sie an. Aber Geld ist doch Geld, oder nicht? Ob Münze oder Schein.
Dieser Tage hat die EU-Kommission die Diskussion entfacht, ob es nicht sinnvoll wäre, die Mini-Münzen abzuschaffen. In Ländern wie Belgien oder den Niederlanden lässt man schon längst alle Fünfe gerade sein. Das heißt: Man rundet auf oder ab. Auch weisen Experten darauf hin, dass die Herstellungskosten der Ein- und Zwei-Cent-Münzen höher sind als der Wert des Klimpergeldes an sich. Statt 1.99 Euro zahlt man dann eben zwei Euro. Auch Abrunden ist freilich möglich.
Kritiker der Kleingeldabschaffungs-Idee befürchten allerdings damit einen Anfang vom Ende des Bargelds.

Gabi Eisenack


Soll Kleingeld abgeschafft werden?

Bauernprotest: Haben Sie Verständnis?

Sie kamen zu Tausenden mit ihren Traktoren auf den Volksfestplatz: Vor Kurzem protestierten bayerische Bauern gegen die aktuelle Agrar- und Umweltpolitik. Die Landwirte klagen über überbordende Bürokratie, die sie immer stärker in ihre Büros zwingt, statt auf dem Acker und bei den Tieren ihrer eigentlichen Arbeit nachzugehen. Über immer höhere Auflagen bei Pflanzen- und Düngemitteln. Und über die mangelnde Wertschätzung ihres Berufsstands in der Gesellschaft. „Ohne Landwirtschaft wärst du hungrig, naggad und nüchtern“, war bei der Demo auf einem Plakat zu lesen. Die Landwirte monieren, dass die Bürger ihre Vorgärten in Steinwüsten verwandelten und gleichzeitig beim Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterschrieben, um ihr Gewissen zu erleichtern.

Nicht wegdiskutieren lassen sich allerdings die hohen Nitratwerte im Grundwasser. Oder ein massives Insektensterben, das Wissenschaftler auf der ganzen Welt alarmiert. Beides unter anderem ausgelöst durch eine immer intensivere Landwirtschaft. Und sicher wird kein Bauer bestreiten, dass es auch in seiner Branche schwarze Schafe gibt, die es mit einer verhältnismäßigen Düngung nicht immer so genau nehmen. Da wirken die Proteste doch etwas übertrieben.

Judith Horn

Bauernprotest: Haben Sie Verständnis?

Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?

Eislaufen ist ein Sport, der Generationen verbindet, gute Laune macht und fit hält. In vielen Städten – derzeit auch in Schwabach – werden temporäre Eisbahnen unter freiem Himmel errichtet, die von den Bürgern gerne genutzt werden. In Nürnberg hat zur Jahreswende 1999/2000 eine mobile Eislauffläche sogar auf dem Hauptmarkt gestanden – doch das ist lange her. Wer sich aufs Glatteis begeben möchte, muss mit der Arena Vorlieb nehmen. Das Vergnügen, an der frischen Luft Runden zu drehen, bleibt den Nürnbergern derzeit verwehrt. Für zugefrorene Weiher ist es – noch – zu warm.

Die Stadtverwaltung hätte nichts dagegen, wenn sich ein Betreiber fände, der an geeigneter Stelle eine transportable Eisbahn errichtet. Gastronomie und Einzelhandel drum herum würden sicher auch davon profitieren. Vielleicht fände sich ja jemand, der sich mit einer gewissen Summe beteiligt. Doch derzeit bietet sich niemand an, der das Projekt verwirklichen könnte.

Vielleicht ist es ja auch besser, man lässt es bleiben: insbesondere der Umwelt zuliebe. Denn natürlich braucht es eine ganze Menge Energie, bei milden Temperaturen Eis zu produzieren. Und wer gleich nebenan wohnt, ist von der Geräuschkulisse, die die Freizeitsportler erzeugen, vermutlich auch nicht allzu begeistert.

Gabi Eisenack

Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?

Schulbeginn erst ab 9 Uhr?

Die Diskussion wird seit Jahren immer wieder geführt: Wäre es nicht besser, später mit dem Schulunterricht zu beginnen? Derzeit muss die große Mehrheit der Schüler in Deutschland um spätestens acht Uhr in der Bank sitzen. Wissenschaftler finden, dass das zu früh ist und plädieren für einen Unterrichtsstart erst ab neun Uhr – weil damit auf den Biorhythmus junger Menschen eher Rücksicht genommen wird. Sie seien dann konzentrierter und leistungsfähiger. In Nürnberg ist auf Initiative des FDP-Stadtrats Alexander Liebel hin ein Modellversuch geplant.
Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, gibt es auch Einwände. Kritiker geben zu Bedenken, dass der Unterricht dann in den Nachmittag hineingeht und die Kinder keine Zeit für Sport oder Musik haben. Außerdem müssten viele Eltern früh am Morgen aus dem Haus.

Gabi Eisenack

Schulbeginn erst ab 9 Uhr?

Bonpflicht: Eine gute Idee?

Seit dem 1. Januar muss zu jedem Brötchen auch ein Zettel ausgegeben werden: Es gilt die Bonpflicht. Nicht nur beim Bäcker, auch beim Metzger, Friseur oder in der Apotheke zum Beispiel. Dabei wollen viele Kunden das Stück Papier gar nicht haben. Sie kritisieren, dass so die Umwelt zusätzlich belastet und mehr Müll erzeugt wird.

Mit der Kassenbonpflicht will der Gesetzgeber gegen Steuerbetrug vorgehen und für Transparenz sorgen. Das Finanzministerium verteidigt die ungeliebte Neueinführung, die schon Ende des Jahres 2016 beschlossen worden war. Immerhin sei genug Zeit gewesen, sich darauf einzustellen.

Gabi Eisenack

Bonpflicht: Eine gute Idee?

Sollen Kracher an Silvester verboten werden?

Wenn das neue Jahr beginnt, dann standesgemäß mit ordentlich Krach. Schon aus Tradition werden pünktlich um Mitternacht an Silvester Böller, Raketen und Kracher in die Luft geschossen (Foto: Eduard Weigert). Glück soll das bringen – oder auch einfach nur ein paar Minuten Spaß, wenn man die schönen Lichteffekte am Himmel bewundern kann.
Während die einen sich ihr geliebtes Silvester-Feuerwerk nicht nehmen lassen wollen, wird aber die Kritik an dem feurigen Jahresbeginn immer lauter. Tierhalter wettern schon seit Jahren dagegen: Wauzi und Maunzi erschrecken sich schließlich immer ganz fürchterlich. Aber auch Umweltschützern ist die Tradition ein Dorn im Auge. Nicht nur wegen der schlechten Luft, die in den Stunden danach herrscht, sondern auch wegen der 15 bis 20 Tonnen Müll, die danach auf den Straßen liegen – allein in Nürnberg. Nicht zuletzt gibt es natürlich auch Menschen, die sich vor Krachern fürchten und zum Jahreswechsel sicherheitshalber lieber drinnen eine Wunderkerze anzünden – um sie dann ganz weit vom Körper weg in die Luft zu halten.
Keine Frage, das Feuerwerk zu Silvester kommt immer mehr in die Kritik – immer mehr Menschen fordern deshalb, es am besten komplett zu verbieten.

Julia Vogl


Sollen Kracher an Silvester verboten werden?

Second-Hand-Geschenke: Würden Sie sich darüber freuen?

Skandinavien ist uns oft einen Schritt voraus, wenn es um Umweltschutz geht. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist Schwedin, aus Schweden kommt das Gefühl der „Flugscham“, und in Norwegen ist es nun Trend, sich gebrauchte oder recycelte Dinge zu schenken. Für die Herstellung neuer Waren, so erklären es auch deutsche Naturschützer, werden große Mengen an Rohstoffen und Energie verbraucht. Warum also nicht etwas unter den Christbaum legen, was noch schön ist? Bücher, DVDs, Elektrogeräte, qualitativ hochwertiges Spielzeug, Schmuck, wieder moderne, guterhaltene Kleidung und Vintage-Handtaschen eignen sich hervorragend als Secondhand-Weihnachtsgeschenk, erklären Umweltschützer.

Doch so schön der Gedanke ist, Dinge möglichst lange zu verwenden, so unpassend erscheint er manch Beschenktem gerade zu Weihnachten. Wirkt Secondhand-Ware doch manchmal billig oder zumindest günstiger als Neuware. Da könnte der Eindruck erweckt werden, die Wertschätzung sei nicht besonders groß. Dazu kommt, dass es manchen einfach nicht gefällt, dass bereits andere Menschen das Geschenk vielleicht mehrere Jahre lang in Gebrauch hatten.

Ngoc Nguyen

Second-Hand-Geschenke: Würden Sie sich darüber freuen?

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