Apr

21

2014

Ist der Gelbe Sack noch zeitgemäß?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | 2 Kommentare

So kennen wir es seit mehr als 20 Jahren: Papier und Pappe kommen in die Blaue Tonne, Gläsernes wandert in die Altglassammlung, Verpackungen aus Kunststoff werden über den Gelben Sack entsorgt. Wir Deutschen sind Weltmeister im Recyceln – doch ist die Abfalltrennung ökologisch ein Erfolg? Die Antwort ist: Nein.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Auftrag gegeben hatte. Nur 20 Prozent des Mülls aus dem Gelben Sack werde wiederverwertet, der Rest gehe in den Verbrennungsanlagen in Feuer auf.

Statt weniger Verpackungen aus Kunststoff gebe es inzwischen 25 Prozent mehr. Außerdem trennten die Bürger ihre Abfälle immer seltener. Die Kommunen haben angesichts dieser Analyse nun gefordert, die Entsorgung von Verpackungen wieder selbst organisieren zu dürfen.

Laut Verpackungsverordnung von 1991 ist der Handel verpflichtet, Verpackungen zurückzunehmen und wiederzuverwerten.  Daher sammeln, sortieren und verwerten private Entsorger diese Abfälle, in Nürnberg zum Beispiel kümmert sich die Firma Hofmann um das Einsammeln der Gelben Säcke. Beauftragt werden die Entsorger vom Dualen System Deutschland oder anderen Systembetreibern. Das Geld dafür kommt vom Handel, der Lizenzgebühren für den Grünen Punkt entrichten muss.

Dass die Kommunen am Punkt harte Kritik äußern, ist kein Wunder. Denn seit Jahren streiten sie sich mit den privaten Entsorgern darum, wer die Verpackungen wiederverwerten darf. Schließlich lässt sich in Zeiten steigender Rohstoffpreise viel Geld damit verdienen. Ob den Kommunen das Vermeiden von Plastikmüll besser gelingt, ist jedoch fraglich.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Ist der Gelbe Sack noch zeitgemäß?“ Geben Sie hier Ihr Votum ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie auf unserer Debattenseite „Senf dazu“.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Rentenreform auf Kosten der Jugend?“ Teilgenommen haben 265 Leser. Mit Ja antworteten 45,3 Prozent, mit Nein 54,7 Prozent.

Apr

13

2014

Rentenreform auf Kosten der Jugend?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie Rente, Rentner, SPD | 3 Kommentare

Sie war ein Herzensanliegen der SPD im Wahlkampf und auch ein wichtiger Trumpf, um den Anhang beim anschließenden Mitgliedervotum von der Großen Koalition überzeugen zu können: Die Rente mit 63. Wer 45 Jahre lang in die Kasse eingezahlt habe, solle auch abschlagsfrei seinen Ruhestand genießen können.

Damit wollen die Sozialdemokraten Lebensleistungen belohnen, für mehr Gerechtigkeit sorgen und zudem die von ihnen forcierte „Rente mit 67“ sozial abfedern.

Karl Lauterbach, stellvertretender Chef der SPD-Bundestagsfraktion, betonte kürzlich in der Talkshow „Anne Will“ nochmals, dass diese Reform auch nur relativ geringe Kosten verursache, weil der betroffene Personenkreis klein sei. Schützenhilfe erhielt er in dieser Sendung vom Wirtschaftswissenschaftler Heinz-Josef Bontrup, der sogar sagte, dass sich der Staat das Vorhaben „lässig leisten“ könne.

Auf der anderen Seite mahnt der Wirtschaftsflügel der CDU, dass die SPD mit dieser Politik angesichts des demografischen Wandels genau die falsche Richtung einschlage – die Leute werden älter und müssten daher auch länger arbeiten, nicht kürzer. Die jungen Menschen, so die Kritiker, müssten an die älteren die Zeche für dieses Wahlgeschenk zahlen. Die faire Lastenverteilung zwischen den Generationen sei aufgekündigt.

Außerdem fürchten Skeptiker, dass sich eine Reihe von Arbeitnehmern mit 61 arbeitslos meldet und dann zwei Jahre später ohne Einbußen in Rente geht. Ein solches Vorgehen will Andrea Nahles aber gesetzlich verhindern.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Rentenreform auf Kosten der Jugend?“ Geben Sie Ihr Votum hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Endlich Schluss mit G 8?“ Teilgenommen haben 374 Leser. Mit Ja antworteten 63,4 Prozent, mit Nein 36,6 Prozent.

Apr

6

2014

Endlich Schluss mit dem achtjährigen Gymnasium?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie Lokale Debatten, NZ-Leserfrage | 1 Kommentar

Wie lange darf die Schulzeit dauern? Das Reizpotenzial dieser Frage ist niemals verflogen, seit das Land Bayern vor zehn Jahren seine Gymnasialzeit verkürzte und damit dem Bundestrend folgte.

Umstritten war die Entscheidung schon im Vorfeld. Als wir 2003 unsere Leser in dieser Rubrik befragten, sprachen sich damals 41,3 Prozent für das neue Abitur nach acht Gymnasialjahren aus, während 58,7 Prozent gegen das G 8 stimmten.

Nun mehren sich die Anzeichen dafür, dass Bayerns Gymnasiasten in Zukunft zwischen einer zwölf- und einer dreizehnjährigen Laufbahn wählen dürfen. Die Freien Wähler setzen ein Volksbegehren ein, die Lehrer haben über ihren Philologenverband bereits Lehrplankonzepte vorgelegt. Auch das nur ein Herdentrieb? Das Land Niedersachsen beschloss jüngst die Rückkehr zum G 9. Eine Kehrtwende hat auch in Baden-Württemberg eingesetzt, wo neue „G 9-Modellschulen“ starke Nachfrage erleben.

Erklärtes Ziel der bayerischen Staatsregierung war seinerzeit, mit dem G 8 mehr Schüler in kürzerer Zeit zu besseren Noten zu führen. Dass das nur auf Kosten von Inhalt und Nachhaltigkeit gelingen kann, wurde nicht so gerne erwähnt. Man überließ diese Beobachtung den Eltern, Jugendverbänden oder Hochschulen. Sie kritisieren den hohen Leistungs- und Zeitdruck heutiger Abiturienten, während gleichzeitig der Wissensstand sinkt. Das schnellere Abitur macht Berufseinsteiger jünger, aber nicht automatisch fähiger und lebensklüger.

Ehrlicherweise muss aber auch erwähnt sein, dass sich Lehrer und Schüler längst arrangiert haben. Sie sind an Neuerungen aus dem Kultusministerium gewöhnt. Die Lehrpläne wurden nachgebessert, und viele andere Länder der Erde bringen mit zwölfjährigen Bildungswegen wettbewerbsfähigen Nachwuchs hervor. Eine erneute Strukturreform schafft also zunächst einmal wieder eines: Bürokratie und Unruhe. Von der Frage, welche gesamtgesellschaftlichen Bewegungen eigentlich hinter der wachsenden Oberflächlichkeit und der sozialen Spaltung in der Schulbildung stehen, wäre abgelenkt.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Endlich Schluss mit G 8?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Soll die Null-Promille-Grenze kommen?“ Teilgenommen haben 407 Leser. Mit Ja antworteten 31,2 Prozent, mit Nein 68,8 Prozent.

Mrz

30

2014

Soll die Null-Promille-Grenze gelten?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie Alkohol, NZ-Leserfrage | 1 Kommentar

Die Grünen haben in der vergangenen Woche ein Thema angestoßen, das nach dem Rauchverbot kommen musste: Sie fordern die Null-Promille-Grenze für Autofahrer. Politiker der Linken und der SPD waren sofort dafür. Die Genossen verbanden ihre Zustimmung aber mit dem Hinweis, dass eine solche Regelung nicht im Koalitionsvertrag enthalten sei.

Glück gehabt, sollte man meinen, denn es dürfte eine heftige Debatte ausbrechen, wenn der Gesetzgeber tatsächlich vorschreiben will, dass ein Glas Bier oder Wein zum Essen beim Heimfahren für den Entzug des Führerscheins reicht.

Wer dagegen ist, der wird dann schnell in die Ecke geschoben, dass er wohl billigend in Kauf nimmt, wenn betrunkene Autofahrer Mitmenschen im Straßenverkehr anfahren oder überfahren. Der Trend, unsere komplexe Gesellschaft mit immer mehr Vorschriften zu reglementieren, zu disziplinieren und zu kontrollieren, würde sich noch einmal verstärken. Vergessen wird dabei, dass das Verkehrsrecht beim Thema Alkohol schon jetzt sehr streng ist. Eine Null-Regelung würde alle diejenigen treffen, die sehr maßvoll mit Bier oder Wein umgehen.

Vor diesem Hintergrund möchten wir in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Soll die Null-Promille-Grenze gelten?“

Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Putin: Soll der Westen mehr Härte zeigen?“ Teilgenommen haben 417 Leser. Mit Ja antworteten 32,9 Prozent, mit Nein 67,1 Prozent.

Mrz

23

2014

Putin: Soll der Westen mehr Härte zeigen?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | 5 Kommentare

Die Krim war schon längst weg, da sagten westliche Politiker immer noch, dass man mit Putin darüber reden müsse. Das und viele andere Reaktionen des Westens in den vergangenen Wochen haben den Kremlherrn sicher amüsiert. So atemberaubend schnell seine Einverleibung der Krim ins russische Reich über die Bühne ging, so hilflos waren die Reaktionen – auch deutscher Politiker. So ist es nach alledem auch kein Wunder, dass ein Wort besonders häufig zu lesen und zu hören ist: Ohnmacht. Putins Machthunger erscheint grenzenlos, im wahrsten Sinne des Wortes.

Und die Rat- und Hilflosigkeit des Westens bestärken den Mann in seinem gefährlichen Handeln, der in den USA bereits mit Hitler verglichen wurde. Da kann die Welt für die Zukunft nur hoffen, dass dieser Vergleich vollkommen daneben liegt. Andererseits, was hätte der Westen tun sollen? Militärische Aktionen standen und stehen in diesem Fall nicht zur Debatte.

Selbst beim Mauerbau 1961 war für John F. Kennedy klar: Deswegen werden wir keinen Krieg beginnen. 53 Jahre später konnte sich auch Wladimir Putin auf so eine Reaktion verlassen. Und das war auch gut so. Mit seinem Husarenritt in der Krim wischte er aber alle Regeln einer zivilisierten Gesellschaft vom Tisch, mit denen es sich in Mitteleuropa seit Jahrzehnten gut und sicher leben lässt.

Der Westen setzt die politischen Beziehungen zu Russland auf vielen Ebenen aus. Der EU-Russland-Gipfel ist abgesagt, der G 8-Gipfel im russischen Sotschi wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht stattfinden. Das alles ficht Putin nicht an. Nach den ersten „Sanktionen“, einigen russischen Politikern Einreiseverbote zu verpassen und ihre Konten zu sperren, drängt sich die Frage auf, wie ernsthaft der Westen Putin gegenüber auftreten will. Die angedrohten weiteren wirtschaftlichen Sanktionen haben bei der deutschen Wirtschaft bereits für großes Aufheulen gesorgt.

Nicht ganz unberechtigt, denn würde man dieses Instrument voll einsetzen, müsste auch der deutsche Otto Normalverbraucher mit gewissen Einbußen seines Wohlstands rechnen. Russland würde nämlich seinerseits Maßnahmen gegen die deutschen Firmen ergreifen, die in diesem Land mittlerweile zahlreich vertreten sind, vom Export einmal ganz zu schweigen. Die Gretchenfrage lautet also, wie viel ist uns der Versuch wert, Druck auf Putin auszuüben, um ihm den Appetit auf eine eventuelle weitere Landeinnahme in der Ostukraine zu verderben?

Vor diesem Hintergrund möchten wir in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Putin: Soll der Westen mehr Härte zeigen?“

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Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Fühlen Sie sich in Nürnberg sicher?“ Teilgenommen haben 680 Leser. Mit Ja antworteten 21,2 Prozent, mit Nein 78,8 Prozent.

Mrz

16

2014

Fühlen Sie sich in Nürnberg sicher?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | Kommentar hinterlassen

Wann fühlt man sich unsicher? Während einer Nachtwanderung mitten im Wald, nachmittags in der Innenstadt oder am Sonntagmorgen um halb fünf im Diskoareal am Kohlenhof? Die Antwort wird jeder für sich geben, je nach Temperament, Lebenserfahrung – und nicht zuletzt nach dem Alter.

Und doch gibt es objektive Faktoren. Nimmt man die aktuelle Kriminalstatistik für das Stadtgebiet, die vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, dann geht es auf Nürnbergs Straßen wilder zu denn je: fast 20 Prozent mehr Raubüberfälle, gut 30 Prozent mehr Sachbeschädigungen als ein Jahr zuvor und eine Steigerung von knapp 35 Prozent bei den Taschendiebstählen. Zu allem Überfluss blieben auch die Wohnungseinbrüche im dritten Jahr hintereinander auf relativ hohem Niveau: In 538 Fällen musste die Kripo zuletzt Ermittlungen aufnehmen. Solche Fakten sind nicht gerade förderlich für das subjektive Sicherheitsgefühl.

Die Polizei geht andererseits viele Wege, um die Probleme in den Griff zu bekommen, deren Ursachen häufig gesellschaftlich bedingt sind. Erfolge zeigen sich beispielsweise bei den Fahrraddiebstählen. Nach einer sprunghaften Entwicklung in den vergangene Jahren wurde der Trend 2013 plötzlich gestoppt – dank intensiverer Überwachungsmaßnahmen und der Einrichtung einer Ermittlungskommission. Und bei Thema Alkohol, der bei zwei von drei Körperverletzungen auf Straßen und Plätzen mit im Spiel ist, denkt man im Polizeipräsidium am Jakobsplatz sogar über Verbotszonen nach.

Schließlich: Blickt man über die Stadtgrenzen hinaus, wird schnell klar, dass das Leben in Nürnberg im Grunde ein recht gefahrloses ist. Beim bundesweiten Vergleich der sichersten Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern lag die Frankenmetropole im Jahr 2012 (aktuellere Zahlen gibt es noch nicht) auf dem respektablen fünften Platz. In der Kategorie ab 500.000 Einwohner rangierte Nürnberg zuletzt sogar auf Platz zwei. Vor diesem Hintergrund möchten wir in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Fühlen Sie sich in Nürnberg sicher?“

Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Kommunalwahl: Ist das Verfahren zu kompliziert?“ Teilgenommen haben 267 Leser. Mit Ja antworteten 52,4 Prozent, mit Nein 47,6 Prozent.

Mrz

9

2014

Kommunalwahl: Ein zu kompliziertes Verfahren?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | 1 Kommentar

Am Sonntag finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Was die Parteien wollen, haben sie dem Volk mal mehr, mal weniger ausführlich mitgeteilt, nun sind die Bürger an der Reihe. Die werden, falls sie nicht Briefwahlunterlagen beantragt haben, mit riesigen Bögen in der Kabine sitzen und ihre Kreuze machen. Und das ist bei einer Kommunalwahl gar nicht einfach. Denn die Möglichkeiten, seine Favoriten zu unterstützen und missliebige Kandidaten abzustrafen, sind vielfältig.

Es darf kumuliert und panaschiert werden, was das Zeug hält. Der Vorteil, den das System mit sich bringt: Niemand muss das Paket so übernehmen, wie es die Parteien oder Gruppierungen anbieten. Der Wähler hat Gestaltungsmöglichkeiten. Aufpassen muss er nur, dass er sich beim Kreuzchenmachen nicht verzählt. Wer – in Nürnbeg zum Beispiel – versehentlich mehr als 70 Stimmen für künftige Stadträte vergeben hat, macht seinen Zettel ungültig. Kritiker des Verfahrens geben zu bedenken, dass das kommunale Wahlrecht zu kompliziert sei. Befürworter betonen, dass es besonders demokratisch ist. Einfach ist es zumindest, den Oberbürgermeister zu bestimmen: Da bekommt der persönliche Favorit die Stimme.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Kommunalwahl: Ist das Verfahren zu kompliziert?“ Geben Sie Ihr Votum hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Halten Schockbilder vom Rauchen ab?“ Teilgenommen haben 309 Leser. Mit Ja antworteten 18,5 Prozent, mit Nein 81,5 Prozent.

Mrz

2

2014

Halten Schockbilder vom Rauchen ab?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie Gesundheit | 1 Kommentar

Verfaulte Zähne, Krebsgeschwüre und blutig deformierte Raucherbeine: Mit solchen Schock- und Ekelbildern sollen bis spätestens zum Jahr 2016 Zigarettenschachteln und Tabak-Verpackungen versehen werden. Doch hat dies tatsächlich den gewünschten Effekt?

Die Entscheidung des Europäischen Parlaments soll – so die Theorie – vor allem jüngere Menschen davon abhalten, sich mit dem blauen Dunst anzufreunden. Bei eingefleischten Rauchern, so hat die Erfahrung gezeigt, hilft auch der Wink mit dem Zaunpfahl nur noch bedingt.

An dieser Stelle setzt auch schon Kritik ein: Schließlich seien Tabakprodukte nach wie vor legal und die Verbraucher sollten doch selber entscheiden dürfen, ob sie gesundheitliche Risiken eingehen wollten oder nicht. Die betroffenen Branchen – Produktion und Handel – befürchten Umsatzeinbrüche und damit einhergehende Verluste von Arbeitsplätzen.

Mit entsprechender Lobby-Politik wurde immerhin schon durchgesetzt, dass Slim-Zigaretten doch nicht verboten werden und dass die elektrischen Glimmstängel weiterhin auch im normalen Handel erhältlich sein werden.

Etliche Raucher werden die Schock-Kampagne vermutlich ohnehin abfedern, indem sie sich eine neutrale Umverpackung besorgen oder die Glimmstängel in eine nostalgische Hülle ohne Warnhinweise umstecken. Doch auch die Tabak-Gegner schlafen nicht: In anderen Länder gibt es schon Packungen, die mit ihrem Besitzer reden, oder Schachteln in möglichst unappetitlichen Fäkal-Farben.

So viele Schockeffekte können natürlich auch abstumpfen, wie in der Anekdote über einen Raucher, der im Laden die ihm offerierte Packung mit der Aufschrift „Rauchen verursacht Impotenz“ dankend wieder zurückgibt: „Ich hätte lieber eine Schachtel mit Lungenkrebs“.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage wissen: „Halten Schockbilder vom Rauchen ab?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf NZ.de auf der rechten Seite  ab. Über die Leserfrage diskutieren können Sie auf unserer Debattenseite „Senf dazu“.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Heimatministerium: Imagegewinn für Nürnberg?“ Teilgenommen haben 424 Leser. Mit Ja antworteten 52,4 Prozent, mit Nein 47,6 Prozent.

Feb

23

2014

Heimatministerium: Ein Imagegewinn für Nürnberg?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | 2 Kommentare

Seit dieser Woche befinde sich Nürnberg “auf Augenhöhe” mit München, verkündete Finanzminister Markus Söder stolz. Der Grund dafür ist das neue Heimatministerium, das sich am Lorenzer Platz im Gebäude der ehemaligen Staatsbank befindet.

Im Moment weist ein riesiges Spruchband auf die neue Behörde hin, die sich wohl noch nicht nachhaltig im Bewusstsein der Nürnberger verankert hat. Doch schon bald soll zum Allgemeingut werden, dass erstmals seit dem Jahr 1806 der Freistaat nun nicht nur an der Isar, sondern auch an der Pegnitz regiert wird.

Während Markus Söder und die CSU sich über diesen Coup naturgemäß freuen, wird von anderer Seite auch Kritik laut: Markus Rinderspacher, Fraktionschef der Landtags-SPD, lehnt eine solche „CSU-Zentralbürokratie“ für die mit dem Begriff Heimat verbundenen Themen ab. Besser wäre es, die Regionen und Gemeinden direkt zu stärken. Ins gleiche Horn stößt auch Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann, der außerdem eine Art von „Wahlkampfgeschenk“ kurz vor der Entscheidung bei der anstehenden Kommunalwahl über den OB-Posten vermutet.

Markus Söder dagegen hat ein ganzes Bündel von Ideen parat, wenn es um Aufgabenbereiche des neuen Ministeriums geht. Hier fänden keine Schauveranstaltungen statt, sondern es werde „knallharte Politik“ gemacht. In Nürnberg sollen auch wichtige Konferenzen zur Landesentwicklung und zum Finanzausgleich sowie demnächst auch eine Tagung des bayerischen Kabinetts stattfinden. Das Ministerium trage mit dazu bei, dem regionalen Ungleichgewicht bei der Entwicklung des Freistaates entgegenzuwirken.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Heimatministerium: Imagegewinn für Nürnberg?“ Geben Sie Ihr Votum hier ab.

Feb

16

2014

Ist die Erhöhung der Diäten angemessen?

Veröffentlicht von senf in der Kategorie NZ-Leserfrage | 3 Kommentare

Es ist denkbar ungeschickt: Als eines der ersten Themen in der neuen Legislaturperiode setzt die Große Koalition die Diätenerhöhung auf die Tagesordnung. Kein Wunder, dass den Bundestagsabgeordneten eine Selbstbedienermentalität vorgeworfen wird, kann sich doch ein normaler Arbeitnehmer auch nicht einfach selbst das Gehalt erhöhen. Kritisiert wird zudem das Ausmaß der Erhöhung, genehmigen sich die Volksvertreter doch schon einen heftigen Schluck aus der Pulle. Um 830 auf dann 9082 Euro sollen die Diäten in zwei Schritten steigen.

Auf der anderen Seite arbeiten Abgeordnete enorm viel, haben 60 bis 70 Wochenstunden und oftmals Termine auch am Wochenende. Das Familienleben leidet unter der Arbeitsdichte und unter der Pendelei zwischen Berlin und den Heimat-Wahlkreisen. Viel Anerkennung durch die Bürger findet das Engagement für das Gemeinwohl nicht – im Gegenteil, Politiker müssen anders als – weitaus höher dotierte – Sportstars mit vielen Vorurteilen und Klischees leben.

Doch ein ordentliches Gehalt ist nicht nur deshalb wichtig, um den Einsatz zu honorieren und weiterhin fähige Köpfe ins Parlament zu locken, sondern auch, um die Parlamentarier materiell unabhängig zu machen. Was ebenfalls für die Reform spricht: Die Abgeordneten erhöhen sich letztmals selbst die Diäten, ab 2016 werden die Bezüge an die allgemeine Lohnentwicklung gekoppelt, so dass der Vorwurf der raffgierigen Selbstbedienung dann wegfällt.

Wir wollen von Ihnen in unserer Leserfrage daher diesmal wissen: „Ist die Erhöhung der Diäten angemessen?“ Geben Sie Ihr Votum bitte auf  NZ.de auf der rechten Seite ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Wurde der olympische Gedanke in Sotschi verraten?“ Teilgenommen haben 362 Leser. Mit Ja antworteten 56,4 Prozent, mit Nein 43,6 Prozent.

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