Corona: Haben Sie noch Angst vor Ansteckung?

DieInfektionszahlen sinken. Vor einigen Wochen noch mussten mehrere Hundert Nürnberger in Quarantäne verharren, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Der Lockdown aber zeigte Wirkung (Foto: Julia Vogl).
Während die Zahl der Neuinfizierten täglich immer weiter sank und zwischenzeitlich an manchen Tagen gar keine neuen Fälle gemeldet wurden, konnten immer mehr Menschen aus der Quarantäne entlassen werden.
Die Folge: Am Sonntag etwa mussten gerade einmal noch 48 Nürnberger laut städtischer Mitteilung daheim bleiben. Der Trend ist auch in den umliegenden Städten und Kreisen zu sehen. Auch in der Region sinkt die Zahl der akut erkrankten Menschen immer weiter. Rein rechnerisch ist die Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken, damit sehr gering.
Dazu kommt: Die Menschen halten Abstand und tragen an Orten, an denen dieser nicht immer eingehalten werden kann, einen Schutz vor Nase und Mund. Selbst wenn sie also das Virus in sich tragen, gibt es Vorkehrungen, die eine Ansteckung anderer Menschen zumindest weniger wahrscheinlich werden lassen.
Und dennoch gibt es Menschen, die die Lockerungen noch nicht richtig genießen können. Was, wenn man sich bei einem Menschen ansteckt, der einfach nicht getestet worden ist? Wie kann man eine Ansteckung vermeiden, wenn man unter Leute geht, die sich dann aber nicht ausreichend an Hygieneregeln halten? In Ostfriesland etwa war das der Fall – dort trafen sich 50 Personen in einem Restaurant, 23 von ihnen wurden positiv auf das Virus getestet. Und auch beim Besuch des Gottesdienstes ist vielen noch mulmig. Hat es doch in Frankfurt erst eine Masseninfektion in einer Kirche gegeben.
Wie geht es Ihnen? Genießen Sie die Lockerungen oder machen Sie sich Sorgen, weil Sie sich womöglich anstecken könnten?

Julia Vogl

Corona: Haben Sie noch Angst vor Ansteckung?

Pop-Up-Radwege: Eine Lösung für die Stadt?

Berlin hat sie schon und auch in Paris, Brüssel, Barcelona, Mailand, Wien, Mexiko-Stadt und Vancouver radeln die Bewohnerinnen und Bewohner der Metropolen auf sogenannten Pop-Up-Radwegen (Foto:dpa-Bildfunk). Dabei handelt es sich um sichere Fahrradspuren, die auf Hauptstraßen kurzfristig eingerichtet werden. Grund: Während der Corona-Pandemie sollen und wollen viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel meiden. Das Fahrrad dient als gesunde, günstige und umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto.
Auch in Nürnberg ist die Zahl der Radfahrer in den vergangenen Wochen merklich gestiegen. Der Ortsverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) hat deshalb eine Petition für die neuen Radstreifen gestartet. Sie diene vor allem der Sicherheit der Radfahrer. Am dringendsten hält der VCD den Abschnitt zwischen Rennweg und Rathenauplatz auf der Bayreuther Straße. Hier gäbe es eine gefährliche Radweglücke, so der Verein.
Viele Organisationen begrüßen den Vorstoß. Aber es gibt auch Kritik: Mehr Platz für Radler heißt auf der anderen Seite freilich Einschränkungen für Autofahrer. Statt zwei Spuren für Kraftfahrzeuge gäbe es dann punktuell nur noch eine. Lange Blechkolonnen wären die Folge, so die Befürchtung.

Clara Grau

Pop-Up-Radwege: Eine Lösung für die Stadt?

Sollen die Sommerferien verkürzt werden?

Coronabedingt sind bayernweit alle Schulen in den drei Wochen vor den Osterferien geschlossen geblieben. Eine Woche nach den Ferien durften zumindest die Schüler zurück in den Präsenzunterricht zurückkehren, die heuer ihren Abschluss schreiben. Nach und nach drücken auch weitere Jahrgangsstufen wieder die Schulbank – allerdings doch sehr eingeschränkt (Foto: Hans-Joachim Winckler)

Für die Eltern bedeutet das viel Arbeit. Gerade kleinere Kinder müssen beim Homeschooling gut betreut werden. Nicht in allen Familien war das in den vergangenen Wochen einfach so in den gewohnten Alltag zu integrieren. Eltern mussten Urlaub nehmen und ihren Kindern helfen – wenn sie es denn konnten. In manchen Familien war die Beschulung daheim gar nicht oder nur bedingt möglich, weil Eltern – aus welchen Gründen auch immer – schlichtweg nicht helfen konnten.

Entstanden sind ungleiche Bildungschancen. Und Eltern, die nun vor einem Betreuungsproblem während der anstehenden Sommerferien stehen.
Wie aber soll man diese Probleme lösen? Ein Vorschlag wäre es, die Ferien im August und September einfach zu verkürzen. Die Kinder wären in den Schulen gut betreut und könnten Wissenslücken, die durch den Schulausfall während der Corona-Pandemie entstanden sind, wieder aufholen. Die Eltern könnten sich verstärkt auf ihren Beruf konzentrieren. Und auch diejenigen, die noch genug Urlaub haben, dürften wohl nicht allzu arg unter verkürzten Ferien ächzen – scheinen ausgedehnte Fernreisen in diesem Sommer schließlich eher weniger wahrscheinlich.

Oder sollte man doch auch an die Lehrer denken, die ihren Unterricht unter großem Stress auf digitales Lernen umgestellt haben und gerade jetzt die sechs Wochen Pause im Sommer verdient haben? Vielleicht brauchen auch die Schüler die lange Auszeit im Sommer, um sich endlich einmal vom Leistungsdruck zu erholen? Klar ist: Ministerpräsident Markus Söder hat bereits klargestellt, dass in Bayern an den Sommerferien nicht gerüttelt wird – aber wäre das nicht vielleicht doch ganz gut?

Sollen die Sommerferien verkürzt werden?

Corona: Gehen die Lockerungen zu weit?

Die Corona-Krise hat das Leben in vielen Bereichen verändert oder ganz lahmgelegt. Was immer selbstverständlich war, ist plötzlich nicht mehr möglich. Dass viele Einschränkungen nötig waren, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, stieß in der Bevölkerung auf große Zustimmung, die allermeisten Menschen hielten sich an die Vorgaben der Politik. Und halfen mit, das Tempo der Ausbreitung zu drosseln.

Nun werden ab Montag die strengen Regeln gelockert. Alle Geschäfte dürfen wieder öffnen (Foto: Hans-Joachim Winckler), was gut für die Wirtschaft ist. Schrittweise kann demnächst auch die Gastronomie ihren Betrieb wieder aufnehmen und immer mehr Schüler kehren in die Schulen zurück – das alles sollte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geschehen, von Normalität kann also keine Rede sein.

Während sich viele Menschen freuen, dass sie in ihrer Freiheit nicht mehr so stark eingeschränkt sind, machen sie die anderen Sorgen: Wie wird sich die Zahl der Infizierten entwickeln? Wird sie wieder steigen, wenn aufgrund der Lockerungen die Menschen die Situation nicht mehr ernst nehmen?

Gabi Eisenack

Corona: Gehen die Lockerungen zu weit?

Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

Die neueste Novelle der Straßenverkehrsordnung soll mehr Sicherheit für alle bringen: Radler, Fußgänger, Autofahrer und Rettungsfahrzeuge. Zu den Neuerungen zählen deshalb auch höhere Bußgelder fürs Falschparken – das Minimum liegt jetzt bei 25 Euro (Foto: NEWS5).
Wer sich etwa am Fahrbahnrand in zweiter Reihe erwischen lässt, dem drohten bisher 15 bis 20 Euro. Dieser Verstoß kostet ab sofort 55 Euro und bei Behinderung sogar 70 Euro sowie einen Punkt in Flensburg. Die Geldbuße für das unberechtigte Parken eines Schwerbehinderten-Platzes erhöht sich von 35 auf 55 Euro. Auch für das Falschparken auf Plätzen für Elektro- oder Carsharing-Autos muss man erstmals in dieser Höhe aufkommen. Das Halten auf Radstreifen am Straßenrand – bisher für drei Minuten gestattet – ist nun generell verboten. Wer kontrolliert wird, muss 55 Euro zahlen, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer bis 100 Euro. Gleiches gilt für das Parken auf Geh- und Radwegen, an unübersichtlichen Stellen und in Feuerwehrzufahrten.
In dicht bebauten Großstädten wie Nürnberg zählt Falschparken zu den häufigsten Ärgernissen, über die sich Bürger bei der Kommune beschweren. Vom Kampf um den Parkraum abgesehen, kann es sogar gefährlich werden. Das Rathaus wies vor zwei Jahren in einer Kampagne auf die im Ernstfall verheerenden Blockaden von Feuerwehrzufahrten hin. Auch Radfahrer müssen sich beim Umfahren von Zweite-Reihe-Parkern manchmal in brenzlige Situationen begeben oder zu ihrer eigenen Sicherheit aus voller Fahrt stoppen.
Mit Blick auf die Unterbesetzung bei Polizei und städtischer Verkehrsüberwachung wagen viele Autofahrer ein Hase-und-Igel-Spiel: Sie stellen ihren Wagen auf gut Glück ab, darauf spekulierend, eh nicht ertappt zu werden. Für sie sind theoretische 55 Euro am Ende nicht abschreckender als 25, solange sie sich Parkgebühren oder Fußmärsche sparen. Andere Automobilisten ärgern sich über die Verschärfung der Bußgelder. Sie sehen die Städte in der Pflicht, für mehr legalen Parkraum und günstigere öffentliche Verkehrsmittel zu sorgen, und fühlen sich abgezockt.

Isabel Lauer

Falschparker: Sind Bußgelder noch zu niedrig?

„Gute Idee: Norisring ohne Publikum?“

Mitte Juli wird in Nürnberg gerast. Normalerweise zumindest. Dann findet nämlich das traditionsreiche Norisringrennen statt. Schöller-S, Grundig-Kehre – seit über 70 Jahren schon brausen hier die Rennfahrer über die Strecke und werden dabei von bis zu 150.000 Fans bejubelt.

Heuer aber ist alles anders: Großveranstaltungen sind bis Ende August gestrichen. Die Veranstalter des Norisring-Rennens aber wollen sich die Veranstaltung, in die sie so viel Herzblut gesteckt haben, nicht so einfach streichen lassen. Freilich: Ein Rennen mit Tausenden von Fans an der Strecke wird es heuer nicht geben können. Ein Geisterrennen ähnlich den diskutierten Geisterspielen der Fußball–Bundesliga aber vielleicht schon. Die Verantwortlichen des Rennens haben bei der Stadt bereits eine entsprechende Anfrage gestellt.

Für den MotorsportClub Nürnberg (MCN) hängt viel an dem Rennen. Sollte die Veranstaltung nicht stattfinden, bliebe der MCN auf seinen jährlich anfallenden Unterhaltskosten für die Lagerung des Streckenmaterials von etwa 140.000 Euro sitzen. Die Norisring GmbH wäre bei einer Streichung aus dem Kalender pleite. Eine TV-Übertragung in 140 Länder aber könnte in einer Zeit, in der Sportveranstaltungen eigentlich ausfallen, durchaus Geld in die Kasse spülen und dabei helfen, das Traditionsrennen zu erhalten.

Nur: Die Idee kommt nicht überall gut an. Manche empfinden sie sogar als Provokation. Es könne schließlich nicht sein, dass Kinder nicht auf Spielplätze dürfen, Senioren in Heimen vereinsamen, das Rennen aber stattfinden solle. Die Diskussion über ein Geisterrennen wird aber nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Krise geführt. Es ergreifen auch diejenigen das Wort, die die Veranstaltung schon aus Klimaschutz-Überlegungen nicht gutheißen. „Für mich ist es eine Katastrophe, wenn jedes Jahr wieder die Nürnberger Bevölkerung unter dem monotonen Brumm-Brumm des Autokorsos stöhnt und die Stadt Nürnberg durch das Zur-Verfügung-Stellen des Areals der konventionellen Automobilwirtschaft und all den Klimawandelignoranten ein Forum bietet“, sagt etwa Ludwig Hager, der Vorsitzende der ÖDP-Nürnberg. Die ÖDP denke daher über ein Bürgerbegehren zur Abschaffung des Rennens nach.jule

„Gute Idee: Norisring ohne Publikum?“

 

Gute Idee: Norisring ohne Publikum?

Mitte Juli wird in Nürnberg gerast. Normalerweise zumindest. Dann findet nämlich das traditionsreiche Norisringrennen statt. Schöller-S, Grundig-Kehre – seit über 70 Jahren schon brausen hier die Rennfahrer über die Strecke und werden dabei von bis zu 150.000 Fans bejubelt (Foto:  Wolfgang Zink).
Heuer aber ist alles anders: Großveranstaltungen sind bis Ende August gestrichen. Die Veranstalter des Norisring-Rennens aber wollen sich die Veranstaltung, in die sie so viel Herzblut gesteckt haben, nicht so einfach streichen lassen. Freilich: Ein Rennen mit Tausenden von Fans an der Strecke wird es heuer nicht geben können. Ein Geisterrennen ähnlich den diskutierten Geisterspielen der Fußball–Bundesliga aber vielleicht schon. Die Verantwortlichen des Rennens haben bei der Stadt bereits eine entsprechende Anfrage gestellt.
Für den MotorsportClub Nürnberg (MCN) hängt viel an dem Rennen. Sollte die Veranstaltung nicht stattfinden, bliebe der MCN auf seinen jährlich anfallenden Unterhaltskosten für die Lagerung des Streckenmaterials von etwa 140.000 Euro sitzen. Die Norisring GmbH wäre bei einer Streichung aus dem Kalender pleite. Eine TV-Übertragung in 140 Länder aber könnte in einer Zeit, in der Sportveranstaltungen eigentlich ausfallen, durchaus Geld in die Kasse spülen und dabei helfen, das Traditionsrennen zu erhalten.
Nur: Die Idee kommt nicht überall gut an. Manche empfinden sie sogar als Provokation. Es könne schließlich nicht sein, dass Kinder nicht auf Spielplätze dürfen, Senioren in Heimen vereinsamen, das Rennen aber stattfinden solle. Die Diskussion über ein Geisterrennen wird aber nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Krise geführt. Es ergreifen auch diejenigen das Wort, die die Veranstaltung schon aus Klimaschutz-Überlegungen nicht gutheißen. „Für mich ist es eine Katastrophe, wenn jedes Jahr wieder die Nürnberger Bevölkerung unter dem monotonen Brumm-Brumm des Autokorsos stöhnt und die Stadt Nürnberg durch das Zur-Verfügung-Stellen des Areals der konventionellen Automobilwirtschaft und all den Klimawandelignoranten ein Forum bietet“, sagt etwa Ludwig Hager, der Vorsitzende der ÖDP-Nürnberg. Die ÖDP denke daher über ein Bürgerbegehren zur Abschaffung des Rennens nach.

Julia Vogl

Gute Idee: Norisring ohne Publikum?

Finden Sie Söders Sonderweg richtig?

Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, gelten in Bayern seit Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen – strengere, als im Rest von Deutschland (Foto:dpa).

Während in anderen Bundesländern etwa ein Treffen mit einer Kontaktperson, die außerhalb des eigenen Haushalts lebt, erlaubt war, ist dies in Bayern erst seit heute möglich. Ebenso strenger geregelt: Die Frage, ob Bau- und Gartenmärkte geöffnet sein dürfen. Während in Baden-Württemberg in den vergangenen Wochen eingekauft werden konnte, mussten sich die Bayern in Geduld üben.

In einer Woche sollen im Freistaat die Schüler, die heuer ihren Abschluss machen, wieder die Schulbank drücken. Ab dem 11. Mai sollen dann Anschlussklassen folgen, also Viertklässler, die im kommenden Jahr die Schule wechseln. In anderen Bundesländern läuft der Schulbetrieb schneller an. In Berlin etwa wird der Unterricht bereits ab dem 4. Mai wieder aufgenommen.

Klar ist schon jetzt: Bayern geht mit härteren Regeln gegen die Virus-Ausbreitung vor, als dies andere Bundesländer tun. Und klar ist auch: Die Regeln werden langsamer gelockert. Das hat Markus Söder  in der vergangenen Woche angekündigt. Nur: Was halten Sie davon?
Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Finden Sie Söders Sonderweg richtig?“

Julia Vogl

 

 

Finden Sie Söders Sonderweg richtig?

Sind die Verbote wegen Corona überzogen?

Die Maßnahmen gegen Corona greifen tief in die Persönlichkeitsrechte der Bürger ein. Menschen müssen ihre Geschäfte schließen und dürfen ihre Freunde nicht mehr sehen – und das, obwohl der medizinische Nutzen solcher gravierender Maßnahmen zu hinterfragen ist. Freunde könnten auch mit Sicherheitsabstand gemeinsam spazieren gehen (Foto: Michael Matejka), Geschäftsinhaber könnten über Zutrittsbeschränkungen eben jene geforderte räumliche Distanz zwischen ihren Kunden sicherstellen.

Auf der anderen Seite kann man freilich argumentieren, dass in anderen Ländern, in denen Menschen sich nur noch 100 Meter von ihrer Wohnung entfernen dürfen, die Maßnahmen noch viel strenger sind. Zudem geht es um das hohe Gut Gesundheit.Um Zustände wie in Italien zu vermeiden, müsse die Bevölkerung für eine gewisse Zeit Opfer bringen, sagen die Befürworter der Regeln. Glaubt man den Umfragen, stützen die Leute den Kurs.

Wir wollen in unserer Leserfrage der Woche von Ihnen wissen: „Corona: Verbote überzogen?“ M.P.

Sind die Verbote wegen Corona überzogen?

Sind Sie für eine Mundschutzpflicht?

Sollten wir alle Maske tragen? Die Stimmung dreht sich, je weiter die Coronavirus-Pandemie um sich greift. Immer mehr Menschen können sich anfreunden mit dem früher nur aus Asien bekannten Bild (Foto: dpa), mit verhüllter Mund-Nasen-Partie unter Leute zu gehen. Auch in Nürnberg wird der Anblick von Passanten mit einem Schal-, Arzt- oder Baumarktmundschutz vertrauter. Privatleute und soziale Initiativen nähen gerade wie die Weltmeister Jedermann-Masken aus Stoff, damit sich die Knappheit in medizinisch-pflegerischen Einrichtungen nicht noch verstärkt.
Die deutsche Politik zeigt sich hier noch zurückhaltend, während Österreich bereits eine Tragepflicht für Supermarktbesuche eingeführt hat. Was feststeht: Es ist eine Geste der Höflichkeit, in Zeiten dieser Epidemie die Mitmenschen möglichst wenig mit der eigenen Atemluft zu behelligen. Ein Mundschutz besagt: Ich habe verstanden, jeder, auch ohne Symptome, kann diese Krankheit potenziell übertragen.
Muss es deshalb aber gleich ein Gebot geben? Wissenschaftlich ist das mit dem Mundschutz nämlich gar nicht so einfach, das sieht man am Schlingerkurs des Robert-Koch-Instituts in dieser Frage. Ein Mund-Nasen-Schutz kann die allgemeine Verbreitung eines Virus nicht nachweislich eindämmen; dazu ist eine Reihe anderer, gewichtigerer Maßnahmen nötig. Im Einzelfall kann er das Risiko, ein Gegenüber anzustecken, wohl verringern, doch auch hierzu fehlen belastbare Daten.

Isabel Lauer

Sind Sie für eine Mundschutzpflicht?