Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

„Wer zu schnell fährt, gefährdet sein Leben und das der anderen“ – an dieser Aussage von Innenminister Joachim Herrmann gibt es nichts zu rütteln. Trotzdem drücken nach wie vor etliche Autofahrer gerne mal ein bisschen „auf die Tube“, wenn sich die Gelegenheit bietet. Man braucht nur mit der vorgeschriebenen Maximalgeschwindigkeit über eine gut frequentierte Landstraße fahren und mitzählen, von wie vielen Autos man in ein paar Minuten überholt wird. Kein Wunder, dass hier ein Unfallschwerpunkt liegt. Erschreckend sind auch Zahlen, die belegen, dass jeder dritte Unfalltote auf das Konto von Raserei geht.
Blitzmarathon

Ob nun allerdings eine aufwendige Kontroll-Aktion wie der aktuelle „Blitzmarathon“ das geeignete Mittel ist, um der Raserei beizukommen, ist eine andere Frage. „Purer Aktionismus“, finden die Kritiker. Während des Kontroll-Zeitraums werde brav langsam gefahren, nur einige Unvorsichtige würden in die zahlreich ausgelegten Fallen tappen. Die einzige Auswirkung sei, dass der Berufsverkehr noch zäher als sonst üblich ausfalle, nach dem Ende der Aktion sei dann trotzdem wieder der Gasfuß angesagt. Deshalb bringe statt Einzelaktionen nur ein längerfristiges Konzept etwas. Ob nun aber etwa fest installierte „Radarfallen“ das Maß aller Dinge sind, ist ebenso umstritten. Manchmal machen sie die Autofahrer eher erfinderisch statt einsichtig, denn feste Punkte lassen sich ziemlich einfach speichern und weitergeben.

Text: Clemens Helldörfer / Foto: Roland Huber-Altjohann

Ist der Blitzmarathon sinnvoll?

Kommt Franken im Tatort gut weg?

Franken-TatortEs ist geschafft! Der erste fränkische Tatort überhaupt ist mittlerweile über die Mattscheiben der Republik geflimmert, und der in den letzten Tagen allgegenwärtige Pulverdampf verzieht sich langsam. Doch eine Frage bleibt neben der nach dem Täter noch zu klären: Haben es die Krimi-Macher vom Bayerischen Rundfunk geschafft, das fränkische Lebensgefühl jenseits von Bratwurst und Butzenscheiben so wiederzugeben, dass auch deutsche Bürger, die etwa hinterm Deich oder im Ruhrpott leben, unser Seelenleben nachvollziehen können? Das ist schließlich eine der zentralen Botschaften dieses Krimi-Flaggschiffs: Zu zeigen, dass Verbrechen und Polizeiarbeit nicht im luftleeren Raum, sondern in wirklichen Städten und inmitten von wirklichen Menschen stattfinden.
Das Produktionsteam vom BR hat sich nicht lumpen lassen und schon bei der Besetzung auf Lokalkolorit geachtet: Eli Wasserscheid, die die Kommissarin Wanda Goldwasser spielt, stammt im Film und im echten Leben aus Bamberg, bei Andreas Leopold Schadt alias Sebastian Fleischer gilt dasselbe in Bezug auf seine Heimatstadt Hof. Die mittelfränkische Note ist schließlich bei Matthias Egersdörfer gut aufgehoben. Als Spurensicherer Michael Schatz kann er sich so ausdrücken, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der Kabarettist und Schauspieler zollt auf jeden Fall dem Regisseur Max Färberböck großes Lob: „Ich finde das sensationell, dass ein Oberbayer diese Stadt wirklich inhaliert hat und versucht, das wiederzugeben. Das ist ihm überdurchschnittlich gelungen“ schwärmt er geradezu im NZ-Interview. Aber nichts ist so entscheidend wie der ganz persönliche Eindruck.
In unserer Frage der Woche möchten wir deshalb von Ihnen wissen:

 

Kommt Franken im Tatort gut weg?

Clemens Helldörfer

Was tun gegen Cybermobbing?

NZ-mobbingBeschimpfung, Verleumdung, Erpressung, Fotomontagen: Cybermobbing hat viele Gesichter. Meist sind es Jugendliche, die Gleichaltrige über einen längeren Zeitraum gezielt fertig machen. Eltern und Lehrer erfahren erst viel zu spät von der Hetze im Netz. Wir haben nachgefragt: Was kann man eigentlich tun, wenn man selbst Opfer wird – oder die eigenen Kinder?

Markus (Name geändert) ist ein Opfer besonders perfiden Mobbings geworden. Ein Mitschüler stellt ihm ein Bein, Markus fällt auf die Nase. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Der Nürnberger Schüler vergräbt die Hände wie immer tief in den Taschen und bekommt sie nun nicht rechtzeitig heraus, um sich abzustützen. Das Video, auf dem ihm Blut im Rhythmus seines Pulsschlags aus beiden Nasenlöchern spritzt, wird 15.000-mal angeklickt, er wird in der ganzen Region zum Gespött, kassiert bösartige Kommentare.

Er hat sich gewehrt und ist zur Polizei gegangen. Die hat dem Täter sein Handy abgenommen – er wird es nicht zurückbekommen. Aber ein Foto oder Video aus dem Internet zu löschen, ist schwierig. Was einmal online ist, bleibt oft dauerhaft zu finden.

Was also tun, wenn man im Netz fertiggemacht wird?

Damit es gar nicht so weit kommt, kann man einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Es ist eigentlich ein alter Hut, aber noch immer vergeben viel zu viele Menschen unsichere Passwörter – und verraten sie auch noch ihrer besten Freundin. Die kann aber morgen die schlimmste Feindin werden und dann zum Beispiel das Facebook-Profil manipulieren, mit falschen Fotos oder Einträgen. Christian Brunner von der Polizeiberatung Zeughaus rät deshalb, ein möglichst schwieriges Passwort zu wählen und es geheimzuhalten.
weiter lesen

Trübt das Rauchverbot die Bierzelt-Stimmung?

Lokales-festzeltwirtKAINZDas Frühlingsvolksfest am Dutzendteich musste in den ersten Tagen mit dem wenig frühlingshaften Wetter zurechtkommen. Die Festwirte müssen sich erstmals mit dem Mindestlohn herumärgern und weiterhin mit dem Rauchverbot in Bierzelten leben. Die Raucher müssen draußen ihrer Leidenschaft nachgehen und sich – zumindest bei den noch eher winterlichen Temperaturen – einen abfrieren. Wo bleibt bei so viel „muss“ und „darf nicht“ die gute Stimmung?
Bei den Nichtrauchern vielleicht? Die sind doch wohl zufrieden, dass die Nachwehen früherer Besuche in rauchigen Bierzelt-Spelunken endlich Vergangenheit sind, oder? Kopfweh am Tag danach kann jetzt höchstens noch die Folge von zu viel Bier- oder anderem Alkoholgenuss sein. Das lästige Passivrauchen und unfreiwillige „Mitstinken“ liegt hinter ihnen.
Doch an manchen Biertischen will die Laune trotzdem nicht so überschäumen wie das Bier. Da gibt es zum Teil ein Männleinlaufen wie sonst nur auf der Frauenkirche am Hauptmarkt – und nicht nur einmal am Tag respektive Abend. Das Kommen und Gehen der Raucher will gar kein Ende nehmen. Sie verschwinden meist gleich grüppchenweise, weil gemeinschaftliches Ziehen am Glimmstängel den Spaßfaktor um ein Mehrfaches erhöht.
Die Nichtraucher müssen dann warten, bis sie die heißen Diskussionen – etwa um den unglückseligen „Club“ – mit den anderen weiterführen können. Wenn es dumm läuft, haben die Qualmköpfe das Thema vor der Tür schon längst gewechselt, und nun muss man bei Rückkehr der Tischnachbarn erst mal sondieren, wovon eigentlich inzwischen die Rede ist. Auch Witze, die nach einer Maß (oder mehreren) die Runde machen, werden erst so richtig lustig, wenn man sie unter Nikotingenuss (zu Ende) erzählt. Die Nichtraucher verpassen dann womöglich die Pointe.
Das Rauchverbot kann sich also durchaus zum Stimmungskiller entwickeln. Zum Beispiel auch wenn man nur mit wenigen Bekannten unterwegs ist und allein drinnen zurückbleibt, während sich die anderen draußen amüsieren. Oder wenn sich zufällig nur Raucher zum Volksfestbesuch treffen, die ihren Platz besetzt finden, sobald sie die Zigaretten ausgemacht haben und ins Zelt zurückkommen.

In unserer Frage der Woche möchten wir deshalb von Ihnen wissen:

 

Trübt das Rauchverbot die Bierzelt-Stimmung?

                                                                                                                                              Ute Wolf

Fünf Bars bekommen jetzt Probleme

schmelz“Illegale Diskotheken” – darüber haben sich “legale” Discobetreiber in einem Brief an die NZ und an die Stadt aufgeregt. Städtische Mitarbeiter haben die beanstandeten Lokale nun untersucht. Jetzt gibt es ein Ergebnis der nächtlichen Patrouillen. Wer in eine Bar geht, der will sich vergnügen. Dabei dürfen Bars aber keine Vergnügungsstätten sein – zumindest nicht ohne entsprechende Genehmigung. Vergnügen sich mehr als 200 Personen in einer Bar, dann braucht diese sogar noch eine Extraerlaubnis als Versammlungsstätte. Für all diese Genehmigungen muss man sich an Regeln halten – und dafür, etwa im Hinblick auf Brandschutz und Fluchtwege, auch Geld in die Hand nehmen.

Das, so behaupten einige Diskobetreiber, würden jedoch nicht alle Clubbetreiber tun. In einem anonymen Brief an die Lokalpresse und das Ordnungsamt schwärzten sie deshalb im vergangenen Sommer einige Lokale an. Ihr Vorwurf: obwohl sie nur eine Genehmigung als Schankwirtschaft haben, würden sie in der Praxis Diskotheken betreiben. Dies sei nicht nur unfair gegenüber den Betreibern legaler Diskotheken. Auch für die Gäste bestehe Gefahr, weil in offiziell als Bar geführten Clubs viel laxere Sicherheitsvorkehrungen herrschen.

Die Stadt hat daraufhin Kontrollen angekündigt. Nächtens haben sich Mitarbeiter auf Patrouille begeben und den Clubbesitzern genau auf die Finger geschaut, ob in ihren Betrieben hauptsächlich getrunken oder getanzt wird. Zwar war in der Szene durchaus bekannt, welche Betriebe wohl von den Kontrollen betroffen sind, schreiben durfte die Lokalpresse das jedoch nicht. Weil nun aber ein offizieller Bericht der Ordnungsamtes vorliegt, holen wir dies nach: weiter lesen

Beten für den Club?

JugendosternachtAls eines der “Greuther-Weiber” musste ich heute einen happigen Termin für die NZ-Lokalredaktion absolvieren: Pressekonferenz im Frankenstadion! Ich glaube ja, dass ich mit Absicht dorthin geschickt wurde, damit ich vor Ostern noch mal so richtig leide ;-) Dabei habe ich sowieso Dienst an den Feiertagen!

Doch sei´s drum: Was uns nicht umbringt, macht uns nur noch härter. Und so nahm ich die Veranstaltung eben in diesem Sinne. Es ging um die Ankündigung des Jugendreferates der Katholischen Stadtkirche und des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ für die Jugend-Osternacht, die diesmal im Stadion stattfindet. Sie steht unter dem Motto “Auferstehung zwischen Abstieg und Aufstieg”. Beten für den Club also – und das hat er derzeit ja auch bitter nötig. Dieser sicher ungewöhnliche Gottesdienst beginnt am Karsamstag um 19.30 Uhr am Tor 2 des Stadions, an dem für mich als Fan der SpVgg Greuther Fürth der grüne Rasen das Schönste ist – die 3 Clubfreunde mögen es mir nachsehen!

Vielleicht hat einer der Jungs aber auch Lust, an dieser Osternacht teilzunehmen? Immerhin würde sich ihm da zum Beispiel die seltene Chance bieten, in die Heimkabine der Clubberer hineinzuschnuppern. Dort befindet sich nämlich eine der fünf Gottesdienst-Stationen. Zu Beginn wird ein Osterfeuer vor Tor 2 entzündet, anschließend ziehen die Besucher mit ihren Osterkerzen ins Stadion hinein. Der Versprecher eines der Osternacht-Verantwortlichen während der Pressekonferenz, das Stadion solle am Samstag entzündet werden, sorgte für einige herzliche Lacher bei den Medienvertretern (wie auch beim Verursacher selbst). Als Greuther-Weib lasse ich den Satz mal unkommentiert so stehen und denke mir meinen Teil.

Die Jugend-Osternacht ist bereits Nummer zehn in der Reihe dieser österlichen Veranstaltungen “an einem besonderen Ort”. Frühere haben in den Felsengängen stattgefunden, im Planetarium oder im Rio-Palast. Die Musik macht diesmal die Nürnberger Band “Gsus”. Am kommenden Samstag sollen an der letzten Station der Osternacht übrigens auch Tore geschossen werden. Zum Glück nehmen keine Club-Spieler teil, denn ob sonst daraus was würde, wage ich zu bezweifeln. Ebenso wenig glaube ich, dass dem Club durch Beten noch zu helfen ist.                                                                     Ute Wolf

 

Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Neue Polizeiuniform in Bayern
Für Beobachter war es keine Überraschung: Eine deutliche Mehrheit der uniformtragenden Polizeibeamten hat sich für die Farbe Blau ausgesprochen. Das bedeutet: Voraussichtlich ab Ende 2016 wird das seit Jahrzehnten gewohnte Grün-Beige, das rund 27 700 Polizisten/innen und etwa 5300 Justizbeamte im Freistaat tragen, nach und nach durch das neue Österreich-Blau verdrängt.

Gegner des Farbenwechsels argumentieren unter anderem, dass die Bürger in Bayern (und damit in Franken) das gewohnte Grün-Beige emotional mit Sicherheit und Ordnung verbinden. In einem Meer von blauen bzw. blaugrauen Uniformen – von der Bundespolizei über VAG- und Bahn-Mitarbeiter bis zum Ausgehrock etwa von Berufsfeuerwehr und THW – seien grün-beige gewandete Polizisten zudem auf den ersten Blick auszumachen. Nicht zuletzt wird gerne darauf verwiesen, dass der bayerische Weg traditionell in vielen Belangen ein ganz eigener sei – warum also nicht auch bei der Polizei-Uniform?

Die Blau-Befürworter halten dagegen, dass der Freistaat seit langem das einzige Bundesland ist, in dem Streifenpolizisten und Justizbeamte nicht in der Farbe Blau unterwegs sind. Sogar europaweit stehe Bayern hier alleine da. Dabei habe der Farbenwechsel längst begonnen: Die geschlossenen Einheiten der Bereitschaftspolizei und etliche Einsatzzüge haben still und leise auf Blau umgeschwenkt (wenngleich es sich dabei um ein fast schwarzes Nachtblau handelt). Und die Wasserschutzpolizei ist traditionell blau ausstaffiert. Vorteile sehen die Befürworter auch bei den Kosten: Die hängen erheblich von Bestellmengen und Herstellerkapazitäten ab. Die europaweite „Sonderfarbe“ Grün-Beige mache Uniformen von Haus aus teurer.

In einem sind sich aber beide Lager einig: Bayerns Polizisten/innen brauchen eine neue Ausstattung. Nicht nur Schnitte und Formen der bisherigen Uniform sind mehr als antiquiert. Auch die Materialien (Stichwort: Wärme/Kälte, Atmungsaktivität etc.) müssen dringend modernisiert werden, ebenso wie die Funktionalität und der Tragekomfort. An den rund 33 Millionen Euro, die das Innenministerium für die Erneuerung der Polizeiuniformen vorgesehen hat, kommt der Steuerzahler also nicht vorbei –  unabhängig von der Uniformfarbe.

In unserer Frage der Woche möchten wir von Ihnen wissen: Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Gefällt Ihnen Bayerns Polizei in Blau?

Louis Vuitton macht dicht

79_0E5QYDCSie läuft gut und wird trotzdem geschlossen: In einem Jahr werden die letzten Louis Vuitton-Taschen in der Filiale an der Kaiserstraße über die Ladentheke gehen. Dann muss der Laden schließen. Es ist ein Bild, das man häufig in der Innenstadt sieht: Touristen mit dunkelbraunen Papiertaschen, darin enthalten sind edle Täschchen, Geldbeutel, Schals und andere luxuriöse Accessoires der französischen Nobelmarke Louis Vuitton. Die schicken Papiertüten werden aber schon bald aus dem Stadtgebiet verschwinden. Denn in einem Jahr wird die Filiale an der Kaiserstraße geschlossen.

Das Kuriose daran: Eigentlich läuft der Laden in Nürnberg gut. Mit dem Abzug aus Franken will der Konzern aber die Filialen in Frankfurt und München stärken. Fashionvictims haben bereits eine Facebook-Seite erstellt. Ihr Anliegen ist der Erhalt der Geschäfts in Nürnberg – sie wollen nicht extra nach München fahren, wenn sie ein neues Täschchen brauchen.

Louis Vuitton hat der Kaiserstraße durchaus immer einen gewissen Glanz verliehen. Unabhängig davon, ob man sich die Taschen nun leisten konnte oder nicht – einen Blick ins Schaufenster haben sich viele Nürnbergerinnen gern gegönnt. Schaufenstershopping als Ersatzbefriedigung eben.
Wie aber wird es ohne Louis Vuitton? Lohnt sich da der Bummel durch die Kaiserstraße überhaupt noch? Oder muss man künftig gleich nach München fahren, wenn man exklusiver dekorierte Schaufenster ansehen will?

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Einkaufsoffener Sonntag

Das Einkaufsverhalten der Menschen ändert sich rasant. Erinnert sei nur an Quelle: Der Niedergang des Unternehmens schien ein Symbol für das Ende einer ganzen Branche zu sein. Doch die Entwicklung ging in eine völlig andere Richtung: Durch das Internet boomt der Versandhandel wieder. Dagegen ist der stationäre Einzelhandel in ganz Deutschland unter Druck geraten und es wird nach Ideen gesucht, wieder mehr Kunden in die realen Geschäfte zu bringen. Auch in Nürnberg wird überlegt, wie die Altstadt als Einkaufsort attraktiver werden kann. Es sollen vor allem Menschen angesprochen werden, die hauptsächlich per Internet einkaufen. CSU-Stadtrat Thomas Pirner hat in einem Antrag für den Stadtrat jetzt die Durchführung einer langen Einkaufsnacht, wie sie bereits in vielen deutschen Städten stattfindet, vorgeschlagen. Eine solche Shopping-Nacht könnte schon 2015 oder aber 2016 auch durch ein Begleitprogramm ergänzt werden, um die Menschen zum Verweilen in der Stadt einzuladen, so Pirner.

Eine lange Einkaufsnacht sei im Hinblick auf die verkaufsoffenen Sonntage für die im Einzelhandel tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertretbar, so Pirner. Denn in Nürnberg werden die verkaufsoffenen Sonntage nicht voll ausgeschöpft, sondern es gibt zwei verkaufsoffene Sonntage ausschließlich für die Südstadt und zwei verkaufsoffene Sonntage für das übrige Stadtgebiet. Damit hat jedes Einzelhandelsgeschäft nur zwei Möglichkeiten zur Sonntagsöffnung, während es in den Nachbarstädten vier Sonntagsöffnungen gibt, so der CSu-Stadtrat weiter. Verweisen könnte man etwa auf Berlin oder Baden-Württemberg, wo die Geschäfte bis spät in die Nacht geöffnet bleiben dürfen. Wenn es sich nicht rechnen würde, würden die Geschäftsinhaber früher schließen.

Doch die Gegner einer Einkaufsnacht haben schnell reagiert. Das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis „Allianz für den freien Sonntag“ lehnt eine jährlich wiederkehrende Einkaufsnacht ab. Der Sprecher des Sonntagsbündnisses, Nobert Feulner vom Evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, nennt den Antrag der CSU-Stadtratsfraktion eine „erneute Schnapsidee“, den Ladenschluss auszuhöhlen. Die Begründung, wonach der stationäre Einzelhandel durch den Onlinehandel unter Druck gerate, hält Feulner für „nicht durchdacht und wenig sachdienlich“. Einkaufsnächte würden diesen Trend nicht aufhalten. „Die Stärken des Einzelhandels liegen in einer fachkundigen und individuellen Beratung durch Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen und nicht in Shopping-Nächten mit Begleitprogramm, das den Menschen auf ein Anreizsystem reduziert, das bespaßt werden müsse“, heißt es in einer Presseerklärung Feulners. Die Belastungen für die Beschäftigten durch eine Liberalisierung der Ladenschlusszeiten werden aus Sicht des DGB Mittelfranken völlig unzureichend beleuchtet. „Jede weitere Verlängerung der Ladenöffnungszeiten führt zu einer weiteren Prekarisierung der Arbeit“, mient Stephan Doll, Chef des DGB Mittelfranken. Entscheiden müssen jetzt die Stadträte.

Wir wollen deshalb wissen:

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?

765081021
Seit Jahren wird darüber disku­tiert, wie das Angebot an Bussen und Bahnen noch besser werden kann, um Autofahrer zum Umstei­gen zu bewegen. Neben den Projek­ten im Nahverkehrsentwicklungs­plan, wie die Stadtbahnen nach Kornburg und Erlangen, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren umge­setzt werden sollen, ist auch ein attraktiveres Tarifsystem für die VAG geplant. Allerdings sollen die Zuschüsse der Stadt für den Öffent­lichen Personennahverkehr, die der­zeit bei rund 60 Millionen Euro im Jahr liegen, nicht steigen.

Der erste Entwurf für eine Tarif­reform wurde in der vergangenen Woche vorgelegt. Neben einem Abo für rund 30 Euro im Monat, das ab 9 Uhr gilt, soll es ein Schüler-Abo für 25 (Sekundarstufe I) bzw. 40 Euro (Sekundarstufe II) geben. Einzel­fahrten werden deutlich teurer, Kurzstrecken günstiger, so die Pla­nung. Rabatte gibt es für alle, die sich länger an die VAG binden.

Aus der Vierer-Karte soll eine Achter-Karte werden, aber nur sie­ben Fahrten müssen bezahlt wer­den. Damit hofft man, neue Kunden anzulocken. Auch für das Firmen­abo sind Verbesserungen geplant, denn bislang können nur größere Firmen mitmachen.

Bezahlt werden soll das neue Angebot durch Mehreinnahmen, weil Busse und Bahnen mehr Kun­den haben, und zumindest teilweise durch die Erhöhung der Parkgebüh­ren auf öffentlichen Parkplätzen in der Altstadt von 1,50 auf drei Euro die Stunde, in der Innenstadt von einem auf zwei Euro die Stunde. Beschlossen wurde bislang noch nichts.

Wir wollen von Ihnen daher dies­mal wissen: „Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?“

fis

Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?