Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?

Eislaufen ist ein Sport, der Generationen verbindet, gute Laune macht und fit hält. In vielen Städten – derzeit auch in Schwabach – werden temporäre Eisbahnen unter freiem Himmel errichtet, die von den Bürgern gerne genutzt werden. In Nürnberg hat zur Jahreswende 1999/2000 eine mobile Eislauffläche sogar auf dem Hauptmarkt gestanden – doch das ist lange her. Wer sich aufs Glatteis begeben möchte, muss mit der Arena Vorlieb nehmen. Das Vergnügen, an der frischen Luft Runden zu drehen, bleibt den Nürnbergern derzeit verwehrt. Für zugefrorene Weiher ist es – noch – zu warm.

Die Stadtverwaltung hätte nichts dagegen, wenn sich ein Betreiber fände, der an geeigneter Stelle eine transportable Eisbahn errichtet. Gastronomie und Einzelhandel drum herum würden sicher auch davon profitieren. Vielleicht fände sich ja jemand, der sich mit einer gewissen Summe beteiligt. Doch derzeit bietet sich niemand an, der das Projekt verwirklichen könnte.

Vielleicht ist es ja auch besser, man lässt es bleiben: insbesondere der Umwelt zuliebe. Denn natürlich braucht es eine ganze Menge Energie, bei milden Temperaturen Eis zu produzieren. Und wer gleich nebenan wohnt, ist von der Geräuschkulisse, die die Freizeitsportler erzeugen, vermutlich auch nicht allzu begeistert.

Gabi Eisenack

Braucht Nürnberg eine Eislaufbahn?

Schulbeginn erst ab 9 Uhr?

Die Diskussion wird seit Jahren immer wieder geführt: Wäre es nicht besser, später mit dem Schulunterricht zu beginnen? Derzeit muss die große Mehrheit der Schüler in Deutschland um spätestens acht Uhr in der Bank sitzen. Wissenschaftler finden, dass das zu früh ist und plädieren für einen Unterrichtsstart erst ab neun Uhr – weil damit auf den Biorhythmus junger Menschen eher Rücksicht genommen wird. Sie seien dann konzentrierter und leistungsfähiger. In Nürnberg ist auf Initiative des FDP-Stadtrats Alexander Liebel hin ein Modellversuch geplant.
Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse, gibt es auch Einwände. Kritiker geben zu Bedenken, dass der Unterricht dann in den Nachmittag hineingeht und die Kinder keine Zeit für Sport oder Musik haben. Außerdem müssten viele Eltern früh am Morgen aus dem Haus.

Gabi Eisenack

Schulbeginn erst ab 9 Uhr?

Bonpflicht: Eine gute Idee?

Seit dem 1. Januar muss zu jedem Brötchen auch ein Zettel ausgegeben werden: Es gilt die Bonpflicht. Nicht nur beim Bäcker, auch beim Metzger, Friseur oder in der Apotheke zum Beispiel. Dabei wollen viele Kunden das Stück Papier gar nicht haben. Sie kritisieren, dass so die Umwelt zusätzlich belastet und mehr Müll erzeugt wird.

Mit der Kassenbonpflicht will der Gesetzgeber gegen Steuerbetrug vorgehen und für Transparenz sorgen. Das Finanzministerium verteidigt die ungeliebte Neueinführung, die schon Ende des Jahres 2016 beschlossen worden war. Immerhin sei genug Zeit gewesen, sich darauf einzustellen.

Gabi Eisenack

Bonpflicht: Eine gute Idee?

Sollen Kracher an Silvester verboten werden?

Wenn das neue Jahr beginnt, dann standesgemäß mit ordentlich Krach. Schon aus Tradition werden pünktlich um Mitternacht an Silvester Böller, Raketen und Kracher in die Luft geschossen (Foto: Eduard Weigert). Glück soll das bringen – oder auch einfach nur ein paar Minuten Spaß, wenn man die schönen Lichteffekte am Himmel bewundern kann.
Während die einen sich ihr geliebtes Silvester-Feuerwerk nicht nehmen lassen wollen, wird aber die Kritik an dem feurigen Jahresbeginn immer lauter. Tierhalter wettern schon seit Jahren dagegen: Wauzi und Maunzi erschrecken sich schließlich immer ganz fürchterlich. Aber auch Umweltschützern ist die Tradition ein Dorn im Auge. Nicht nur wegen der schlechten Luft, die in den Stunden danach herrscht, sondern auch wegen der 15 bis 20 Tonnen Müll, die danach auf den Straßen liegen – allein in Nürnberg. Nicht zuletzt gibt es natürlich auch Menschen, die sich vor Krachern fürchten und zum Jahreswechsel sicherheitshalber lieber drinnen eine Wunderkerze anzünden – um sie dann ganz weit vom Körper weg in die Luft zu halten.
Keine Frage, das Feuerwerk zu Silvester kommt immer mehr in die Kritik – immer mehr Menschen fordern deshalb, es am besten komplett zu verbieten.

Julia Vogl


Sollen Kracher an Silvester verboten werden?

Second-Hand-Geschenke: Würden Sie sich darüber freuen?

Skandinavien ist uns oft einen Schritt voraus, wenn es um Umweltschutz geht. Die Klimaaktivistin Greta Thunberg ist Schwedin, aus Schweden kommt das Gefühl der „Flugscham“, und in Norwegen ist es nun Trend, sich gebrauchte oder recycelte Dinge zu schenken. Für die Herstellung neuer Waren, so erklären es auch deutsche Naturschützer, werden große Mengen an Rohstoffen und Energie verbraucht. Warum also nicht etwas unter den Christbaum legen, was noch schön ist? Bücher, DVDs, Elektrogeräte, qualitativ hochwertiges Spielzeug, Schmuck, wieder moderne, guterhaltene Kleidung und Vintage-Handtaschen eignen sich hervorragend als Secondhand-Weihnachtsgeschenk, erklären Umweltschützer.

Doch so schön der Gedanke ist, Dinge möglichst lange zu verwenden, so unpassend erscheint er manch Beschenktem gerade zu Weihnachten. Wirkt Secondhand-Ware doch manchmal billig oder zumindest günstiger als Neuware. Da könnte der Eindruck erweckt werden, die Wertschätzung sei nicht besonders groß. Dazu kommt, dass es manchen einfach nicht gefällt, dass bereits andere Menschen das Geschenk vielleicht mehrere Jahre lang in Gebrauch hatten.

Ngoc Nguyen

Second-Hand-Geschenke: Würden Sie sich darüber freuen?

Kulturhauptstadt: Holt Nürnberg den Titel?

„Wir haben’s gerockt“, sagte ein glücklicher Hans-Joachim Wagner am Abend nach der großen Erleichterung. Der Leiter des Nürnberger Bewerbungsbüros für die Kulturhauptstadt 2025 meinte damit den Auftritt seiner Delegation vor der europäischen Jury, die in Berlin die acht deutschen Bewerberstädte begutachtete. Die Performance nach Art des berühmten „Männleinlaufens“ der Frauenkirche und das 60-seitige Bewerbungsbuch verbuchten einen Erfolg: Nürnberg steht zusammen mit Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Magdeburg in der Endauswahl.

Nun werden Franken nur zögerlich übermütig, aber der mögliche Zuschlag ist damit greifbarer geworden. Der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ birgt die riesige Chance für eine Stadt, nachhaltig mehr aus sich zu machen: sozial, ökonomisch, ökologisch und städtebaulich die eigene Zukunft verbindlicher anzupacken als im alltäglichen Trott. Nürnberg hat solide Ideen vorgelegt, wenn auch viele davon noch sehr akademisch und pädagogisch aufgeladen. Den Bedarf an Stadt- und Kulturerneuerung, den die Jury spüren will, kann es glaubhaft nachweisen. Und die Außenwirkung der Stadt, die sich meist auf „Nazi-Zeit“ und „irgendwie alt“ beschränkt, hat einfach Verbesserungspotenzial.

Mit der ungewöhnlich hohen Zahl von vier Mitbewerbern sinkt jetzt aber auch die Wahrscheinlichkeit, in einem Jahr das Finale zu gewinnen. Die ostdeutschen Konkurrenten etwa litten nicht weniger unter dem Strukturwandel, und gesellschaftspolitische Gräben fordern sie derzeit ärger als den vergleichsweise beschaulichen Süden heraus. Hannover wiederum versucht brandaktuell, mit seinen Projekten den „Brexit“ abzufedern, Hildesheim will die vergessene Provinz in den Fokus rücken – beides gute europäische Argumente.

Die Zeit bis zum zweiten Bewerbungsbuch und zum Ortsbesuch der Juroren im Sommer ist kurz. Das Bewerbungsbüro muss jetzt Dampf machen, Mitarbeiter aufstocken, das künstlerische Programm mit Kuratoren festzurren, Verwaltungsvorgänge beschleunigen. Gleichzeitig gilt es, breitere Bevölkerungsschichten zu mobilisieren. Im Frühjahr lenkt auch noch die Kommunalwahl ab. Grund zu Optimismus?

Isabel Lauer

Kulturhauptstadt: Holt Nürnberg den Titel?

Ausgangsverbot für Hauskatzen?

Katzen sind Killer. Wenn sie draußen streunen, fangen sie nicht nur Mäuse, sondern jagen mit Vorliebe auch Vögel, die sie dann entweder fressen, oder ihrem Herrchen halbtot vor die Füße legen. Genau das ist Tierschützern ein Dorn im Auge. Hauskatzen – so argumentieren sie – gefährden mit ihrem Jagdverhalten die Artenvielfalt. Und das nicht nur durch die Jagd, sondern auch, weil sie Vögel schon durch ihre bloße Anwesenheit in Angst und Schrecken versetzen und somit bei der Brut stören. Und es wird immer schlimmer: Die Katzen werden immer mehr. 15 Millionen leben in Deutschland – ein bis zwei Millionen davon verwildert.

„Weltweit waren Hauskatzen an der Ausrottung von mindestens zwei Reptilienarten, 21 Säugetierarten und 40 Vogelarten beteiligt – das heißt an 26 Prozent aller bekannten derzeitigen Ausrottungen in diesen Tiergruppen“, argumentieren die Juristen Arie Trouwborst und Han Somsen von der niederländischen Universität Tilburg. Deshalb sollen Hauskatzen nicht mehr streunen dürfen. Eine gesetzliche Regelung zur Begründung des Freilauf-Verbots haben die beiden auch schon gefunden: die Fauna-Flora-Habitat- und die Vogelschutz-Richtlinie der Europäischen Union. Katzenfans dürften gegen ein solches Verbot auf die Barrikaden gehen: Sie schätzen es sehr, wenn ihre Lieblinge an der frischen Luft unterwegs sein können. Eine Katze, die nicht streunen darf, wird nicht artgerecht gehalten, finden Halter von Freigängern.Überhaupt: Wer einmal ein Katzenklo in der Wohnung stehen hatte, der weiß, wie viel angenehmer es ist, wenn die Hauskatze ihr Geschäft draußen verrichtet.

Julia Vogl

Ausgangsverbot für Hauskatzen?

Frauentaxi: Ist das eine gute Idee?

Die Meldung aus München hat in der vergangenen Woche auch in Nürnberg für Diskussionen gesorgt. In der Landeshauptstadt können Frauen ab März Taxi-Gutscheine bekommen. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr können sie pro Fahrt einen davon im Wert von 5 Euro einlösen, wenn sie sich zu einer Wohnadresse fahren lassen.

Die Taxi-Zentrale Nürnberg würde sich über ein solches Modell auch in Franken freuen. Reinhold Gast argumentiert, dass Frauen zwar bislang den Nightliner nehmen können, dann aber immer noch ein Stück zu Fuß gehen müssen. Ein Taxi hingegen bringt Frauen bis zur Haustür.

Die Idee hat aber auch Kritiker: Zum einen müsste die Stadt für solche Gutscheine tief in die Tasche greifen. Außerdem werden Frauen laut Statistik nachts seltener Opfer von Gewalt als Männer – ein Frauentaxi aber suggeriere, dass es nachts auf den Straßen für Frauen unsicher ist. Und überhaupt: Würde man einer Frau, die nicht ins Taxi steigt und Opfer wird, am Ende sogar vorwerfen, dass sie selbst schuld ist?

Julia Vogl

Frauentaxi: Ist das eine gute Idee?

Ist der District Ride gut für Nürnberg?

Seit vergangener Woche ist klar: Im kommenden Jahr findet auf dem Hauptmarkt wieder ein großes Mountainbike- Spektakel statt. Der District Ride kommt zurück.

Bei dem Event stürzen sich die weltbesten Fahrer über Rampen vom Burgberg hinab und fahren einen waghalsigen Parcours in Richtung Hauptmarkt. Dort geht es dann ins Rathaus, per Aufzug hoch in das oberste Stockwerk, wo schon die Finale Rampe auf die Sportler wartet, die es möglichst kunstvoll und sturzfrei zu bewältigen gilt.

Klar: In Nürnberg ist der District Ride ein riesiges Spektakel. An der Strecke und auf dem Hauptmarkt herrschte deshalb schon in den vergangenen Jahren Gedränge. Aber die Veranstaltung wirkt auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Weltweit schauen sich Sportfans dann nicht nur waghalsige Sprünge an – sondern werden auch auf die tolle Kulisse in Nürnberg aufmerksam. Eine Werbewirkung, die nicht zu unterschätzen ist. Und dennoch hat der District Ride nicht nur Fans. Kritiker weisen bei Großveranstaltungen wie dieser immer wieder auf eine „Eventisierung“ von Nürnbergs guter Stube hin. Demnach werde dem Platz mit solchen Veranstaltungen zu viel zugemutet. Ebenfalls nicht bei allen beliebt: Für das Event müssen Plätze und Straßen zumindest teilweise gesperrt werden, Parkplätze fallen weg, und generell verschlingen Auf- und Abbau viele Ressourcen.

Julia Vogl

Ist der District Ride gut für Nürnberg?

Masern: Ist Impfpflicht der richtige Weg?

Ab März 2020 wird es in Deutschland eine Masern-Impfpflicht geben. Das Thema ist seit Jahren Gegenstand kontroverser Diskussionen. Nun schafft der Bund Fakten. Eltern müssen nachweisen, dass ihre Mädchen und Jungen geimpft sind, wenn sie in einen Kindergarten oder in die Schule kommen. Auch die Erzieherinnen und Erzieher müssen geimpft sein, Lehrer, medizinisches Personal und Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften.

Kritiker sehen in dieser Entscheidung einen Eingriff auf das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Befürworter verweisen auf die Gefährlichkeit von Masernerkrankungen. Sie können im schlimmsten Fall zu Lungen- und Hirnhautentzündungen führen und tödlich enden.

Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn werden Masern in Deutschland viel zu häufig unterschätzt. Zwar hätten 97 Prozent der Schulanfänger die erste Impfung bekommen, aber bei der entscheidenden zweiten gebe es große regionale Unterschiede, so das Bundesgesundheitsministerium. So werde auf Bundesebene die nötige Quote von 95 Prozent nicht erreicht. Erst dann aber sei ein Gemeinschaftsschutz möglich. Mit der neuen Regelung soll auch die Aufklärung der Bevölkerung verstärkt werden.

Gabi Eisenack

Masern: Ist Impfpflicht der richtige Weg?“