Louis Vuitton macht dicht

79_0E5QYDCSie läuft gut und wird trotzdem geschlossen: In einem Jahr werden die letzten Louis Vuitton-Taschen in der Filiale an der Kaiserstraße über die Ladentheke gehen. Dann muss der Laden schließen. Es ist ein Bild, das man häufig in der Innenstadt sieht: Touristen mit dunkelbraunen Papiertaschen, darin enthalten sind edle Täschchen, Geldbeutel, Schals und andere luxuriöse Accessoires der französischen Nobelmarke Louis Vuitton. Die schicken Papiertüten werden aber schon bald aus dem Stadtgebiet verschwinden. Denn in einem Jahr wird die Filiale an der Kaiserstraße geschlossen.

Das Kuriose daran: Eigentlich läuft der Laden in Nürnberg gut. Mit dem Abzug aus Franken will der Konzern aber die Filialen in Frankfurt und München stärken. Fashionvictims haben bereits eine Facebook-Seite erstellt. Ihr Anliegen ist der Erhalt der Geschäfts in Nürnberg – sie wollen nicht extra nach München fahren, wenn sie ein neues Täschchen brauchen.

Louis Vuitton hat der Kaiserstraße durchaus immer einen gewissen Glanz verliehen. Unabhängig davon, ob man sich die Taschen nun leisten konnte oder nicht – einen Blick ins Schaufenster haben sich viele Nürnbergerinnen gern gegönnt. Schaufenstershopping als Ersatzbefriedigung eben.
Wie aber wird es ohne Louis Vuitton? Lohnt sich da der Bummel durch die Kaiserstraße überhaupt noch? Oder muss man künftig gleich nach München fahren, wenn man exklusiver dekorierte Schaufenster ansehen will?

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Einkaufsoffener Sonntag

Das Einkaufsverhalten der Menschen ändert sich rasant. Erinnert sei nur an Quelle: Der Niedergang des Unternehmens schien ein Symbol für das Ende einer ganzen Branche zu sein. Doch die Entwicklung ging in eine völlig andere Richtung: Durch das Internet boomt der Versandhandel wieder. Dagegen ist der stationäre Einzelhandel in ganz Deutschland unter Druck geraten und es wird nach Ideen gesucht, wieder mehr Kunden in die realen Geschäfte zu bringen. Auch in Nürnberg wird überlegt, wie die Altstadt als Einkaufsort attraktiver werden kann. Es sollen vor allem Menschen angesprochen werden, die hauptsächlich per Internet einkaufen. CSU-Stadtrat Thomas Pirner hat in einem Antrag für den Stadtrat jetzt die Durchführung einer langen Einkaufsnacht, wie sie bereits in vielen deutschen Städten stattfindet, vorgeschlagen. Eine solche Shopping-Nacht könnte schon 2015 oder aber 2016 auch durch ein Begleitprogramm ergänzt werden, um die Menschen zum Verweilen in der Stadt einzuladen, so Pirner.

Eine lange Einkaufsnacht sei im Hinblick auf die verkaufsoffenen Sonntage für die im Einzelhandel tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertretbar, so Pirner. Denn in Nürnberg werden die verkaufsoffenen Sonntage nicht voll ausgeschöpft, sondern es gibt zwei verkaufsoffene Sonntage ausschließlich für die Südstadt und zwei verkaufsoffene Sonntage für das übrige Stadtgebiet. Damit hat jedes Einzelhandelsgeschäft nur zwei Möglichkeiten zur Sonntagsöffnung, während es in den Nachbarstädten vier Sonntagsöffnungen gibt, so der CSu-Stadtrat weiter. Verweisen könnte man etwa auf Berlin oder Baden-Württemberg, wo die Geschäfte bis spät in die Nacht geöffnet bleiben dürfen. Wenn es sich nicht rechnen würde, würden die Geschäftsinhaber früher schließen.

Doch die Gegner einer Einkaufsnacht haben schnell reagiert. Das kirchlich-gewerkschaftliche Bündnis „Allianz für den freien Sonntag“ lehnt eine jährlich wiederkehrende Einkaufsnacht ab. Der Sprecher des Sonntagsbündnisses, Nobert Feulner vom Evangelischen Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt, nennt den Antrag der CSU-Stadtratsfraktion eine „erneute Schnapsidee“, den Ladenschluss auszuhöhlen. Die Begründung, wonach der stationäre Einzelhandel durch den Onlinehandel unter Druck gerate, hält Feulner für „nicht durchdacht und wenig sachdienlich“. Einkaufsnächte würden diesen Trend nicht aufhalten. „Die Stärken des Einzelhandels liegen in einer fachkundigen und individuellen Beratung durch Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen und nicht in Shopping-Nächten mit Begleitprogramm, das den Menschen auf ein Anreizsystem reduziert, das bespaßt werden müsse“, heißt es in einer Presseerklärung Feulners. Die Belastungen für die Beschäftigten durch eine Liberalisierung der Ladenschlusszeiten werden aus Sicht des DGB Mittelfranken völlig unzureichend beleuchtet. „Jede weitere Verlängerung der Ladenöffnungszeiten führt zu einer weiteren Prekarisierung der Arbeit“, mient Stephan Doll, Chef des DGB Mittelfranken. Entscheiden müssen jetzt die Stadträte.

Wir wollen deshalb wissen:

Sind Sie für eine lange Nacht des Einkaufens?

Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?

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Seit Jahren wird darüber disku­tiert, wie das Angebot an Bussen und Bahnen noch besser werden kann, um Autofahrer zum Umstei­gen zu bewegen. Neben den Projek­ten im Nahverkehrsentwicklungs­plan, wie die Stadtbahnen nach Kornburg und Erlangen, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren umge­setzt werden sollen, ist auch ein attraktiveres Tarifsystem für die VAG geplant. Allerdings sollen die Zuschüsse der Stadt für den Öffent­lichen Personennahverkehr, die der­zeit bei rund 60 Millionen Euro im Jahr liegen, nicht steigen.

Der erste Entwurf für eine Tarif­reform wurde in der vergangenen Woche vorgelegt. Neben einem Abo für rund 30 Euro im Monat, das ab 9 Uhr gilt, soll es ein Schüler-Abo für 25 (Sekundarstufe I) bzw. 40 Euro (Sekundarstufe II) geben. Einzel­fahrten werden deutlich teurer, Kurzstrecken günstiger, so die Pla­nung. Rabatte gibt es für alle, die sich länger an die VAG binden.

Aus der Vierer-Karte soll eine Achter-Karte werden, aber nur sie­ben Fahrten müssen bezahlt wer­den. Damit hofft man, neue Kunden anzulocken. Auch für das Firmen­abo sind Verbesserungen geplant, denn bislang können nur größere Firmen mitmachen.

Bezahlt werden soll das neue Angebot durch Mehreinnahmen, weil Busse und Bahnen mehr Kun­den haben, und zumindest teilweise durch die Erhöhung der Parkgebüh­ren auf öffentlichen Parkplätzen in der Altstadt von 1,50 auf drei Euro die Stunde, in der Innenstadt von einem auf zwei Euro die Stunde. Beschlossen wurde bislang noch nichts.

Wir wollen von Ihnen daher dies­mal wissen: „Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?“

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Begrüßen Sie die neue VAG-Preispolitik?

Enge Sache in Schniegling

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Hier ist kein Platz für Zwei. Foto: C. Helldörfer

Grundsätzlich ist an der Idee, einige Einbahnstraßen in der Stadt auch in Gegenrichtung für Radfahrer freizugeben, nichts auszusetzen. Zwei Dinge sollten aber auf jeden Fall vorhanden sein: Rücksicht bei allen Beteiligten  sowie genügend Platz, damit das Zwei- und das Vierrad problemlos aneinander vorbeikommen. Als notorischer  Radler habe ich es schon bisweilen erlebt, dass manch ein Autofahrer die Breite “seiner” Einbahnstraße voll auskostet. Als ich jetzt aber vor kurzem entdeckte, dass das Radfahren jetzt auch in der Schnieglinger Straße in der eigentlich “falschen” Richtung erlaubt ist und dies gleich mal ausprobierte, geriet ich gleich in eine Situation, für die man keinem Autofahrer der Welt einen Vorwurf machen kann: An einem gut 100 Meter langen Abschnitt stehen auf der einen Seite Parker dicht an dicht  und lassen gerade nur noch einen schmalen Streifen Fahrbahn übrig – das reicht einfach hinten und vorne nicht für eine gefahrlose Passage (siehe Bild). Der einzige Ausweg für mich bestand darin, die Flucht zu ergreifen und nicht ganz verkehrsregelkonform auf den Gehsteig auszuweichen.

Bei der Stadt hat man die Problemlage erkannt: Laut Fahrradbeauftragten Hugo Walser werde im Moment geprüft, ob man vielleicht noch eine Art “Ausweichbucht” auf Kosten eines Parkplatzes schafft. Trotz der zugegebenen Enge hält er die Öffnung der Einbahnstraße aber für durchaus sinnvoll, da der parallel laufende Pegnitztal-Radweg ab Höhe der Kläranlage keine Abzweigung mehr hat und die Radler deshalb erst bis zum Fürther Rundfunkmuseum fahren müsten, bevor sie wieder nach “oben” könnten.

Ob das allerdings zu einer ausreichenden Entschärfung führt, bleibt abzuwarten. Denn es gilt nach wie vor der alte physikalische Grundsatz: Wo schon ein Körper ist, kann kein weiterer sein.

Wer kennt andere Stellen in Nürnberg, an denen es ähnlich eng zugeht und hat auch schon kritische Erfahrungen in freigegebenen Einbahnstraßen gemacht?

 

Clemens Helldörfer

 

Fühlen Sie sich vom Stadtrat gut vertreten?

Lokales-stadtratVor knapp einem Jahr wurde der Stadtrat neu gewählt. Nach zähen Verhandlungen und lautem Begleitgetöse fanden SPD und CSU doch noch zueinander. Eine Romeo- (CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm)-und-Julia- (SPD-Fraktionsvorsitzende Anja Prölß-Kammerer)- Beziehung ist die politische Zusammenarbeit sicher nicht. Der Verführer Bel Ami (Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko) versuchte am Ende vergeblich, die SPD zu becircen, nach zwölf Jahren die Partnerschaft zu wechseln. In der Rückschau ist es verständlich, dass die Genossen Konstanz beweisen, denn die finanziellen Probleme der Stadt werden nicht kleiner. Rot-Grün würde schwer an dem Frankenschnellweg, dessen Bau noch gar nicht begonnen hat, tragen.

Verschmähte Liebe wandelt sich oft in Rache. Die Grünen lassen nichts aus, die Zusammenarbeit von Rot-Schwarz emotional madig zu machen. Das ist sicherlich die Aufgabe einer Opposition, doch Stillstand herrscht in der Stadt nicht. Es sind eher die juristischen und planerischen Ebenen, die Zeit kosten: Für Außenstehende ist es oft unverständlich, warum es so lange dauert. Viele Dinge wie Schulbauten, Stadtumlandbahn nach Erlangen, Aktivierung von Bauland und Sanierung der Weststadt sind auf den Weg gebracht.

Die kleineren Parteien haben zuletzt kritisiert, dass sie zu wenig in die Stadtpolitik eingebunden sind und es viele Absprachen zwischen den beiden Volksparteien gibt. Aus der Perspektive der „Kleinen“ ist das Anliegen verständlich, denn wer möchte nicht in der Politik mehr mitreden. Doch sind SPD und CSU bei der Vergabe der Ausschusssitze ausgesprochen großzügig vorgegangen und alle Anträge, nicht nur die der großen Parteien, werden umfassend von der Stadtverwaltung beantwortet. Und: Koalitionen oder politische Partnerschaften brauchen eben Absprachen. Die Parteien sind doch demokratisch legitimiert.

Wenn von mehr Mitsprache, Transparenz und Bürgerbeteiligung gesprochen wird, um den eigentlichen Volkswillen ans Licht zu bringen, dann wirken die manchmal sehr zähen Mechanismen der repräsentativen Demokratie etwas altbacken: Sie sorgen aber langfristig für Stabilität und Planungssicherheit, was in einer komplexen Gesellschaft immer wichtiger wird.

Nach einem Jahr Kommunalwahl wollen wir von Ihnen wissen: „Fühlen Sie sich vom Stadtrat gut vertreten?“ Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Impfpflicht für Masern?“ Teilgenommen haben 581 Leser. Mit Ja antworteten 70,2 Prozent, mit Nein 29,8 Prozent.

Bürgerhaushalt weiter umstritten

~7205043Ob aus Frust, Resignation oder Unwissenheit: Die Beteiligung der Bevölkerung an Wahlen ist erschreckend niedrig. Der Politik kann das nicht egal sein. Bürgerbeteiligung heißt das Stichwort, wenn es um Wege aus der Motivationskrise geht. Sollen die Bürger darüber mitentscheiden, ob Geld in Fahrradwege oder doch lieber in Schulen investiert wird? Einige Städte haben einen Bürgerhaushalt eingeführt. Auch in Nürnberg ist darüber diskutiert worden, ob das sinnvoll ist oder nicht. Der Stadtkämmerer sagt nein.

Die letzte intensive Debatte um das Thema Bürgerhaushalt hat der Stadtrat im Jahr 2011 geführt. Und das Thema wieder zu den Akten gelegt. Andere Kommunen haben das Experiment schon hinter sich, Frankfurt zum Beispiel. Dort war man Willens, die Bevölkerung in finanzielle Entscheidungen mit einzubinden und musste feststellen, dass die Resonanz winzig war. 700.000 Menschen leben in der Bankenmetropole, 3000 haben mitgemacht. Nach zwei Jahren wurde das Projekt eingestellt. Das Resümee des Frankfurter Stadtkämmerers ergab, dass der Bürgerhaushalt als „abstraktes Instrument“ vor allem vermutlich in kleinen Städten mit sehr konkreten Themen funktioniert.

Erledigt ist das Thema für den Nürnberger Stadtrat noch nicht. Die FDP-Politikerin Christiane Alberternst hat es in die Sitzung des Finanzausschusses eingebracht und dort Rückendeckung aus der CSU bekommen. Sie findet, dass es sehr wohl wichtig ist, die Bürger in die Finanzplanung einer Stadt mit einzubinden – eben mit Blick auf die regelmäßig unbefriedigende Wahlbeteiligung. Es müsse mehr Transparenz und Kommunikation geben.

Kämmerer Harald Riedel verweist auf die Ergebnisse seiner Recherchen. Nicht nur in Frankfurt sei man damit gescheitert. Auch Leipzig, Köln oder Solingen hätten keine guten Erfahrungen damit gemacht. Ein großes Problem sei die mangelnde Repräsentativität. Siehe Frankfurt. Wenn sich nur 1,2 bis 1,3 Prozent der Bürger beteiligen, könne nicht auf den Willen der Mehrheit geschlossen werden. „Ein demokratisches Instrument ist das nicht.“ Abgesehen davon sei es teuer: Die Berechnungen aus dem Jahr 2011 hatten 100.000 Euro für die technische Entwicklung ergeben und 150.000 Euro laufende Kosten. Wer sich wirklich für Haushalt, „das Riesenwerk“, interessiere, könne ihn im Internet einsehen. Dass die Bürger das Thema nicht rasend umtreibt, bekommt der Kämmerer einmal im Jahr am eigenen Leib zu spüren. Vor den Haushaltsberatungen bietet er regelmäßig einen Haushalts-Chat an. „Auch da ist die Nachfrage überschaubar.“

Sebastian Brehm, der Chef der CSU-Fraktion, plädiert wie Christiane Alberternst dafür, das Thema Bürgerhaushalt nicht aus dem Blick zu verlieren. Als Mittel gegen das Desinteresse an der Politik und auch zur Aufklärung. Seiner Ansicht nach herrscht in Sachen der städtischen Finanzen ein Informationsdefizit. „Es ist häufig die Meinung zu hören, es werde wild Geld ausgegeben. Um das in den Griff zu bekommen, ist mehr Diskussion nötig.“ Es gehe, fügt Christiane Alberternst hinzu, um ein Angebot zum Dialog. Sie verweist auf Münster, wo man gute Erfahrungen gemacht habe.
Das Angebot zum Dialog, sagt Anja Prölß-Kammerer, die Vorsitzende der SPD-Fraktion, sei in Nürnberg auch ohne Bürgerhaushalt groß. „Es gibt ein großes Spektrum an Beteiligungsarten.

Bürgerversammlungen, Fahrradtouren durch die Stadtteile, die Möglichkeit der elektronischen Partizipation (siehe Kasten rechts unten), also ein Thema im Internet auf breiter Basis zu diskutieren und kommentieren. Aufgabe der Stadträte sei es, auch die Interessen all jener zu vertreten, die sich nicht immer laut zu Wort meldeten. Zweifel meldet auch der Fraktionschef der Grünen, Achim Mletzko, an. „Die Frage ist, ob wir mit einem Bürgerhaushalt viel mehr als eine Wunschliste bekommen.“
Dem Oberbürgermeister, der der Diskussion lange zugehört hat, ist schließlich eine Klarstellung wichtig. „Wir reden von verschiedenen Sachen: über mehr Dialog über den Haushalt und über einen Bürgerhaushalt – und bei letzterem geht es um das partizipative Element. Um die Delegieren eines Teils Stadtratsrechte auf einen Teil der Bürger. Die Frage ist, ob der dann wirklich Volkes Stimme repräsentiert.“ Es entstünde dann eine demokratische Verzerrung, die er für bedenklich halte, so Ulrich Maly.

Soll für Masern eine Impfpflicht gelten?

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Impfen oder nicht? Eine Streitfrage an der sich von je her die Gemüter erhitzen. Foto: dpa

In Berlin herrscht Ausnahmezu­stand: Wegen des Masernausbruchs rät der Berufsverband der Kinder- ­und Jugendärzte Eltern nun sogar, mit ihren Säuglingen daheim zu bleiben. Zu hoch sei die Gefahr einer Ansteckung.

Eine solche Verbreitung der Krank­heit ist nur möglich, wenn zu wenig Menschen geimpft sind. Gegner der Impfung argumentieren, dass auch die Masernimpfung Nebenwirkun­gen haben kann. Insgesamt kommt das Robert-Koch-Institut aber zu dem Schluss, dass die Vorteile der Impfung die Nachteile bei weitem überwiegen. Doch es gibt Kritiker, die vermuten, dass die Pharmain­dustrie Studien fälschen lässt, um ihre Präparate verkaufen zu kön­nen. Andere glauben, dass Masern eine harmlose Kinderkrankheit sind, die durchzustehen sich gut auf das kindliche Immunsystem auswir­ke. Mit dieser Einstellung schaden sie nicht nur sich, sondern auch ungeimpften Säuglingen.

Bei der Frage nach einer Impf­pflicht geht es letztlich darum, was schwerer wiegt: die Freiheit des Ein­zelnen oder die Sicherheit der Mas­se. Kann man Eltern dazu zwingen, ihre Kinder der vergleichsweise geringen Gefahr einer Masernimp­fung auszusetzen, um dadurch die Gesellschaft zu schützen? Oder ist das ein zu tiefer Eingriff in die per­sönliche Freiheit? Wir wollen von Ihnen daher dies­mal wissen: „Impfpflicht für Masern?“

Geben Sie Ihr Votum bit­te hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Carsharing: Würden Sie es nutzen?“ Teilgenom­men haben 354 Leser. Mit Ja antwor­teten 38,1 Prozent, mit Nein 61,9 Prozent. sieb

Wenn man im Winter mal radeln möchte…

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Dieser Fahrrad-Verleihstation an der Messe fehlt ein wichtiges Detail, nämlich das Bedienungsterminal. Foto: Clemens Helldörfer


Ein Fahrradverleihsystem wie in Nürnberg ist grundsätzlich schon mal eine schöne Sache. Da man sich im Winter sowieso nicht so häufig auf den Drahtesel setzt, muss in der kalten Jahreszeit auch nicht unbedingt die ganze Zweirad-Flotte zur Verfügung stehen. Es wäre aber gut, wenn die Exemplare, die noch im Angebot sind, dann auch problemlos ausgeliehen werden können.

Nicht besonders einfach  ist das bei den NorisBike (bzw. NextBike)-Rädern, die gerade (Ende Februar 2015) zwischen der U-Bahnstation Messezentrum und den Messehallen stehen. Jedenfalls nicht für diejenigen, die an das Verleih-Terminal an den Ausleihstationen gewöhnt sind und die Räder nicht direkt per App buchen können bzw. wollen. Das dürfte wohl auch  für die Mehrzahl der Messegäste zutreffen, die hier zum Teil auch aus größerer Entfernung anreisen. Dort, wo normalerweise die Bedien-Säule mit Eingabefeldern und Terminal stehen sollte, schaut hier nur ein Kabel aus der Erde (siehe Bild). Dabei ist gerade der Standort Messe attraktiv, denn von hier aus kommt man schnell mit Pedalkraft nach Langwasser oder zum Dutzendteich. Zumindest wäre ein Schild wie “In Reparatur” nicht schlecht, denn sonst fragen sich die Messe- und Kongressbesucher, was die rätselhaften Räder hier sollen. Zur Aufklärung trägt dabei sicher auch nicht der Umstand bei, dass die Internetadresse www.norisbike.de mittlerweile offenbar Vergangeheit ist, von etlichen städtischen Einrichtungen aber immer noch verlinkt wird.

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Link zu Nextbike

Würden Sie Car-Sharing nutzen?

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Unter dem Motto “Eins für Zehn” machen sich die Grünen in Nürnberg stark für die Idee, Carsharing in der Stadt zu fördern. Foto: Roland Fengler

Das Problem kennen die meisten nur zu gut: Am Ziel ist man mit dem Auto in 15 Minuten, die Suche nach einem Parkplatz dauert aber eine halbe Stunde. Der öffentliche Raum ist knapp in Nürnberg, Autofahrer und Fahrradfahrer fordern ihr Recht und ausreichend Platz, um das Gefährt abzustellen.
Diese beengte Situation wollen die Grünen entschärfen. Ein neu angeschafftes Carsharing-Auto könne zehn private Pkw ersetzen, erklärte in der vergangenen Woche Markus Ganserer, Landtagsabgeordneter der Grünen. „Fahrzeuge sind meistens Stehzeuge“, sagte er im Hinblick darauf, dass ein Großteil der Autos viel parkt und selten fährt. Da man, so Ganserer, normalerweise mit den „Öffentlichen“ die Alltagsgeschäfte gut erledigen könne, seien gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge eine praktikable Lösung.
Das funktioniert so: Im Internet meldet der Carsharing-Kunde seinen Bedarf an, mit Datum und Uhrzeit. Mit einer Zugangskarte öffnet und schließt er das Auto, das an einem festen Standort parkt. Und dort wird das Fahrzeug nach Benutzung auch wieder abgestellt. 35 Autos hat Scouter, der größte Anbieter für Carsharing in Nürnberg, zurzeit im Stadtgebiet. 50 sollen es noch werden. Dazu aber muss das Angebot bekannter werden, mehr Menschen sollten Carsharing nutzen. Dann, davon sind die Grünen überzeugt, hätte Nürnberg ein großes Parkplatz-Problem weniger.

Wir wollen von Ihnen diesmal deshalb wissen: Car-Sharing, würden Sie es nutzen?  Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen:  Trifft die Kirche noch das Lebensgefühl? Mit „Ja“ antworteten 51,5 Prozent der Teilnehmer, mit „Nein“ 48,5 Prozent.

 

Trifft die Kirche noch das Lebensgefühl?

Leere Kirchenbänke.

Immer öfter predigen Priester und Pastoren vor leeren Kirchenbänken. Foto: dpa

Papst Franziskus kann vieles – aber er kann nicht verhindern, dass sich Mitteleuropa von seinem Bekennt­nis zum Christentum weiter zurück­zieht. Und das liegt nicht etwa am Islam. Katholiken und genauso ihre protestantischen Brüder und Schwestern treten in Scharen aus der Kirche aus. Mal mehr (nach der Wiedervereinigung), mal weniger; aktuell mal wieder mehr (nach der neuen Steuerabrechnung bei Kapi­talerträgen). 350.000 Christen, hat die „Frankfurter Allgemeine Zei­tung“ überschlagen, haben sich 2014 aus den beiden großen Kirchen abgemeldet. In Nürnberg waren es 4200 Menschen, fast 1000 mehr als noch im Vorjahr. Der biologische Mitgliedersaldo tut sein Übriges, immer weniger Eltern lassen ihre Kinder taufen.
Deutschland ist ein winziges Land auf der Weltkirchenlandkar­te. Juckt das wen? Und vor allem: Wer hat denn Schuld an dem Desin­teresse? Es nur mit den Fehltritten der Geistlichen zu begründen, ist zu kurz gedacht. Es gibt miserable, aber genauso hervorragende Seel­sorge und Gemeindearbeit – wer da sucht, der findet. Auch der Kirchen­steuerbescheid taugt höchstens als oberflächliche Erklärung.
Eine Skepsis vor althergebrach­ten Autoritäten macht sich viel­mehr breit. Die Gewissheit eines fes­ten Glaubens kommt mehr Men­schen abhanden. Es hat den Anschein, als würden sie sich Fra­gen, die die Religion kollektiv zu beantworten hilft, in einer verwelt­lichten Welt nicht mehr stellen. Viel­leicht suchen sie dazu aber schlicht nicht die ritualisierte Gruppe, in
einer Gesellschaft, die die Vereinze­lung liebt. Oder sie wollen keinen Gottesdiensttermin am Sonntagmor­gen haben, wenn endlich mal Zeit zum Nichtstun wäre.
Wir wollen von Ihnen daher dies­mal wissen: „Trifft die Kirche noch das Lebensgefühl?“ Geben Sie Ihr Votum bitte entweder unter den in der Grafik abgedruckten Rufnum­mern oder via Internet unter www.nordbayern.de/nuernberg ab. Vergangene Woche wollten wir von Ihnen wissen: „Braucht die Stadt noch ein Frauenbüro?“ Teilge­nommen haben 258 Leser. Mit Ja antworteten 38,8 Prozent, mit Nein 61,2 Prozent.
isa