Warum waren Sie nicht wählen?

KommunalwahlNur etwas mehr als die Hälfte der wahlberechtigten Nürnberger hat am vergangenen Sonntag gewählt. Im Umland war die Wahlbeteiligung häufig sogar noch schlechter. Dabei fallen doch die Entscheidungen der Kommunalvertreter im Alltag doch am deutlichsten auf. Also müsste das Interesse an Stadtrats- oder Bürgermeisterwahlen doch vergleichsweise höher sein.

Welche Gründe könnte es geben, dass so viele nicht wählen gehen?

Von der CSU wird das Sturmtief „Emma“ genannt. Gerade die älteren, eher konservativ eingestellten Menschen seien aus Sorge, ihnen könnte ein Ast auf den Kopf fallen, lieber zu Hause geblieben. Andererseits führt schönes Wetter wiederum dazu, dass die Leute ins Grüne fahren und deshalb nicht wählen. Das Wetter kann man praktisch immer als Grund oder Nichtgrund heranziehen.

Dann war da der eng bedruckte Stimmzettel so groß wie ein Plakat mit 527 Namen, die den meisten unbekannt sein dürften. So demokratisch das Kom­munalwahlverfahren auch ist, es verlangt dem Bürger einiges ab und nicht jeder hat Zeit, Nerven und Lust, sich die notwendigen Informationen zu besorgen.

Nicht zu vergessen die Haltung: Die machen doch eh alle eine Politik, die an mir vorbei geht. In Nürnberg dürfte das breite Rathausbündnis hierfür zusätzlich Munition geliefert haben. Unterschiede waren nur selten erkennbar. Keinem war so ganz klar, warum er die eine Partei wählen sollte und nicht die andere.

Schließlich gibt es auch triftige, private Gründe. Menschen haben oft andere Sorgen. Nicht jeder hat ein so geregeltes Arbeitsleben, wie jene Beamten, Lehrer oder auch Journalisten, die sich nun über mangelnde Beteiligung beklagen. Mancher hat auch einen Hund, den er nicht allein lassen will. Andererseits hätte er den natürlich auch (wie im Bild) zur Stimmabgabe mitbringen können.

Falls Sie uns Ihre Gründe fürs Nichtwählen nennen wollen, können Sie das hier gerne tun. Zudem können Sie auch bei unserer Leserfrage mitmachen, wo es darum geht, ob die Stadtratswahl zu kompliziert ist.  Abstimmen können Sie wie immer auf unserer NZ-Homepage.

18 Kommentare in “Warum waren Sie nicht wählen?

  1. Warum ich nicht wählen war,

    deshalb:

    – Verschuldung Nürnbergs, die ich auf meiner Nebenkostenabrechnung abbezahlen muss.

    – schwieriges Zusammenleben mit Russen, Arabern und Türken und jeder sagt nur, es sei alle in Ordnung, es gäbe keine Probleme. Herr Maly, wohnen sie doch mal für ein paar Jahre in der Südstadt!!!!!

    – Rauchverbot, Verbot Lotto im Internet zu spielen.

    – Zerrbild von Nürnberg, die Wirklichkeit ist härter, schwieriger und das Leben (Überleben) wird einem durch immer mehr Bürokratie, Steuern, Abgaben, Vorschriften, Bevormundungen, Belehrungen und jetzt „Toleranztrainings“ erschwert. Als Deutscher ist man Bürger 3., 4. Klasse.

    -Der einzige wachsende Arbeitssektor in Nürnberg ist der öffentliche Dienst mit seinen zig Behörden, Verwaltungen, Ämtern, Krankenhäusern, Opernhäusern, Einrichtungen etc. etc. Die Mehrheit darf alles finanzieren und muss mit Entlassungen rechnen, während kommunale, Landes- und Bundesangestellte ein glückes Leben frönen.

    -Ach und noch eins: Ich kann das Gerede von Friedensstadt, Stadt der Menschenrechte nicht mehr hören. Wie wäre es mit Chancengleichheit für alle und mehr Leistungsorientierung. Und noch eins: Der Christkindlesmarkt ist sowas von langweilig geworden. Keine richtige Weihnachtsbeleuchtung und der Kinderchor singt jedes Jahr schlechter. Da fahre ich lieber nach Regensburg oder Augsburg, die geben sich Mühe.

    – Und Herr Maly, nicht alle sind gleich radikal, nur weil sie sich um ihre Heimat sorgen machen. Ich lass mir von einem Heer an Beamten aus dem Rathaus keinen Maulkorb verpassen. Ich kann ihr Geschwafel wie toll alles in Nürnberg ist, nicht mehr hören.

    – Übrigens, das da oben gefällt mir. Habe die NN, möchte, das diese Zeitung kein SPD-Ableger ist. Sonst kündige ich endgültig das Abo. Wir Menschen sind nicht blöd !!

  2. Wir waren bislang treue CSU-Wähler, aber jetzt ist auch uns die Lust vergangen, diese Partei zu wählen.
    Hauptanlass: die Einführung des unsäglichen 8-jährige Gymnasiums (G8), welches den Druck auf unsere Kinder (und uns) erhöht und unseren Kindern ein Stück ihrer Jugend raubt; außerschulische Aktivitäten sind kaum noch möglich, die Lehrpläne werden entweder mit Gewalt durchgeprügelt oder so zusammengestrichen, dass die Allgemeinbildung leidet. Das anschließende Studium läuft ja naturgemäß ohnehin auf Fachidiotentum hinaus.
    Stoiber hat mit seiner Gschaftlhuberei den Wertekonservativismus der CSU auf einem dirigistisch-ökonomistischen Kurs geopfert, den wir nicht unterstützen.

  3. Ich war auch nicht wählen. Was meine „Vorredner“ geschrieben haben, das kann ich nur bestätigen. Bei mir gab es nämlich viele Gründe.
    Übrigens: große Klasse, dass die NZ hier die Möglichkeit schafft, die Wahlenthaltung zu begründen.

  4. Warum ich nicht wählen war?
    Weil die mich nicht ansprechen. Die halten uns Wähler für Vollidiotinnen oder -idioten. Schon allein dieses Herum-Eiern mit den Rechten und Linken. Bin ich blöd? Brauche ich von denen jeden Tag Belehrungen, dass Faschismus böse ist und Deutschland eine üble Vergangenheit hat? Dafür werden doch Tausende von Lehrern bezahlt, dass sie das den Kindern beibringen. Trauen die denen nicht, oder was?
    Allein dieses sechsjährige Kuschelbündnis im Nürnberger Stadtrat, nur um die Rechten rauszuhalten. Damit haben die den Ollert und seine Leute doch nur aufgebaut. Genauso jetzt dieses Kaspertheater mit den Linken. Das kennt man doch von den Grünen. Als die noch Turnschuhe getragen haben, hat die auch jeder verteufelt. Jetzt koaliert sogar die CDU mit denen.
    Ich bin doch nicht blöd. Deswegen gehe ich noch eher zum Mediamarkt als in irgendein Wahllokal.

  5. Dass jemand, der keine Arbeit hat, also (auch) von der Politik ins Abseits geschoben wurde, ohne dass irgendwelche Anstrengungen unternommen werden, ihn da wieder herauszuholen, nicht wählt, ist unschwer nachzuvollziehen. Doch auch denen, die Arbeit haben, wie ich, werden doch immer mehr die Daumenschrauben angezogen. Auf den 8-Stunden-Tag schaut da schon längst keiner. Kaffeekochen während der Arbeit kann man längst vergessen. Dann stehlen sie einem noch die Freizeit mit beschissenen Steuererklärungen, Mülltrennen, Straßenverkehrsordnung usw. Wo soll ich denn da die Zeit hernehmen, mich über 570 Kandidaten zu informieren, zu schauen, ob die vertrauenswürdig sind, oder ob die nur möglichst schnell ihren Acker in Bauland umwandeln wollen.
    Lange genug habe ich irgendwelche Leute gewählt, die ich eigentlich nicht kannte, und jedesmal habe ich es hinterher bereut. Die FDP habe ich gewählt, weil ich mehr Markt und weniger Bürokratie wollte, was habe ich bekommen: Mehr Zuschüsse für die Reichenkultur. Die SPD habe ich gewählt, weil ich dachte, die tun was für die sozial Schwachen, stattdessen haben die sich nur für ihren U-Bahn-Wahn engagiert. Sogar mit der CSU habe ich es probiert, weil da einige Leute einen ganz netten, menschlichen Eindruck auf mich gemacht haben. Doch nach der Wahl habe ich von denen nichts mehr gesehen, nur noch deren Kollegen, die sich von Kirchweih zu Kirchweih und von Buffet zu Buffet durchgefressen haben. Von den Grünen rede ich gar nicht. Die kann der Nürnberger locker der SPD zurechnen, so wie die im Hintern vom Maly stecken.
    Was da sonst noch dabei ist (die Rechten scheiden für mich sowieso aus), sorry, mich mit denen zu beschäftigen fehlt mir einfach die Zeit. Leider versagt hier auch die Presse, die den „kleinen“ Alternativen zu wenig Platz einräumt.

  6. Hallo Leute, ich schreibe mittlerweile 48 lenze, war wohlgemerkt, ich war 30 Jahre treuer Wähler. Diesmal war keiner von uns Wählen. Mir stinkt der ganze hickhack der Parteien. Sehen wir die Politiker und rinnen, mal als unsere Eltern an, die uns erziehen wollen. Die schreiben uns vor was wir tun und machen sollen, wollen, und dürfen.( Ich stehe Täglich um 4,30 Uhr auf, im Winter sogar um 2 Uhr weil wir Winterdienst fahren,und stehen Täglich unseren Mann). Uns als Firmen oder Privatleuten ist das Streuen mit Salz verboten, die Komunen dürfen das. Ist deren Umwelt anders als unsere ? Wenn wir uns mal leisten können Essen zu gehen, müssen wir wie die Hunde zum Rauchen auf die Straße, und das bei jedem Wetter. Früher starben die Raucher an Lungenkrebs, heute sterben wir an Lungenentzündung. Dann Wäre da noch der Bundesrechnungshof,
    wenn wir ( als Firma ) beim Kunden was verbocken müssen wir dafür gerade stehen. Die Politiker aber bezahlen ihren Bockmist mit unseren Steuern. Dann wäre da noch, Rente mit 67. Krankenkassen, Online Verbote ( Lotto ), Steuern, Benzinpreis, usw, usw.

    Ich jedenfalls habe das Vertrauen in die Politik verloren. Gruß Th.

  7. Wahlunterlagen bitte automatisch zusenden.

    Ich finde es veraltet und undemokratisch, sich in kürzester Zeit in einer Wahlkabine in einer relativ weit entfernten Turnhalle oder Schule begeben zu müssen, um möglichst schnell und spontan zu wählen.
    Ich bin wählen gegangen, aber der Wahlzettel war ja sehr groß und ich hatte keine Zeit eigentlich zu überlegen.
    Warum ist es im 21. Jahrhundert nicht möglich, allen Wahlbeteiligten die Stimmunterlagen zuzuschicken. So hat man/frau länger (Tage, Wochen) Zeit, sich die Kandidaten, ihre Berufe, ihre Parteien etc. anzuschauen.
    Ach jal, dieses Mal habe ich nicht CSU gewählt, wegen dem absoluten Rauchverbot, dem Verbot online Lotto zu spielen, den versuchten Linksruck der CSU und der Wankelmütigkeit bei Genforschung und Transrapid. Sollte die CSU plötzlich meinen, die Linken und die SPD nachahmen zu müssen, ist sie für mich keine marktwirtschaftlich, konservativ-liberale Partei mehr und dann kann ich gleich das kleinere „Original“ wählen.
    Und noch eins, auch ich möchte mehr Realitätssinn in der Nürnberger Politik, statt über jedes Problem den Schwamm drüber zu wischen (z.B. Integration, Migranten, Jugend, Wirtschaft, Schulden, Zukunft etc.) Man könnte meinen, die Politiker im Rathaus leben in einem anderen Nürnberg als die meisten anderen. ES GIBT PROBLEME !
    Ingrid H.

  8. Ich bin 42 Jahre jung, Raucher und bis jetzt ein treuer Wähler der CSU. Letztendlich war der Grund das Rauchverbot. In meinem Bekanntenkreis gingen viele wegen dem Rauchverbot, auch Nichtraucher, nicht zum Wählen. Sollte die Regierungspartie daraus keinen Lehren ziehen, wird es bei der Landtagswahl wohl eher ein 50% minus X geben.

  9. Ich bin Raucher und habe aufgrund des Nichtrauchergesetzes in Bayern die Wahl bojkottiert. Letzte Woche war ich in Hamburg und habe dort gesehen, wie es auch anders geht.

  10. Wenn man auf Bestellung lächelt,sich speziell für einmal Jugendliche Wähler und dann für Ältere ummaskiert, vorggegebene Phrasen
    wie ein Automat runterleiert,braucht sich nicht wundern , wenn er
    unglaubwürdig ist.
    Warum soll ich sowas wählen,laufen doch schon genug solche rum

  11. Warum nicht wählen?

    Wozu denn, ich habe diese ewige Beweihräucherung von Nürnberg, wie toll es sich hier leben lässt, wie gut die Integration funktioniert und wie atemberaubend die Wirtschaft sich entwickelt so was von satt. Ich wohne jetzt seit 2000 in der Südstadt und ich habe keine Chance mehr, irgendwie aus diesem Stadtteil zu entkommen.
    Mir fehlt eine Partei, die sowohl das Gute von der SPD als auch der CSU und FDP vereint. Die Parteien alleine zu wählen, kann ich vor meinem Gewissen nicht mehr vereinbaren. Da meine Zukunft sowieso mies und „beschi….“ ist, interessiert mich diese Elfenbeinturmpropaganda im Rathaus nicht mehr. Und ja noch eins, wie wäre es mal, wenn die Nürnberger Zeitungen einfach mal politisch neutral wären und nicht gleich beim Aufschlagen schon klar wird, auf welcher Seite sie steht. Es ist echt schade, das ich nicht schon 67 bin, ich hätte von allem meine Ruhe.

  12. Vorab: Ich habe gewählt ! Die vorgenannten 6 Kommentare/“Begründungen“ f. Nicht-Wahl sind geradezu beispielhaft für die >50% Wahlberechtigten, die ihren staatsbürgerlichen Pflichten nicht nachgekommen sind ! Das zur Kritik an den Wählern.
    Es reißt niemanden aus dem Sessel, wenn Herr Dr. Gsell das schlechte Wetter als Begründung für sein schlechtes Ergebnis anführt. Die Aussage paßt zum wirklichen Grund: Mangelnde Ausstrahlung (bei allem Respekt vor seinem Können u. sicherlich guten Charakter)! Hätte er z.B. seinen Verlust persönlich eingestanden, hätte das dem Kontrahenten im Nachhinein noch Sympathiewerte gekostet !
    Es wird in der Politik zu viel gelogen und polemisch gestritten. Das führt zwangsläufig zu Vertrauensverlusten und macht zudem unsympatisch. Logische Folge: Immer geringere Wahlbeteiligungen, bundesweit ! Sachliche, clevere, redegewandte und „die/der hat was“-Politiker/innen werden wieder das Interesse wecken. An die Parteien: Lassen Sie sich was einfallen !!! Gruß Heinz Rodath, Nbg.

  13. Jedesmal, wenn ich die jubelnden Sieger in den Wahlnächten sehen muss, ärgere ich mich. Die waren doch nur weniger schlecht oder weniger unsympathisch als die anderen. Einen Grund, sich auf die Schultern zu klopfen und so weiter zu machen wie bisher, haben sie jedenfalls nicht. Deswegen möchte ich am liebsten, dass alle verlieren, in sich gehen und überlegen, wie sie eine Politik machen, die sich am Volk orientiert. Wenn ich nicht wähle, kann ich dies noch am ehesten erreichen.

  14. Warum wählen gehen, wenn man sowieso mit allem zufrieden ist? Da bleibe ich doch lieber daheim und lese die interessanten Blogs in der Online-Ausgabe der NZ. Das ist spannender als so eine langweilige Wahl.

  15. Eigentlich wollte ich dem armen Gsell – in Erwartung seiner Niederlage gegen den „unschlagbaren Nürnberger Ritter“ Maly – doch meine Stimme geben. Nach den in den Zeitungen veröffentlichten, unsäglichen, armseligen und hirnlosen „Eigeninterviewvorschlägen“ von Barbara Regitz ist mir dann aber die Lust dazu endgültig vergangen. Ist bei kellertiefen CSU-Ergebnis sowieso wurscht!

  16. Dann mache ich eben den Anfang: Ich hatte keine Lust. Einfach so KEINE LUST.
    Letzte Woche wollte ich noch wählen, aber dann war mir das am Sonntag zu umständlich, mich in diese schmuddelige Schule zu schleppen und meinen Ausweis hatte ich auch verlegt.

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