"Komm wir spielen" live mit Meyer und Kusenberg

Theater meets Fußball. Ex-Club-Trainer Hans Meyer trifft Schauspieldirektor Klaus Kusenberg. Beide tauschen heute, Freitag, 18. April, zwischen 19 und 21 Uhr ihre Erfahrungen und Meinungen über Drama, Dramatik und Regie auf den verschiedenen Nürnberger Spielflächen aus. Auf dem Feld und der Bühne. NZ-Mitarbeiter Wolfgang Kerler berichtet hier im „Senf dazu“-Blog live über das Spielgeschehen. Damit Sie immer auf dem laufenden sind, sollten sie die Blog-Seite regelmäßig aktualisieren (einfach die Taste „F5“ auf Ihrer Tastatur drücken). Sonst verpassen Sie die spannenden Szenen.

Sie können außerdem den Gesprächspartnern selbst Bälle zuspielen. Geben Sie einfach hier Ihren Kommentar ab – egal ob Frage, Meinung oder Kritik. Wir geben diese dann direkt an Hans Meyer und Klaus Kusenberg weiter.

Hier die Live-Berichterstattung:

19.05 Uhr: Mit wenigen Minuten Verspätung nehmen Hans Meyer, Klaus Kusenberg und Moderator Dieter Bracke ihre Plätze auf der Bühne ein. Der Marmorsaal im Presseclub ist voll bis zur hintersten Reihe. Dieter Bracke begrüßt Hans Meyer als den „erfolgreichsten Club-Trainer der letzten Jahrzehnte“. Außerdem räumt Bracke mit einem alten Irrtum über Hans Meyer auf: „Er ist kein Rosenzüchter.“ Klaus Kusenberg, der Schauspieldirektor, wird heute auch über den Umzug des Schauspiels sprechen.

19.10 Uhr: Ist Klaus Kusenberg der schüchterne Bruder von TV-Star Harald Schmidt? Nein, das nicht. „Aber ich wurde auf der Straße häufiger angesprochen und darauf hingewiesen, dass ich wie Harald Schmidt aussehe“, berichtet Kusenberg. Der Schauspieldirektor braucht sich auch nicht vor seinem vermeintlichen Bruder verstecken. Schließlich hat die Besucherzahl des Schauspielhauses seit seinem Amtsantritt zugenommen – obwohl er Warnungen ignoriert hat. „Man sagte mir, ich sollte nichts am Programm ändern“, sagt Kusenberg, „vor allem sollten keine zeitgenössischen Stücke laufen. Das wollten die Nürnberger angeblich nicht sehen.“ Kusenberg brachte trotzdem viel Zeitgenössisches auf die Bühne. Und die Nürnberger freuten sich.

19.22 Uhr: Hans Meyer ist an der Reihe, zuerst wird sein Umweg in den deutschen Spitzenfußball besprochen, der sehr erfolgreich über Holland führte. „Ich habe mich damals schon manchmal gefragt, ob man in Deutschland wusste, welche Perle dort im Keller ruhte“, erzählt Meyer. Dann übernimmt doch wieder Klaus Kusenberg und redet über – Fußball, insbesondere über „Rot-Weiß Oberhausen“, den Verein seiner Heimatstadt. Und der hat gute Chancen in die 2. Bundesliga aufzusteigen und dort dann auf Greuther Fürth zu treffen – wie Dieter Bracke betont.

19.30 Uhr: Spieler austauschen während der Partie – für Hans Meyer war das kein Problem. Anders für Klaus Kusenberg: „Während einer Vorführung kann man natürlich keine Schauspieler austauschen.“ Aber in der Phase der Proben kann so etwas schon vorkommen. „Wir hatten das aber sehr selten.“ Hans Meyer wird nach dem dramatischten Spiel gefragt, das er in Erinnerung hat. Meyer geht zurück ins Jahr 1972: Gewerkschafts-Pokal in der DDR, Hans Meyers Team trifft auf Hansa Rostock und gewinnt das Hinspiel 5:1. „Das Rückspiel haben wir dann 4:0 verloren“, erzählt Meyer. Vor allem ein Rostocker Spieler, Kehl, hatte daran Schuld. „Der war vielleicht zwei Köpfe größer als ein Ferkel!“ Schon im Hinspiel machte er ein Kopfballtor, im Rückspiel noch einmal zwei. „Und danach hat dieser Kerl nie wieder ein Kopfballtor geschossen.“ Heute kann Meyer darüber lachen.

19:38 Uhr: Kusenberg, der selbst nie auf der Bühne stand, soll Mörikes Gedicht „Der Frühling“ rezitieren. Diesen Test hat sich Bracke für ihn ausgedacht. Kusenberg legt los, greift zum Gedichtband. Ohne den Text je vorher gelesen zu haben, schlägt er sich ganz gut. „Prüfung bestanden“, findet Dieter Bracke. „Hans Meyer können wir leider nicht testen, wir haben keinen Ball hier.“ Hans Meyer klärt gleich auf. „Ich habe eine Kunsthüfte.“ Club-Präsident Roth auch. „Aber der hat nachgezogen.“ Vorlesen will Meyer auch nichts. „Ich bin erkältet.“ Dafür beantwortet er im zweiten Anlauf Brackes Frage: Wenn er Schauspieler geworden wäre, hätte er am liebsten in einer Komödie gespielt.

19:50 Uhr: Es geht um die Modernisierung von Klassikern im Theater. „Ist das reine Regie-Willkür“, will Bracke von Kusenberg wissen. „Das Theater ist eine vergänglich Kunst“, antwortet Kusenberg. „Eine genaue Kopie von Inszenierungen von vor 20, 30 oder 40 Jahren, würde die Zuschauer wahrscheinlich langweilen.“ Außerdem wisse auch niemand, wie die Inszenierungen zu Goethes Zeiten ausgesehen haben. „Würden wir sie rekonstruieren können, wären sie für die heutigen Zuschauer vermutlich langweilig.“

19:55 Uhr: Zurück auf den Rasen. „Ich weiß, dass Hans Meyer dem Club für den Klassenerhalt kräftig die Daumen drückt“, sagt Bracke. Glaubt er auch daran? „Ich muss zugeben, dass ich bis zum Spiel gegen Wolfsburg daran geglaubt habe.“ Damals dachte er, die Abstiegsränge könnten verlassen werden – doch es kam anders. Das Spiel wurde abgebrochen. „Das war psychologisch ganz schlecht für die Jungs.“ „Bei diesem Abbruch hatte ich zum ersten Mal richtige Zweifel. Es ist soviel schief gelaufen dieses Jahr, so viele Verletzungen.“ Meyer spricht immer von „Wir“, wenn er über den Club redet.

20:05 Uhr: Wird Deutschland Europameister? „Ich lege mich vor solchen Großereignissen nicht fest“, sagt Meyer. Obwohl – vor der WM 2006 habe er sich auf einen Favoriten festgelegt: „Brasilien.“ „Ich glaube, die Mannschaft wird derzeit von Löw richtig gut geführt.“ „Wir sind top drauf und ich glaube, dass wir gute Chancen haben, ganz vorne mitzumischen.“ „Das kleine Quäntchen Glück gehört natürlich dazu.“ Und was sagt Kusenberg dazu? „Ich hab davon wirklich keine Ahnung – aber er hat sicher Recht.“

20:10 Uhr: Kann sich Hans Meyer vorstellen, einen Bundesligisten Fürth zu trainieren? Richtig konkret wird er nicht, Chelsea und Barcelona könnte er sich jedenfalls sehr gut vorstellen. „Ist es denn ein Verbrechen, wenn man an sich glaubt?“ Über die Fürther Aufstiegschancen spricht er aber. „Die Spielvereinigung hat in den letzten Jahren verdammt gute Arbeit geleistet.“ „Sie machen es schon seit Jahren fantastisch.“ Allerdings dämpft er dann wieder die Hoffnungen. „Vielleicht ist dieser fünfte Platz einfach das Optimum, das erreicht werden kann. Ich würde ihnen einen Aufstieg natürlich wünschen, weil ich gute Arbeit immer anerkenne. Aber ich halte es für unwahrscheinlich.“

20:16 Uhr: Es geht über Journalisten bei den Trainingseinheiten der Fußballclubs. „Ich persönlich denke, dass alle Fußballprotagonisten sich dagegen wehren sollten“, sagt Hans Meyer. Was würde Klaus Kusenberg sagen, wenn bei jeder Probe Medienvertreter dabei wären, will Meyer wissen? „Völlig unvorstellbar.“

20:23 Uhr: Mit welchen persönlichen Problemen kommen Fußballspieler zu ihrem Trainer, zu Hans Meyer? „Es gibt immer fünf oder sechs, die würden auf keinen Fall kommen.“ „Dann gibt es die, die kommen, wenn sie wegen irgendetwas einen Tag frei bräuchten.“ Dann gibt es noch wirklich intime Probleme. Beim Fußball wird Wochenende für Wochenende ganz hart abgerechnet, das sind Extremsituationen für die Spieler. Persönliche Probleme können da eine große Rolle für die Leistung spielen. Auch Klaus Kusenberg kennt solche Situationen – für Schauspieler ist die Lage schließlich ähnlich. „Aber Fußball ist natürlich ein viel grausameres Geschäft.“

20:33 Uhr: War Hans Meyer seit seiner Entlassung noch einmal bei einem Clubspiel? „Ich war bei keinem Clubspiel und ich war auch noch nicht in der Öffentlichkeit seitdem.“ Bei der Zusage zu dieser Veranstaltung war er hundertprozentig davon überzeugt, dass die Mannschaft in einer gut gesicherten Position sein würde, damit er sich nicht in einer heiklen Situation äußern muss. „Die brauchen jetzt keinen, der noch zusätzlich schadet.“

20:35 Uhr: Die Diskussion ist zu Ende. Hans Meyer und Klaus Kusenberg bekommen als kleines Geschenk Blumen und das neue NZ-Buch „Flocke und ihre Freunde“. Die Live-Berichterstattung für den NZ-Blog verabschiedet sich hiermit.               Wolfgang Kerler

4 Kommentare in “"Komm wir spielen" live mit Meyer und Kusenberg

  1. Nach einem Pokalendspiel mit Dramatik und erfolgreichen Abschluß, folgt eine Saison mit Drama ohne Ende – wie erlebt der Mensch Hans Meyer dieses Auf und Ab ?
    und
    Mit welchen Theaterstück ist der Club zu vergleichen ?

    Weiterhin alles Gute und danke für die schöne Zeit mit dem Club.

    Gruß Dieter B.

  2. Hans Meyer war doch auch beim Einkauf neuer Spieler beteiligt. Welchen Spieler würde er, im Nachhinein, nicht mehr kaufen?

  3. Wart der Hans Meyer nach seiner Entlassung noch einmal bei einem Clubspiel? Und: Glaubt er wirklich, dass die Mannschaft ur Pech gehabt hat?

  4. Was ist denn dieser Bracke für einer? Rot-Weiß Oberhausen trifft auf Greuther Fürth? Hat der Mann Ahnung von Fußball? Wohl kaum! RWO trifft auf den Club. Das ist schon mal sicher. Auf Fürth nur vielleicht. Fragen Sie mal den Meyer dazu. Der soll dem Bracke zeigen, wo der Barthel den Most holt.

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