Ist das Bußgeld für Verkehrssünder zu hoch?

Das Bundeskabinett will die Bußgelder für Verkehrssündern erheblich anheben. Zu schnelles Fahren wird um rund 60 Prozent teurer. Noch um einiges deutlicher erhöht werden die Strafen bei Delikten wie Drogen am Steuer oder Fahren bei Rotlicht. Als die Pläne bekannt wurden, musste sich Bundesminister Wolfgang Tiefensee anhören, er betreibe „Abzockerei“. Wobei bei diesem Vorwurf sicher auch eine Rolle spielt, dass sich Autofahrer ohnehin schon wegen der hohen Benzinpreise abgezockt fühlen und dass die Bußgelderhöhung, ähnlich wie die inzwischen zurück genommene Diätenerhöhung, zur Unzeit kommt.
Nur: Ärger über die Spritpreise kann wohl kaum durch verkehrswidrige Fahrweise kompensiert werden. Und dass die Autofahrer in Deutschland noch mit die meisten Freiheiten genießen, dürfte auch unbestritten sein. Insofern gibt es auch Leute, denen selbst die angehobenen Bußgelder noch zu wenig Abschreckung liefern.
Andererseits wird dabei davon ausgegangen, dass solche Maßnahmen wirklich die agressiven Schnellfahrer, Drängler und Verkehrsrowdies treffen. Leider erwischt es aber meistens Ortsfremde oder Wenigfahrer, die nicht genau wissen, wo die Radarfallen stehen und an welchen Ampeln Kameras intsalliert sind. Um wirklich die Richtigen zur Räson zu bringen, fehlt es vor allem am Personal bei der Polizei. So bleibt auch der neue Bußgeldkatalog eher ein zahloser Tiger.
In unserer Leserfrage der Woche wollen wir von Ihnen wissen: Ist das Bußgeld für Verkehrssünder zu hoch? Ihr Votum können Sie auf der NZ-Homepage abgeben. Sie können aber auch hier Kommentare zur Leserfrage abgeben.
Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Haben Sie vom Club die Nase voll? Mit Ja antworteten 53,1 Prozent, mit Nein 46,9 Prozent.

2 Kommentare in “Ist das Bußgeld für Verkehrssünder zu hoch?

  1. Whispering hat Recht. Es geht in erster Linie um die Einnahmen.

    Und freie Fahrt für Berufsmandatsträger! Weg mit dem Volk von der Straße, damit endlich wieder real mit 200 über die Autobahn gebrettert werden kann. (Das ist im übrigen auch der Grund, warum die ganzen alten Autos, die sich die „Kleinen“ noch leisten konnten, über die CO2 – Steuer so arg verteuert werden müssen).
    Und wenn´s mal trotzdem schiefgeht, muss man ja nur den Fahrer auswechseln…..

    England zeigt´s wie man es auch machen kann: 4 mal zu schnell gefahren und der Schein ist weg. Das kostet die Bürger nicht viel, bringt dem Staat nicht viel in die Kassen und so werden – weil permanent überwacht – auch von allen Fahrern die Geschwindigkeitsbegrenzungen eingehalten. Und das dient tatsächlich der Verkehrssicherheit.

  2. Es ging doch noch nie um Sicherheit. Der Staat braucht Geld. Sollen die lieber härtere Strafen verteilen, wenn mal was passiert. Oder noch besser, intelligente KFZ-Systeme, die ein überschreiten der Gesetze verhindern. Aber daran dürfte der Staat nicht interessiert sein, denn dann fällt ja eine Geldquelle weg.

Kommentarfunktion geschlossen.