Brauchen wir die Nordanbindung?

Von Montag bis zum Mittwoch wird im Historischen Rathaussaal kräftig gestritten. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Nordanbindung des Flughafens werden diejenigen gehört, die schriftliche Einwendungen gegen das rund 60 Millionen Euro teure Vorhaben bei der Regierung von Mittelfranken eingereicht haben.

Das 3,5 Kilometer lange Straßenstück, das von der Autobahn A3, zunächst durch den Wald, dann durch einem Tunnel unter der Landebahn, zum Kreisverkehr vor dem Flughafen führt, soll vor allem den Ortsteil Ziegelstein vom Verkehr entlasten und das wirtschaftliche Wachstum des Flughafens ermöglichen: Der Flughafen wird, so die Planungen, in den nächsten Jahren zu einem Dienstleistungs- und Kongresszentrum ausgebaut, auch die Fluggastzahlen werden, so lauten zumindest die Schätzungen des Flughafens, weiter zulegen.

Die Nordanbindung soll deshalb den wachsenden Autoverkehr aufnehmen. Das Wachstum des Nürnberger „Tors zur Welt“ hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Wie Messe und Hafen gilt der Flughafen auch als eine „Job-Maschine“.

Sowohl SPD als auch CSU haben sich nach langjährigen Prüfungen von Alternativen bei der Verkehrsanbindung des Flughafens, für den Bau ausgesprochen. Den Bau der Nordanbindung müsste die Bundesregierung bezahlen.

Die Gegner der Nordanbindung sind angesichts des Klimawandels und der hohen Kosten strikt gegen das Projekt. Es sei eine reine Verschwendung von Steuergeldern. Die in den letzten Monaten stark gestiegenen Energiepreise, die sich auch auf den Flugverkehr auswirken dürften, sind für die Gegner ein weiterer Grund, sich gegen das Bauvorhaben auszusprechen. Darüberhinaus lehnen sie die Eingriffe in ein Vogelschutzgebiet, in den Reichs- und Bannwald sowie das Zerschneiden eines Naherholungsgebiets mit einer Straße ab. Immerhin sollen 20.000 Bäume gefällt werden, so die Schätzungen vom Bund Naturschutz. Auch das Verkehrsaufkommen sei im Umfeld des Flughafens nicht so groß, dass ein derartiges Mammutprojekt gerechtfertigt ist, geben die Gegner der Nordanbindung zu bedenken.

Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Halten Sie die Nordanbindung des Flughafens für gerechtfertigt? Abstimmen können Sie ab Montag hier.

Die Leserfrage der vergangenen Woche lautete: Hat Pauli in der Politik noch eine Chance? Mit Ja antworteten 48,7 Prozent, mit Nein 51,3 Prozent. fis

4 Kommentare in “Brauchen wir die Nordanbindung?

  1. Pingback: Vip-Raum » Blog Archive » Nordspange, das war´s wohl!

  2. Was wir wirklich brauchen ist eine bessere Anbindung des Flughafens per Schiene aus Richtung Erlangen, Forchheim, Höchstadt und Bamberg!
    Damit wäre auch gleichzeitig viel Pendler-Verkehr von der Straße, der nach Nbg. hinein führt.
    Ein S-Bahn-Netz wie in München! Hätten die das freigewordene Geld mal lieber in den Bahnausbau hier gesteckt statt irgendwelche Institute aus dem Boden zu stampfen oder zu versorgen!

  3. Es ist ein Anachronismus erster Güte, dass unser internationales Nürnberger „Tor zur Welt“ nur über durch Wohngebiete verlaufende Straßen erreichbar ist, welche nachweislich die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit überschritten haben. Zudem hätte ein unfallbedingter Verkehrskollaps auf der Flughafenstraße eine totale Unterbrechung der Zufahrt zur Folge. Angesichts dieser Fakten wird immer wieder behauptet, daß der Flughafen optimal angebunden sei und verkehrliche Verbesserungen sich erübrigen würden. Die Tatsache, daß Tausende von Straßenanwohnern seit Jahr und Tag die gesundheitsschädigenden Lärm und Abgasbelastungen hinnehmen müssen, wird bewußt ignoriert um der Öffentlichkeit vorzugaugeln, daß alles so bleiben kann wie es ist. Deshalb ein klares Ja zur Nordspange, weil die jahrelangen planerischen Untersuchungen keine andere Möglichkeit aufzeigen konnten.

  4. Ein paar Fragen an alle die hier fimmer Zeichen fordern:
    – Verzichten sie denn auf ihr Auto oder ihre Flüge (Urlaub/Geschäft), siehe Nutzung der Flugbereitschaft durch grüne Minister
    – wo pflanzen sie denn Bäume und gehen mit einem gutem Beispiel voran, bzw. setzen Zeichen?
    – Und bzgl. Stadt Nürnberg: wie viele ehemalige Grünflächen sind dort immer mehrversiegelt worden und alles wurde zubetoniert ohne dass es Grünflächen gibt (Aufsessplatz, Lorenzer Platz, vor der Sabaldkirche, Plärrer, vor dem neuen Museum usw. weil die Pflege der Grünanlagen mit Kosten verbunden ist)

    Wenn wir einfach mal davon ausgehen dass der gleiche Verkehr (egal in welche Höhe) entweder durch Wohngebiete (mit Ampeln und einer Bahnlinie/Schranke) fährt und bei jedem Anfahren eine ungleich höhere Menge an Stickoxiden produziert als wenn er nonstop durchrollen könnte und die leider dem Eingriff zum Opfer fallenden Flächen und Bäume ersetzt werden, kann eigentlich von einer Neutralstellung ausgegangen werden. Sollte der gewünschte oder befürchtete Verkehrszuwachs (je nach Position) nicht kommen, so hat sich doch zumindest die Infrastruktur und Lebensqulität in den Wohngebieten verbessert.
    Und flüssiger bzw. staufreier Verkehr ist immer noch weniger belastend für die Umwelt und das Klima, als Stauverkehr und Verlängerung der Einwirkzeit.

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