Kaiserburg: Soll die bayerische Fahne weg?

burg_klein.jpgNeuerdings wehen auf der Kaiserburg die deutsche und die bayerische Fahne einträchtig nebeneinander. „Die Bayern sind stolz auf ihre Landesfarben Weiß und Blau“, hatte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann gesagt, als er die neue Dauerbeflaggung vieler öffentlicher Gebäude vorstellte. Damit folgt die Staatsregierung dem patriotischen Trend, der bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gesetzt wurde. Beflaggung, so Herrmann, stärke die Identifizierung der Bürger mit dem eigenen Land und der eigenen Nation.

Doch in diesem Landstrich kommt er damit nicht bei allen gut an, selbst nach 200 Jahren Zugehörigkeit zu Bayern. Den Patrioten des Fränkischen Bundes etwa stößt sauer auf, dass der „Tag der Franken“ am 2. Juli ohne den rot-weißen Frankenrechen an staatlichen Gebäuden auskommen muss. Man erinnere sich an den Eiertanz, den der Kulmbacher SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Hoderlein und CSU-Ministerpräsident Günther Beckstein im letzten Jahr veranstalteten. Monatelang ging es da um die Frage, ob es von den fränkischen Rathäusern Rot und Weiß wehen darf. Schließlich wurde Hoderleins Antrag abgelehnt. Und nun hisst die Nürnberger Burg, das Wahrzeichen der Frankenmetropole, die bayerische Fahne – das tut manchem in der Seele weh.
Wir wollen daher von Ihnen wissen: Soll die Bayern-Fahne von der Kaiserburg weg? Sie können Ihr Votum ab Montag hier abgeben.

Die Frage der letzten Woche lautete: Braucht Nürnberg einen Lebkuchenmarkt? Mit Ja antworteten 24,9 Prozent, mit Nein 75,1 Prozent.

31 Kommentare in “Kaiserburg: Soll die bayerische Fahne weg?

  1. Ja liebe Leute, ich habe auch solch ein Problem welches eigendlich gar keines ist.
    Da ich hin und wieder auf mein eigen Grund und Booden in Deutschland weile. Aber in der Schweiz lebe, hisse ich die Schweizer Fahne bei ankunft bis zur abkehr. Dies stößt natürlich bei einigen meiner Nachbarn auf. Bitte könnt ihr mir sagen wo es geschriben steht (Gesetzblatt) jmsbd@gmx.ch? Warum giebt es eigendlich so viele Muffel hier in Deutschland, existirt den überhaupt kein Nationalstolz mehr. Selbst zu Feiertagen ist kaum noch `ne Flagge gehißt. Beim Kommunisten sind Sie noch der Roten hinterher gelaufen. Warum Diskriminiert man denjeniegen der einfach nur frei leben möchte.

    Jch freue mich schon auf eure Antwort.

  2. Der Srtei um den fränkischen Rechen geht ja wohl am eigentlichen Problem vorbei.
    Franken hat gar keine Fahne!
    WAAAAS???? Jedenfalls keine die historisch begründet ist.
    Nur die Farben und das WAPPEN Frankens sind selbstverständlich historisch belegt.
    Die Franken Fahne wie sie derzeit aussieht ist Fantasie.
    Deshalb ist es nicht möglich die Flagge auf der Kaiser Burg zu hissen.
    Anstatt sich drüber zu mokieren, das „Ihre“ Fahne in der Heimat nicht offiziell verwendet werden darf sollten die Franken sich darum bemühen
    die Fahne mit fränkischen Rechen als solche offiziell anerkennen zu lassen.
    Sprich sie in den Heraldischen Adelstand zu heben.
    Dann darf auch die fränkische Fahne auf die Burg.

  3. Der Innenminister Joachim Herrmann hat sich mit seiner schwachsinnigen Fahnenverordnung in meinen Augen endgültig diskreditiert. Die weiß-blaue Fahne hat auf der Nürnberger Kaiserburg nichts verloren. Die Burg muss mit der Frankenfahne beflaggt werden. Basta. Früher konnte man noch der Meinung sein, dass Herr Herrmann bei seinen Fahrten nach München spätestens bei Überschreiten der Donau in Ingolstadt (das liegt übrigens in Nordbayern) jeglichen Bezug auf Franken aus Karrieregeilheit verleugnet hat. Jetzt bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass Herr Hermann mit Franken nichts am Hut hat bzw. haben will. Wie sollte er auch. Fränkische Wurzeln: Fehlanzeige. Sein Vater stammt aus der Oberpfalz und er selbst ist in München geboren. Seine Kindheit und Jugend in Franken sind offensichtlich spurlos an ihm vorübergangen. Identifikation mit Franken: Fehlanzeige. Man könnte auch sagen: Integration gescheitert. Besuchen Sie mal seine offizielle Homepage. Bei „Über mich“ biedert er sich als „Münchner Kindl“ an. Wie bitte soll da eine Identifikation mit Franken entstanden sein? Als Karrieresprungbrett aber war ihm Franken gerade gut genug. Einen Interessenvertreter Frankens stelle ich mir anders vor. Zu seiner Verteidigung kann ich nur annehmen, dass ihm die vielen Weißwürste und Weißbiere in München wahrscheinlich nicht bekommen sind. Mit Bratwürsten, Keller- und Rauchbier wäre da sicher einiges anders gelaufen…

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  5. Als Franke bin ich für den Rechen auf der Burg, da Nürnberg die Metropole Frankens ist und die Bayern Franken nur erhalten haben, da sie sich mit Napoleon verbündet haben und gegen das Reich gestellt haben.

  6. Ich möchte mal wissen wo dieser Frankenstolz gerade in Nürnberg her kommt bzw. residiert. Wahrscheinlich meistens hinter den schlichten einfachen ungeschmückten Fassaden und zugezogenen Fenstern die es in Nürnberg zu Hauf gibt.
    Es gab hier vielleicht bedeutenden Erfindungen und große Geschichte, aber das ist lange her und die gab’s anderswo auch, auch an Orten wo man etwas entspannter mit der Gegenwart umgeht. Ich habe manchmal das Gefühl in Nürnberg herrscht der Glaube, man (Bayern, Deutschland, der Rest) sei der Stadt was schuldig, man sei hier irgendwie benachteiligt. Aber anderen Orten in Deutschland geht’s doch auch nicht besser. Geld gibt’s überall keins. Trotzdem erfindet man sich anderenorts gerne mal neu, macht aus der Not eine Tugend, traut sich was und geht vor allem aus sich raus. Das ist in Nürnberg ja auch so, ist ja nicht so, dass hier alle resigniert zu hause hocken. Aber es gibt hier wohl doch eine recht starke Schicht an Leuten die der Meinung sind es würde ihnen im Leben besser gehen, wenn Bayern und das ach so glänzende München nicht wäre. Was dann genau besser wäre, hat mir noch keiner erklärt.
    #13 Sven R hat übrigens ein paar schöne Worte dazu gefunden den ich voll zustimmen kann.

  7. Joachim Herrmann – Franke aus Erlangen? Schlicht falsch. Herrmann ist Baier – auf seiner eigenen Homepage http://www.joachimherrmann.de/ unter „Über mich“ bezeichnet er sich selbst als Münchner Kindl. Dort steht auch, dass sein Vater ein gebürtiger Amberger und seine Mutter gebürtige Münchnerin ist. Fränkische Wurzeln? Mitnichten.

    Interessant ist, dass hier die Eigenschaft Herrmanns als sog. Wahlfranke (welche Wahl hatte er denn überhaupt – die Eltern zogen nach Franken – sein Vater wurde von der LMU München an die FAU Erlangen versetzt) seitens der Baiern schamlos ausgenutzt wird, um unter dem Deckmäntelchen Franke verbietet Frankens Flagge an öffentlichen Gebäude, den Ethnozid an den Franken zu forcieren und sich dann die Hände in Unschuld zu waschen.

    Im übrigen ist Ethnozid die vorsätzliche Vernichtung einer Sprache, Religion oder Kultur, ohne dabei auch deren biologische Träger physisch zu vernichten.

    Hermann und Konsorten dürfen sich auf die nächste Wahl freuen – 50 plus x – wird wohl nix. So auf keinen Fall. Im übrigen, wenn schon bayerische Flagge, dann die mit sämtlichen Regierungsbezirken und nicht die weiß blaue – dies ist die bairische Fahne und die hat bei den Franken nichts verloren!!!

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  9. @ Taubmann

    …. Seit dieser Zeit hat das “arme” Nordbayern doch nur vom reichen Südbayern profitiert !…..

    Ist das Ihr Ernst?

    Wo wäre Nordtirol denn ohne die frühe Industrialisierung Nordbayerns?

    Welche Regierungsbezirke kommen den für den größten Teil der bayr. Staatseinnahmen auf?

    Welche Regierungsbezirke bekommen den am wenigsten aus diesem Topf zurück?

    Mittelfranken, Oberfranken, Unterfranken!

    Und die Oberpfälzer schnalln auch mit der Zeit, dass sie von den Oberbayern nur verarscht werden!

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