Wahlplakate: Nur noch in begrenzten Zonen?

plakate_klein2.jpgSie wollen in diesem Land etwas zu sagen haben, halten sich aber nicht einmal bei so einfachen Dingen wie dem richtigen Aufstellen der Wahlplakate an die Spielregeln. Die Gruppierungen am rechten Rand des Parteienspektrums sorgten mit ihren Verstößen gegen die Sondernutzungssatzung für berechtigte Empörung. Die Republikaner plakatierten bereits vor der erlaubten Zeit, die NPD hängte ihre Plakate zu hoch. Von der FDP kam nun der Vorschlag, dass sich die Stadt dieses Theater künftig ersparen solle, indem sie Wahlplakate nur noch in eigens ausgewiesenen Werbezonen zulässt.

Dagegen ließe sich einwenden, dass weniger politisch interessierte Bürger durch die in der ganzen Stadt verteilten Plakate auf die anstehenden politischen Weichenstellungen aufmerksam gemacht werden und sich ein Bild machen können. In die Werbezonen würden sie sich kaum begeben.

Andererseits hat der Vorschlag der Liberalen auch einen gewissen Charme: Der Umwelt würden die Werbezonen gut tun, denn es fiele weniger Müll an. Zudem sind die Botschaften auf den Plakaten zumeist ohnehin wenig aussagekräftig – wenn sie in einer begrenzten Werbezone nebeneinander angebracht werden müssten, hätte der Bürger wenigstens den direkten Vergleich. Und wer sich tiefgehender mit den Standpunkten der Parteien auseinandersetzen will, der muss sich ohnehin die Programme holen, die Plakate helfen hier nicht weiter. Wir wollen daher wissen: Sollen die Wahlplakate nur noch in begrenzten Werbezonen erlaubt werden?

Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Nimmt die Stadt zu viel Rücksicht auf Kneipenanwohner? Mit Ja antworteten 65,2 Prozent, mit Nein 34,8 Prozent.

2 Kommentare in “Wahlplakate: Nur noch in begrenzten Zonen?

  1. Dass die Republikaner eine kleine Partei sind, die nur auf wenige Mithelfer zurückgreifen können, das könnte – haben Sie sich das schon mal überlegt, Herr Klemz? – daran liegen, dass diese Plakate einfach schlecht sind. Ängste vor Minaretten zu schüren, wo niemand eine Moschee bauen will und wo selbst ein erzkonservativer Bischof Meisner andere Strategien empfiehlt, ist doch derartig daneben. Da braucht sich niemand zu wundern, wenn keiner so etwas plakatieren will. Gottseidank sind die Menschen offenbar doch intelligenter als die Republikaner denken. Die wenigen ganz Blöden wählen sowieso die NPD.

  2. Die Plakatierung vor den Wahlen ist seit es Sie gibt ein Problem.
    Einmal sind es die einen, dann die anderen, die Partei die später –aber dennoch zu früh- plakatiert hat- schwärzt die anderen an, ohne auf ihre Missachtung hinzuweisen.
    Wenn allerdings die früher so starke SPD , die mit einem Heer von Helfern und Organisationen ihre Plakate in kürzester Zeit aufstellen kann, Angst hat von einer kleinen Partei wie die Republikaner, die auf nur wenigen Mithelfer zurückgreifen kann und bis zum letzten Tag – wie man täglich beobachten kann- Plakatieren oder defekte Plakate wieder ersetzen müssen, dann haben Sie die Hose ganz schön voll.
    “ Wenn man im Glashaus sitzt soll man nicht mit Steinen werfen“, besagt ein Sprichwort. Keine Partei ist frei von Schuld. Die CSU plakatiert verbotswidrig, wie andere auch, auf Verkehrsinsel und verschuldet dadurch einen Motorradunfall in Langwasser, die Republikaner plakatieren zu früh. An die Anzahl von genehmigten Plakaten hielten sich die großen zwei noch nie. Also was soll das Geschrei.
    Plakatwände mit Wahlaussagen wie es in verschiedenen Gemeinden die seit einiger Zeit den Parteien zur Verfügung gestellt werden, haben sich nicht bewährt, da diese Wände wie die einzelnen Plakate zerstört werden. So hat die Stadt Roth Plakatwände wieder abgebaut.
    Sinnvoll wäre es Großflächige Stellflächen in den vier Wahlbezirken aufzustellen, mit dem Hinweis auf die Wahl und den Termin. Sowie einen übergroßen Wahlzettel, damit sich die Wähler informieren können, wie und wem Sie Ihre Stimmen geben können,
    Auch die Presse könnte mit einem Hinweis auf die Wahl, die Parteien und die Kandidaten aller Parteien, einen Beitrag zur fairen Wahlwerbung beitragen. Dan könnten die Partein auf die Plakate verzichten und den eingesparten Betrag für sinnvolle soziale Zwecke zur Verfügung stellen. Die nächste Wahl kommt bestimmt.

    Manfred Klemz
    Langwasser

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