Gefällt Ihnen der neue Augustinerhof?

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Eine Überraschung war das sicher nicht. Doch nun ist es amtlich: Der Berliner Architekt Volker Staab hat den Wettbewerb für die Bebauung des Augustinerhofs gewonnen. Staab hat mit dem für den Augustinerhof verantwortlichen Investor, dem früheren Club-Präsidenten Gerd Schmelzer, bereits bei den Sebalder Höfen zusammen gearbeitet. Von Staab stammen auch die Pläne für das Neue Museum in Nürnberg.

Staabs Entwurf zeich­net sich durch zwei nach Süden hin auseinanderlaufende Gebäudereihen aus. Vom Eingang in der Winkler­straße aus gesehen bildet sich ein trichterförmiger Platz Richtung Peg­nitz aus. Die Öffnung zum Haupt­markt soll ein in der Nacht gut ausge­leuchtetes, acht Meter hohes Portal bilden. Die Bebauung in der neuen Gasse hat keine einheitliche Trauf­höhe. Direkt gegenüber der neuaposto­lischen Kirche soll das neue Hotel ent­stehen. Zwischen 22 und 23 Meter hoch ist das Hotelgebäude – so hoch wie der zweite Entwurf von Jahn, der als „geplatzte Weißwurscht“ von der Bevölkerung abgelehnt wurde.

Kritik gab es aber bereits an den von Staab vorgeschlagenen Materia­lien für das Dach und die Fassade; konkret an den rot gestrichenen Glasziegel und den Sandstein­fliesen. Auch die Fens­terformate stießen auf wenig Zustimmung. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly freute sich dagegen darüber, dass „ein Stück Stadt, das in den Köp­fen der Fußgänger nicht vorhanden ist, wiederbelebt wird“. Von den 5230 Quadratmetern des Grundstücks seien immerhin 2300 Quadratmeter für die Öffentlichkeit zugänglich. Der OB lobte die ruhigen Bauformen und dass es gelungen sei, die „Südwest-Sonne hineinzuziehen“. Staabs Entwurf füge sich gut in die Umgebung ein, ohne sich auf den Boden zu werfen.

Auf dem lange brach liegenden und als „Rattenloch“ bezeichneten Areal sind neben einem Hotel mit 150 Zimmern, Läden, Büros und Appartements vorgesehen. Baubeginn für das 70 Millionen teure Vorhaben soll Ende 2009 sein.

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Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll das Rauchverbot gelockert werden? Mit Ja antworteten 26,8 Prozent, mit Nein 73,2 Prozent

17 Kommentare in “Gefällt Ihnen der neue Augustinerhof?

  1. Leute regt euch nicht auf. Das ist genau auf die „Metropolregion“ zugeschnitten. Dess paßt her. Und wenn mans wirklich nicht mehr ertragen kann, sollte man die Fassaden mit Stühlen verkleiden und blau iluminieren.

  2. Von der Aufteilung der Fläche ist der Siegerentwurf sicherlich nicht so übel, außer dass die geforderte Öffnung zur Pegnitz recht zögerlich umgesetzt wurde. Das Bauwerk selbst ist stinklangweilig. Keinerlei Gliederung der Fassade, die von sich Fenster nennenden Löchern fast zerrissen wird, keinerlei Profilierung von Öffnungen, Etagen und Traufen. Als Dach ein derzeit in der zeitgenössischen Architektur modischer Sargdeckel, der jedoch in allzu kurzer Zeit furchtbar alt aussehen wird. Da wäre mir ja Jahns Bratwurstecke noch lieber gewesen!
    Rainer Herrmann, Fürth

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  4. Strunzlangweilig! So genial wie das neue Museum ist, so banal sieht der Entwurf für den Augustinerhof leider aus … Irgendwo mag ich diese schon hunderttausendmal gesehene und gleich wieder verdrängte Investorenarchitektur auch nicht mehr sehen. Da hatten ja die alten Fünfzigerjahrebauten an der Pegnitz entlang deutlich mehr Charme als diese glatten gleichförmigen Fassaden, die noch nicht einmal den geringsten Ansatz zu einer wie auch immer gearteten Detailgestaltung zeigen. Und das quadratische Loch zum Hauptmarkt hin – na toll! Öder gehts doch nun wirklich nicht mehr. Was hätte da ein selbst nur mittelprächtig begabter Renaissance- oder Barockbaumeister draus gemacht …
    Sorry, Leute, nehmt es mir nicht übel, aber da sind ja selbst den Fürthern im 19. Jahrhundert bessere Lösungen eingefallen!

  5. lebkuchen und bratwürste an die fassaden, dann passt’s noch
    besser!
    wie soll in einer stadt mit einem solch hausbackenen stadtrat,
    was außergewöhnliches entstehen?
    man darf jetzt schon gespannt sein, was sich am ehemaligen
    milchhofgelände zusammenbraut

  6. Wie soll anhand weniger aufgehübschter Bilder ein ernsthaftes und ehrliches Urteil möglich sein? Wie soll ohne Kenntnis der anderen Entwürfe vergleichen und abwägen möglich sein?

    Das wenige was man sieht, lässt befürchten dass es mal wieder nichts ganzes noch halbes wird… (leider)

  7. Staab hat keine großartigen Gebäude entworfen, nur eine Gasse. Die Fassaden sind deren zurückhaltende Einfassung. Das stört aber hier nicht. Der große Star ist die Pegnitz.

  8. ja ich will nicht meckern. Dass sich da endlich nach all den Jahren und Bürgerentscheiden endlich was tut ist schon Grund genug zur Freude. Baulücken und -Brachen gibts genug in der Stadt so dass man schon froh sein kann, wenn überhaupt was passiert und Leute den Mut haben was anzupacken. Deswegen Daumen hoch.
    Ein Gebäude optisch gut ins Bild zu fügen, also den kargen Nachkriegsklötzen anzupassen, kann auch so schwer nicht sein. Passt schon. Besser als die Baubrache ists alle mal. Wobei: an die hatte man sich ja auch gewöhnt. So gesehen wäre das Geschrei wohl auch bald verstummt wenn z.B. Frank O. Gehry ein Gebäude an die Pegnitz gezwirbelt hätte.

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  10. Langweilige ,ungegliederte fassaden.Löcher die sich Fenster nennen.Aussenanlagen ohne Pfiff.Trichterförmigen Platz haben wir
    schonn.Torbogen überflüssig.
    Man munkelt darüber das Arch.Staab der Lieblingsarchitekt von
    H.Schmelzer ist.Sofern hatten die anderen keine gelegenheit sich zu
    etablieren.
    In dem Jahn-Entwurf war wenigstens mut zum Neuen und Schwung.

  11. die grundideen finde ich gut – das öffnen hin zur pegnitz zum beispiel.

    allerdings sehen die häuser ansich schon eher nach guter einheitsarchitektur aus. der neubau könnte genauso in münchen oder london stehen. von „signature-architecture“ hat der vorschlag nichts. so ein bauwerk werden wir aber nicht bekommen, da ansonsten ein sturm der empörung losbrechen würde.
    schade eigentlich, so bleiben wir halt bei einem üblichen einheitsmischmasch.

  12. Ich habe hier das Gefühl, dass da ein paar Altstadtfreunde den neuen Entwurf schön reden, um ihren Bürgerentscheid mit folgender jahrelanger Bauverhinderung nachträglich zu rechtfertigen. Das Manöver ist aber allzu durchsichtig.

  13. Der Entwurf gefällt mir bis auf ein paar Kleinigkeiten ausgesprochen gut. Die Wände würden mir in Sandstein eindeutig besser gefallen, allerdings wäre eine dem Sandstein ähnliche Farbe auch schon eine Verbesserung. Die Fenster sollten evtl. Sprossen erhalten, dann sieht das ganze schon „Altstadt-typischer“ aus. Die Öffnung zum Hauptmarkt hin gefällt mir gut, allerdings wäre natürlich ein Rundbogen eine klassischere Variante, welche mir persönlich besser gefallen würde. Die Dachziegel sollten natürlich ebenfalls der Umgebung angepasst sein. Insgesamt dürfen wir falls es noch zu einigen Nachbesserungen in den genannten Dingen kommt doch sehr zufrieden sein mit dem Entwurf. Mal sehen was dort in den nächsten Jahren entsteht.

  14. Es war gut,daß die Altstadtfreunde (ich bin Mitglied) damals durch

    eine Bürgerinitiative das Vorhaben zu Fall gebracht haben,

    denn dieses neue Projekt fügt sich gut in die Nürnberger Altstadt

    ein. Besonders schön finde ich die Öffnung hin zur Pegnitz.

    Helga Meier

    Zirndorf, Freyjastraße

  15. Das ähnelt dem Granemo-Regal von Ikea. Da das gut gekauft wird, kann dieser Entwurf nicht völlig verkehrt sein. In diesen Zeiten kann man von Investoren und Architekten nichts originelleres als Ikea erwarten.
    Ich bin sowieso gespannt, ob das angesichts der Finanzmarktkrise überhaupt noch gebaut wird.

  16. Meiner Meinung nach sieht das, was auf den Plänen und Modellfotos zu erkennen ist, aus wie so vieles, was an einem vorbeirauscht, wenn man auf deutschen Autobahnen neuere Gewerbegebiete passiert. Wo ist da das Originelle, das Außergewöhnliche, das Unverwechselbarer?
    Ich muss gestehen, ich bin enttäuscht. Wenn man bedenkt, wie lange man sich in der Stadt Gedanken machen konnte, was an diese Stelle – und dabei handelt es sich schließlich nicht um irgendeine Stelle, sondern um eine äußerst prominente in der Altstadt – hinkommen soll. Da hätten wir auch die „aufgeplatzte Bratwurst“ nehmen können. Die gab wenigstens Anlass für einen Spitznamen. Zum Staab-Entwurf fällt einem nicht einmal so etwas ein. Schade um die vergebene Chance!

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