Steuergelder für Schaeffler?

Das Herzogenauracher Familienunternehmen Schaeffler steht am Abgrund: Ohne eine staatliche Unterstützung in Milliardenhöhe in Form einer Kreditbürgschaft oder einer direkten Finanzspritze droht dem Konzern das Aus. Auf dem Spiel stehen weltweit rund 220.000 Arbeitsplätze, davon etwa 80.000 in Deutschland. Nach Berechnungen der Arbeitnehmervertreter sind allein in Bayern – und hier vor allem im Großraum Nürnberg – inklusive der Firmen, die Schaeffler zuarbeiten, rund 55.000 Stellen in Gefahr. In Schieflage ist das über Jahre sehr erfolgreiche Herzogenauracher Unternehmen gekommen, weil es kurz vor der Wirtschaftskrise die deutlich größere Continental AG geschluckt hat. Allein dadurch hat Schaeffler Schulden von gut zwölf Milliarden Euro angehäuft, für die monatlich 70 Millionen Euro an Zinsen fällig werden. Die kann das Unternehmen in der Krise aber nicht aufbringen. Die Eigentümer des Konzerns – Maria-Elisabeth Schaeffler (Bild) und ihr Sohn Georg – wurden bislang mit einem Vermögen von mehreren Milliarden Euro zu den reichsten Deutschen gezählt. Beide betonen allerdings, dass ihr gesamtes Vermögen in der Firma steckt. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Steuergelder für Schaeffler?
Abstimmen können Sie hier.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Braucht Nürnberg mehr öffentliche Toiletten? Mit Ja antworteten 95,8 Prozent, mit Nein 4,2 Prozent. joho

13 Kommentare in “Steuergelder für Schaeffler?

  1. Kein Geld für Schaeffler,

    jeder Arbeitslose muss seine Kohle aufbrauchen sodaß er nichts mehr hat erst dann gibt es Geld vom Staat für die Arbeitslosen – warum also mit Firmen anders umgehen!

    Es gab früher mal einen Spruch – dem sollten sich mal so einige hinter die Ohren schreiben – „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“.

    Aber das ist wahrscheinlich auch ein Generationsproblem.

  2. Gerade der letzte Kommentar ist ein Widerspruch in sich selbst. Natürlich muß Frau Schaeffler nicht im Trainingsanzug zu einer Demonstration gehen. Was ich allerdings auch nicht glaube, und so klingt der Kommentar in etwa, dass jeder Schaeffler Mitarbeiter einen von der Chefin gesponserten Nerzmantel hat. Offenbar hat sie also in guten Zeiten durch ihre Mitarbeiter doch recht gut verdient und offenbar wurde das Geld nicht gleichmäßig gestreut.
    Wenn jeder, der sich verspekuliert hat, dafür nicht mehr gerade stehen muß, müssen als erstes vom Staat all denen die Kredite abgelöst werden, die sich beim Bau ihrer Häuser oder dem Kauf ihrer Autos, ohne es für möglich zu halten, verspekuliert haben. Zumal gerade diese Bürger im Gegensatz zur Wirtschaft vielfach nicht mit den Finanzkrisen rechnen konnten, die die Banken und Firmen, die den Hals nicht voll genug bekommen konnten, angerichtet haben. Rentner sollen Steuern auf versteuerte Beiträge zahlen, der kleine Aktienbesitzer soll zahlen und der Einbehalt der Pendlerpauschale wurde vom SPD Minister bis zuletzt mit Zähnen und Klauen verteidigt um dann diese ganzen Einnahmen von den kleinen Leuten an Banken, Autokonzerne oder nimmersatte Millionärinnen zu überweisen. Da stimmt etwas nicht, nicht an der Berichterstattung darüber.

  3. Ich kann ?? und Kurt nur recht geben!
    Diese populistische Meinungsmache – auch von dieser Zeitung – ist nicht mehr zu ertragen! Es wird von den Medien lediglich das berichtet, was der geneigte Leser lesen mag.
    Wann kapieren die Leute endlich, dass das Geld der Familie Schaeffler in der Firma und den Mitarbeitern steckt?? Ich kann dieses Geschwätz von wegen „neztragende Milliardärin“ oder „eiskalte Zockerin“ nicht mehr hören! Soll sie im Trainingsanzug zu einer Präsentation gehen? Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
    Da äußern sich Leute und Redakteure, die von der Materie und den Hintergründen augenscheinlich keine Ahnung haben! Leider lassen sich davon auch die Politiker (wie z.B. der Minister für Arbeit und Soziales) anstecken und zu unglaublichen Äußerungen hinreißen… Hier wird von den Medien einfach das berichtet, was die Volksseele hören will, Fakten werden wohlwissend verschwiegen. Man liest eben gerne davon, dass die Oberen scheitern und labt sich daran.
    Dass hinter den 30.000 Mitarbeitern alleine in Deutschland noch Tausende weitere Schicksale stecken (ich selbst bin Familienvater) wird dann gerne vergessen.
    Lassen Sie mich noch hinzufügen, dass ich bisher ein sehr zufriedener Abonnent Ihrer Zeitung war. Ihre Berichterstattung zu diesem Thema ist jedoch unter aller Kanone und zeugt von mangelhafter Recherche Ihrer Redakteure. Ich überlege daher ernsthaft, mein Abo zu kündigen.

  4. Ich kann diese Stimmungsmache einfach nicht mehr ertragen. Man liest überall den selben Einheitsbrei !!! Für die Fakten interessiert sich keiner, weil sie nicht Medienwirksam sind…
    Dirk Heintzen hat im 5. Kommentar sehr gut kurz und bündig auf den Punkt gebracht wie’s ist. Die Auswirkungen, die sich im schlimmsten Falle für die gesamte direkt verknüpfte Wirtschaft ergeben würde, sind immens.
    Und über den ach so blöden Spruch der „Milliardärin im Nerz“ kann ja wohl bald auch niemand mehr lachen…
    Hat sich schon mal jemand über den Herrn Ackermann im Armani-Anzug ausgelassen? Oder über sonst einen Manager, der sich gut kleidet???

  5. Auch bei Schaeffler schufteten Zwangsarbeiter!
    Super Florian Kaiser, weiter so. Das Thema NS- Verstrickung ist seit min. 50 Jahren bekannt, aber jetzt Optimal um Stimmung gegen Schaeffler zu machen, den Schaden den sie dabei anrichten können ist ihnen Anscheinend nicht bewusst.
    Da sich das Niveau der NZ immer mehr der B… nähert werde ich mein Abo kündigen!

  6. Keinen Cent für diese eiskalte Zockerin! Soll Frau Schaeffler doch ihre 5 Milliarden zum „Löcher stopfen“ verwenden. Hätte sie Conti nicht übernommen, wäre sie auch nicht in der Krise!
    Arbeitsplätze ade? – Wenn ja hilft nur eins: Enteignung!!
    So einfach ist das!

  7. Ich bin Grundsätzlich gegen staatliche Eingriffe(Hilfen).
    Wo soll das enden?
    Wenn Großen Firmen geholfen wird wie ist es dann mit
    kleineren Firmen bzw. Ich AG’s.
    Gleiches Recht für alle?

    Oder sind wieder wie schon so oft gleicher?

  8. Pingback: Schaeffler mit 6 Milliarden Euro Schulden | Versicherungen und Wirtschaftsblog

  9. Das von den Brüdern Schaeffler gegründete Unternehmen hat in Deutschland über Jahrzehnte unaufhörlich Arbeitsplätze geschaffen, ebenso weltweit. Die Verdienste wurden re-investiert und auch jetzt wird am Stammsitz in Herzogenaurach noch gebaut.
    Über die vielen Arbeitsplätze allein in unserem Land und über die als Folge des Geschäftes über Jahrzehnte gezahlten Steuern hat sich niemand beschwert. Welches Privatunternehmen hat schon so viele Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen? Ich denke, hier wird die Menge der Kandidaten sehr überschaubar.
    Auch die Konzentration von High-End Technologie am Standort Deutschland bleibt leider unerwähnt, obwohl sie unserem Land weltweit eine Führungsposition beschert und in der Politik gern als einerr der Schlüsselfaktoren für unser Land als Technologievorreiter gesehen wird. Dem Großteil der Bevölkerung scheint gar nicht bekannt, in wie vielen Bereichen (Automobilkomponenten, Oberflächenbeschichtung zur Reibungs- und Verschleissminderung und damit Energieeinsparung, Windkraftanlagen, Akkuschrauber, Luft- und Raumfahrt, Hochdruckreiniger, Lager allgemein, und und und) Schaeffler eigentlich aktiv ist. Das ist wohl auch deshalb so, weil das Motto „Handeln statt Reden“ ist.
    Schaeffler und Conti zusammen beschäftigen weltweit ca. 220.000 Menschen (liebe Frankenmutter, das stimmt so). Da ist vor dem oben beschriebenen Hintergrund eine staatliche Unterstützung, die ja nur eine temporäre Hilfe sein soll und nach marktüblichen Regeln zurück gezahlt werden soll, sicherlich ebenso angebracht wie im Falle der Banken oder Opel.
    Das negative Bild, welches derzeit in den Medien von Frau Schaeffler dargestellt wird, ist absolut falsch und grenzt an Unverschämtheit.

  10. Frankenmutter mag zwar etwas direkt sein, trifft den Nagel aber auf den Kopf. Winfach wunderbar diese comments

  11. „Auf dem Spiel stehen weltweit rund 220.000 Arbeitsplätze, davon etwa 80.000 in Deutschland.“

    lächerlich, von wo haben sie denn bitte diese Zahlen. ihre Kollegen auf spiegelonline haben da genauere Angaben denke ich

  12. Ich kann diese Stimmungsmache allein gegen Frau Schaeffler nicht verstehen, zumal es bei INA auch verantwortliche Manager gibt.
    Die Übernahme von Continental war riskant aber durchaus nachvollziehbar und sinnvoll.
    Dass während der Übernahme von Continental unnötig auf Zeit und vor allem um den Wert der Aktie gepokert wurde ist heutzutage ja schon normal.
    Der Knackpunkt für die Schaeffler – Krise, ist aber die nicht in diesem Ausmaße vorhersehbare Weltwirschaftskrise, die Schuldigen hierfür sind die Banker weltweit!

  13. Die schönen Krokodilstränen kann sich Fr.Schaeffler sparen:
    wer wollte denn mit aller Macht Continental haben, im Gedanken einen schönen „Reibach“ zu machen! Nur ist halt der Schuß nach hinten los gegangen und jetzt ist das Gejammere groß. Mir tun die Mitarbeiter auch leid, aber diese arrogante Fr. Schaeffler soll halt in Ihren wohlgefüllten Sparstrumpf greifen und das selbst verursachte Fiasko selbst beheben! Das Volk ist für Ihre Rachgier nicht verantwortlich! Jeder kleine Handwerker muß sich selber helfen und bekommt nicht mal einen Kredit der nur einen Bruchteil von der geforderten Summe vom Staat ausmacht, manchmal nur 20 000€ um für das Material gerade zu stehen das der Handwerker „im Voraus“ auslegen muß, dann oft mal nicht mehr bekommt,und wirklich unschuldig ist. Das sollten sich
    die Bänker, (möchte nicht wissen wieviele auf diese Tour reiten, obwohl sie genug Geld hätten) mal vor Augen halten, da sind aber alle Blind!

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