Streik in der Krise: Macht das Sinn?

Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst wollen acht Prozent mehr Lohn, die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern fordern gar 9,5 Prozent. Mit Warnstreiks haben sie am Donnerstag und Freitag auch in Nürnberg ihre Forderungen untermauert.

Aber ist es in den dunklen Zeiten der Wirtschaftskrise nicht fahrlässig oder sogar anmaßend von den Beschäftigten, mehr Geld zu verlangen? Müssen sie nicht froh sein, überhaupt noch einen Arbeitsplatz zu haben?

Andererseits scheint es für Lohnerhöhungen nie einen geeigneten Zeitpunkt zu geben. Läuft die Konjunktur gut, mahnen die Arbeitgeber, den Aufschwung nicht durch solche Forderungen zu gefährden. In Krisenzeiten argumentieren sie dann, dass eine bessere Bezahlung der Beschäftigten die Erholung der Wirtschaft verhindern würde.

Lohnerhöhungen würden dazu führen, dass zumindest die weniger sparsamen Arbeitnehmer auch mehr ausgeben – der Konsum könnte die lahmende Wirtschaft wieder ankurbeln. Und es erscheint zudem fraglich, ob man die teilweise sehr niedrigen Gehälter der Beschäftigten im öffentlichen Dienst wirklich mit dem Verweis auf die von globalen Zockern verursachte Wirtschaftskrise rechtfertigen kann.

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Die Frage der vergangenen Woche lautete: Staatshilfe für Schaeffler? Mit Ja antworteten 61,1 Prozent, mit Nein 38,9 Prozent.

1 Kommentar in “Streik in der Krise: Macht das Sinn?

  1. Wenn es nach den Arbeitgebern geht, gibt es nie einen geeigneten Zeitpunkt für eine Lohnerhöhung. Möglicherweise werden dafür sogar bei Staatsbetrieben, wie der Deutschen Bahn Gewerkschafter geködert sich dieser Meinung anzuschließen. Diese Gewerkschafter, wie das SPD Mitglied Hansen werden ihren Übergang vom Gewerkschaftsvorsitz ind den DB AG Vorstand sicher durchaus mit einer angemessenen Verbesserung der Vergütung belohnt bekommen haben. Welchen Grund haben also gerade die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zur Lohnzurückhaltung, wenn derselbe Staat Geld hat einzelne Funktionäre aus der Arbeiterschaft herauszukaufen. Und in der freien Wirtschaft gilt es doch analog. Die Arbeitgeber von Opel bis Schäffler haben doch das Geld verzockt, entweder als Eigentümer oder als prämienbegünstigter Arbeitnehmer in Arbeitgeberfunktion, das die von ihnen abhängigen Arbeitnehmer erwirtschaftet haben. Die Schäfflers und ihre Freunde konnten nur deshalb darüber verfügen, da der Ertrag der Arbeit auf ihrem Konto und nicht dem Konto derer, die es erwirtschaftet haben gelandet ist.
    Früher wurde die höhere Entlohnung der Betriebsleitungen mit deren höherem Risiko begründet, heute ist es doch genau umgekehrt, die wirklich abhängigen Arbeitnehmer werden trotz Lohnzurückhaltung entlassen, die leitenden Angestellten und Verursacher der Entlassungen klagen trotz ihres massiven Versagens ihre Tantiemen gerichtlich ein.

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