Brauchen wir einen Frauentag?
9. März 2009 von senf
Vergewaltigung als Kriegswaffe, Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsehen. Doch Gewalt gegen Frauen findet nicht nur woanders statt: Terre des Femmes schätzt, dass jede vierte Frau in Deutschland unter ihrem Partner körperlich oder sexuell leidet.
Darum stellten die Vereinten Nationen den Weltfrauentag 2009 unter das Motto „Women and men united to end violence against women and girls — Männer und Frauen vereint, um die Gewalt gegen Frauen und Kinder zu beenden“. Aber auch auf anderen Gebieten stößt die Gleichberechtigung auf ihre Grenzen. So verdienen Frauen hierzulande in manchen Berufen noch immer weniger für die gleiche Arbeit wie Männer.
Und trotzdem ist viel geschehen, seitdem die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vorschlug. Deshalb stellt sich die Frage, ob ein Internationaler Frauentag nicht kontraproduktiv ist. Auch viele Mütter lehnen den Muttertag ab, weil sie wollen, dass ihre Leistung jeden Tag geachtet und respektiert wird. So plädierte die luxemburgische EU-Kommissarin Viviane Reding 2008 für die Abschaffung des Internationalen Frauentags mit der Begründung: „Solange wir einen Frauentag feiern müssen, bedeutet das, dass wir keine Gleichberechtigung haben.“
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Brauchen wir noch einen Weltfrauentag? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Streik in der Krise, macht das Sinn? Mit Ja antworteten 36,1 Prozent, mit Nein 63,9 Prozent. kawa
