Fürther Rundfunkmuseum – ein Wanderzirkus?

Fürth ist einzigartig! Ein Rundfunkmuseum im Haus des Fürther Rundfunkpioniers Max Grundig: authentischer geht es nicht. Andere Städte würden sich glücklich schätzen, wenn sie so etwas bieten könnten.
Nicht so die Stadt Fürth. Das gut besuchte Museum soll in die Innenstadt umziehen, in ein nichtssagendes Gebäude, das mit Rundfunk überhaupt nichts zu tun hat. Klar: Der Oberbürgermeister will Geld aus dem Programm „Soziale Stadt“ lockermachen. Und hätte damit gleich einen Schandfleck im Zentrum weniger. Außerdem ist Thomas Jung der Ansicht, mit einem weiteren Museum die Innenstadt beleben zu können. Im Stadtrat wurden andere Ansichten bisher kaum laut – ein Museum interessiert in Krisenzeiten anscheinend niemanden.
Wer sagt denn, dass ausgerechnet das Rundfunkmuseum in der alten Central-Garage geparkt werden muss? Warum nicht lieber das Stadtarchiv, das bisher im Schloss Burgfarrnbach komplett von der Innenstadt abgeschnitten ist? Das wäre auch deshalb sinnvoll, weil gleich gegenüber der Central-Garage – im ehemaligen Otto-Schulhaus – das Stadtmuseum Ludwig Erhard seinen Platz hat.
Das Rundfunkmuseum am jetzigen Standort ist ein Erfolgsmodell: Schnell von der Innenstadt mit U-Bahn und Bus erreichbar, sehr gut auch für Nürnberger und Erlanger vom Frankenschnellweg aus. Die auswärtigen Besucher finden genügend Parkplätze. Das Museum ist in eine mittlerweile ansprechende Umgebung und in die „Wissenschaftsstadt“ eingebettet, hat landschaftlich reizvolle Fußgängerverbindungen in die City, teils über den neu erschlossenen „Quellenweg“.
Immer mehr Menschen nutzen auch die Möglichkeit, dieses Museum für private oder Firmen-Feiern zu mieten und bescheren dem Haus damit nicht unerhebliche Einnahmen. Niemand aus diesem Personenkreis möchte seine Gäste in der Mathildenstraße empfangen, wo weder ausreichend Gratis-Parkplätze zur Verfügung stehen noch das Drumherum einladend ist. – Oder möchten Sie das, Herr Jung? Dann wären Sie genauso einzigartig wie Fürth!

16 Kommentare in “Fürther Rundfunkmuseum – ein Wanderzirkus?

  1. das Rundfunkmuseum wird -so verstehe ich es – von der Stadt Fürth betrieben und ist für die Bürger und Besucher bestimmt.
    Daß der frühere Eigentümer des Anwesens, Herr Grundig, das Gebäude nicht der Stadt Fürth überlassen hat, sondern einem ausländischen Investor, verstehe ich nicht. Die ganze Entwicklungsarbeit, die dort geleistet worden ist, kann nicht auf eine Person reduziert werden. Was ist das für ein dubioser Mietvertrag der enorme Mietsteigerungen vorsieht, sind die anderen Gebäude auch in ausländischer Hand?
    Einerseits gibt die Stadt Fürth mit ihrem Wissenschaftszentrum an, dann wiederum soll ein an den Stadtpark angrenzendes Gelände ein Gewerbegebiet am Rand sein. So groß ist die Stadt Fürth nicht, daß ein kleiner Spaziergang zum jetzigen Rundfunkmuseum unzumutbar wäre. Ich finde, das sind Ausreden. Soll sich OB Jung mal in Nürnberg umsehen. Das Museum Industriekultur könnte man auch nicht gut im Augustinerhof unterbringen.

  2. Ich bin in Fürth geboren, habe die Ära Grundig life erlebt, kenne also den Werdegang dieser Firma und seiner Arbeiter und habe mich gefreut, dass das Rundfunkmuseum endlich auf dem ehemaligen Grundiggelände den besten Platz gefunden hat. ( historischen Boden, Parkplatz, Verbindung zur Uni, reizvolle Gegend…..)
    Was soll nun der Umzug in eine schlechtere Gegend????

    Denkt man eigentlich gar nicht an die Menschen, die viele Stunden, Tage, Wochen ihrer Freizeit geopfert haben, um das Rundfunkmuseum so optimal zu präsentieren??

    Bitte, Herr Jung, überdenken sie alles noch einmal gründlich!

  3. Danke für Ihre schnelle Reaktion.
    Die morgige „NZ“ muss ich dann unbedingt kaufen !

  4. @Egon Kuttel
    Angst, dass das Museum ganz geschlossen werden soll, braucht man – glaube ich – nicht zu haben. Ansonsten kann ich Ihnen nur zustimmen. Wenn Sie sich für weitere Informationen zum Thema Rundfunkmuseum Fürth interessieren, lesen Sie doch morgen die „Nürnberger Zeitung“! Da finden Sie ein großes Interview mit Thomas Jung und einen Artikel mit Auszügen aus Kommentaren dieses Blogs. Viel Spaß bei der Lektüre!

  5. Der Fürther OB Thomas Jung ist ein sehr vernünftiger und beliebter kommunaler Politiker. Sicher hat er sich etwas bei seinem Vorhaben gedacht, das Rundfunkmuseum in die Innenstadt zu verlegen. Vielleicht wird ja dort in der Ufergegend zu viel Randale gemacht und man hätte das im Zentrum eher unter Kontrolle?
    Trotzdem wäre es bedauerlich, das sehr erfolgreiche Museum (viele Besucher) vom angestammten Platz woanders hin zu verlegen. Womöglich soll es ganz geschlossen werden?

  6. Unbedingt am bisherigen Standort lassen!
    Historisch authentisch, in herrlicher Umgebung (Spaziergang nach dem Museumsbesuch, wunderschön für Feiern!), genügend Parkplätze in der Nähe – was will man mehr?!

  7. Das Rundfunkmuseum hat auf dem ehemaligen Grundig-Gelände einen idealen Platz gefunden. Das Gebäude ist wunderschön und die Austellungsobjekte werden hervorragend präsentiert. Erreichbarkeit und Parkmöglichkeiten sind optimal – es gibt also keinen Grund das Rundfunkmuseum an einen anderen Standort zu verlegen. Dennoch will die Stadt Fürth das Museum verlagern – das finde ich ist ein absolutes Unding. Für die Central-Garage lässt sich bestimmt eine sinnvollere Nutzung finden. Nur weil etwas aus diesem Objekt gemacht werden soll oder muss, ist das kein Grund ein gut funktionierendes Projekt dafür zu opfern. Denn Fürth gewinnt dadurch nicht, sondern verliert wirklich viel.

  8. Umziehen? – Ich halt´s im Kopf nicht aus! Einen besseren Standort als den jetzigen gibt es nicht.

  9. Als jangjähriger Wahl-Fürther schlägt mein Herz natürlich auch für das Rundfunk-Museum in der jetzigen Lage. Es ist für Autofahrer, mit der U-Bahn, mit dem Fahrrad und auch zu Fuss über den Wiesengrund von Fürth und Nürnberg aus gut erreichbar.

    Das Gebäude mi seiner langen Tradition ist geradezu ein idealer Standort für ein Rundfunk-Museum. Einen zusätzlichen Reiz bietet die Lage im Grünen, und die Verbindung zum Wissenschaftsstandort Fürth. Die Vorstellung, das Rundfunk-Museum würde in dem Parkbunker in der Mathildenstraße angesiedelt werden, läßt mir die Haare zu Berge stehen.

  10. Ich kommentiere ja nicht allzu oft, aber wenn, dann meist Beiträge von „uwo“, die mir inhaltlich und stilistisch sehr zusagen. Übrigens auch diesmal wieder brilliant formuliert.

    Ich kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen und plädiere für das Weiterbestehen des Rundfunkmuseums in der alten Grundig-Villa.
    Fürth hat seit einigen Jahren endlich einige Vorzeige-Objekte. Und jetzt versucht ein OB, der mit einer Wählerzustimmung von über 80 Prozent (fast Verhältnisse wie in Diktaturen), einfach so etwas mit dem Hintern einzureißen, was mit viel Ideen, Elan und Erfolg aufgebaut wurde. Also bitte !

  11. Ich kann Ihnen nur aus vollstem Herzen zustimmen! Ein Museum besteht eben nicht nur aus seiner Schau und pädagogischen Aufbereitung, es zählen auch die „weichen“ Standortfaktoren. Und die (grüne Umgebung; U-Bahn gerade 100 Meter nah; Grundig-Flair; historischer Radioboden) zählen im Fall des Rundfunkmuseums doppelt und dreifach! Gerade im Vergleich zur Central-Garage. Die Garage schreit doch geradezu nach einer Oldtimersammlung, nach Motorrädern und Fahrzeugen aller Art, von mir aus auch Tretrollern. Irgendeine Privatsammlung von Autos, deren Besitzer nicht der Verlockung der Abwrackprämie erliegen, steht doch bestimmt in privaten Fuhrparks herum. Dann hätte Fürth sogar zwei Museen, in denen Form und Inhalt bewunderungswürdig ineinanderfließen.
    Aber so? Radio im Parkhaus? Und was käme dann ins alte Grundiggebäude? Vielleicht eine britische Schnauferlsammlung? Herr Jung, denken Sie an Ihre Stadt und ihre Bürger!

  12. In unserer digitalen Welt, in der die Kopie nur einen Mausklick entfernt liegt, gibt es nichts Wichtigeres als das mit Händen greifbare, mit allen Sinnen erfassbare Original. Trotz restauratorischer Bedenken gehen immer mehr Museen dazu über, das kostbare Original auszustellen, obwohl die Kopie für den Besucher nicht zu unterscheiden wäre. Dort wo historische Gebäude zerstört sind, baut man sie wieder auf, um zumindest den Nimbus des Ortes zu erhalten. Das Rundfunkmuseum in der alten Grundig-Direktion ist ein Glücksfall, das Haus selbst ein Stück Industriegeschichte. Wo sonst sollte man die „Heinzelmänner“ von Max Grundig ausstellen?

  13. Ich kann dem Autor des Artikels nur zustimmen. Ich habe selbst meine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker bei Grundig absolviert und kenne die Erfolgsstory von Max Grundig recht gut.
    Mit dem Verlegen des Rundfunkmuseums in ein nichtssagendes Gebäude in der Innenstadt verliert dieses Areal jegliches Andenken an die Grundig Ära, die letztendlich auch einen wesentlichen Teil der Geschichte Fürths darstellt und dieser Stadt zu Ruhm verholfen hat.

  14. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Das Rundfunkmuseum hat eine wunderbare Lage. Das Haus ist ideal. Die Central-Garage halte ich nicht für so geeignet.

  15. Ich bin zwar Nürnberger, war allerdings schon mehrfach im Fürther Rundfunkmuseum. Ich finde Gebäude und Standort genial und habe schon Freunde aus München und Wien mitgenommen, die vom Museumskonzept und vor allem vom geschichtsträchtigen Haus und der Lage am Fluss begeistert waren.

    Es wäre schade, wenn man das Rundfunkmuseum woandershin umziehen ließe !!

  16. Hallo, ich kann Ihnen nur Recht geben: Das Rundfunkmuseum ist exakt
    am derzeitigen Ort genial und einzigartig untergebracht. Sowohl das
    Gebäude selbst mit seiner nächtlichen Beleuchtung, als auch der Blick auf die Pegnitz von der Cafe-Terrasse sind ein Erlebnis !

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