Bildungsstreik: Haben die Schüler recht?

Sie verlassen die Hörsäle und Klassenzimmer und gehen auf die Straße. Aber nicht, weil sie nicht lernen wollen. Im Gegenteil, sie wollen es. Besser sogar als bisher. Doch was hunderttausende Schüler und Studenten bundesweit auf den Demonstrationen beklagen, ärgert auch viele Nürnberger: Große Klassen, veraltetes Lehrmaterial, ein undurchlässiges Bildungssystem und hohe Studiengebühren.
Bildung ist ein Menschenrecht, sagen sie. Und das soll nicht nur in Anspruch nehmen können, wer reiche Eltern hat, wer sich teure Nachhilfestunden und Elite-Universitäten leisten kann. Für ihre Forderungen riskieren sie auch Verweise und andere Sanktionen. Denn wenn sie nachmittags demonstrieren, werden sie kaum wahrgenommen, sagen die Schüler. So wie die vielen anderen Kundgebungen, die tagtäglich stattfinden.
Ihr Anliegen ist ihnen so wichtig, dass sie für die nötige Aufmerksamkeit die Schulen und Universitäten verlassen und den Zorn der Direktoren auf sich nehmen. Das unterstützen auch viele Bürger, Gewerkschaften und Parteien. Wie sehen Sie das? Muss das Bildungssystem reformiert werden, durchlässiger werden und Schülern und Studenten mehr Raum geben? Wir wollen diese Woche von Ihnen wissen: „Bildungsstreik: Haben Schüler und Studenten recht?“ Die Frage der vergangenen Woche lautete: Ist das Bratwurstdorf jetzt fränkisch genug? Mit Ja antworteten 56,8 Prozent, mit Nein 43,2 Prozent.