Kann der 50-Millionen-Kredit Quelle retten?

Wer 50 und älter ist, wird sich noch gut daran erinnern, wie gespannt man in den sechziger und siebziger Jahren auf den neuen Quelle-Katalog gewartet hat. Internet gab es noch nicht und auf den Katalogseiten konnten Dinge entdeckt werden, die normale Geschäfte nicht im Angebot hatten und manche Augen zum Glänzen brachten. Der Quelle-Katalog konnte Sehnsüchte wecken, die der Einzelhandel vor Ort nicht stillen konnte. Für Jüngere mag diese Erinnerung seltsam klingen und genauso weit weg sein, wie zu sechst im VW-Käfer in den Urlaub fahren. Positive Erinnerungen allein sind aber ein schlechter Ratgeber.
Die großen Versandhäuser haben die Entwicklung im Einzelhandel verschlafen: Sie haben zwar viel im Angebot, doch im Speziellen sind sie nie detailliert genug. Sie generieren zwar viel Umsatz, doch kostet ihre aufwändige Logistik auch viel Geld.
Der Karstadt-Quelle-Konzern hat aufgrund von Management-Fehlern zu spät mit einer Neuausrichtung begonnen und steckt deshalb tief in der Krise. Nach langem politischem Tauziehen wurde ein Kredit gewährt, um einen Neuanfang möglich zu machen. Davon profitieren Tausende in der Region, weil ihre Arbeitsplätze vorerst erhalten bleiben und ein Neuanfang für den Versender möglich ist. Andere Firmen, die besser gewirtschaftet haben, ärgern sich allerdings darüber, dass die Konkurrenz mit staatlichen Krediten am Leben erhalten wird.
Wir wollen deshalb von Ihnen wissen: Kann der 50-Millionen-Kredit Quelle retten? Geben Sie Ihr Votum bitte unter http://www.nz-online.de ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Vernachlässigt die Stadt ihr historisches Erbe? Mit Ja antworteten 77,5 Prozent, mit Nein 22,5 Prozent.

1 Kommentar in “Kann der 50-Millionen-Kredit Quelle retten?

  1. Letztens hab ich in einer großen Siedlung jede Menge Otto Kataloge vor den Haustüren gesehen. Das tut als Nürnberger schon weh…

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