Stadt will Junggesellen-Abschiede eindämmen

SchnulzeDas Ordnungsamt der Stadt Nürnberg hat eine Zunahme von Beschwerden über die so genannten Jungegesellen-Abschiede registriert: Vor allem bei Großveranstaltungen würden Anwohner in der Innenstadt über die nächtliche Ruhestörer schimpfen, zahlreiche Passanten fühlen sich belästigt von angeheiterten Junggesellen-Abschieds-Gruppen, die mit Bauchläden herumlaufen und beispielsweise Kondome unter die Leute bringen wollen. Wiederholt seien auch alkoholische Getränke verbotswidrig an Minderjährige abgegeben worden.

Diese Beschwerden waren Hintergrund für ein Schreiben des Ordnungsamts an die Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte, das der NZ vorliegt. Darin weist das Amt die Beamten darauf hin, dass auch für den Bauchladenverkauf eine Sondernutzungserlaubnis des Liegenschaftsamts vorzuweisen sei. Ansonsten drohen disziplinarische Maßnahmen wie eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Gewerbeordnung oder gegen das Bayerische Straßen- und Wegegesetz.

Zu solchen disziplinarischen Maßnahmen sei es bislang allerdings noch nicht gekommen, sagte Rainer Lenzner, Sachgebietsleiter Gewerberecht des Ordnungsamts. Man habe sich immer vor Ort gütlich einigen können. Im Gegensatz zu Bamberg halte sich das Problem in Nürnberg noch „einigermaßen im Rahmen“.

Auch Polizeisprecher Bert Rauenbusch betont, dass der Junggesellen-Abschied in Nürnberg „kein Sicherheitsproblem“ darstelle. Doch laut Lenzner seien allein auf der vergangenen „Blauen Nacht“ im Mai 20 Gruppen nicht nur aufgrund ihrer meist einheitlichen T-Shirts auffällig geworden. Auch die Gastronomen jubeln nicht gerade beim Anblick dieser Klientel: Mancher Gast ist genervt von den Störenfrieden und konsumiert wird auch nicht gerade viel: Denn meistens bringen die Junggesellen/innen-Verabschieder ihren Alkohol selbst mit.
Kathrin Walther

3 Kommentare in “Stadt will Junggesellen-Abschiede eindämmen

  1. Meine Frau und ich sind uns schon lange einig: Jungesellen und Junggesellinnen nerven! Wenn wir solche Gruppen in der Stadt sehen machen wir einen weiten Bogen um diese herum. Und dabei sind wir weder Anwohner und noch Nachts in der Stadt unterwegs. Denn auch schon Nachmittags und am frühen Abend ist man vor peinlichsten Auftritten nicht sicher. Ich kann die Gastwirte, Anwohner und Passanten gut verstehen. Ich kann auch alle Leute verstehen, die ihre Freude zeigen und gut gelaunt feiern wollen und möchte deshalb auch eine Lanze für Junggesellen und Junggesellinnen brechen, denn es darf natürlich niemand diskriminiert werden. Sonst müsste man als nächstes belästigende Fußballfan-Horden, Rosenverkäufer oder die Punks vor der Lorenzkirche usw. ebenso anklagen. Ein gewisses Mass an Toleranz darf erwartet werden. Ich hoffe sehr darauf, dass in Zukunft weiterhin auf Nürnbergs Straßen gefeiert wird – aber auch, dass unsere Ordnungshüter aufpassen, dass keine Verstöße wie im Artikel erwähnt (Alkohol an Minderjährige auzuschenken) vorkommen.
    Und ich werde weiterhin einen Bogen um Junggesellen/-Innen-Gruppen machen, mich dabei über die glückliche Zeit dieser Leute freuen und mir dennoch wünschen sie würden lieber zu Hause ein gutes Buch lesen anstatt sich zu besaufen.
    Servus.

  2. Ich finde es schön, wenn so viele Paare heiraten (sich trauen). Natürlich wollen Sie dann mit Ihren Freunden feiern, aber das muß doch nicht auf der Straße sein. Außerdem ist es für Passanten sehr lästig, wenn gerade bei Großveranstaltungen eine Gruppe nach der anderen auftaucht und fremde Leute bedrängt. Dann wird die Sache schon ärgerlich und viele fühlen sich gestört. Fazit: Feiern ja, aber bitte nicht fremde Personen anbetteln, bedrängen usw. Ist es eigentlich nicht peinlich, wenn man als Braut präsentiert wird, die sich vor der Ehe schnell noch einmal „verkauft“?

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