Welches Museum hätten´S denn gern?

MuseumIndustriekulturSchon wenn sie das Wort „Museum“ hören, beginnen manche zu gähnen. Doch die meisten Museen verdienen heutzutage eine solche Reaktion nicht mehr. Es hat sich eine Menge verändert in der Museumslandschaft. Die Besucher müssen in vielen Häusern längst nicht mehr „Abstand halten“ zu den ausgestellten Sachen – ganz im Gegenteil: Das Berühren ist immer öfter erwünscht und nicht mehr verboten. Auch in Nürnberg – links im Bild das Museum Industriekultur – haben sich die Museen weiterentwickelt und laden die Besucher oft zu eigenen Aktivitäten ein.

Die Nürnberger werden aber in letzter Zeit auch zunehmend selbst aktiv, was Ideen für neue Museen angeht. Es gibt eine ganze Liste von Vorschlägen, welche zusätzlichen Museen man gern hätte: In der Ehrenhalle des Rathauses sollen die Kopien der Reichskleinodien ausgestellt werden. Ein Kulturhistorisches Museum soll die Bedeutung Nürnbergs auf dem Gebiet von Kunst und Kunsthandwerk endlich gebührend würdigen. Ein Museum für historische Fahrzeuge steht ebenso auf der Wunschliste wie ein Feuerwehrmuseum oder ein Museum zur Bayerischen Geschichte und sogar ein Arabisches Museum. Die Sportstadt Nürnberg soll in einer eigenen Sportsammlung präsentiert werden, und als Spielzeugstadt will man zusätzlich zum Spielzeugmuseum auch noch ein Spielearchiv.

Was ist sinnvoll, was kann und soll sich die Stadt leisten? Gibt es womöglich bestehende Museen, die nicht mehr sinnvoll sind? Wie kann man alte Einrichtungen mit neuen Inhalten füllen? Oder passt alles so, wie es ist?
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11 Kommentare in “Welches Museum hätten´S denn gern?

  1. Naja, Finanzminister Georg Fahrenschon gibt über 55 Millionen Euro für plötzlichen Renovierungsbedarf im Münchner “Haus der Kunst” aus! Warum gibt der Freistaat solche Summen nicht auch mal bei uns aus?
    Ein weiteres Museum wäre immer gut! Konkurrenz belebt das Geschäft, Synergie-Effekte entstehen zusätzlich! Also mal Landtagsabgeordneten in die Pflicht nehmen, warum solche Summen nur in München ausgegeben werden!

  2. Nürnberg hat genug gute Museen, ein weiteres verwässert nur das Angebot. Es wäre besser die vorhandenen Museen zu vermakten.

  3. Weitere Museen aufzubauen erscheint mir in der jetzigen Situation

    des immer kleiner werdenden Kulturetats wenig sinnvoll. Besser wäre

    es, wenn man – wie es ja zum Teil bereits geschieht – die vorhandenen

    Einrichtungen nach den neuesten museumsdidaktischen Erkennt-

    nissen modernisieren würde.

    Wichtig wäre es auch die einzelnen Museen besser miteinander zu

    vernetzen und zwar über den ganzen Großraum hinweg. Es gibt nicht

    nur in den Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen, sondern auch in

    vielen kleineren Ortschaften wie zum Beispiel Buttenheim eine Vielzahl

    von interessanten Spezialmuseen, die einen Besuch wert sind. Durch

    eine sinnvolle Vernetzung all dieser Einrichtungen würde eine

    Museumslandschaft entstehen, in der alle Interessen abgedeckt sind.

  4. Die kühnsten Museeumsträume nützen wenig, wenn es hernach – so
    wie´s jetzt schon herausklingt – an den Finanzen scheitern wird!
    Dennoch: Frischer Wind in alten Gemäuern und veralteten Strukturen
    täte gut. „Metropolregion Nürnberg“, „Denkmalstadt Fürth“ und
    „Wissenschaftsstadt Erlangen“ wären neben historischen Aspekten
    durchaus eine gute Grundlage für Nürnberg sich auf dem Gebiet der Museenslandschaften einen bedeutenderen und nachhaltigeren Ruf zu schaffen als dies im Moment z.B. mit einer Fahrer- (und Fahplan-) losen U-Bahn geschieht. Arbeitsplätze zu schaffen und Touristen anzulocken erscheint mir auf jeden Fall sinnvoller als Arbeitplätze weg
    zu rationalisieren (auch wenn die bestriiten wird) und Touristen zu
    verkrämen.

  5. Es wird viel über die Nürnberger Museumslandschaft geschrieben, doch leider wissen viele Nürnberger Bürger nicht, welche Schätze in verschiedensten Depots verborgen sind.

    Vieles der Nürberger Stadtgeschichte schlummert in den verschiedensten Kellern und bleibt somit verborgen.

    Ich weiß von was ich schreibe. 250 m2 für ein Museumsdachboden hört sich gut an, doch wenn man die Nürnberger Stadtgeschíchte (Feuerwehrgeschichte) sieht können wir in einem Dachboden nicht dass zeigen, was die Bürger (vor allem Kinder) sehen wollen. Unsere Fahrezeuge (MAN, FAUN) und Großexponate wie Handdruckspritzen, Leitern und Feuerwehrrequisiten (Justuns Christian Braun, andere Nürnberger Feuerwehrgerätehersteller, Rot- und Zirckelschmiede) schlummern in Depots und können nicht ausgestellt bzw. gezeigt werden.

    Es gibt noch viele andere Interssengruppen die das gleiche Problem haben. Vielleicht besteht irgendwann die Möglichkeit, diese Gruppen zusammenzuführen und eine umfassende Ausstellung zu ermöglichen. Unter einem Dach könnte man die Nürnberger Stadtgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich machen (z.b. Feuerwehr, Abfallwirtschaft, Stadtentwässerung, VAG, Straßenbahnfreunde, Garnisonsmuseum, Stadtarchiv mit Wechselaustellungen, Altstadtfreunde usw.)

  6. Man muss ja nicht gleich wieder Unsummen ausgeben, sondern man
    kann ja mit bereits vorhanden Dingen, die irgendwo vor sich hin stauben, z. B. in Vorhallen von viel frequentierten Gebäuden ausstellen.

  7. In Zeiten leerer Kassen braucht es nicht unbedingt ein weiteres Museum. Die vorhandenen Museen mit teilweise wechselnden Sonderausstellungen haben vieles zu bieten.

  8. Meine Meinung ist: Wir brauchen kein neues Museum. Die Stadt hat kein Geld für Kinder, für Jugendliche, für Schüler und Schulen, für das Krankenhaus, für Straßenausbesserungsarbeiten und, und….
    Das Neue Museum kann man schließen, den Inhalt auf den Müll werfen und dafür eine Schule oder Begegnungsstätten für Kinder und Jugendliche machen. Das wäre Kultur. Vielleicht gäbe es dann auch weniger jugendliche Komasäufer und Kriminelle. Solange die Stadt Geld für neue Museen und zur sanierung von Hitlerdenkmälern, wie die Zeppelintribüne (70 000 000,-€), hat, brauchen die Verantwortlichen nicht jammern, dass kein Geld in der Kasse ist. Wer so mit den Steuergeldern umgeht, ist vollkommen verantwortungslos oder ist nicht von dieser Welt.

  9. Zu viele Museen verwässern sozusagen den Blick auf das Wesentliche.
    Man sollte sich eher überlegen, wie man die vorhandenen „Schätze“
    abwechslungsreicher und attraktiver darstellt bzw. in die vorhandenen Häuser integriert. Das für mich „monströse“ Germanische Nationalmuseum hätte frischen Wind mit historischen Kunstschätzen dringend nötig. Und die Designabteilung im Neuen Museum hat hoffentlich ihr Schattendasein bald hinter sich……

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