Problempatient Krankenhaus: Doktor, übernehmen Sie!

Die Pflegekräfte hetzen von Patient zu Patient, die Ärzte reden Fachchinesisch und haben auch keine Zeit für Übersetzungen, die Behandlungsmethoden erscheinen nicht nachvollziehbar, die Krankenschwester ist unfreundlich und auf das Klingeln reagiert niemand. Schlechtes über Krankenhäuser gibt es viel zu berichten. So berichtete die NZ über eine Familie, die im Klinikum Unglaubliches erlebte.

Doch andererseits sind da die massiven Sparzwänge, denen auch die Kliniken unterlegen sind. Das Personal steht massiv unter Druck, müsste sich im Dienst oft vierteilen, und der Lohn dafür ist eher gering. Auch Assistenzärzte verdienen – ihre Leistung und ihr Überstundenkonto dagegengerechnet – zu wenig. So gibt es neben den Negativgeschichten auch ebenso viel zu berichten über den aufopfernden Einsatz des Pflegepersonals und der Mediziner, über schöne Erlebnisse und nette Menschen.

Haben Sie auch – gute oder schlechte – Erfahrungen gesammelt? Oder gehören Sie vielleicht zum Personal und können aus Ihrer Perspektive über den Alltag in einem deutschen Krankenhaus berichten? Dann sind Sie hier genau richtig: Schreiben Sie, kommentieren Sie, diskutieren Sie.           kawa

2 Kommentare in “Problempatient Krankenhaus: Doktor, übernehmen Sie!

  1. Der Glaube, ein komplett staatliches Gesundheitssystem wäre sehr effizient, ist einfach nur naiv.

    Natürlich wären Reformen dringlich. Wichtig wäre z.B. auch eine Abrechnung der ambulanten Behandlungen über den Patienten mit anschließender – zumindest weitgehender – Erstattung durch die Krankenkasse. Dadurch würden die Kosten transparenter. Im Moment können die Patienten die Abrechnung gar nicht nachvollziehen.

  2. Nichts ist so krank wie das deutsche Gesundheitssystem. Die Kosten explodieren. Hunderte von Krankenkassen verbraten Unsummen in der Verwaltung. Die Pharmaindustrie stopft sich die Taschen voll. Spezialkliniken scheffeln Geld wie Heu. Und die Politik? Die schaut zu. Es wird Zeit für eine grundlegende Reform des Medizinwesens: Eine staatliche Krankenkasse für alle, die eine Grundversorgung abdeckt. Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze: Wer viel hat, soll auch ordentlich einzahlen. Staatliche Krankenhäuser, die nicht auf Profit aus sind, sondern bestenfalls kostendeckend arbeiten müssen. Und eine brutale Kostenbremse für die Industrie mit Hilfe internationaler Preisvergleiche.

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