Soll der Neptunbrunnen auf den Hauptmarkt?

neptunbrunnenNürnbergs Plätze können eine Aufwertung vertragen. Ein CSU-Stadtrat hat jetzt vorgeschlagen, den Neptunbrunnen, der im Stadtpark steht, auf den Hauptmarkt zu stellen. Ob das gut ist oder nicht – darüber herrschen auch in der NZ-Lokalredaktion unterschiedliche Ansichten.

Pro: Die Menschen lieben Brunnen-Wasser. Sie wollen an heißen Tagen ihre Finger kühlen, sie wollen sich zum Eisessen hinsetzen und dem Plätschern zuhören, sie wollen den Kindern zusehen, die beim Plantschen einen Riesenspaß haben. Für die steinerne Atmosphäre auf dem Hauptmarkt wäre der Neptunbrunnen auf jeden Fall ein Gewinn. Wohin setzen wir uns, wenn wir durch Italiens herrliche Städte flanieren und eine Pause brauchen? An einen Brunnen! Wollen wir diese Freude nicht auch den Touristen machen, die durch unsere Altstadt spazieren? Auch unsere fränkischen Sommer sind schließlich ganz schön heiß. Natürlich würde es die Stadt viel Geld kosten, wenn der Neptunbrunnen dorthin verfrachtet würde, wo er nach Wunsch des Stifters hingehört. Aber wenn es darum geht, ihre Heimat zu hegen und zu pflegen, sind die Nürnberger bekanntermaßen großzügig. Sie würden bestimmt den einen oder anderen Euro springen lassen, um der guten Stube der Stadt – so wird der Hauptmarkt ja gerne bezeichnet – zu einer neuen, alten Attraktion zu verhelfen. Gabi Seitz

Contra: Außer dem, was grünt und blüht, hat der Nürnberger Stadtpark nicht sehr viel zu bieten – mit dem grünen Herzen von Fürth beispielsweise kann er schon gar nicht konkurrieren. Der Neptunbrunnen bringt eine wunderbare Mischung von Skulpturenkunst und Wasserspiel in die sonst eher langweilige Grünanlage. Sein Grünspan-Grün beißt sich keinesfalls mit dem Grün der Vegetation drumherum, sondern fügt ihr einen weiteren Farbton hinzu, der das Gesamtbild belebt. Auch Stadtpark-Besucher lechzen im Sommer nach Erfrischung und Abkühlung. Außer dem Neptunbrunnen finden sie in dem Park kaum andere Gelegenheiten dazu. Mag sein, dass der Brunnen von manchen Vierbeinern (oder eher ihren unvernünftigen Frauchen/Herrchen) als Hundeklo missbraucht wird. Doch das ist kein Argument, ihn in die Innenstadt zu verpflanzen, wo es schon genügend Brunnen gibt. Und wenn man es denn täte: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld, auch noch für Ersatz im Stadtpark zu sorgen? Die Stadt bestimmt nicht! Ute Wolf

Unsere Leserfrage lautet daher: Soll der Neptunbrunnen wieder auf den Hauptmarkt? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

In der vergangenen Woche fragten wir:Denken Sie über einen Kirchen­austritt nach? Mit Ja antworteten 28,1 Prozent, mit Nein 71,9 Prozent.

161 Kommentare in “Soll der Neptunbrunnen auf den Hauptmarkt?

  1. Im Vergleich mit anderen großen Städten, Berlin, München, Düsseldorf, ja sogar Frankfurt fällt Nürnberg durch seine Lustfeindlichkeit, Kleinkariertheit und Engstirnigkeit richtig ab. Dabei hätte diese Stadt doch soviel Potenzial.
    Warum nur stößt hier jede Idee mit Esprit fast schon reflexartig immer sofort auf provinziell kleinkarierte Bedenken? Mir scheint, das eigentliche Problem von Nürnberg ist der phantasielose Pragmatismus mit dem diese Stadt regiert wird. Die hier diskutierten Äußerungen von Politikern, sind sprachlich und inhaltlich nur noch unterirdisch.

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