Sollen Parks nachts geschlossen werden?

Anlieger von Grünflächen und Spielplätzen haben es oftmals in der Nacht schwer, ihre Ruhe zu finden, weil die freien Flächen Sammlungspunkte für Jugendliche sind. Dabei sind nicht nächtliche Gespräche das Problem, sondern lautstarke Aktionen mit musikalischer Begleitung. Die Klagen beim städtischen Beschwerdetelefon über massive nächtliche Ruhestörungen nehmen jedenfalls zu. Bürgermeister Horst Förther überlegt derzeit, ob die Stadt nicht ein Aufenthaltsverbot für Grünflächen und Spielplätze zwischen 23 und sechs Uhr einführen soll.

Mit diesem Verbot hätte es die Polizei wesentlich leichter, mit einem Platzverbot gegen Ruhestörer vorzugehen. Derzeit ist es nicht möglich. Förther geht es dabei nicht um eine kleinliche Vorschrift, sondern um eine klare Regelung, wenn sich Ruhestörer nicht einsichtig zeigen.
Auf der anderen Seit wirkt ein solches Aufenthaltsverbot provinziell und einer Großstadt nicht angemessen. Was nützen auch Regelungen, die nur schwer zu kontrollieren sind?
Wir wollen in unserer Leserfrage diese Woche von Ihnen wissen: Nächtliche Sperrung für Parks und Spielplätze? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Haben Sie Verständnis für den Ärztestreik? Mit Ja antworteten 43,3 Prozent, mit Nein 56,7 Prozent.

11 Kommentare in “Sollen Parks nachts geschlossen werden?

  1. Ich persönlich befürworte diese Idee. Ich selbst bin noch sehr jung (23 J.), fühle mich aber auch immer mehr in Nürnberg durch das Verhalten der Mehrheit von Jugendlichen belästigt. Ich bin schockiert, wie die meisten JJugendlichen heutzutage immer respektloser werden. Ich kann das alles nicht glauben, zumal meine eigene Jugend auch noch nicht so lange zurück liegt. Ich habe mich niemals so verhalten. Der Großteil der Jugend verkommt immer mehr…

    Ich selbst gehe auch gerne in der Dunkelheit durch Parks und unternehme dort romantische Spaziergänge mit meinen Mann, aber ich könnte darauf genauso gut verzichten. Ich kann die Gefühle der Anwohner in Parknähe verstehen. Leider gibt es eben nicht nur verliebte Pärchen oder ähnliches, die in aller Ruhe durch den Park schlendern. In Parks findet man immer mehr zerbrochene Alkoholflaschen. Das ist sehr gefährlich. Ich vermute mal, dass es eben vor allem in der Nacht zu Eskalationen, ausgelöst durch Alkohol, kommt.

    Es genügt doch, wenn man bis kurz vor 23.00 Uhr durch Parks gehen kann. Und wenn man doch später durch die Natur schlendern möchte, kann man dazu doch in Waldstücke, etc. gehen.

  2. Das ist doch nun wirklich eine „Schnapsidee“ (um mal im üblichen Sprachgebrauch der Nürnberger SPD zu bleiben).
    Wenn der Zaun dann schon mal steht kann der Kämmerer ja gleich noch tagsüber Eintrittsgeld kassieren lassen um seinen klammen Pleitehaushalt nachzufüttern…

  3. @vuvuzela
    Wenn wir nachts die Parks absperren wollen, könnte man doch mit der Wöhrder Wiese gleich beginnen und müssen umgehend den lärmenden Fußballfans mit und ohne Vuvuzelas z. B. auch das lärmende Nutzen öffentlicher Straßén verbieten.
    Oder beanspruchen Fußballfans Sonderrechte?

  4. komische Diskussion,

    ich kenne die Situation in Regensburg und Kopenhagen – hier werden fast alle Parkanlagen nachts abgesperrt. Das hat zum Teil auch mit Vandalismus zu tun.
    Selbst in London kenne ich kleine Stadtteilparks die nachts abgeschlossen sind.
    Also Nürnberg – wenn die Situation mit den Parkanlagen im letztem Jahrtausend
    gut funktioniert hat dann war das beneidenswert, aber die Zeiten und das soziale Verhalten der ‚Bürger‘ ändern sich. Dies erfordert neue Maßnahmen wie das Absperren von öffentlichen Parkanlagen.

  5. Liebe(r) Menedemos,

    zur Sache lässt sich nichts hinzufügen – allerdings: Ihr letzter Absatz macht mich betroffen. Es ist m.E. geradezu die Aufgabe der Medien auf solche unsinnigen Forderungen aufmerksam zu machen. Und wie geht das besser als durch eine provokative Fragestellung?

    Nur so gelangt anscheinend »Belangloses« in den Focus der Aufmerksamkeit. Und dies bewirkt eines: Die Menschen beschäftigen sich damit; eine Kurzmeldung wäre wahrscheinlich überlesen worden.

    Und genau das ist damit geschehen. Freuen wir uns lieber, dass die Medien hier ihrem Auftrag als »4. Macht« tatsächlich nachkommen. Wäre dem nicht so, dann würde es der Stadtrat vielleicht einfach beschließen und dann wäre es einfach so.

    Nein, so leicht dürfen wir unsere Freiheit nicht aufgeben!!!

  6. Sie schreiben, ein solches Verbot wäre einer Großstadt eventuell unwürdig. Ich meine, dieses Verbot wäre sogar eines demokratischen Staatswesens unwürdig. Etwas derart Absurdes habe ich schon lange nicht mehr gelesen: Nur um einige Störenfriede effektiver vertreiben zu können, soll generell der Bevölkerung das Recht auf Freizügigkeit entzogen werden. Mit einer ähnlichen Argumentation könnte man auch den nächtlichen Autoverkehr verbieten, um Fahrten unter Alkoholeinfluss zu verhindern. Überdies hat die Polizei auch jetzt schon das Recht, Ruhestörern einen Platzverweis auszustellen. Ich habe übrigens an verschiedenen Plätzen und Parkanlagen gewohnt (teilweise nicht die vornehmsten), aber mit ein bisschen Toleranz und Langmut waren die Störungen doch meistens zu ertragen und dauerten kaum je länger als eine Stunde. Leute, die solche Verbotsforderungen aufstellen oder unterstützen, können es meiner Meinung nach doch nur nicht ertragen, dass im Gegensatz zu ihnen andere Menschen jung sind, ein bisschen Freude haben und im Freien einen lauschigen und geselligen Abend verleben. Missgunst dürfte das Hauptmotiv sein, auch wenn sich das die Befürworter natürlich selbst nicht eingestehen.
    Einem derart unsinnigen, ja faschistoiden Vorschlag durch eine Leserabstimmung auch noch ein Forum zu bieten, ist unerträglich. Deshalb bestelle ich morgen die NZ ab. Ein solches Blatt möchte ich nicht mehr in meinem Hause haben.

  7. Was für ein – mit Verlaub – absurder Vorschlag! Da werden ständig mehr Parks und Grünflächen gefordert, von Spielplätzen ganz zu schweigen. Und wenn sie dann genutzt werden, nicht von den eigenen Kindern und nicht nur als grüner Hintergrund für den heimelig aufgerüsteten Balkon, dann soll plötzlich die Polizei ran.

    Mal ehrlich – etwas Schöneres als lauschige Nächte im Park gibt es doch kaum, nicht nur für Jugendliche. Und so viele warme Sommerabende gibt es ja auch wieder nicht. Irgend eine Lärmquelle hat nun mal jeder vor dem Fenster, sei es Straßenbahn, Kneipe oder Frankenschnellweg. Da sind ein paar Menschen im Park ja wohl auch auszuhalten.

    Mal ganz davon abgesehen, dass Jugendliche – und auch jede Menge ach so erwachsene Ältere – Krach nicht nur in Grünanlagen, sondern auch auf der Straße machen. Warum also nicht gleich eine Ausgangssperre für alle? Die Nachtruhe rechtfertigt das doch sicherlich!

    Im Übrigen gehören die Parks der gesamten Öffentlichkeit, nicht nur den direkten Anwohnern.

    Also bitte: Den Ball mal schön flach und die Parks offen halten.

  8. Ein intelligenter Mensch sagte mal: Lasst doch der Jugend ihren Lauf! Hier handelt es sich um ein altes fränkisches Volkslied, welches in der Sammlung »Fränkische Volkslieder«, Dithfurth 1855, veröffentlicht ist.

    Genau an dieses Lied denke ich, wenn ich nun eine Forderung lesen muss, dass man Parks usw. nachts schließen soll. Völliger Blödsinn, meines Erachtens.

    Ach so! Dies ist kein Freibrief für irgendwelche Idioten, die meinen über sämtliche Stränge schlagen zu müssen. Nein – aber wir »Alten« sollten uns vielleicht auch mal daran erinnern, dass auch wir mal jung waren. Und vielleicht auch an den Generationen alten Spruch: Die heutige Jugend … . Was immer auch danach angefügt wurde.

    Nein – die heutige Jugend ist nicht besser – aber auch nicht schlechter als wir »Alten«.

    Exzesse ausgenommen: Freuen wir Alten uns lieber, wenn wir noch in der Lage sind Leben wahrzunehmen und daran teilzunehmen. Wenn wir nichts mehr hören, dann sind wir vielleicht 1,8 m tief.

    Also, lasst doch der Jugend ihren Lauf … !

    Vielleicht für empfindliche Seelen: ein bisschen leiser!

  9. Ein Problem ist ja auch, was ist Ruhestörung. Wir waren als Jugendliche hauptsächlich nahe am Sinnwellturm oder auf dem Albrecht Dürer Platz und haben dabei z. B. auch mit der Gitarre Musik gemacht. Und da offenbart sich gemäß des Merksatzes: Musik wird störend oft empfunden, da sie mit Geräusch verbunden, bereits ein großer Teil der Problematik. Und immer weitere Einschränkungen der Freiheit der Bürger ist sicher kein guter Weg.
    Und gerade der Teilsatz:damit es die Polizei leichter hat, zeigt eine Intention, die weder zu befürworten noch sinnvoll ist, genauso wie es über das „was jemand gefälligst einzusehen hat“, durchaus auch unterschiedliche Auffassungen geben kann. Alle klagen über die angeblich lückenlose Überwachung und dauernde Gängelung der Bürger in der DDR und viele wollen genau das in der BRD einführen.
    Genau in diese Richtung geht der Vorschlag, wobei interesant ist, dass man gleichzeitig die Zufluchtsstätten, wo die Jugendlichen so gebündelt zusammenkommen, wie es angeblich angestrebt wird schließen will. Genannt seien nur der Z Bau mit dem Zoom.
    Irgenwie geht das nicht auf.

  10. Es ist natürlich schade wenn der Aufenthalt in Parks so gestaltet ist, daß andere Leute belästigt werden. Denke ich an meine eigene Jugend zurück, so habe ich da ein paar sehr schöne Erinnerungen, an Stunden, als ich Nachts, separat sitzend , mit gerade kennengelernten Mädchen verbrachte.
    Wenn nächtliche Ruhestörungen aus Parks zum Problem werden, muß natürlich eine Beschränkung geschaffen werden. Leute brauchen die Nachtruhe. Nicht zuletzt weil sie arbeiten und Steuern zahlen, damit so ein Park überhaupt bestehen kann.

  11. Viel störender als der Lärm von Jugendlichen, die in den Parks wenigstens kanalisiert unterwegs sind, ist doch z. B. der Straßenlärm. Es ist klar, dass in einem Land, wo Niedersachsens Ministerpräsident für VW arbeitet und der Skitodesfahrer Althaus neuerdings für Magna, der Firma, der er Opel übergeben wollte, Autos vor Kindern stehen. Was allerdings passiert, wenn die Jugendlichen zukünftig statt in den Parks auf den Straßen und Bürgersteigen feiern, kann man schon erahnen. Ihre Geräusche sind störend und werden unterbunden, der viel lautere Autoverkehr ist allerdings gottgegeben und unterliegt daher dem besonderen Schutz der Parteien mid dem C, ist arbeistsplatzfördernd daher schützen ihn die Parteien mit dem S und die Hersteller verdienen an Autos auch etwas besser, als an Jugendlichen, was ihnen den Schutz auch dieser Partei sichert.
    Die Jugendlichen haben keine Lobby, aber dank Kürzungen von Schwarz Gelb für Eltern und Kinder löst sich das Problem ja wahrscheinlich auf natürliche Weise.

Kommentarfunktion geschlossen.