Soll das Stadion wieder Frankenstadion heißen?

Selbst der SC Freiburg, seit jeher der etwas alternative Verein, hat dem Mammon den Vorzug vor der Tradition gegeben und das Dreisamstadion in Badenova-Stadion umbenannt. Im Profifußball ist es mittlerweile üblich, dass die Klubs im Signal-Iduna-Park (Dortmund) oder in der Veltins-Arena (Schalke) kicken.

Zwölf der 18 Bundesligisten haben ihre Spielstätten nach Sponsoren benannt, nur wenige Profivereine stemmen sich wie Bremen (Weserstadion), Kaiserslautern (Fritz-Walter-Stadion) oder auch Zweitligist Cottbus (Stadion der Freundschaft) gegen den Trend. Es ist verständlich, dass die Fans mit einem Stadion, das Imtech-Arena (Hamburger SV) heißt, vielleicht wenig anfangen können; aber es kann doch eigentlich auch nicht in ihrem Interesse sein, dass Verein und Stadt in schwieriger Kassenlage auf viel Geld verzichten.

Die Stadt Nürnberg und der Club können Finanzspritzen durch den Namensgeber des easyCredit-Stadions jedenfalls gut gebrauchen. Heutzutage vielleicht sogar noch mehr als im Jahr 2006 – damals ging die Umbenennung des früheren Frankenstadions über die Bühne.
Mehr Rücksicht auf die Club-Fans

Andererseits: Müssen sich wirklich alle Bereiche des Fußballs der Macht der Sponsoren unterordnen? Und muss nicht auf die Meinung der Fans mehr Rücksicht genommen werden?

((Platzhalter))Der Verein Deutsche Sprache hat jedenfalls innerhalb weniger Wochen 2000 Protestunterschriften gegen den Namen easyCredit-Stadion zusammenbekommen. Das scheint ein deutliches Zeichen zu sein, dass die fränkischen Fußballfreunde einen Namen für ihr Stadion haben wollen, der wieder mehr mit der Noris und dem Club zu tun hat. Wir wollen in unserer Leserfrage daher von Ihnen wissen: Soll das Stadion wieder Frankenstadion heißen? Oder haben Sie vielleicht einen besseren Namen?

Diskutieren Sie mit in unserem Debattenblog „Senf dazu!“. Über die Frage abstimmen können Sie bei NZ-Online.de.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Landen Verdächtige zu schnell in U-Haft? Mit Ja antworteten 40,3 Prozent, mit Nein 59,7 Prozent.

13 Kommentare in “Soll das Stadion wieder Frankenstadion heißen?

  1. Ich gehe nur ins Frankenstation oder zum Clubb. Was die für einen Namen draufschreiben interessiert mich nur in soweit, in dem ich diese Firma meide!

    Eigentlich könnte die ja auch noch die Eckfahnen, den Toren, dem Mittelkreis und den Strafräumen verklopfen.

    Das würde sich dann vielleicht so anhören, Anstoß im E-C Stadion, die Spieler Hans und Franz befinden sich im „MacM“-Kreis und spielen den Ball gleich weit nach vorne in den „Möbel Fritz“-Raum, Spieler Z schießt auf das „Bäckerei Meyer“ Tor, der Torwart kann den Ball Richtung „Zaunpfosten Werner“ abwehren.
    Der Eckstoß aus Richtung „Zaunpfosten Werner“ kommt scharf in den 5m Raum, äh, wie heißt der heute? Metzerei Bradworsch Zipfel, oder Döner Ali Raum?

    Machtnix, jedenfalls ging der Ball ins „Bäckerei Meyer“ Tor. Der Clubb führt 1:0 und ich gehe jetzt ins Bett!

    Wäre das nicht lustig???

  2. In welcher Zeit leben wir eigentlich? Alles und jeder glaubt, wenn
    er englische Ausdrücke verwendet, dann ist er der ganz Grosse!?
    Wir haben eine der schönsten Sprache der Welt – und müssen
    sie mit albernen Wortemn kaputt machen.
    DAS Stadion soll, und kann, nur FRANKEN – STADION heißen!!!
    Also, wir gehen wieder in das Franken-Stadion.

  3. @mitropa #9

    Volle Zustimmung zur Finanzsituation im Profifußball.
    Leider sehen das offenbar aber viele nicht so kritisch – für viele ist Fußball eine Art Heiligtum.
    Deshalb traut sich die Politik auch nicht, da mal klaren Tisch zu machen.

  4. Die Vereine könnten die Gehälter gar nicht zahlen, würde nicht jeder Besitzer eines Radios oder Fernsehers durch die Zwangsabgabe Rundfunkgebühr zur Kostendeckung herangezogen, ob er will oder nicht, würde nicht die Polizei kostenlos zur Verfügung stehen, im Gegensatz dazu, wenn ein Bürger die Polizei zur Hilfe holt und würden ihnen nicht die Stadien zu günstigen Bedingungen überlassen. Wer mehrstellige Millionenbeträge für das Abwerben seiner Mitarbeiter bei der Konkurrenz bezahlen kann, auch wenn es legal ist, sollte auch wie jedes andere Unternehmen und jeder Bürger die von ihm genutzte Infrastruktur bezahlen. Da Fußball aber als Gladiatorenspiele der Neuzeit das Volk einlullen soll, wird weiterhin der Steuer- und Gebührenzahler den Fußball finanzieren. Daher muß man akzeptieren, wenn Stätde Werbepartner suchen um den Steuer-/Gebührenzahler wenigstens etwas entlasten. Das ändert aber nichts daran, dass die Eigentümer der Stadien die Werbepartner aussuchen. Nürnbergs Stadtrat hat da, wie leider so oft, mit dem Stadionnamen kein glückliches Händchen gezeigt.
    Übrigens gibt es durchaus Stadien, außer den im Artikel bereits genannten, die nicht nach Werbepartnern heißen, sei es das Wildparkstadion in Karlsruhe, der Aachener Tivoli oder das Erzgebirgsstadion in Aue. Es geht also offenbar auch so.

  5. Natürlich sind diese Werbenamen nicht besonders schön. Wenn aber die Vereine für ihre (oft mehr oder weniger müden) Kicker derart hohe Gehälter glauben zahlen zu müssen und dadurch die Finanzen knapp sind, dann gibt es wohl keine Alternativen.

  6. Das war schon immer das Frankenstation – auch jetzt isses das „ehemalige Frankenstation“ – also ‚back to the roots…‘.

  7. Sind wir doch mal Ehrlich…

    Ja, Sponsorennamen für Stadien sind besch…eiden. Die Alternative ist aber, dass wir Steuerzahler die laufenden Kosten fürs Stadion mitbezuschussen. Vom Geld fürs Stadion sieht der Glubb keinen Cent das geht direkt an den Betreiber (Hochtief). Die Alternative wäre, dass die Stadt wieder das Stadion betreibt und noch mehr Schulden anhäuft als sie eh schon hat.

    So blöd die Geschichte auch ist aber leider wohl unumgänglich.

  8. Es mag sein, dass die Einnahmen notwendig sind, aber dann sollte man doch einen Werbepartner finden, dessen Produkt einen heimischen Bezug hat und vor allem für uns arme Franken auch aussprechbar ist. Norisbankarena wäre zum Beispiel noch einigermaßen o.k. gewesen. Als ich vor einigen jahren mal einen Werbebrief für „easy credit“ bekam, habe ich die Firma aufgefordert, mich aus dem Verteiler zu nehmen, da ich nicht an diese unsinnige Stadiumsbenennung erinnert werden möchte.

    Frankenstadion wäre schön, genauso Max-Morlock-Arena, wenn es Deine größere Finanzlücken reisst. Aber viellicht spart man woanders ?

    Thomas Hegenauer

  9. Die „Finanznot“ der Vereine als Grund für den Verkauf von Namensrechten an Stadien zu nennen, ist nicht gerechtfertigt. Ein Stadion ist Heimat der Fans und soll auch einen entsprechenden Namen tragen. Frankenstadion oder auch Max-Morlock-Arena hätten einen weit besseren Stallgeruch als irgendwelche Firmenverklausulierungen. Denn wenn der Sponsorenvertrag endet (wie auch immer), bekäme der Austragungsort ja wieder eine andere Bezeichnung: „Metzgerei-Meyer-Stadion“ oder „Türen-Fenster-Treppen-Bergmann-Arena“ machen auch keinen Spaß.

    Sorgt wieder für einen Franken-trächtigen Namen, bitte. Man muss nicht alles zu Geld machen. Am Ende heißt dann ein neuer Stürmerstar im Sinne des Transfer-Sponsors vielleicht auch „Immobilien-Schmitt-Ronaldo“? Armer Rundfunk-Kommentator…

    Wenn (Fussball-)Sport so werbeattraktiv ist, muss dabei genug Geld übrig bleiben, dass man auf solche Eskapaden verzichten kann. Wenn nicht, muss halt an Spielergehältern oder Transferausgaben gespart werden.

    udalrich
    Clubfan seit 41 Jahren

  10. Die Kölner haben es mit Rhein-Energie Stadion auch ganz gut erwischt.
    In Nürnberg würde sich ja Norisbank-Stadion wirklich anbieten, damit könnte man deutlich besser leben als mit dem bisherigen Zustand.

  11. Badenova Stadion im Herzen Badens ist zwar auch Werbung, aber regionalverträglich.
    Spannender wird es für einen Franken schon, wenn das Ostseestadion in DKB Arena umbenannt wird. Da werden schon Bezüge zu der im fränkischen und sächsischen gleichlautenden politischen Partei assoziiert.
    Ich fände es auch richtig, wenn das Nürnberger Stadion nicht nur zeitweilig auf Veranlassung des Weltfußballverbandes zu Weltmeisterschaften und bei der Bahn Frankenstadion hieße, sondern allgemein.
    Wenn man schon aus Finanzgründen Sponsoren braucht, sollte man sie dann wenigstens entsprechend aussuchen. So finde ich die Benennung der Eissporthalle als Arena Nürnberger Versicherung als durchaus angemessenen Kompromiß. Warum allerdings das Frankenstadion einen englischen Namen haben muß, ist mir schleierhaft, wobei mir allerdings schon schleierhaft ist, warum eine deutsche Kreditbank nicht auch selbst einen deutschen Namen tragen kann, aber das ist bereits wieder ein anderes Thema.

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