Denkpause für große Verkehrsprojekte?

urn:newsml:dpa.com:20090101:100901-99-02095In Stuttgart erlebt die Politik gerade, was es heißt, an alten Projekten festzuhalten und die Stimmung in der Bevölkerung zu ignorieren. Doch auch wenn „Stuttgart 21“ vielleicht eine Nummer größer ist, auch in Franken gibt es ehrgeizige und Millionen verschlingende Projekte, die auf ihre Realisierung warten.

Da ist beispielsweise der Ausbau des Frankenschnellwegs. Ursprünglich wurden die Kosten dafür für auf 260 Millionen Euro geschätzt, inzwischen geht man von knapp 400 Millionen aus. Doch nicht nur das. Zum Zeitpunkt der Planung ging es nicht nur den Kommunen finanziell besser, auch Staat und Freistaat hatten genügend Mittel, so dass es galt, diese in die Region zu ziehen und nicht zuzusehen, wie sie anderenorts verbaut werden.

„Stuttgart 21“ hat jedoch gezeigt, dass die Bürger mittlerweile solche lokalen Egoismen aufgegeben haben. Anders als viele Lokalpolitiker haben sie erkannt, dass die Kosten für solche Prestigeprojekte irgendwo wieder hereingeholt werden. Gleichzeitig herrscht auch eine generelle Bereitschaft, auf manches zu verzichten – zumal da, wo sich der Sinn manches Projektes mittlerweile nicht mehr so ganz erschließt.

In Nürnberg hat man bereits vor den Protesten in Stuttgart bei einem anderen Bauvorhaben die Bremse gezogen. Bei der „Nordspange“ am Flughafen wurde eine Denkpause eingelegt. Bei anderen Vorhaben — bei besagtem Frankenschnellweg, aber auch beim Ausbau von U- und S-Bahnen — macht man dagegen unbeirrt weiter. Wir wollen daher in unserer Leserfrage von Ihnen wissen: „Denkpause für alle großen Verkehrsprojekte?“

Abstimmen können Sie hier.

In unserer letzten Leserfrage wollten wir wissen: Sollen die Hartz-IV-Regelsätze erhöht werden? Mit Ja antworteten 26,6 Prozent, mit Nein 73,4 Prozent.

22 Kommentare in “Denkpause für große Verkehrsprojekte?

  1. Unsere Vorfahren hatten weniger Furcht, sonst hätten sie die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth nicht gebaut. Es würde keinen Durchgangsbahnhof von Hamburg/Frankfurt über Nürnberg nach München geben. Wer will auf den Flughafen München FJS verzichten und in Frankfurt starten die ehemaligen Demonstranten von der Startbahn-West. Mit dem RMD-Kanal haben wir in Nürnberg einen Hafen mit neuen Arbeitsplätzen erhalten. Denken wir für unsere Jugend an Ökonomie und Ökologie.

  2. Das mit den Staatsschulden sehe ich auch so.
    Aber immerhin ist nach einer Währungsreform die Infrastruktur noch vorhanden…

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