Haben Sie Verständnis für den Streik bei der VAG?

nas-nz-2009-02-00071Sie hatte einen monatelangen Arbeitskampf angekündigt, doch jetzt ist der Streik erst einmal vorbei: Das Landesarbeitsgericht hat den Ausstand, zu dem die Gewerkschaft der Lokomotiv-Führer (GDL) ihre Mitglieder aufgerufen hatte, für unrechtmäßig erklärt und gestoppt. Zumindest in Nürnberg fahren die öffentlichen Verkehrsmittel seit diesem Wochenende wieder in ihrem normalen Takt. Auch wenn der Notfall-Fahrplan der VAG recht gut funktionierte, ist das für die Fahrgäste doch eine Erleichterung. Denn das Gedränge in Bussen und Bahnen war groß und die Wartezeiten an den Haltestellen um einiges länger als sonst.

Die GDL, die in Bayern etwa 1000 Mitglieder hat, fordert für die Fahrer im öffentlichen Nahverkehr unter anderem fünf Prozent mehr Lohn und einen finanziellen Ausgleich für dienstplanbedingte überlange Pausen. Ver.di, die große Konkurrenzgewerkschaft, hat sich mit den Arbeitgebern schon geeinigt. Der Abschluss sieht bis zum Jahr 2012 eine Lohnerhöhung von 3,5 Prozent in zwei Schritten vor sowie eine einmalige Zahlung von 240 Euro. Der kleinen GDL reicht das nicht. Deshalb hat sie zum Streik aufgerufen. Kritiker werfen ihr vor, dass es ihr vor allem um einen Machtkampf mit ver.di geht. Dass sie nur die Muskeln spielen lassen will, um ver.di-Mitglieder auf ihre Seite zu ziehen.

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Haben Sie Verständnis für den Streik bei der VAG? Diskutieren Sie mit und geben Sie Ihr Votum bitte unter www.nz.de ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll die Burka verboten werden? Mit Ja antworteten 86,6 Prozent, mit Nein 13,4 Prozent.

gs

3 Kommentare in “Haben Sie Verständnis für den Streik bei der VAG?

  1. @1 auch die Fahrerlose U Bahn fährt nicht, wenn Überwachungspersonal und Stellwerker streiken.
    Tatsächlich Personal könnte man allerdings sparen, wenn man die zahlreichen Omnibuslinien ab Thon oder diew Zabo Busse durch viel leistungsfähigere und damit weniger personalaufwendige Straßenbahnen ersetzt. Der Zuwachs an Fahrgästen würde ein übriges dazu tun, die Relation aus Kosten und Einnahmen zu verbessern.

  2. Die Tragik liegt in der Zersplitterung der Gewerkschaften. Wenn für eine Interessengruppe mehrere Gewerkschaften zuständig sind und sie daraus ein paar hundert Mitglieder hat, ist sie noch lange nicht „die Gewerkschaft“. Denn wenn jede einzeln einen Streik durchsetzt, ist das Chaos perfekt und trifft auf wenig allgemeines Verständnis. Im Grunde aber sind die Forderungen der Arbeitnehmer berechtigt, anständige Bezahlung für einen guten Job! Streik macht nur da Sinn wo es auch weh tut. Über die Streikenden im Allgemeinen zu meckern wäre daher ungerecht, da jede Branche bei Lohnforderungen an die Reihe kommt. Augenommen Politiker und Manager, die sich das Geld gegenseitig hinten rein schieben.

  3. Früher wollten viele Buben Lokführer werden, weil es ein anerkannter Beruf war. Aber solche Streikhansel können jedem die Lust vermiesen. Weiter moderne Systeme wie die fahrerlose U-Bahn entwickeln, dann sparen sich die Sterikhansel selbst ein!

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