Wo soll der Neptunbrunnen stehen?

nas-nz-2007-04-00481Ein barockes Meisterwerk sorgt für einen heftigen Streit in der Stadt: Eine Gruppe engagierter Bürger um CSU-Stadtrat Joachim C. Thiel möchte, dass der Neptunbrunnen wieder auf den Hauptmarkt zurückkommt, wo er bereits zwischen 1902 und 1934 seinen Standort hatte.

Als Architekturbrunnen gehört das Kunstwerk in ein städtisches Umfeld und nicht in den Stadtpark, meinen Thiel und seine Mitstreiter. Zudem würde damit die Stadt auch ihre Verpflichtung gegenüber Ludwig Gerngros einhalten. Der Kaufmann hatte den Brunnen finanziert und nur eine Bedingung an seine großzügige Gabe geknüpft: Dass das Bauwerk auf dem Hauptmarkt stehen muss. Da die Nazis den Hauptmarkt als Aufmarschplatz brauchten und ihnen die jüdische Herkunft des Stifters ein Dorn im Auge war, ließen sie ihn 1934 entfernen.

Die Gegner der Brunnenverlegung – darunter Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und Wirtschaftsreferent Roland Fleck (CSU) – argumentieren, dass der Brunnen mit dem Christkindlesmarkt nicht zu vereinbaren sei. Zudem halten sie die Rückverlegung angesichts der schwierigen Haushaltslage für nicht finanzierbar. Und auch viele Maxfelder wollen ihren Brunnen im Stadtpark, wo er seit 1962 steht, behalten.

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42 Kommentare in “Wo soll der Neptunbrunnen stehen?

  1. Also Leute, wenn man etwas geschenkt bekommt, dann sollte man dankbar sein. Noch dazu, wenn es sich wie im Falle des Neptun- brunnens um eine spendenfinanzierte Aktion dieses Vereins handelt und damit weder Stadt noch deren Bürger sprich Steuerzahler belastet werden.
    Der Hauptmarkt als geplanter Standort wird reicher und schöner, besonders die häßliche Südseite, welche man schon als Schandfleck bezeichnen kann. Für das Marktamt ergibt sich die einmalige Chance, den grünen Markt vom Grundriß neu zu gestalten oder auch über die Brautkehre hinaus bis zum zur Renovierung anstehenden Obstmarkt zu verlängern. Auch der Christkindelsmarkt gewinnt durch eine Auflockerung des starren und beengten Gassensystems der Gegenwart. Hinzu kommt ein Platzgewinn von über 1.000m² durch den Wegfall des Taxistands – Platz, der auch für die Weihnachtsbuden genutzt werden kann. Vielleicht stört dann der häßliche Anblick von diesem Fast-Foof-Restaurant nicht mehr!?!
    Letztlich ist auch lobenswert, dass dieser Neptun-Verein erklärt hat, sich auch für einen Ersatzbrunnen im Stadtpark stark zu machen, da das aktuelle Becken dort wohl stehen bleibt. Was will man mehr? Dort angagieren sich Bürger unserer Stadt ehrenamtlich und weitsichtig zum Wohle unserer Stadt. Das verlangt Respekt und Hochachtung!

  2. Was soll eigentlich immer die Polemik. Tatsache ist und da kann man zu den Nazis stehen wie man will, der Neptunbrunnen wurde von ihnen vom Hauptmarkt in den Sichtbereich des braunen Hauses verlegt, also nicht ins Nirrwana abgeschoben. Erst die U Bahn und Frankenschnellwegspartei SPD verlegte ihn im Rahmen der autogerechten Stadt in den Stadtpark, da dort eine leere Brunnenschale stand. Das heißt der Brunnen ist im Stadtrpark nicht einmal original aufbebaut.
    Was die Grünen gegen die Rückverlegung haben ist mir schleierhaft, ist er doch direkt ein Brunnen der „Schwerter zu Brunnenfiguren“ und des jüdischen Erbes dieser Stadt.
    Das Gerücht mit dem Markt ist nachweislich falsch, außerdem steht der Obstmarkt zur Neupflasterung an, warum richtet man nicht auch einen Teil des Marktes wieder dort ein.
    Es gibt also kein Argument für den Neptun Brunnen im Stadtpark, außer dem, dass er nun doch schon lange dort steht. Wenn es so weitergeht sind Nürnbergs Politiker bald stolz, dass die Kopie immerhin nicht verkauft wurde, und heften sich dafür Orden an, am besten in offenbar guter Tradition bei einer feierlichen Verleihung am Hauptmarkt. Aber sie können sicher sein, dass dazu nicht soviele Bürger kommen, dass sie wegen des Neptun Brunnens keinen Platz mehr fänden.

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