Soll der Wöhrder See erhalten werden?

e-nn-ha-20101005_170021-2Eine Pracht ist er nicht: Der Wöhrder See muffelt im Sommer, wenn die Algen im Wasser wuchern, die Wege rundherum sind am Wochenende voll wie die Autobahnen – Radler, Jogger, Spaziergänger, Skater, Kinderwagen-Schieber, Hunde-Ausführer teilen sich nicht immer gerade rücksichtsvoll die schmalen Spuren. Sitzgelegenheiten gibt es kaum, das Café am Wastl ist wegen der Bauarbeiten am Seniorenheim geschlossen und der Biergarten, der im Sommer am Fuße des Norikus steht, auch kein attraktiver Ort zum Verweilen.

Aber bei allen Schönheitsfehlern: Dieser See wird geliebt. Wer im Osten der Stadt wohnt, weiß seine Qualitäten zu schätzen. Raus aus dem Haus, rein ins Grüne. Vor allem morgens ist der See eine Idylle, wenn die Nebelschwaden noch tief hängen und die Wasservögel träge ihre Runden ziehen. Da fühlt sich der Alltag sehr nach Urlaub an.

Für das Wasserwirtschaftsamt ist der See allerdings längst zum Problemfall geworden. Nicht nur wegen der alljährlichen Algenplage, sondern auch wegen des Sands, der regelmäßig mit viel Aufwand weggebaggert werden muss. Nach Experten-Schätzung wird der See in 30 Jahren komplett verlandet sein. Kürzlich hat das Amt deshalb ein Konzept vorgestellt, wie der See gerettet, die Uferbereiche verschönert und die Aufenthaltsqualität für Mensch und Tier verbessert werden könnten. Der Bund Naturschutz hingegen möchte dem Lauf der Natur keinen Einhalt gebieten, den See lieber zurückzubauen und eine Auenlandschaft entstehen lassen.

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Soll der Wöhrder See erhalten werden? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Haben Sie Verständnis für den Streik bei der VAG? Mit Ja antworteten 26,3 Prozent, mit Nein 73,7 Prozent. gs

6 Kommentare in “Soll der Wöhrder See erhalten werden?

  1. Nein, Alex.
    Der See wird nicht als Parkplatz zubetoniert.
    Die Kommunen sind klamm.
    Naherholung und Denkmalschutz werden eingespart.
    Der See wird wie der Milchhof, beide in zentraler Lage am Hauptbahnhof, an Doblingers DIBAG verscherbelt.

    http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nuernberg-region/milchhof-ist-fast-komplett-1.276142

    Gegenleistung:
    Eine Altentagesstätte, ein Springbrunnen mit 100m² Grünflaeche.
    In diesen Räumen veranstaltet Doblinger dann jährlich das Fränkische Oktoberfest mit lokalen Parteispitzen.

    Oder ein feines Essen mit dem OB:
    http://www.bkz-online.de/node/218563

  2. Es städtischer Badesee sollte daraus geschaffen werden. Das würde Nürnberg echt aufwerten. Wo gibt es hier denn sonst einen Badesee der in kurzer Zeit erreicht werden kann?

  3. Der Nutzen des Sees als Hochwasserschutz oder Reservoir ist doch sehr fraglich. Dafür ist er viel zu klein. Er kann doch eine Hochwasserwelle allenfalls leicht verzögern.
    Ob der Freizeitwert des Sees so viel größer ist als einer schönen Park- und Auenlandschaft (à la Englischer Garten), wage ich auch zu bezweifeln.

  4. Was ist denn das überhaupt für eine Frage :“Soll der Wöhrdersee erhalten bleiben“ ? Er ist DAS Naherholungsgebiet im Zentrum der Stadt.
    Es werden in der Stadt keine Bäume mehr nachgepflanzt, dann kann man wohl auch gleich den See zubetonieren und einen Parkplatz draus machen.
    Ab und zu muss halt auch mal Geld in die Hand genommen werden um „Wartungen“ an dem Wasserreservoir und der Hochwasseschutzzone vorzunehmen.
    Der Wöhrder See ist künstlich geschaffen und wird immer wieder ausgebaggert werden müssen.

    Für die Stadt wäre es zu schade, wenn man dies aufgeben würde.

  5. Das Geschiebe der Pegnitz muss ohnehin irgendwo ausgebaggert werden, wenn nicht im Wöhrder See dann doch spätestens im Rhein-Main-Donaukanal. Warum also nicht den Wöhrder See weiter als Pegnitz-Sandfang nutzen, der dann regelmäßig ausgebaggert wird. Die Kosten hierfür könnten wahrscheinlich leicht durch einige kleine Flußkraftzwerke mit neuer Technik eingespielt werden, die auch bei wenig Gefälle ökonomisch arbeiten.

    Da das Geschiebe der Pegnitz weniger aus Kies als aus schlammartigem Sand besteht wäre dies auch für die Fortpflanzung vieler Fischarten flussabwärts von Vorteil.

  6. Falls man den See nicht in den Griff bekommt, sollte man wirklich wieder eine Auenlandschaft wachsen lassen.

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