Soll Alkohol in Bussen und Bahnen verboten werden?

42372915Seit Monaten wird immer wieder über ein Ess- und Trinkverbot in Bussen und Bahnen diskutiert. Die VAG hat dazu im Sommer eine repräsentative Umfrage unter ihren Fahrgästen durchgeführt und feststellen müssen, dass Essen und Trinken bei der Mängelliste nicht an erster Stelle stehen. Wohl aber der Alkohol. 77 Prozent der befragten Fahrgäste sehen es negativ, wenn in Bussen und Bahnen Alkohol getrunken wird. Die VAG plant deshalb ein Alkoholverbot zum 1. Januar einzuzuführen. Sie verweist dabei auf gute Erfahrungen mit einem Verbot in Bamberg und München. Geplant sind Schwerpunktkontrollen mit der Polizei vor allem im Vorfeld von Fußballspielen. Auch erhofft sich die VAG mit dem Verbot, eine Handhabe gegen das „Vorglühen“ von Jugendlichen zu haben. Dem Alkohol-Verbot muss allerdings noch der Aufsichtsrat der VAG zustimmen.

Kritiker des Verbots wie SPD-Stadtrat Jürgen Fischer wenden ein, dass Verbote auch kontrolliert werden müssen und es schwierig sei, nachzuprüfen, was in den Flaschen sei, die mitgeführt werden. Auch helfe ein Verbot nicht, sich gegen Pöbeleien und schlechten Witzen von Betrunkenen in Bussen und Bahnen zu schützen. „Eine Fahrt in der U-Bahn ist doch schnell vorüber“, sagte Fischer im Verkehrsplanungsausschuss.
Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Soll Alkohol in Bussen und Bahnen verboten werden? Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.

Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll der Wöhrder See erhalten werden? Mit Ja antworteten 87,6 Prozent, mit Nein 12,4 Prozent. fis

7 Kommentare in “Soll Alkohol in Bussen und Bahnen verboten werden?

  1. Jetzt hat man in der U Bahn gerade die Fahrer als letzte Bedienstete der VAG in einem Teil ihrer Verkehrsmitteln abgeschafft, da sollen Zugbegleiter das Alkoholverbot überwachen. Dass das Herrn Fischer nicht schmeckt ist doch klar, wird doch damit seine durch Minimaleinsatz von Personal erst halbwegs wirtschaftliche U Bahn wieder noch unwirtschaftlicher gegenüber Straßenbahn und Bus. In der Straßénbahn hat der Fahrer Monitore und kann eingreifen, wenn etwas passiert, denn Betrunkene könen auch randalieren, wenn sie bereits vor dem Einsteigen den letzten Schluck verdrückt haben. Und was will man denn noch alles verbieten, vielleicht als nächstes Stöckelschuhe, sie beschädigen den Boden und sind notfalls als Waffe nutzbar.
    Und Fahrgäste, die im Winter eine für die Autofahrer frisch gepökelte Straße überquert haben, müssen vor Erreichen des U Bahnhofes Hausschuhe anziehen, da sonst die Schienenbefestigung zerfressen wird. Warten wir, wann besonders letzterer Vorschlag nach den Erfahrungen zwischen Hbf und Hasenbuck kommt.

  2. Stadtrat Fischer fährt nicht UBahn. Wer Klohäuschen an die Stadt vermietet und dafür 150000 Euro im Jahr bekommt, der muss doch nicht mehr UBahn fahrne!

  3. „Eine Fahrt in der U-Bahn ist doch schnell vorüber“, sagte SPD-Stadtrat Fischer. Sagte er das wirklich? Kann er das gesagt haben?
    In diesem Fall gilt: Bald mal wieder U-Bahn-fahren, Herr Fischer!

    Betrunkene und Trinkende sind – übrigens gerade in der kalten Jahreszeit – ein Problem in der U-Bahn. Nicht nur, daß es oft schon eine Geruchsbelästigung darstellt; es ist häufig aggressiv und laut. Gerade die Schwächeren der Gesellschaft – alte Menschen, Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderungen – erfahren durch einen Teil der in der U-Bahn Alkohol trinkenden Menschen Angst und Streß. Zur Erhöhung der Akzeptanz des ÖPNV gehört aber, diesen angst- und barrierefrei zu gestalten. Wenn eine Oma auf dem Weg in die Stadt, wenn eine Schülerin auf dem Weg nach Hause, wenn eine Blinde auf dem Weg zum Amt in der U-Bahn Angst empfindet, dann ist da etwas falsch. Die Libertinage – nach dem Motto: trinken und trinken lassen – ist hier völlig fehl am Platz. Hier gehen die Interessen derer, die ohne Sorgen den ÖPNV nutzen wollen, eindeutig vor. Die VAG hat übrigens auch Regeln – die nur kaum je durchgesetzt werden, und die betreffen auch Betrunkene.

    Wenn sich alle, die im ÖPNV mitfahren, sozialverträglich benehmen würden, dann bräuchte man kein Verbot. Da das aber nicht alle tun, braucht es das (leider). Ob es immer kontrolliert werden kann – na, wohl kaum. Aber nur wenn es dieses Verbot überhaupt gibt, kann im Einzelfall der Fahrer oder sonst jemand von der VAG einen, der sich partout nicht an die Regeln hält, deswegen vor die Bahn setzen. Es schafft also die erforderliche Ermächtigungsgrundlage.

    Außerdem, was die Kontrollen betrifft: ich bin mir sicher, daß viele Arbeitslose / Hartz-IV-Bezieher lieber einige Stunden täglich für 1 € mehr pro Stunde in den U-Bahnen eine Art soziale Kontrolle ausüben würden. Sie würden ein Gefühl der Sicherheit schaffen, das gerade an Stationen wie Bahnhof, Plärrer und südlich des Messezentrums häufig vermißt wird. Klar, das ist kein toller Job – aber man wird gebraucht, man sitzt nicht isoliert daheim, man hat eine Aufgabe, und zwar eine, die einem gedankt wird. Bitte gelegentlich mal neu überdenken.

    Und: fahren Sie ‚mal wieder U-Bahn!

  4. Hoffentlich fällt zu diesem Thema bald eine Entscheidung. Als Kreisvorsitzender der Senioren-Union Nürnberg-Süd kämpfen unsere Mitglieder mit mir seit über einem Jahr um eine Lösung. Endlich muss der Alkohol und der Schmutz in den Verkehrsmittel der VAG ein Ende haben. Nach dem Zögern der Vorstandsebene in der VAG haben die Damen und Herren verstanden, was der Bürger und Nutzer des ÖPNV wünscht.
    Eine Kontrolle lässt sich leicht durch die Kontrolleure der Bahnen erreichen, das begreift jeder Nutzer. Ohne Fahrausweis begehe ich auch einen Mißbrauch zu lasten der zahlenden Bürger. Wenn sich der AR-Vorsitzende, SPD-Stadtrat Fischer nicht durchringen kann, dann können die CSU-Stadträte und die Vertreter der Mitbestimmung (Gewerkschaften) eine bürgernahe Entscheidung finden.
    Werner Gruber, Kreisvorsitzender der Senioren-Union Nürnberg-Süd

  5. Ein Verbot ist nicht sinnvoll, da es sich nur durch Kontrollen durchsetzen laesst. Das Problem ist ja auch nicht der Alkohol oder das Essen sondern das schlechte Benehmen mancher Fahrgaeste. Und da ist besoffenes Rumgroelen noch nicht mal das Schlimmste, weil das i.A. wirklich schnell vorbei ist. Viel mehr nervt der hinterlassene Muell und Essenreste auf Sitzen und Boden. Das ist bereits verboten und es wird trotzdem getan.

  6. Dann werden halt keine geöffneten Flaschen mitgeführt! Herr Fischer wo leben Sie denn? Ich glaube, Sie haben auch noch Verständnis für das besoffene Pack! Sicher dauert eine Fahrt nicht lange, sie kann aber zur Ewigkeit werden. Der Fahrgast hat ein Recht auf einen sicheren Transport und das zu jeder Tageszeit. Wer das nicht einsehen will, stellt sich mit seinem verhöhnenden Kommentar auch politisch ins Abseits.

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