Ist der DGB-Protest gegen das Sparpaket berechtigt?

DGBGegen den „sozialen Kahlschlag“ hat der Deutsche Gewerkschaftsbund mit seiner Großkundgebung am Samstag in Nürnberg protestiert. Weitere Demonstrationen fanden in Stuttgart, Dortmund und Erfurt statt. Die Vorwürfe gegen die Bundesregierung: Mit ihrem Sparpaket habe sie die Kosten der Finanz- und Wirtschaftskrise einfach auf den Schultern der kleinen Leute abgeladen, die eigentlichen Verursacher der Krise seien dagegen verschont worden. Die Lebensbedingungen der Menschen verschlechterten sich durch rigorose Sparprogramme, durch Kürzungen von Sozialleistungen und Einschnitte in die städtischen Haushalte.
Ein Kurswechsel muss also her, fordert der DGB und mit ihm die 100 000 Menschen, die deutschlandweit bei der Protestaktion auf die Straße gegangen sind – 30 000 davon allein in Nürnberg. So viele waren es seit 30 Jahren nicht mehr bei einer DGB-Veranstaltung in dieser Stadt. Sie alle waren sich einig in ihren Zielen: Weg mit den Kürzungen im Sozialbereich, mit Leiharbeit und Niedriglöhnen, mit der Rente mit 67 und der Kopfpauschale in der Gesundheitspolitik!
Die Bundesregierung dagegen ist überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein, und sieht sich angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs in ihrer Sparpolitik bestätigt. Dass sie damit die Umverteilung von unten nach oben beschleunigt, wie es der bayerische DGB-Chef Matthias Jena formuliert, davon will die Regierungskoalition in Berlin nichts hören.
Doch der DGB steht nicht allein mit seinem Protest und seiner Forderung nach Solidarität und Gerechtigkeit. Die Kirchen haben sich der Kritik angeschlossen, ebenso Sozialverbände und politische Parteien wie SPD, Grüne oder ÖDP. Sie alle warnen vor einer gesellschaftlichen Schieflage und davor, dass mit dem von der Bundesregierung eingeschlagenen Kurs die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht.
Ist der DGB-Protest gegen das Sparpaket also berechtigt? Das möchten wir in unserer Leserfrage der Woche diesmal von Ihnen wissen. Geben Sie Ihr Votum bitte hier ab.
Die Frage der vergangenen Woche lautete: Soll Haderthauer Ministerpräsidentin werden? Mit Ja antworteten 16,4 Prozent, mit Nein 83,6 Prozent.

12 Kommentare in “Ist der DGB-Protest gegen das Sparpaket berechtigt?

  1. Ja, der Protest der Gewerkschaften ist berechtigt und notwendig, um weiteren Sozialabbau zu verhindern!Nur weiter so!

  2. Der Protest ist nicht nur berechtigt, er ist notwendig!
    Die Entscheidungen dieser Regierung zu Rente mit 67, Leiharbeit , Gesundheitspaket usw. beeinflußen doch eindeutig die Lobbys der Industrie, Ärzte, Apotheker usw. und nicht die Bedingungen der Menschen im unteren Drittel der Gesellschaft.
    Es kann doch nicht sein, dass das „Geld“ für ein menschenwürdiges Leben, besonders für die Kinder nicht da ist, aber 480 Milliarden Euros für die Banken.
    Ja, dies Politik ist inhuman und nicht gerecht und das sage ich so laut es geht und mit so vielen Menschen wie es geht.

  3. Hauptsächlich liest man hier wirklich nur dumpfe, vom DGB eingetrichterte Propaganda.
    Die Sache mit dem Banken muss man tatsächlich sehr kritisch sehen. Aber es wird ja da recht primitiv auf die gesamte Wirtschaft verallgemeinert. Viele Unternehmen sind ja selbst Opfer der Bankenmafia.
    Und nochmals: die Leute werden älter, dann muss eben auch länger gearbeitet werden – ist doch klar, oder? Wer ernsthaft glaubt, ein paar Spitzenverdiener könnten für alle eine lange und dann natürlich auch noch üppige Rente finanzieren, der ist doch reichlich naiv.

  4. Achja, wie für den deutschen Michel der soziale Aufstand aussieht/funktioniert, war auch nett zu beobachten: kostenloser Bus, Freibier, Gratis-Worscht und ne Tröte… so manch eine_r hat wohl den Bus verwechselt und wollte wohl auf Kaffeefahrt…; und manch Jugendlicher hat am nächsten Tag wohl auch nicht mehr gewusst, wo er überhaupt saufen war…
    meine Fresse echt…

  5. Ist der DGB-Protest gegen das Sparpaket berechtigt?
    Eine ganz klare Antwort von mir: JAAAAAAAAA!

    Leider sieht sich nur die Gewerkschaft mit ihren Mitgliedern in der Pflicht, gegen das unsoziale Sparpaket etwas zu machen. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander….

  6. Anregungen zum Nachdenken!!!

    Die Rente mit 67 war schon Schwachsinn, die Entscheider die das abgestimmt haben, sitzen im Parlament. Da ist das möglich, solange zu arbeiten. In den Industriebetrieben und im Handwerk, ist bei den heutigen Anforderungen kein Arbeitnehmer in der Lage bis 67 zu arbeiten. Es geht doch nur um Rentenkürzung. Die Jungen stehen auf der Strasse, und die Alten schaffen bis Sie umfallen. Das ist keine demokratische Vorgehensweise, die Politiker werden ihren Denkzettel bekommen. Nürnberg war nur der Anfang. In den Betrieben sind die Leute aufgewühlt und kochen vor Wut. Die Reichen werden mit dieser Art Politik immer reicher. Kinderarmut im Wirtschaftswunderland, Rentenarmut, und Arbeitslosigkeit bei steigender Konjunktur? Politiker wacht endlich auf, macht Politik für die Mehrheit der Bevölkerung und nicht nur für geldgierige Aktionäre und menschenverachtende „Kapitalverbrecher“, bevor ihr französische Verhältnisse bekommen werdet.
    Hartz4 (Erhöhung 5 €uro, Lachnummer). Warum werden nicht die richtigen Zahlen der Arbeitslosen bekanntgegeben, mit 1 €uro Jobbler, Leute die in Weiterbildungsmaßnahmen geschickt werden um die Statistiken zu schönen, alles Lügen.
    Gleiches Geld, für gleiche Arbeit, Weg mit den Leiharbeitsfirmen, Sklaventreiber, Weg mit der RENTE MIT 67, Mehr Perspektiven für die Jugend, mehr Ausbildung, demokratische Entscheidungen und nicht hinter verschlossenen Türen!
    Wahlversprechen: mehr Netto vom Brutto? Steuererleichterungen? Für die Bänker die die Krise verursacht haben? 480 Milliarden aus Steuergeldern, die nicht mal da sind, und wenn ein Verbraucher einen Kredit beansprucht, zahlt er für das Geld, dass er eher schon mit seinen Steuern finanziert auch nochmal Zinsen an die Bank, welche eine Schande.
    Merkel, Westerwelles für euch wird es Zeit eure Hüte zu nehmen und zu gehen. Wir brauchen Gerechtigkeit und eine Bürgerversicherung, in die alle prozentual einzahlen, und zwar nach der Höhe ihres Einkommens und nicht mit Einkommensgrenzen und Pauschalen.
    Was habt ihr studiert, dass ihr diese schwachsinnigen Gesetze ohne die Bevölkerung beschließt.
    Ihr seid vom Volk gewählt, und nicht von einer Handvoll Millionäre.

    „Das Grundgesetz wird mit Füßen getreten, wenn Ihr so weitermacht, solltet ihr die Tafeln die die einzelnen Paragraphen darstellen, am Reichstagsgebäude in Berlin entfernen und einstampfen, weil Ihr Sie sowieso nicht mehr einhaltet.

  7. Endlich wachen die Menschen in Deutschland auf. Ich habe schon gedacht „Wie weit geht die Schmerzgrenze noch“ Es kann doch nicht sein, dass alle Lasten nach unten verteilt werden, aber die Reichen und die Banken so weiter machen wie bisher. Die Politiker sind so in Wattebäuschen verpackt, dass die doch gar nichts mehr mitbekommen oder mitbekommen wollen. Viele leben in einer Insel. Ich hoffe nur das diese Aktionen weitergehen und noch mehr Menschen aufwachen. Weg mit Rente 67, Gleiches Geld für gleiche Arbeit bei den Leiharbeitern, weg mit den 1-Euro-Jobsdie Sozialen Belastungen auf alle verteilen.

  8. Es war eine gute Stimmung bei der Demo. Ich kann nur hoffen, das bald noch mehr Protest folgen wird! Die Bundesregierung kümmert sich doch einen Dreck um die Belange des kleinen Mannes. Dabei wäre die Sache doch ganz einfach. Drastische Steuererhöhungen für Spitzenverdiener, Bankenabgabe mind. 10 Mrd. Jahr, Finanzsteuern, Schließen aller Steuerschlupflöcher, endlich Wegfall der Beitragsbemessungsgrenzen in der Krankenversicherung, Mindestlöhne einführen und Wegfall von 1 Euro-Jobs. Es könnte doch (fast) allen Menschen gutgehen, wenn die Regierung es nur wollte!!

  9. Wie soll das den funktionieren?
    Die meisten kommen nach längerer Ausbildung später in den Beruf.
    D.h. die Zeitspanne, in der die Menschen produktiv sind, ist tendenziell kürzer, allerdings ist die Arbeit auch effektiver, weil qualifizierter.
    Da aber die Menschen – dank Medizin und gutem Lebensstandard – immer älter werden, führt langfristig doch gar kein Weg an längerer Berufstätigkeit vorbei. Alles andere ist doch Augenwischerei und dumpfe Propaganda. Schließlich müssen ja die Aktiven die Jungen und die Alten mitfinanzieren. Es gibt also nur drei Möglichkeiten: entweder die Alten müssen zurückstecken, die Aktiven werden gewaltig belastet oder eben eine Mischung von beidem.

  10. Ich würde gerne einmal einige Politiker Einladen, bei uns im Betrieb einige Kontischichten zu Arbeiten. Den bei uns wird in einigen Abteilungen an 7 Tagen in der Woche rund um die Uhr gearbeitet. Und dies sollen die Kollegen 45 Jahre und noch länger Leisten? Kein Regelmäßiges Wochende, keine Teilnahme an einem geregeltem Vereinsleben oder der Besuch an Veranstaltungen/Kulturell wenn man gerade Arbeiten muss am Wochenende. Auch unseren MA in den Bürobereichen geht es nicht viel besser. Nachdem ihnen ihre 40 Stunden Verträge nach Tarifvertrag gekündigt wurden, dürfen Sie nun das selbe Arbeitspensum in 35 Stunden erledigen.
    Darum laßt uns weiter Kämpfen und den Druck auf unsere Politiker erhöhen für die Rente mit 65, für eine Gesundheitsreform die allen Zugute kommt und an der sich alle Beteiligen müssen, für Ausbildungsplätze aller Jugendlichen und gegen Leasinkräfte, den hier sollen alle den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhalten.

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