Sonderabgabe für besseren Winterdienst?

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Mit dem beginnenden Winter hat es die Stadt Nürnberg eiskalt erwischt: Die Bürgerinnen und Bürger waren bereits angesäuert von den vorausgegangenen Presseberichten über geplante Einsparungen beim neuen Winterdienst-Konzept. Und dann brach zu allem Unglück in Nürnberg das erste Winter-Chaos aus. Die Autofahrer kamen meistens nur im Schneckentempo voran und fragten wütend: „Wo bitteschön ist der Winterdienst?“ Das schlug sich auch in zahlreichen Leserbriefen nieder. Viele fühlten sich auf den Straßen hinsichtlich der Verkehrssicherheit von der Stadt im Stich gelassen. Die Telefone bei SÖR (Service öffentlicher Dienst) liefen heiß, der Tenor: Von „Service“ keine Spur!

Allerdings zeigte sich nicht nur die Stadt von dem massiven Wintereinbruch überfordert: Auch zahlreiche Hausbesitzer schienen vor dem Schnee kapituliert zu haben, wenn man beobachtete, wie Fußgänger am 2. Dezember verzweifelt versuchten, auf den Fußwegen voranzukommen, im Schneckentempo, rutschend und sich an Hauswänden vorbeidrückend.

((Platzhalter))Wie berichtet, wird der städtische Winterdienst in einer Übergangszeit von zwei bis drei Jahren geändert. Das neue Konzept wurde laut Stadtverwaltung notwendig, weil SÖR im vergangenen Winter Mehrausgaben von 3,5 Millionen Euro hinnehmen musste. Durch das runderneuerte Winterdienst-Konzept soll gespart und die Ressourcen sollen besser verteilt werden. Bereits in diesem Winter greift die Regelung, dass nur noch von 6 Uhr bis 22 Uhr geräumt wird, ausgenommen „bei heftigen Schneefällen oder Blitzeis“.

Nach dem turbulenten Winterauftakt mit noch turbulenteren Reaktionen der Bürger scheint klar zu sein: Die Bevölkerung will auch bei „Land unter Schnee“ rasch geräumte Straßen vorfinden. Das ist aber nur mit einem wesentlich höheren Einsatz an Personal, Gerät und Fahrzeugen zu stemmen. Und das wiederum erfordert einen wesentlich höheren finanziellen Aufwand – Geld, das in der städtischen Kasse ganz offensichtlich nicht vorhanden ist. Wir wollen deshalb von Ihnen wissen, ob Sie selbst bereit wären, sich finanziell an einem effektiveren Winterdienst zu beteiligen. Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: Sonderabgabe für besseren Winterdienst?

Die Frage der vergangenen Woche lautete: „Halten Sie WikiLeaks für gefährlich?“ Mit Ja antworteten 38 Prozent, mit Nein 62 Prozent.

14 Kommentare in “Sonderabgabe für besseren Winterdienst?

  1. Es offenbart sich nun immer mehr, dass bei der SÖR offenbar Vollidioten am Ruder sind. Da hat man – z.B. im Vergleich zu den Nachbarstädten – viel zu wenig Salz eingelagert. Und dann bestellt man sehr spät Salz per Schiff über den Kanal, der bei strengem Winter regelmäßig zufriert. So blöde kann man doch gar nicht sein!
    An den Kreuzungen sind die Fahrbahnen teilweise spiegelglatt. Wenn schon kein Salz da ist, dann könnte man ja Sand oder Split streuen – Fehlanzeige! Es geschieht jetzt gar nichts mehr, denn die ach so gestressten SÖR-Mitarbeiter müssen sich ja erst mal vom Stress ausruhen und dann wartet mal eben auf das Salz – und wartet und wartet und wartet …

  2. Aha, bei einem strengen Winter sollen die Bürger zusätzlich zahlen. Was ist dann eigentich bei einem milden Winter – bekommen sie da etwas zurückgezahlt?

  3. was soll das bedeuten: “ für einen besseren Winterdienst“ ??,
    müsste lauten: “ für einen funktionierenden Winterdienst“, und für den bezahlen wir bereits.

  4. Mein Gott, dieses Gejammer kann man sich bald nicht mehr anhören.Immer schön mit dem Auto unterwegs zu sein-egal ob Sommer oder Winter und die Zeit zur Arbeit soll auch nicht länger dauern. Immer schön auf die Arbeiter der Stadt schimpfen. Ubrigens sind es auch die Arbeiter,die im Sommer immer den Dreck in den Grünanlagen wegräumen den die so genannte „Spassgesellschaft “ hinterlässt. Würden diese Dreckschweine ihren Müll mitnehmen, dann müsste dass nicht mit öffentlichen Geldern geschehen. Dann hätte man schon wieder mehr für den Winter übrig !!

  5. Der Winterdienst in Nürnberg hat mit Abstand die schwächste fränkische Leistung abgeliefert. Die Verantwortlichen sind mit Sicherheit nicht in den Räumfahrzeugen zu suchen, eher schon bei den gutbezahlten Stadt- und Amtshäuptlingen. Allen voran steht ein pressegeiler, immer grinsender Bürgermeister. Man ist um keine Ausrede verlegen das Versagen zu rechtfertigen. Eine Zusatzabgabe wäre so sinnlos, als wenn man den RMD mit 10 Liter Eimern zu füllen versuchte. Noch ein paar hochdotierte Stellen für Parteifreunde und Sozialpädagogen, da muss halt an anderer Stelle gespart werden, ist doch klar. Dafür nimmt man einen Winterdienst in Kauf der seinen Namen nicht verdient. Übrigens ihr Penner, Salz ist gleich alle!

  6. Warum funktioniert der Winterdienst im Umland, aber ausgerechnet in der größten Stadt weit und breit nicht ?
    Eine Stadt mit Flughafen, Bahnhof, großem Fussballstadion/Eisarena, Christkindlesmarkt – um nur einiges zu nennen – solte doch in der Lage sein, diese Einrichtungen auch im Winter für die Bürger einigermassen akzeptabel zugänglich zu machen.
    Hier wird doch eindeutig an der falschen Stelle gespart. Kein Wunder, dass die Bürger dann noch lieber über das Internet bestellen, als ‚mal schnell‘ in die Stadt zu fahren und einzukaufen !

  7. @ KlausS

    In LAU-ERH-SC-RH-FÜ-ER-NEA lachen sie sich über die Trottel der Stadtverwaltung aus N schon lange kaputt. Nicht nur über den Winterdienst. Und nur der Lokalchef der NN aus N meint noch, dass das mit Neid wegen eines OB aus N zu tun hätte.

  8. Sonderabgabe für besseren Winterdienst?
    Tolle Idee – die Auto-Pendler aus dem Speckgürtel LAU-ERH-SC-RH freuen sich bestimmt, wenn ihnen die Nürnberger Bürger die letzten Kilometer auf dem Weg ins Büro Schnee und Eisfrei halten. Man kann solchen Vorschlägen nur mit Ironie begegnen. Komischerweise blieb im Speckgürtel der Ausnahmezustand aus. Woran das wohl liegt?

  9. Die Stadt, der Staat muß lernen mit dem Geld zu haushalten.
    Rotstift ansetzen – fertig. Es ist schon lange illusorisch zu glauben unser ganzes Land von 40 Mio. Erwerbstätigen zu finanzieren..

  10. Der Winterdienst soll seine Arbeit machen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum das mit dem zur Zeit gegeben Mitteln nicht möglich sein soll.
    Ich empfinde es jedenfalls als totale Fehlplanung, wenn man die gesamte Belegschaft ruhig schlafen läßt, obwohl in der Nacht die Straßen Leer sind.

    Mir kann jedenfalls niemand sagen, warum eine der wichigsten Kreuzungen in Nürnberg (Bucherstraße-Ecke-Ring) am Morgen so glatt ist, das die Autos teilweise querstehen. Und das obwohl in der Nachts fast kein Neuschnee mehr gefallen ist…. Sory da hört für mich das Verständnis auf.

    Es hat da auch schon etwas von geplanter Eskalation, so etwas zuzulassen.

  11. Ein Problem ist ja die massive Behinderung des ÖPNV nicht nur durch den Winter sondern speziell durch den Winterdienst.
    Früher hatte die Straßenbahn eigene Schneepflüge und eigene Salzstreufahrzeuge und hat damit ihr Gleisnetz freigehalten.
    Heute schieben die Straßenschneepflüge den Schnee nicht vom sondern aufs Gleis und bringen damit den Straßenbahnverkehr auch noch aus dem Gleichgewicht. In Karlsruhe räumen zwei Schneepflüge und bei Vereisungsgefahr der Fahrleitung Wagen mit zwei Stromabnehmern die Strecke frei, so dass wenigstens der ÖPNV funktioniert. In Nürnberg funktioniert bei Schneefall gar nichts mehr außer der Gehirrne derer die sich neue Abgaben ausdenken.

  12. Die Stadt soll sich doch bitteschön mit den Steuern der Bürger erst mal um die Pflichtaufgaben kümmern. Dazu gehört die Bereitstellung, die Wartung und der Unterhalt von Infrastruktur, also auch von Strassen. Im übrigen auch der Nebenstrassen. Denn auch die Bürger, die dort wohnen, müssen irgendwie zur Arbeit kommen.

    Und wenn das alles erledigt ist, und noch Geld übrig ist, dann kann man vielleicht auch noch den ganzen „Nice-To-Have“-Scheiss machen. Wer braucht schon ein Theater oder ein KuKuQ, in das er überhaupt nicht kommt, weil weder öffentliche Verkehrsmittel fahren noch die Strassen geräumt sind.

    Mein Vorschlag: Im sogenannten „Kulturbereich“ mal die Hälfte aller Stellen abbauen, und dafür Personal für den Straßenunterhalt und Winterdienst einstellen. Das kostet auch nicht mehr, bringt aber vielleicht sogar zusätzliche Steuereinnahmen, weil die Gewerbetreibenden mehr Arbeiten können und nicht stundenlang im Stau ihr Geld verplempern müssen.

  13. Noch mehr werde ich dafür garantiert nicht zahlen. Man sollte dem Staat (bzw. der Stadt) nichts anvertrauen und auch nichts von ihm erwarten… Selbst ist der Mann bzw. die Frau!

    Wer im Winter unbedingt unterwegs sein will/muss, der kaufe sich Schneeketten und Spikes für die Schuhe, und schon schaut es nicht mehr so schlimm aus. Das kostet alles nicht die Welt und die Dinger halten mehrere Winter lang, d.h. die Investition lohnt sich auf jeden Fall.

    – Oleg

  14. Die Sonderabgabe gibt es doch schon. Nennt sich Grundabgaben. Und eigentlich ist auch die Grundsteuer dafür gedacht. In Nürnberg zahlt man aber nur aber bekommt dafür keine Leistung. Ein Skandal.

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