Soll Alkohol im Stadion verboten werden?

Der Meinungsstreit zum Alkoholverbot in den Stadien der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga geht quer durch die Gesellschaft. Auch die Innenpolitiker sind sich uneins in ihrer Bewertung.

Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) stößt mit seinem Vorstoß für ein Alkoholverbot in Fußballstadien auf wenig Gegenliebe. Er will mit einem Alkoholverbot in den Stadien Gewaltexzesse eindämmen. Seiner Meinung nach enthemmt erst der Alkoholkonsum viele der späteren Täter.

Die FDP-nahen Jungen Liberalen sprachen von einer „Bevormundungskultur“, die sie eher bei den Grünen erwarten würden. „Prinzipiell sollte jeder Mensch selbst urteilen, wann, wo und ob er Alkohol konsumieren kann und will“, sagte ihr Vorsitzender Hendrik Silken. Ein Verbot wäre nach seiner Ansicht auch „nutzlos“. Der Alkohol-Konsum werde sich „lediglich verlagern“. Zudem sei die Initiative ein Verstoß gegen den „Geist der sozialen Marktwirtschaft“. Der Staat solle keinem Fußballverein vorschreiben, wie er sein Stadion zu betreiben habe, meinte Silken.

SPD-Politikerin Nancy Faeser sprach von einem „hilflosen Profilierungsversuch“ des Innenministers Rhein, ist aber nicht gegen ein solches Vorgehen. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) spricht sich gegen ein generelles Alkoholverbot in Stadien aus. Mit der Einschränkung von individueller Freiheit müsse man „immer anlassbezogen sehr sorgsam und auch ein bisschen staatstragend umgehen“. Ein Alkoholverbot bei normalen Spielen hält er nicht für nötig: „Bei einem vernünftigen Spiel mit vernünftigen Fans schmeckt auch das Bier mal zur Bratwurst.“

Wir wollen in unserer Leserfrage diesmal von Ihnen wissen: „Soll Alkohol im Stadion verboten werden?“

9 Kommentare in “Soll Alkohol im Stadion verboten werden?

  1. Mal allen Ernstes: Glaubt denn tatsächlich jemand, dass ein Verbot schon jemals ein Problem beseitigt hat?

    Solange Saufen bis zum Exzess als »In« gilt, wird sich nichts ändern. Dazu kommt die Einstellung, dass Reandale dazugehören. Die Stellungnahme von Dellia dokumentiert dieses Phänomen m.E. eindeutig (s.o). Glaubt jemand, dass die in den Stadien anzutreffen sind? Wohl die wenigsten.

    Also lasst den tatsächlichen Fans ihr Bierchen.

    Vielleicht solle man zuerst einmal über die Ursachen von Saufen bis zum Exzess und Randalieren nachdenken. Aber Verbote auszusprechen ist viel einfacher und bequemer.

  2. Ein teilweises Alkoholverbot, wie beispielsweise in Stadien, immer oder nur bei Hochrisikospielen, ist eine Art von Symptombekämpfung, die Sinn machen kann, wenn keine besseren Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um die Randalierer vor sich selbst und die Stadien, Bahnen, normalen Fans und Steuerzahler vor denen zu schützen.
    Besser wäre natürlich, wenn mittels einer richtigen Alkoholpolitik der Alkoholkonsum und damit die alkoholbedingten Schäden generell heruntergefahren würden. Die von vielen im voraus bejammerte angebliche Freiheitsberaubung geschieht ja nicht beim Konsum sondern beim Erdulden der Schäden und deren Kosten durch die Allgemeinheit – nach dem Motto: Die Profite der Alkoholindustrie, die Schäden der Gesellschaft.

  3. Dagegen!
    Gewalt und Fussball gehören zusammen.
    Ich kann mich auch ohne Alkohol prügeln,aber mit machts mindestens genausoviel spaß

  4. Besoffene Randalierer, die sich daneben benehmen, sind ein absoluter Graus und gehören verboten. Ein Alkoholverbot im Fußballstadion kann daran aber nichts ändern: In den vielleicht zwei Stunden, die der Fan im Fußballstadion verbringt, kann er sich nicht bis zur Enthemmung besaufen. Das passiert hinterher und manchmal auch bereits vorher. Ein Bierverbot im Stadion führt also nur dazu, dass ich meine Halbzeitbratwurst nicht mehr mit einem Bierchen hinunterspülen kann. Und das nur, damit Randalier zwei, drei Bier weniger intus haben, wenn sie später Randale machen?

  5. Ich bin dafür!
    Alkohol erhöht die Bereitschaft zur Randale und trifft dann meistens unschuldige Fans!
    Zum Fussballspiel sollten Eltern auch Ihre Jugendlichen ohne Angst gehen lassen können

  6. UNBEDINGT!
    Wir sollten speziell in Stadien viel mehr reglementieren, z. B. ein Einheits-Fan-Outfit, damit sofort jede Person der entsprechenden Mannschaft zugeordnet werden kann! Vor dem Spiel sollten Gesangsblätter auf die Plätze gelegt werden, was anderes darf natürlich nicht gesungen werden! Gepinkelt wird nur während der Pause und was mich schon lange stört: es gehört eine Frauen-Quote auch in den Fanblock – mind. 50% Frauen, das wirkt deeskalierend!
    Nur: Was machen wir, wenn der Fan schon angetrunken kommt? Mit wieviel Promille darf er denn dem Spiele beiwohnen?
    Ich hab` wesentlich mehr Angst in der U-Bahn zu fahren als in´s Stadion zu gehen – nix für ungut…

  7. Erstlinig sollte man man aber Poltikern Alkohol verbieten, dass Sie sich nicht mehr wie ein sprichwörtlicher bayrischer Ministerpräsident zu Tode saufen können oder im Suff polnische Autos von der Autobahn kicken können wie in bayrischer Wirtschaftsminister und späterer Bahnvorstand. Im Bahnvorstand war er dann wenigstens einer unter gleichen, mit Bahnchefs und Bahngewerkschaftsvorsitzenden. Und wie sind die Politikersaufgelage am Aschermittwoch in Niederbayern oder am berümten Nockerberg einzuschätzen. All das gehört natürlich verboten, und wenn das verboten ist, und man die dutsche Politik nicht nur als dort Aktiver nicht nur noch im Suff ertragen kann, kann man von mir aus über Fußballstadien nachdenken.

  8. JA – Alkohol in den Stadien gehört verboten! Ich musste leider oft genug erleben, wie angetrunkene „Fans“ sich absolut daneben benahmen…

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