Falls es kippt: Würden Sie das Radrennen vermissen?

Riesig ist der Aufwand, den das Nürnberger Radrennen verlangt. Altstadt- und Ausfallstraßen bis ins Umland werden gesperrt. Hunderte Sicherheitsmitarbeiter koordinieren die Abläufe.

Die Mittel dafür aufzubringen, ist für die städtische Sportverwaltung zum Kraftakt geworden. Daher steht das Traditionsrennen nach dem 21. Mal ernsthaft vor der Abschaffung. Für ein Drittel der 150000 Euro Ausgaben für die Neuauflage 2012 gibt es momentan keinen Finanzier.

Der Radsport steckt in der Krise, heißt es immer. Jedoch: Es gibt die berechtigte Hoffnung, ihn mit gelungenen Breitensportveranstaltungen wiederzubeleben. Nürnbergs aktuelles Konzept mit den vielen Amateur-Wettbewerben erscheint dem Publikum sympathisch, auch wenn es für die „Tagesschau“ zu uninteressant bleibt. Die Beschwerdeführer, die sich von dem Spektakel belästigt fühlen, sind nach Erfahrungen aller Beteiligten in der Unterzahl. Und nicht zuletzt appellierte der Ironman-Lokalmatador Hannes Schmidt am Sonntag ans Selbstbewusstsein der „Sporthochburg Nürnberg“: Bei so viel erst- und hochklassigen Teams im Fußball, Hockey, Handball oder Tennis könne München nicht mithalten. Deshalb gehöre auch eine Radveranstaltung nach Nürnberg.

Von Ihnen wollen wir diesmal in unserer Leserfrage wissen: Würden Sie das Radrennen vermissen?

5 Kommentare in “Falls es kippt: Würden Sie das Radrennen vermissen?

  1. Die Stadt ist ja nun wirklich nicht mit besonders viel Finanzmitteln gesegnet. Da ist es wirklich schade, das Geld für eine solche drittklassige Veranstaltung zu verschwenden.
    Dazu empfand ich als Altstädter die weitgehende Abriegelung schon immer als Zumutung.

  2. Nein, nicht wirklich. Konnte mich leider nie für dieses Radrennen begeistern. Weder von sportlichen Aspekt noch von der Veranstaltung / den Angeboten drum herum. Unangenehm war für uns auch die Sperrung der Regensburger Straße, aber das ist ja zum Glück Geschichte.

  3. Ich habe von 2007 bis 2010 viermal am Jedermann-Rennen teilgenommen, jedes Mal mit einem anderen Rad und nicht unbedingt mit zunehmenden Erfolg. 2011 habe ich deshalb auf eine aktive Teilnahme verzichtet, fand jedoch das Trötenkonzert vor meiner Haustür sehr nervend.
    Ich persönlich würde dem Rennen nicht nachtrauern, eine kreative Pause würde den Organisatoren vielleicht auch gut tun.

  4. Nürnberg war einmal die Zweiradstadt Deutschlands in Herstellung (Viktoria, Zündapp, Hercules, Express etc.) und Sport (Reichelsdorfer Keller). Soll jetzt dieses Markenzeichen auch noch der angeblichen Geldknappheit geopfert werden. Mit dem Geld für ein in Braunschweig bestelltes Stadtlogo wäre das nächste Rennen schon gesichert, von den anderen Geldverschendungsorgien, genannt seien nur die im Bau befindlichen oder geplanten stadtumfassenden Tunnels von der Nordstadt über Gebersdorf und den alten Kanalhafen bis zum Flughafen, ganz zu schweigen.

  5. Ja,

    …ich würde etwas vermissen. Das ist schon zur Tradition geworden und immer noch ein Aushängeschild für die Stadt Nürnberg. Gehe schon seit 20 Jahren zu dem Radrennen. Anfang September ist Nürnberg-Altstadrennen angesagt! Erst selbst als Sportler, jetzt dann doch mehr als Zuschauer. Wohl war: Von 1997 bis 2005 hatte das Rennen mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, aber das auch nur weil Zabel, Ullrich, Rominger, Zülle und einige weitere internationale Profis eben aus dem Fernsehen den Fans bekannt waren. Es braucht noch ein zwei Jahre bis die derzeitigen Nachwuchsprofis Degenkolb, Kittel und Martin der Allgemeinheit bekannt werden!. Und wenn Nürnberg bis dahin diese Durststrecke überwindet und parallel immer den Breitensport mit Jedermannrennen und allgemeinen Sportangeboten (auch für die Zuschauer) sowie sonstigen Events während dem Radrennen weiterlebt, dann sind sie auch wieder mit von der Partie, wenn das Fernsehen wieder erkennt welche Faszination von diesem tollen Sport ausgeht. Übrigens bei EUROSPORT, In Italien, Belgien, Frankreich und sogar im Norden Deutschlands hat die Begeisterung nie achgelassen. Trotz einiger schwarzer Schafe. Doping hin oder her. Der Sport, das Radfahren und das Training muss sowieso zu 95 Prozent von jedem Sportler, auch von den Profis selbst erbracht werden!

    Also durchhalten und weiterhin kräftig Radeln!

Kommentarfunktion geschlossen.